Flatex vs. DKB

  • Hallo zusammen,


    ich möchte mir gerne ein Depot eröffnen, um einen ETF-Sparplan anzufangen. Da ich eh ein Konto bei der DKB habe, dachte ich mir, dass ein Depot dort ja praktisch wäre. Bei den Steuerspar-Videos von Finanztip habe ich gesehen, dass es am besten ist, einen ausschüttenden ETF mit Wiederanlage zu nehmen. Damit spart man idealerweise etwas Steuern unter bestimmten Bedingungen. Leider geht das mit der Wiederanlage bei der DKB nicht. Daher hatte ich überlegt zu Flatex zu gehen, um das dort machen zu können. Dort gibt es allerdings zusätzliche Kosten (Additional Trading Costs, ATC). Ein ETF auf den MSCI World, der bei der DKB beispielsweise ein TER von 0,15% hat, kostet bei Flatex dadurch 0,19%. Dafür kann ich den ausschüttenden ETF kostenlos und automatisch Wiederanlegen lassen. Was soll ich nun machen? Mein Ziel ist ein langfristiger Vermögensaufbau als Altersvorsorge.


    Variante 1: Bei der DKB bleiben und stattdessen einen thesaurierenden ETF nehmen (und evtl mit den Steuereinbußen leben)
    Variante 2: Bei der DKB bleiben und einen ausschüttenden ETF nehmen (und auf die Wiederanlage verzichten).
    Variante 3: Zu Flatex gehen und die Wiederanlage in Anspruch nehmen (trotz der höheren laufenden Kosten).
    Variante 4: ?


    Ich würde mich über eure Hilfe sehr freuen!


    Viele Grüße
    Oli

  • Ich würde der Einfachheit halber bei DKB bleiben. Die Kostenunterschiede sind gering, es sei denn du machst mehrere Trades im Monat mit hohen Beträgen. Für Sparpläne wird es über 10 Jahre keine nenneswerte Rolle spielen. Was die Wiederanlage der Aussschüttungen angeht, würde ich in großen Abständen (zB jährlich) einmal den Sparplan anpassen und einfach einmal die Ausschüttungen mit wiederanlegen. Dann kannst du die fehlende automatische Wiederanlage fast komplett ausgleichen und der Aufwand ist minimal.

  • Vorweg: ich habe kein Depot bei der DKB, daher kann ich die Aussage nur vom Hörensagen weitergeben.


    So weit ich weiß, kannst du monatlich deinen Sparbetrag im Sparplan kostenlos anpassen.
    Für dich würde das heißen, du schraubst einmal im Jahr den Betrag um X€ hoch (X = deine erhaltenen Ausschüttungen) und im nächsten Monat wieder runter auf deinen normalen Sparbetrag.


    Korrigiert mich bitte, wenn ich hier eine falsche Auskunft gegeben habe :)

  • Ich würde folgendes überlegen:

    • Wenn dir der Aufwand der Depoteröffnung und die Nutzung zweier Plattformen egal ist, spricht nichts gegen die Eröffnung bei Flatex. Ich bin bei DKB, Flatex und Comdirect. Geht sehr gut.
    • Wenn du "nur" einen ETF Sparplan laufen hast, wirst du langfristig durch einen Wechsel zu Flatex nicht reich. Letztlich kommt es darauf an, eine angemessen hohe Sparrate über Jahrzehnte zu haben. Die Differenz der Sparplankosten beschert dir nach Jahrzehnten ein Abendessen mit der Family. Das hättest du dir vermutlich sowieso leisten können
    • Wenn du vorhast, allgemein aktiver am Aktienmarkt zu sein, ist Flatex wohl die günstigere Depotbank. Nur wegen Sparplankosten würde ich nicht wechseln.
    • Bedenke, dass Flatex Negativzinsen erhebt. Du wirst also Zusatzkosten haben oder stets für ein leeres Verrechnungskonto sorgen müssen. Sparpläne bei Flatex können auch von anderen Banken Lastschriften ziehen. Das reduziert die Kosten.
  • Hallo zusammen,


    vielen Dank füre eure Antworten! Ich habe mich jetzt eigentlich dazu entschieden, den ETF bei der DKB zu kaufen und selbst die Ausschüttungen wieder anzulegen. Beim Kauf des ETFs sind mir relativ hohe zusätzliche Kosten aufgefallen. Ist es normal, dass die DKB da bei den Einstiegskosten nochmal 45 Euro und bei den Ausstiegskosten nochmal 10 Euro nimmt? Ist das zB bei Flatex auch so? Oder spare ich da auch nochmal Geld? Nimmt die DKB diese Gebühren bei jeden ETF-Kauf?


    Besten Dank und viele Grüße
    Oli

  • Zur Wiederanlage noch eine Frage:


    Ich bin derzeit auch bei der DKB und frage mich gerade auch, ob ich aufgrund der kostenlose Wiederanlage zu Flatex wechseln soll.


    Habe zum Thema kostenlose Wiederanlage aber noch zwei Fragen:


    1. Der ausschüttende ETF verhält sich dann wie ein thesaurierender, ist es aber de facto nicht, richtig?


    2. Annahme: Dividendenzahlungen in 2020 in Höhe von 900€, die kostenlos wiederangelegt werden.
    Da ich den Pauschbetrag überschreiten würde, müsste ich auf die Differenz (ca.100€) Steuern zahlen, richtig?


    Vielen Dank vorab für Eure Unterstützung!