Leben in Dänemark

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    • Leben in Dänemark

      Hallo,
      ich plane nach Dänemark auszuwandern um dort noch 10 Jahre zu arbeiten und das Leben zu geniessen. Jetzt habe ich von Doppelbesteuerungen gehört, also Deutschland und Dänemark wollen ein Stück vom Kuchen. Hat jemand Erfahrung was das für Rente, ETF und Eigentumswohnung bedeutet? Dann habe ich noch eine Ansparrente, die ich mir auszahlen lassen kann oder in Monatl. Beträgen beziehen kann - in Deutschland steuerfrei, wie sieht das in Dänemark aus :?: :?: :?:
    • Moin,
      seit 35 Jahren lebe ich in der deutsch-dänischen Grenzregion in der Nähe von Flensburg. Ich habe 2 Töchter, die in Flensburg die dänische Schule besucht haben und die beide in DK arbeiten - eine lebt und arbeitet als Deutsche Staatsangehörige mit permanentem Aufenthaltsstatus in einem Städtchen 50 km von Flensburg entfernt, die andere lebt in der Nähe von Flensburg und pendelt täglich in eine Kleinstadt 30 km hinter der Grenze (ihr Mann übrigens auch, deren beide Kinder besuchen die Schule in Dänemark).

      Erfahrung mit deutscher Rente, ETF und Eigentumswohnung kann ich nicht beisteuern, ich kann nur generell sagen, dass - obwohl DK EU-Mitglied ist - es in rechtlicher Hinsicht viele kleine Unterschiede gibt. Generell kann man sagen, dass in DK die Steuerlast höher ist als in Deutschland. Alle Dänen aus der Grenzregion kommen nach Flensburg zum einkaufen, Bier und Punsch trinken und füllen hier die Restaurants, weil alles preislich deutlich attraktiver für sie ist.

      Wenn Sie sagen, Sie wollen "dort noch 10 Jahre arbeiten" heisst das, dass Sie in 10 Jahren in Rente gehen?

      Einen kleinen Überblick über die Stolperfallen gibt dieser Bericht: auswandertips.com/ausgewandert-daenemark/. Gerade was z. B. der Import eines eigenen Kfz angeht sollte man vorbereitet sein.
      Auf jeden Fall braucht man Geld in der Hinterhand wie auch in dem Bericht gut geschildert wird. Interessant ist auch, dass in grossen Städten wie Kopenhagen oder Aarhus andere Bedingungen gelten als wenn man auf dem Land wohnt...

      Trotzdem wünsche ich gutes Gelingen!
    • Nordnordlicht schrieb:

      Alle Dänen aus der Grenzregion kommen nach Flensburg zum einkaufen, Bier und Punsch trinken und füllen hier die Restaurants, weil alles preislich deutlich attraktiver für sie ist.
      Das ist für Süddeutsche ja schon krass günstig im Norden. Was Dänen besonders gerne kaufen ist Alk und Süßwaren, da beides in DK extrem teuer ist.

      Gibt aber eine Sache die in DK deutlich günstiger ist - Immobilien. Häuser bekommt man nachgeschmissen.

      Was man bedenken sollte wenn man in dem Alter nach DK geht zum als Angestellter zu arbeiten: Es gibt sowas wie Sicherheit des Arbeitsplatzes nicht. Es gibt keinerlei Kündigungsschutz, 1/3 der Dänen verliert jedes Jahr ihren Job. ALG1 ist sehr niedrig und Schnorren wird nicht geduldet.
    • Malapascua schrieb:

      Gibt aber eine Sache die in DK deutlich günstiger ist - Immobilien. Häuser bekommt man nachgeschmissen.
      Im Grenzland stehen auf dänischer Seite viele Immobilien zum Verkauf, das ist richtig. Angesichts eines leergefegten (und um etwa 30% überteuerten) Immobilienmarkts in und um Flensburg frage ich mich allerdings, warum da nicht mehr Deutsche Immobilien in DK erwerben, wenn das alles so viel günstiger ist. Da scheint ja irgendwo ein Haken zu sein.

