Geldanlage mit 47 für Altersabsicherung ab 60 Jahren

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    • Geldanlage mit 47 für Altersabsicherung ab 60 Jahren

      Guten Morgen zusammen,

      mich beschäftigt (unter anderem) aktuell das folgende Thema:

      Ich bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe 2 Kinder (12+14). Ich bin als Vertriebsleiter tätig und verfüge über ein gutes Monatseinkommen. Da ich aber diese Tätigkeit nicht bis zur Rente ausüben möchte, habe ich vor kurzem (wieder) begonnen, berufsbegleitend zu studieren. Ob, und wenn ja, in welchem Maße ich dieses Studium nutzen werde, um meine berufliche Situation zu verändern, weiss ich jetzt noch nicht. Es kann aber sein, dass ich mich in 4-5 Jahren freiberuflich betätigen werde....ist aber aktuell noch völlig spekulativ.

      Aus einem Immobilienverkauf werde ich in Kürze ca. 150.000€ nach Tilgung aller Schulden erhalten. Zusätzlich zu dieser Summe werde ich dann auf einem Tagesgeldkonto ca. 25.000€ als Notgroschen vorhalten. Ich wohne ab dem 01.01.2020 (zum ersten mal in meinem Leben) zur Miete und habe dann keine Immobilie mehr. Darüber hinaus werde ich monatlich ca. 300-500€ zum Sparen zur Verfügung haben.

      Mein Ziel ist es, mich mit 60 Jahren aus dem Arbeitsleben zu verabschieden bzw. möchte ich mit 60 Jahren nur noch Arbeiten, wenn ich Spass daran habe. Daher verfolge ich das Ziel, in den nächsten 13 Jahren so viel wie möglich aus meinem aktuellen Kapital zu machen. Dafür benötige ich aber Hilfe, da ich mit Geldanlagen bisher (auch mangels Masse ;) ) nichts zu tun hatte.

      Bei der Geldanlage möchte ich so flexibel wie möglich sein (in ca. 3 Jahren benötige ich höchstwahrscheinlich einmalig so ca. 50.000-60.000€ für ein Wohnmobil, ausserdem weiss ich nicht, in welchem Maße ich meine Kinder in den nächsten Jahren in deren Ausbildung finanziell unterstützen muss) und will natürlich jedes unnötige Risiko vermeiden. Aufgrund meiner wirtschaftlichen Grundkenntnisse traue ich mir aber auch (in sinnvollen Grenzen) ein aktives Handeln mit Wertpapieren zu.

      Aktuell spare ich monatlich 50€ (meine VL) in einen ETF Sparplan (MSCI World) bei Finvesto (ebase) und habe demnächst ein Depot bei comdirekt. Weiterhin zahle ich seit 2004 monatlich 200€ per Gehaltsumwandlung in eine Direktversicherung. Da weiss ich nicht, ob es sinnvoll ist, das so weiter zu führen oder nicht...

      Also liebe Community, könnt ihr mir eine Strategie empfehlen, wie ich meine o.g. Ziele erreichen könnte? Sollten euch noch Informationen über mich fehlen bitte ich um kurze Info.

      Dank und Gruß
      muckefuck
    • Hallo @muckefuck

      Deine Geschichte hat Parallelen zu meiner. Ich bin 37, habe 2 Kinder. Die letzten 10 Jahre habe ich im Einkauf gearbeitet, letztes Jahr habe ich ein Fernstudium in Finance&Accounting begonnen, morgen beginnt mein neuer Job im Controlling beim selben Arbeitgeber. Dieser Weg scheint eine Chance zu sein, sich neu zu orientieren.

      Finanztip steht für passives Investieren à la buy and hold. Du kaufst breit gestreute ETF und hältst sie mindestens 15 Jahre. Der Zeitraum definiert sich darüber, dass es, egal wann man in den MSCI World in den letzten 100 Jahren investiert hätte, keine Verluste gegeben hätte.

