MSCI World vs. ACWI

  • Ein-ETF-Strategie, welchen Index wählen? (In Kombination mit Tages- und Festgeld) 11

    1. MSCI World (6) 55%
    2. MSCI ACWI (5) 45%

    Guten Abend miteinander,


    ja, die Überschrift sagt es schon. Wieder ein leidiger Beitrag zum Thema Diversifizierung.


    Ich bin dank Finanztip vor ein paar Monaten auf ETFs gestoßen und habe erst sehr zögerlich mit kleinen Summen, dann mit schrittweisen Steigerungen, einen Sparplan auf den iShares Core MSCI World UCITS Acc angefangen.


    Inzwischen bespare ich 400€ monatlich und möchte das perspektivisch weiter steigern, im Verhältnis 1:1:1 Tagesgeld/Festgeld/ETF, wie Finanztip es empfiehlt. Ziel ist langfristiger Vermögensaufbau über mindestens 15 Jahre.


    In der Zwischenzeit bin ich dann aber auf den ACWI gestoßen und überlege, auf ihn umzusatteln, in erster Linie wegen der noch breiteren Streuung. (laut Finanztip eher eine weiche "Kann"-Empfehlung, wie ich es verstanden habe. Der Finanzwesir beispielsweise propagiert den ACWI anscheinend deutlich stärker).


    Die Indizes an sich (World und ACWI) unterscheiden sich in der Rendite ja nur um ca. 0,3% laut Finanztip (im kurzen Zeitraum von 14-18).


    Vergleiche ich nun aber die Rendite des iShares World-ETFs mit der ACWI-Version von iShares (IE00B6R52259), sind die Unterschiede in der Betrachtung seit 2011 (justetf.com) schon größer (185% World vs 170% ACWI). Auch der SPDR ACWI hat einen ähnlichen Abstand.


    Ich bin mir nun doch sehr unsicher, ob ich mit dem ACWI nicht vielleicht doch auf Rendite verzichte, vor allem wenn der Depotwert über die Jahre steigt. (Wohl wissend, dass die Performance der Vergangenheit nicht die Performance der Zukunft ist.)


    Andererseits wäre mehr Streuung ja grundsätzlich wünschenswert.


    Sollten wiederum Unternehmen aus den jetzigen Schwellenländern sehr gut performen und wachsen, würden sie ja ihrerseits auch in den MSCI World aufrücken.


    Die beliebte Aufteilung 70% World/30%EM möchte ich nicht verfolgen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: macht es Sinn, für eine breitere Streuung auf den ACWI solo zu setzen? Macht es Sinn, auch wegen des hohen Anteils an niedrigverzinsten Anlagen, hier mehr auf Rendite zu fokussieren (= eher World)? Habt ihr Tipps für mich? Denkanstöße?


    Vielen Dank bis hierher fürs Lesen,


    ich wünsche euch ein schönes Wochenende, schöne besinnliche Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!



    LG, euer yfox

  • Andererseits wäre mehr Streuung ja grundsätzlich wünschenswert.


    Sollten wiederum Unternehmen aus den jetzigen Schwellenländern sehr gut performen und wachsen, würden sie ja ihrerseits auch in den MSCI World aufrücken.


    Die beliebte Aufteilung 70% World/30%EM möchte ich nicht verfolgen.


    Hallo yfox,


    ein paar Anmerkungen meinerseits:


    • 1600 Unternehmen sind prinzipiell breit gestreut -- eine weitere Diversifikation kann über Small-Caps oder eben wie hier diskutiert über die EM erfolgen. Allerdings ist der MSCI WORLD mit rd 63% halt sehr USA-lastig.
    • Und ja, Emerging Markets mit aufzunehmen macht mE sehr wohl Sinn. Dies kann über den ACWI (grob ca. 10% EM) oder eben über ein gewähltes Verhaltnis von WORLD + EM erfolgen (muss ja nicht 70:30 sein).
    • Nach der MSCI (und auch der FTSE) Philosophie werden nicht einzelne Unternehmen in den WORLD "upgegradet" sondern gesamte Volkswirtschaften. Im EM sind ua folgende Länder beinhaltet: Südkorea, die BRIC Staaten, einige osteuropäische Länder, die meisten Länder aus Lateinamerika, usw

    Die Frage muss man selber beantworten, ob man den EM-Ländern für die nächsten 15 - 20 Jahren ein mindestens gleich hohes Wachstum und Aktienpotential zumisst als den Developed Countries des MSCI World oder ob man eben auf diese Länder verzichten will.


