• Hallo zusammen,



    Ich habe eine Frage:


    Bei Finanzfluss und anderen Seiten wird immer wieder das Thema P2P-Kredite, wie sie z. B. Mintos und Bondora anbieten, behandelt. Hier sind Renditen von 8-12 % üblich. Es gibt auch autoinvest Funktionen für den Zinseszinseffekt.


    Wie ist eure Meinung zu dem Thema? Macht es Sinn hier einen gewissen Betrag von der Sparsumme anzulegen? Z. B. 70 % MSCI World, 20 % MSCI EM und 10 % P2P-Kredite? Wie schätzt ihr das Risiko ein?


    Beste Grüße
    MannOhneSchuhe


    PS: Das hier ist mein erster Post, falls ich etwas falsch gemacht habe bitte ich um Verzeihung. In der Suche habe ich auch keine ähnlichen Beitrag gefunden :-)

  • Ich halte das Risiko für relativ hoch. Es besteht ein Ausfallrisiko das mit dem hohen Zins kompensiert wird. In wie weit die Garantien im Zweifelsfall reichen muss sich zeigen, nämlich ob der Garantiegeber dann auch noch solvent ist. Ferner ist zu beachten, dass man sich selbst um die Versteuerung kümmern muss.


    Wenn man die rund 7% Wertzuwachs mit Aktien-ETF mit dem Bonus der TFS dagegen hält schmilzt mMn der rechnerische Vorteil deutlich dahin. Wenn überhaupt würde ich es deswegen nur als spekulative Beimischung sehen. Dafür wären mir dann 10% der Anlagesumme zu hoch.

  • Ich habe da eine sehr simple, aber vermutlich nicht ganze falsche Sichtweise:
    Fast überall in Europa sind die Zinsen sehr niedrig. Jeder der eine halbwegs gute Bonität hat, kann bei einer Bank einen Kredit zu einem sehr geringen Zinssatz bekommen. Warum sollte so jemand zu einem P2P-Kreditportal gehen, wo er 10% und mehr Zinsen zahlen müsste?
    Somit ist die Schlussfolgerung klar.

  • So schnell Antwort zu bekommen, wow. Danke!


    Was ich bisher an Argumenten dagegen herauslesen konnte waren...


    1. Jeder der eine gute Bonität hat, kann auch einen "normalen" Kredit bei der Bank holen, der Rest sind "schwarze Schafe".


    2. Das Ausfallrisiko kompensieren die Garantiegeber mit hohen Zinsen. Ob die Rechnung langfristig aufgeht und sich diese Unternehmen zukünftig halten ist fraglich und nicht kalkulierbar für uns.


    3. Es muss eine manuelle Steuererklärung abgegeben werden (Anlage KAP)


    zu Punkt 1. muss ich sagen, das es inzwischen ja schon jahrelange Erfahrungswerte gibt mit den Kreditnehmern. Selbst wenn es viele "schwarze Schafe" gibt, über die Masse wird das Risiko immer ausgeglichen. Die Unternehmen wie Mintos / Bondora raten ja jeden Kreditnehmer, auch im eigenen Interesse (siehe Punkt 2). In den Filteroptionen von den Autoinvestoren kann man einstellen welche Bonitätsstufen man annimmt. Auch kann man sein Invest pro Kredit einstellen, z. B. max. 10 € pro Kredit. Somit streut man sein Risiko. Erfahrungswerte, auch wie man die Filter am besten einstellt, gibt es inzwischen viele.
    Zusatz: In vielen Staaten (z. B. Georgien) sind die Banken nicht gut ausgebaut und sich solche Tages und kurzfirst Kredite zu leihen ist üblich.


    Punkt 2 hingegen muss ich voll zustimmen. Die ältesten Plattformen sind meines Wissen von 2015. Generell ist das noch ein sehr junges Thema. Hier sehe ich das Hauptrisiko. Aber wie wir alle wissen, Rendite = Risiko. Ob man das Risiko hier eingehen möchte muss vermutlich jeder für sich wissen?!


    Punkt 3. ist m. E. als Angestellter in 5 Minuten erledigt mit einer Steuersoftware. Ist eine Anlage/Feld mehr in der Steuererklärung.


    Mein Interesse an den P2P-Krediten besteht nicht nur an den höheren Renditen, sondern auch dass es ein mittelfristiges Invest ist. D.h. ich habe keinen Langfristigen investitionszeitraum von 10-15 Jahren wie bei ETFs und komme schnell an mein Geld. Ich kann laufende Kredite nämlich am Sekundärmarkt veräußern, teils sogar mit Gewinn.


    ==> ETFs langfristiges Invest (für Altersvorsorge/Haus) und P2P-Mittelfristig (z. B. Auto) statt Festgeldkonto. Hiermit wäre man nochmals liquider mit einem höheren Risiko/Rendite.


    So, das sind meine Gedanken hierzu. Ihr seht, das Thema beschäftig mich ein wenig :-)


    Gibt es hier denn auch Member die bereits Investiert haben?


    Liebe Grüße
    MannOhneSchuhe

  • Ich habe da eine sehr simple, aber vermutlich nicht ganze falsche Sichtweise:Fast überall in Europa sind die Zinsen sehr niedrig. Jeder der eine halbwegs gute Bonität hat, kann bei einer Bank einen Kredit zu einem sehr geringen Zinssatz bekommen. Warum sollte so jemand zu einem P2P-Kreditportal gehen, wo er 10% und mehr Zinsen zahlen müsste?
    Somit ist die Schlussfolgerung klar.

    Du beschreibst die Situation für Kreditnehmer in Deutschland.
    Bei Auxmoney (deutsche Plattform) kriegt man aber als Anleger auch keine 10%, sondern eher niedrige einstellige Sätze. Und das bei "echtem" p2p, also volles Ausfallrisiko auf Seiten des Anlegers.

  • Sorry für späte Reaktion:


    - Das Problem an P2P ist, dass die Leute verzweifelt nach vermeintlich sicheren Anlagen für Zeiträume von 3-7 Jahren (also mittelfristig) suchen und dann auf P2P stoßen und den Sicherheitsversprechungen glauben. Teilweise wird das geradezu als Tagesgeldersatz gesehen. Da stellt's mir die Zehennägel auf.


    => Immer wieder das Gleiche: Es gibt keine risikolosen 3% da draussen!
    Und je höher der Zins, desto höher das Risiko - das nennt sich Risikoprämie.


    - P2P Test von unserer Seite kann noch ne Weile dauern. Ist nicht so einfach, an vernünftige Daten zu kommen. Das läuft nicht nach dem Motto "Saidi kuckt sich das mal schnell an und sagt welcher Anbieter seiner Meinung nach der beste ist" - wir haben da ganz andere Qualitätskriterien...


  • .. Teilweise wird das geradezu als Tagesgeldersatz gesehen. Da stellt's mir die Zehennägel auf..

    Haha, ich hoffe die Nägel sind noch alle dran.


    Danke für das Kommentar. Ich bin gespannt auf den Test und finde es gut das ihr euch da Zeit nehmt.


    Aktuell teste ich die eine oder andere Seite mit einem kleinen Betrag der mir nicht weh tut.