      Du sagst, du möchtest "aktiv Wertpapiere handeln". Nach Finanztip wäre "aktiv" hier definiert als Kauf von ETF über Einmalanlage oder Sparplan, nicht spekulatives Kaufen und Verkaufen von Aktien in kurzen Abständen.

      Du hast 13 Jahre bis zum erwünschten Rentenbeginn. Das sind keine 15 Jahre, was dein Risiko ein wenig erhöht. Gleichzeitig wirst du nicht alles an deinem 60. brauchen, das heißt der Großteil wird auch länger als 60 investiert sein und du wirst langsam entsparen.

      Als Vertriebler dürftes du ein Excel Crack sein. Das ist eigentlich das einzige, was ich ich dir empfehlen kann, außerdem die Seite zinsen-berechnen.de

      Baue dir eine Vermögensflussrechnung in Excel, am besten Monatsgenau, mit konservativen Annahmen. Konservativ wäre für mich 5% Rendite durch ETF, 2% Gehaltssteigerung bis Rente, Lebenserwartung 95 und "Geldbedarf in Rente = Geldbedarf zu Arbeitszeit". Aber das sind nur meine Annahmen, damit kann man auch Szenarien aufbauen und spielen.

      Dann hast du eine Spalte Einnahmen aus Arbeitseinkommen bis 60. Eine Spalte Sparrate bis 60. Eine Spalte Vermögensentwicklung bis 60 (Berücksichtigung Wohnmobil etc). Ab 60 trägst du den Geldbedarf und deine prognostizierte Rente ein. Vermutlich ist dein Geldbedarf höher als deine Rente, den deckst du durch Entsparen deines Vermögens. Berechnung Entnahmeplan auf zinsen-berechnen.de. Berücksichtige, ob du deinen Kindern was vererben willst.

      Auf diesem Weg weißt du, wie du dastehst, kannst abschätzen ob deine Sparrate ausreicht und welche Anteile deines Vermögens du heute schon in ETF investiert unter Berücksichtigung von zB Wohnmobil, den das Wohnmobilgeld kann logischerweise nicht in ETF.

      Wenn Fragen sind, einfach fragen.
    • Ich zucke immer zusammen, wenn jemand langfristig Geld anlegen will und nicht 100% in Aktien geht. Dafür kann es immer gute Gründe geben, und die muss man betrachten und bewerten.

      Aber jetzt einfach mal provokativ: Wenn Du 13 Jahre anlegst, gibt es mit einem guten ETF-Depot eine hohe Chance auf eine Verdoppelung des Kapitals. Natürlich gibt es keine Garantie, dass nach 3 Jahren, wenn der Wohnwagen gekauft werden will, das Depot im Plus ist. Aber deswegen das Geld ohne nennenswerte Rendite verstauben zu lassen? Was ist Dir wichtiger: Sicher ein kleines Vermögen oder wahrscheinlich ein größeres Vermögen?

      Bei der Direktversicherung musst Du nachrechnen, welche Rendite am Ende herauskommt. Die Steuern in der Anspar- und Auszahlphase spielen mit rein, und auch die Auswirkung auf die Rentenbeiträge (Einkünfte oberhalb Beitragsbemessungsgrenze?). Hast Du eine Prognose der Ablaufleistung erhalten? Auch hier: Bei 13 Jahren Restdauer übertrifft ein ungefördertes ETF-Depot die geförderte Direktversicherung oft unterm Strich. Je nach persönlicher Situation kann es aber auch anders aussehen, und als Stabilitätsanker in der persönlichen Vermögensstruktur kann es auch sinnvoll sein.
    • Guten Morgen zusammen,

      da ich schon seit einigen Jahren deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze der GKV und RV verdiene und zusätzlich mein Vertrag aus 2004 ist (wonach ich nicht nur auf die spätere Rente, sondern auch auf die heutigen Beiträge meine Sozialabgaben zahle), werde ich die bAV heute beitragsfrei stellen lassen. Die 200€ pro Monat werden dann zukünftig in einen ETF-Sparplan fliessen. Das bereits angesparte Geld (so um die 40.000€) verfallen ja nicht und kommen dann in 2038 zur Auszahlung.

