zwei-mal Kombivertrag: Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rente

  • Hallo zusammen.


    Seit knapp einem Jahr verfolge ich den Blog, die Community und die Ratgeber inkl. Videos von finanztip.de. Ich finde es super, dass es eine solche Anlaufstelle für alle möglichen Finanzangelegenheiten gibt und auch kostenfrei zur Verfügung steht. Vielen Dank dafür !



    Nun zu meinem Anliegen:


    - Jahrgang 1990, 29Jahre alt
    - Abitur mit Ausbildung 2007-2011
    - Studium BA(dual) & MA 2011-2019
    - unbefristet angestellt seit 7/2018



    Im Januar 2019 habe ich mich mit meinem "Standard"-Versicherer (Allianz) zusammen gesetzt und zum Berufseinstieg nach meinem Studium eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Dabei habe ich einen Kombivertrag, sprich BU mit Altersvorsorge, abgeschlossen.
    Über die Vor- und Nachteile weiß ich nun nach einigen Ratgebern Bescheid und einzig die Punkte der abhängigen Dynamikerhöhung sowie der Passivdynamik lassen mich immer hin und herschwanken. Na gut, abgeschlossen ist es nun und daran kann ich erstmal nichts ändern.


    Während meines letzten Urlaubs habe ich mich auch in all meine anderen Verträge eingearbeitet (bisher hat tatsächlich meine Mutter weitestgehend alles für mich geregelt bzw. bis vor kurzem wir gemeinsam :whistling: ), ist mir aufgefallen, dass ich bereits einen solchen Kombivertrag von 2008 besitze. Dies war zuerst für eine Erwerbsunfähigkeit und wurde im Wechsel 2017/2018 in eine BU umgeschrieben. Nennt sich StartPolice laut Unterlagen.



    Mir stellt sich jetzt die Frage, warum ich zwei solcher Kombiverträge brauche ?
    Ich habe bereits meinem Versicherer kontaktiert und einen Termin für nächste Woche vereinbart, um das zu besprechen.
    Am Telefon wurde mir gesagt, dass der alte Vertrag nicht mein jetziges Nettoeinkommen zu 60-70% im Fall der Fälle "abdeckt". Außerdem soll wohl der alter Vertrag nicht aufstockbar sein (was ja sowieso meist Kosten bedeutet und allgemein nicht empfohlen wird) und es 2015 einige grundlegende Änderungen gab (genaueres weiß ich dazu nicht - ich werde nachhören).


    Ich persönlich bin hin- und hergerissen, ob ich da in einer guten/schlechten/passablen Situation stecke und was/wie ich etwas ändern könnte/sollte ?



    Was sind eure Meinungen und Ratschläge ?
    Falls ihr mehr Eckdaten braucht, lasst es mich wissen.


    Gruß
    Dennis

  • Ich würde sagen, ein solches Kombiprodukt ist generell eine schlechte Idee, weil damit eine Risikoabsicherung (der Berufsunfähigkeit) und eine Altervorsorge in einem identischen Vertrag laufen.
    Das war eine der ersten Erkentnisse, die ich mir beim Informieren zum/ nach dem Berufseinstieg erlesen habe.


    Denn die Altersvorsorge möchte man evtl. auch mal kündigen oder aussetzen können.
    Mit der BU-Versicherung sollte man das normalerweise nicht machen.
    Auch eine mögliche Dynamikanpassung möchte man evtl. beim einen unabhängig vom anderen ziehen oder verfallen lassen (können).
    Demnach sollten es also separate Produkte sein, in meinen Augen.



    Außerdem möchte ich doch bei jedem Produkt das für mich am besten passende.
    Natürlich kann es sein, dass beide "besten" Produkte vom selben Anbieter kommen, wäre aber eher unwahrscheinlich, denke ich.



    Und nicht zuletzt: Eine so spezielle Versicherung wie eine BUV einfach beim eigenen "Standard"-Versicherer abzuschließen, ist auch nicht unbedingt eine gute Idee. Zugegeben, ich hab das damals auch einfach so gemacht, aber heute weiß ich mehr :-)
    Wobei dein Versicherer selbstverständlich nicht schlecht sein muss. Wenn du dich gut informiert hast, und sein Angebot für dich gepasst hat, dann ist alles okay :)

  • Hallo DeSa,


    könntest Du bitte noch Angaben zu den Kombiverträgen machen. Handelt es sich um Basisrentenverträge mit BUZ, private Rentenversicherungen mit BUZ oder Versicherungsanlageprodukte mit BUZ?


    Das Produkt "BU-Start-Police" der Allianz ist ja eine SBU (selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung).


    Dann würde ich heute oder morgen dazu etwas schreiben.



