Geldanlage mit ETFs- Aufteilung ETFs u. Tagesgeld

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    • Geldanlage mit ETFs- Aufteilung ETFs u. Tagesgeld

      Guten Tag,
      ich beschäftige mich seit Kurzem mit dem Thema Geldanlage für die Altersvorsorge sowie für unsere zwei Kinder und würde gerne einmal ein paar Meinungen zu meinen Vorstellungen hören bzw. ob das so Sinn macht, was ich mir denke.

      Kurz zu unserer Situation:
      Ich bin verheiratet, 35 Jahre alt und fest angestellt. Mein Mann und ich haben zwei Kinder (3 und knapp 1 Jahr alt.) Ich bin Alleinverdienerin mit einem Jahresbrutto von ca. 60.000,- Euro. Wir verfügen über eine Eigentumswohnung, die Schulden sind bereits komplett getilgt. Unser Gespartes beläuft sich auf rund 230.000 Euro, die nun investiert werden sollen. Voraussichtlich wird sich mein Jahreseinkommen in ca. drei Jahren erhöhen, da ich beruflich ins Ausland entsendet werde. Dann werde ich für die nächsten fünf bis zehn Jahre über ein Jahresbrutto von ca. 115.000,- Euro verfügen. Soweit zu unserer Situation, so wie sie sich derzeit gestaltet bzw. absehbar ist.

      Wie gesagt, nun möchten wir unser Gespartes gerne für unsere eigene Altersvorsorge sowie für unsere Kinder anlegen. Hierbei möchten wir vor allem in ETFs investieren.
      Das Thema Aktien / ETFs ist komplettes Neuland für mich, daher wäre ich für ehrliche Meinungen / Ratschläge sehr dankbar.

      Zunächst einmal die Frage, wie wir die 230.000,- Euro prozentual zwischen ETFs und Tagesgeld aufteilen sollten? Würdet ihr das Risiko eingehen und einen hohen Betrag von ca. 150.000,- Euro oder mehr in ETFs investieren? Wieviele ETFs soll man damit kaufen? Wie sieht es mit der Steuer auf die Renditen bei einem so hohen Betrag aus? Würde die Rendite nicht durch die zu entrichtende Steuer aufgefressen?

      Für unsere Kinder möchten wir in jeweils zwei ETF Sparpläne investieren. Monatlich soll hier das Kindergeld investiert werden. Oder wäre dies eurer Meinung nach ein zu hoher Betrag, wenn man auf die Steuer schaut? Kann man Sparpläne abschließen, bei denen man anfangs einen höheren Betrag investiert?

      Soweit erst einmal. Ich danke euch schon jetzt für eure Antworten und Hilfe!

      Mit besten Grüßen,

      Pumi5
    • Hallo @Pumi5, willkommen in der Community.

      Pumi5 schrieb:

      Für unsere Kinder möchten wir in jeweils zwei ETF Sparpläne investieren. Monatlich soll hier das Kindergeld investiert werden. Oder wäre dies eurer Meinung nach ein zu hoher Betrag, wenn man auf die Steuer schaut?
      Für die Kinder kann man sich eine NIchtveranlagungs(NV)-Bescheinigung beim Finanzamt holen, dann sind Erträge von derzeit 9.136 € p.a. steuerfrei. Hinweis: die kostenlose Mitversicherung in der GKV endet schon früher. s. finanztip.de/gkv/verdienstgrenzen-familienversicherung/

      Pumi5 schrieb:

      Kann man Sparpläne abschließen, bei denen man anfangs einen höheren Betrag investiert?
      Ja. Entweder über höhere Monatsbeiträge über 1-x Monate oder als Einmaleinzahlung. Ersteres je nach Bank ohne Transaktionskosten, letzteres normalerweise mit.