      Bzgl. der 50.000€ für das Wohnmobil haben meine Frau und ich uns gestern auch so unsere Gedanken gemacht. 3 Jahre 50.000€ im ETF bei durchschnittlich 7% Rendite im Jahr bedeuten 11.000€ Zinsen (vor Steuern), auf die wir dann verzichten würden, sollten wir das Geld z.B. 3 Jahre im Festgeld parken...will ja keiner wirklich.

      Grundsätzlich bin ich soweit zu sagen, dass unser Geld sowie die monatlichen Sparraten (500-700€) in einen (oder mehrere) ETFs fliessen werden. Welche das sein sollen, muss ich (mit eurer Unterstützung ?) noch klären.

      Was ich bisher noch gar nicht berücksichtigt habe sind die Summen, die zusätzlich zum Regelgehalt anfallen (13. Gehalt und Tantieme). Ich könnte mir vorstellen, davon sukzessive Aktien zu kaufen, die eine ansprechende Dividende versprechen. Aber das ist ein Thema, was on Top kommt und hier keine weitere Rolle spielen soll.

      Soweit erstmal
      Grüße
      muckefuck
    • Hallo @muckefuck
      wilkommen auch von mir. Leider muß ich Euch etwas Wasser in den Wein für Euren Wohnmobil gießen. Die Rendite für Eure 50 000 € ist leider nicht sicher. Bei der Anlage in Aktienfonds, und das sind ETFs auch, kann es durchaus sein, Ihr könnt Euer Wohnmobil erst ein paar Jahre später kaufen.
      Etwas eigene Finanzbildung könnt Ihr oben links bei "Konto & Anlegen" erlernen.
      Gruß

      Altsachse
    • Klingt gut! Bzgl. der ETF-Auswahl würde ich grundsätzlich den MSCI World mit einzelnen ETF nachbilden, dabei den Europa-Anteil erhöhen und China beimischen.

      In den letzten 30 Jahren haben zwei Indizes deutlich besser abgeschnitten als der breite Markt: Der Nasdaq 100 (weshalb ich diesen gerne übergewichte innerhalb des US-Anteils), und der MDAX (weshalb ich diesen gern übergewichte innerhalb des Europa-Anteils). Je nach Risikobereitschaft kann man diese Wette eingehen. Man sollte sich dabei aber bewusst sein, dass man damit vom passiven Investmentansatz abweicht. "Die vergangenen Renditen sind keine Garantie für die zukünftige Entwicklung."

      Evlt. einen Goldanteil mit dazu, wenn Du daran glaubst, dass das Depot dadurch bei einem evtl. Crash weniger verliert (klappte in der Vergangenheit manchmal, aber auch nicht immer). Wenn Du mit der vollen Volatilität des Aktienmarkts leben kannst und langfristig drin bleibst, sollte Gold eher rausbleiben, weil es historisch weniger Rendite als Aktien brachte.

      Je weiter Du vom Weltindex abweichst, desto intensiver musst Du das Depot beobachten.

      Anleihen gefallen mir persönlich nicht: Kurzläufer bringen keine Rendite, und Langläufer werden deutlich einbrechen, falls das Zinsniveau doch mal wieder steigen sollte.

      Da die Märkte schon recht gut gelaufen sind in den letzten Monaten, ist die Frage des Markttimings noch interessant. Grundsätzlich gelingt ein perfektes Timing meist nicht. Aber um das Risiko eines unglücklichen Timings (und damit auch die Chance eines glücklichen Timings) zu reduzieren, könntest Du das Geld schrittweise investieren. Z.B. mit einem Sparplan in Kombination mit zusätzlichen Limitkäufen.