Haftpflicht vs. Vollkasko

  • Hallo,




    Es fehlt mir sehr schwer mich zwischen der Vollkasko nur einer Haftpflicht zu entscheiden. Überall ist die Faustregel zu lesen, dass es sich die VK für „alte“ Autos nicht lohnt.


    Ein Beispiel: Ein „altes“ Auto (~10 Jahre), welches noch ein Wert von ~3000€ hat (nach Schwacke). Eine HP wäre ~200€ und die VK: ~360€ (+160€), jeweils mit Rabattschutz.


    Angenommen ich würde einen (Total) Schaden verursachen, würde ich für gerade mal 160€ mehr 3000€ wiederbekommen. Ganz grob würde sich daher eine VK lohnen, wenn ich in den nächsten 18,7 Jahren ein Unfall verursachen würde (angenommen, der Wert des Autos und SF sowie Beiträge bleiben gleich).



    Ist die Logik richtig, habe ich etwas übersehen?




    Eine andere Frage (aber die Logik ist dieselbe) „lohnt“ sich doch ein Rabattschutz eigentlich immer? Da dies für das Beispiel oben bei der VK ~70€ beträgt, bei einem Schaden würde man es selber bezahlen bis ~1200€ (nach test Rechner). Also wieder, wenn ich den Rabattschutz nur einmal in 17 Jahren nutze, würde es sich „lohnen“?


    Herzlichen Dank.

  • Deine Rechnung ist insofern stark vereinfacht, dass du mit gleichbeibenden VK-Beiträgen rechnest.
    Aber jedes Jahr, wo du keinen VK-Schaden hast, sinkt deine SF-Klasse in der VK und damit sinken die Beiträge.


    Und ich würde auch nicht die Beiträge und den (Rest-)Wert des Autos miteinander in eine Rechnung bringen.
    Sondern mir folgende Fragen stellen:
    Ist das Auto finanziert worden?
    Bist du auf das Auto angewiesen (z.B. für Weg zur Arbeit)?
    Bist du mit deinen Ersparnissen und monatlichen Einnahmen nicht in der Lage, einfach und zügig Ersatz im Totalschadenfall zu besorgen?


    Je mehr "Ja", desto eher macht eine VK Sinn.


    Wobei es natürlich immer auf die SF-Klasse (in der VK) ankommt. Denn wenn du in der VK schon eine hohe SF-Klasse hast, dann ist die VK sehr günstig und man kann sie auch eher nehmen, selbst wenn man sie eigentlich nicht braucht.



    Und ein Rabattschutz "lohnt" sich nur dann, wenn du auch einen Schaden verursachst, den du nicht selbst regulieren kannst/willst, und du auch beim selben Versicherer bleibst.

  • Deine Rechnung ist insofern stark vereinfacht, dass du mit gleichbeibenden VK-Beiträgen rechnest.
    Aber jedes Jahr, wo du keinen VK-Schaden hast, sinkt deine SF-Klasse in der VK und damit sinken die Beiträge.

    Bei uns sieht das in der Realität leider anders aus.
    Trotz jedes Jahr besserer SF-Klasse steigen eher die Preise.
    Mal schwankt die Typklasse, mal die Regionalklasse, mal gab's einfach mehr Schäden die nun auf die Prämien umgelegt werden.
    Aber ja: Bei dem Restwert macht VK vermutlich nur wenig Sinn.

  • vielen Dank für eure Antworten.




    Grundsätzlich geht es mir genau darum, zu erfassen (am liebsten zu berechnen) wann die VK Sinn macht. Da dies ziemlich komplex ist und von einigen Faktoren und Wahrscheinlichkeiten abhängt, wird vermutlich versucht mit Allgemeinplätzen wie "Bei dem Restwert macht VK vermutlich nur wenig Sinn" oder "kann man sich ein Totalschaden leisten" sich zu helfen. Zeigt aber, dass scheinbar niemand wirklich versteht wo das finanzielle Optimum liegt unter Berücksichtigung von Eintrittswahrscheinlichkeiten. Denn sind wir mal ehrlich, auch wenn man nicht darauf angewiesen ist oder der Restwert sehr gering ist, wäre es dennoch möglich das eine VK finanziell Sinn macht.