    Mit besten Grüßen

  • Hallo Herr Gamper,


    die alte/kleine BUZ ist von 2008 mit einer Absicherung von 300€ (+5% jährliche Dynamik) und war anfangs eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung und wurde dann 2015 in eine BU umgewandelt. Die Anfrage bzw. das Angebot dazu kam von der Allianz und das wurde dann auch so wahrgenommen. Der Teil der Altersvorsorge in dieser besteht in Schicht 1.


    Die neue/große BUZ ist von 2018 mit einer Absicherung von 2000€ (+5% jährliche Dynamik). Der Teil der Altersvorsorge besteht in Schicht 3. Also noch nicht mal steuerliche Vorteile, die ich daraus ziehen könnte.


    Das habe ich bisher raus gefunden. Ich gebe auch zu, mich vor Abschluss der 2018er BUZ nicht informiert zu haben und habe blind dem Versicherungsvertreter getraut - meine Eltern leider auch, die waren dabei. 2008 habe ich sogar einfach nur unterschrieben.... :S



    Ebenso habe ich mich in der Zwischenzeit dazu entschieden eine neue SBU abzuschließen (zum Glück bin ich kerngesund und bin "nur" älter geworden) und die Altersvorsorge anderweitig abzuschließen & auszubauen.


    Gruß
    Saur

  • Hallo DeSa,



    danke für die Informationen.



    Zu Thematik von Kombiverträgen (Basisrentenversicherung + BUZ + Todesfallabsicherung bzw. Sicht 1-Kombivertrag) habe ich heute einen Beitrag geschrieben. Den findest Du hier: Kündigung: Rürup mit BU als Kombiversicherung - Vorsorge - Finanztip Community



    Zur Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung „BUZ“ wiederhole ich mich:


    Was die BUZ wirklich wert ist (gemeint ist hier der Leistungsumfang im Marktvergleich und die Zugangskriterien für den Versicherungsnehmer im Versicherungsfall) wäre zu prüfen und zu analysieren. Erst dann kann man sagen, ob es zu empfehlen ist, die BUZ aus dem Vertrag herauszulösen oder weiter laufen zu lassen (was häufiger vertraglich möglich ist, Stichwort: Teilkündigung Baustein BUZ).



    Zur Ermittlung der BU-Rente:


    Ich lese und höre das immer wieder: Die BU-Rente sollen 60 bis 75% des letzten Nettoeinkommens betragen. Wer sagt das? Na ja, meistens Makler und Vertreter und die dahinterstehenden Versicherungen. Ein grober Richtwert, nicht mehr und nicht weniger. Das macht es beim Verkauf von BU-Policen natürlich einfach. Leider ist das Leben nicht so einfach. Die Ermittlung der passenden BU-Rente sollte schon einiges mehr umfassen. Z.B.: Höhe der Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente (risikomäßig angepasst), Schätzung wie sich die Einkünfte durch die Berufsunfähigkeit voraussichtlich verringern werden, Anpassungskosten bei Berufsunfähigkeit, mögliche Einsparungen bei Berufsunfähigkeit, Steigen Löhne und Gehälter tatsächlich um 5%, Geldentwertung i.S. von Inflation usw. Ferner sollte vorab gemeinsam mit dem Kunden entschieden werden, was er überhaupt will: eine Grundabsicherung oder eine einkommensersetzende Absicherung? Macht es also Sinn auf diesen groben Richtwert hin, Policen abzuschließen? Nein.



    Grundsätzlich macht es jedoch viel Sinn, die verschiedenen Ziele (Todesfallabsicherung, Arbeitskraftabsicherung und Sparvorgang) voneinander zu trennen. Das Forum ist voll von guten Beiträgen und Argumenten zu dieser Thematik und auch Finanztip selber vertritt diese Auffassung. Meine Gründe sind: Neben den Kosten (Kombiverträge sind in aller Regel teurer), sind „getrennte Verträge“ transparenter und meistens einfacher anzupassen.



    Viel Erfolg!



    Mit besten Grüßen



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  • Wenn BEIDES bei der Allianz besteht, dann war das ja auch alles bekannt und dem Versicherer und seinem Vertreter bewusst.


    Wie man eine Berufsunfähigkeit versichert ist einzig und alleine eine frage, die man mit qualifizierten Vermittlern klären sollte!


    Ansonsten verstehe ich die Frage nicht: Wie soll irgendwer auf der Basis der bislang bekannten Fakten irgendetwas sagen können?


    Suchen sie sich einen Versicherungsmakler und beauftragen sie diesen mit dem Job - gut ist es, denn entweder macht er es richtig oder er haftet!


    Wenn mich etwas irritiert - Sie haben studiert?