      Dass es keine Arbeitsplatzsicherheit gibt ist sicher für einen Deutschen ein Aspekt, den es zu beachten gilt. Man ist in 14 Tagen seinen Job los, kann aber auch in 14 Tagen einen völlig anderen Job - möglicherweise in einer komplett anderen Branche - haben. Vor einigen Jahren boomte die Baubranche in DK derart, dass in der ganzen Grenzregion keine Handwerker zu bekommen waren, weil die sich alle für gutes Geld im Nachbarland verdingt haben. Nach Ende des Baubooms sind die allermeisten wieder hier und haben in der Baubranche dann in Deutschland weniger gut bezahle Jobs übernommen.

      Was nach meiner Erfahrung nach wie vor gefragt ist sind Gesundheits- und Sozialberufe (Krankenschwestern und -pfleger, medizinisches Fachpersonal, Sozialarbeiter etc.)

      Das wichtigste allerdings ist es, die Sprache schnell zu lernen. Das wird auch von den Betrieben massiv gefördert (und gefordert)...
    • Hallo,
      danke für eure guten Infos und Gedankenanstösse. Ich bin jetzt 57Jahre und deshalb noch 10 Jahre Arbeit. Der Norden tut mir einfach so unglaublich gut. Aber wahrscheinlich ist es wohl klüger es so zu machen wie deine beiden Töchter, wenn man nicht im Geld schwimmt und es wäre nicht so riskant. Echt schade dass dieses Dänemark so teuer ist. Ja und warum diese Immobilien dann so günstig? Schnorren möchte ich eigentlich nicht - aber wenn man so leicht seinen Arbeitsplatz verlieren kann, bleibt einem mitunter nicht viel anderes übrig. Das ist nicht sehr sympathisch. Bischen mehr Sicherheit täte mir schon gut.
    • Moin,
      wenn Du im Gesundheitswesen bzw. Sozialbereich berufstätig bist, ist auch ein Alter von 57 in DK - im Gegensatz zu D, wo man mit 35 vielfach schon "zu alt" ist - absolut kein Problem. Das Arbeiten ist auf jeden Fall deutlich entspannter und geregelter als in D. Ich würde mich da mal informieren, vielleicht ist das eine Hilfe bzw. Anlaufstelle: pendlerinfo.org/pendlerinfo/de/beratung/flensburg.php Dort kann man bestimmt auch auf Deine steuerlichen Fragen eingehen, einen ersten Überblick findest Du hier: pendlerinfo.org/pendlerinfo/de/steuer/a_skat_b_skat.php
      Eine Übersicht zu den Unterschieden beim Immobilienkauf findest Du hier: rechtdaenisch.de/privatpersone…bilienerwerb-in-danemark/
      Ich weiss nicht, wo in D Du lebst, aber vielleicht wäre ja ein Umzug nach Norddeutschland, um von hier aus zu pendeln, eine Alternative :)
    • Hallo,
      das sind ja echt tolle Quellenangaben um mich gut zu informieren. Ganz herzlichen Dank dafür. Im Moment wohne ich am anderen Ende von D in BW und betreue und pflege meine Mutter. In Norddeutschland zu leben und zu pendeln ist sicher eine gute Alternative. Liebes Nordnordlicht, hast du evtl auch einen Geheimtip für diese Situation bzgl wo sichs am besten in Norddeutschland wohnt am besten ländlich-also viel grün und ruhig, gerne mit guter Infrastruktur? ;)
    • Aurio schrieb:

      Hallo TetraH1,
      sobald ich mich umfassend informiert habe, melde ich mich wieder. Ich kann noch nicht sagen, wann ich umziehen werde, da ich pflegender Angehöriger bin. Kann evtl noch dauern - erwarte nicht zu schnell eine Antwort ;)
      Kein Problem. Nehme dir die Zeit für die Vorbereitungen. Überhastet in das kalte Wasser zu springen, kann oftmals etwas zäh sein :)