    Deine Rechnung ist insofern stark vereinfacht, dass du mit gleichbeibenden VK-Beiträgen rechnest.
    Aber jedes Jahr, wo du keinen VK-Schaden hast, sinkt deine SF-Klasse in der VK und damit sinken die Beiträge.




    Es stimmt zwar das ich vereinfache, würde aber behaupten, dass dies nicht wirklich relevant ist, da ich mit der Differenz von HP und VK gerechnet habe (beides wird mit steigender SF günstiger) und auch der Wert des Autos sinkt über die Jahre.


    Aber nochmal dies ist eigentlich nicht relevant, weil man sich in jedem Jahr wieder umentscheiden kann. Daher für das Beispiel oben in diesem Jahr; wenn man daran glaubt das die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Totalunfalls größer 5% ist, dann würde man eine VK einer HP bevorzugen (da man mit 160€ die 3000€ absichert), oder?

  • Und deswegen werden ja auch Brillen und Handy versichert!!


    Sollen die doch für 160 Euro mehr die 3.000 Euro absichern ...... das ist ja eigentlich keine Frage, die man ernsthaft diskutieren sollte.


    Mir fehlt auch die Frage Haftpflicht mit gesetzlichen Summen oder oder oder, jeweils mit oder ohne Teilkasko und mit oder ohne Vollkasko und das ist allen TARIFVARIATIONEN über den Markt analysiert.


    Wenn die Menschen keine Hobbies haben, dann macht man sich über so etwas einen Kopf.


    So etwas entscheidet man und diskutiert es nicht!!

  • So etwas entscheidet man und diskutiert es nicht!!

    Vielen Dank, wenn die Entscheidung so einfach wäre, würden wir es nicht diskutieren, oder? Und um zu entscheiden muß man wissen was besser ist. Ich sehe es auch so, das Handys oder ähnliches je nach Angebot Sinn machen kann es zu versichern.



    Sollen die doch für 160 Euro mehr die 3.000 Euro absichern ...... das ist ja eigentlich keine Frage, die man ernsthaft diskutieren sollte.

    Wieso nicht? Scheinbar sagen alle Ratgeber und auch einige in diesem Forum, wenn das Auto alt ist reicht eine TK...dem würde aber diese einfache Rechnung wiedersprechen.

  • Ich glaube, es ist nicht sehr sinnvoll über eine Art Break-even-Point der Vollkaskoversicherung nachzudenken. Wenn es einfach wäre, diesen rechnerisch zu ermitteln, und jeder würde danach entscheiden, wären Versicherungen vermutlich gar nicht überlebensfähig. Da kann man beim Grundgedanken von Versicherungen bleiben: Wagnisse zu versichern, deren Eintritt extrem unangenehm werden oder einen finanziell überfordern.


    Die einzige "Versicherung", auf die so etwas zutreffen könnte, wäre die ERGO Zahnzusatzversicherung mit Sofortleistung, da diese auch abschließbar ist, wenn der Schaden schon eingetreten ist. Da kann man dann natürlich ausrechnen, ob die Beiträge über die MVLZ die Erstattung der ERGO übersteigen und sich daraus dann ein finanzieller Vorteil ergibt.


    Zum Rabattschutz: In einem solchen Fall wärst du mit deiner SF-Klasse praktisch "ein Leben lang" an den Versicherer gebunden, da dieser bei Versicherungswechsel immer den tatsächlichen Versicherungsverlauf inkl. angefallener Schäden übermittelt und du somit bei anderen Versicherungen so gestellt wirst, als hättest du nie einen Rabattschutz gehabt.


    Der Knackpunkt dabei: Wie wir bei Finanztip wissen gibt es nicht die eine Kfz-Versicherung, die für alle oder die meisten Autos am Günstigsten ist. Je nach Auto, SF-Klasse, Jahreszeit, Sack Reis der in China umfällt, ist mal die eine Versicherung günstiger und mal die andere. Ob da dann noch ein finanzieller Vorteil bleibt? Es gibt einen Grund, warum Versicherungen gerne einen Rabattschutz verkaufen und der ist sicher nicht, damit man jedes Jahr einen Unfall frei hat. Wenn einem die Versicherung nicht ohnehin schon nach den ersten zwei oder drei Schäden kündigt und dann ist der Rabattschutz auch wieder hinfällig.