      Pumi5 schrieb:

      Zunächst einmal die Frage, wie wir die 230.000,- Euro prozentual zwischen ETFs und Tagesgeld aufteilen sollten? Würdet ihr das Risiko eingehen und einen hohen Betrag von ca. 150.000,- Euro oder mehr in ETFs investieren?
      Das kann man nicht raten, das muss jeder selbst entscheiden. Bitte mal hier lesen speziell zum Thema Risiko, finanztip.de/geldanlage/

      Pumi5 schrieb:

      Wieviele ETFs soll man damit kaufen?
      Übliche Aussage hier ist, dass einer reicht. Die Liste der empfohlenen hier finanztip.de/indexfonds-etf/

      Pumi5 schrieb:

      Wie sieht es mit der Steuer auf die Renditen bei einem so hohen Betrag aus? Würde die Rendite nicht durch die zu entrichtende Steuer aufgefressen?
      Da für Kapitalanlagen der Abgeltungssteuersatz von 25% gilt bleiben 75% übrig, entgegen anderslautender Parolen frisst die Steuer nicht alles auf.

      Bei hohen Beträgen wäre ein Thesaurierer angezeigt. Die Vorabpauschale beträgt für 2019 0.36 %. Wenn man einen Aktienfonds mit Teilfreistellung von 30% annimmt liegt man bei 150 T€ damit noch unter dem Pauschbetrag und zahlt damit erst bei Verkauf (z.B. im Alter) Steuern.
    • Neben ETF und Tagesgeld würde ich auch noch an Festgeld denken. Nachdem aktuell nichts weltbewegendes ansteht, würde ich sogar mehr Fest- als Tagesgeld anlegen. Mein Festgeld habe ich derzeit bei Credit Agrecole. Dort gibt es für 2 Jahre 1,21%. Nicht üppig aber sicher. F steht ja im Vergleich gut da und Einlagensicherung bis 100.000€. Einen Haken gibt es allerdings. Man kann nicht mit Freistellungsaufträgen arbeiten und es wird keine Quellensteuer abgezogen. Dadurch muss man seine Einkünfte aus Kapitalvermögen komplett händisch bei der Steuer angeben. Ist aber mit heutiger Software machbar. Tagesgeld habe ich über Weltsparen bei BraBank in N für 0,5% ebenfalls ohne Freistellungsaufträge. N halte ich für sehr sicher. Allgemein wir ein Anteil an 30% TG 30%FG und 40% ETF empfohlen. Aktuell habe ich das auch so. Demnächst erwarte ich noch 60000 aus einem Nachlass. Da weiß ich aber auch nicht, was ich dann damit mache.
      Habe das auch jetzt erst alles frisch so geregelt und mich intensiv damit beschäftigt.
      Einen Sparplan habe ich jetzt doch bei Trade Republic mit iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) ISIN IE00B4L5Y983 WKN A0RPWH gemacht. Der ETF wurde überall empfohlen und ein Sparplan damit ist bei Trade Republic kostenlos. Die Abwicklung über eine Handyapp wirkt zwar schon sehr strümpfig und gefällt mir gar nicht aber der Zweck heiligt die Mittel. Wenn dadurch die Kosten niedrig gehalten werden, meinetwegen.
      Für die noch anstehenden 60000 bin ich aber auch für weitere Tipps sehr dankbar.
    • Wenn Ihr monatlich das Kindergeld in je einen ETF-Sparplan investiert, können bis zum 18. Geburtstag je 50-100 Tsd. EUR zusammenkommen. Mit diesem eigenen Vermögen werden die Kinder kein Bafög mehr bekommen. Ab einem Eltern-Einkommen von ca. 60 Tsd. EUR bekämen sie das eh nicht (nach heutigem Recht). Beim Befög gibt es leider keine genauen Grenzen, sondern viele Einflussfaktoren:
      finanztip.de/bafoeg/

      Die Steuer frisst davon wenig auf, weil Ihr wegen der Nichtveranlagungsbescheinigung ggf. immer wieder steuerfrei verkaufen und neu kaufen könnt, wenn die Erträge knapp unter der erlaubten Einkommensgrenze angesammelt wurden.

      Bei diesem langen Anlagezeitraum sehe ich persönlich keinen Sinn in einem Tagesgeld- oder Festgeld-Anteil. Wenn die Aktienquote im Depot unter 100% sinkt, reduziert das zwar die möglichen Schwankungen nach unten, aber ebenso die langfristige Rendite nach oben. Tagesgeld würde ich nur vorhalten, wenn eine bestimmte Summe in absehbarer Zeit fest benötigt wird.