    Auf alle Fälle viel Erfolg!

  • Hallo alle zusammen,


    ich schreibe hier das erste Mal , wollte keinen neue Thread zum Thema Diversifikation aufmachen und freue mich nun auf Eure Anregungen.


    Ich bespare seit 2018 monatlich einen MSCI Core World ETF, inzwischen mit 500 EUR. Gute Sache, entwickelte sich 2019 prima.
    Meinen Kommer (und auch seine Kritiker) habe ich gelesen und dachte nun, zusätzlich einen Emerging Markets ETF zu besparen, z.B. den iShares Core MSCI Emerging Markets IMI UCITS ETF (Acc). (Den Core World habe ich ja nunmal, ich hätte anfangs vielleicht gleich in einen ACWI investieren sollen aber na ja, ein Anfängerfehler.)


    Allerdings haben sich die EM ETFs bspw. 2019 nicht so gut entwickelt wie bei Vergleich Core World ETF. Bei dem MSCI EM ist die TER zwar etwas niedriger als beim Core, aber die Performance und Wertentwicklung unterliegt offenbar deutlich höheren Schwankungen. Die Tracking Difference ist bei EM niedriger (0,09 % zu 0,12 %) aber mit diesem Vergleichswert habe ich noch nicht wirklich gearbeitet…


    Nun meine Frage: welche Gründe sprechen dafür, trotzdem auch in einem EM ETF zu investieren? Ist das eine sinnvolle Streuung? Der Finanzwesir sagt ja: World egal ob Core oder mit EM ist ausreichend Diversifikation bzw. Marktkapitalisierung.
    Vgl. https://www.finanzwesir.com/bl…-sparplan-diversifikation
    Also lieber nur den Core World bespannen und das Geld da rein stecken? Bin gespannt auf Eure Ideen dazu.


    PS: Der Vollständigkeit halber: ich bespare noch einen DivDax ETF mit 100 EUR (0,25 % TER). Das war mein erster ETF. Ich würde den ggf. nicht mehr bespannen bzw. zu gegebener Zeit zugunsten des World oder des EM umschichten, damit ich nicht mit noch relativ kleinen Gesamtdepot (ca. 10.000 EUR) 3 ETFs bespare. Auf der anderen Seite: ich betone damit vorerst den Wirtschaftsstandort Deutschland. Gibt Schlimmeres, oder?

  • Hallo @Philharmoniker, willkommen hier im Forum! Der MSCI Emerging Markets lief bis 2007 sehr gut, brach 2008 ein wie alle anderen und erholt sich bis 2010 wieder gut. Danach dümpelte er aber eher vor sich hin. Wenn man sich die alte Performance bis 2010 für die Zukunft wieder erhofft, kann man ihn also beimischen.


    Man kann sich sein Weltportfolio aber auch gezielter zusammen stellen. Ich gewichte meine Aktien gerne mit 40% USA, 40% Europa und 20% Asien. Und innerhalb der Regionen kommt's dann auf die Risikobereitschaft an, wie exotisch es wird.

  • tobiasweiss: Danke für die Willkommensgrüße und den Tipp. Ich denke, ich bespare vorerst fleissig meinen MSCI World und überlege in der Zwischenzeit, wie es mit dem DivDax weitergehen soll. Zudem muss ich auch noch meinen risikoarmen Teil neu ausrichten und schaue mir Anleihen-ETFs an. Aber da ist ja derzeit auch nix zu holen. Ich gehe es langsam an und wenn das investierte Vermögen größer ist wage ich eventuell eine Neuausrichtung der Aktien. Nochmals danke!

  • Gerne! Bzgl. Anleihen-ETF ist die Mehrheit hier nicht sehr begeistert: Kurze Laufzeiten bringen keine Rendite. Lange Laufzeiten haben ein hohes Kursrisiko, falls die Zinsen doch mal wieder steigen sollten, denn dann rauschen die alten Anleihen mit den niedrigen Zinsen in den Keller. Schwellenwert-Länder-Anleihen hängen arg an der Konjunktur, ebenso High-Yield-Unternehmensanleihen. Da sind mir persönlich die Aktien solcher Unternehmen lieber als ihre Anleihen.

  • ...


    PS: Der Vollständigkeit halber: ich bespare noch einen DivDax ETF mit 100 EUR (0,25 % TER). Das war mein erster ETF. Ich würde den ggf. nicht mehr bespannen bzw. zu gegebener Zeit zugunsten des World oder des EM umschichten, damit ich nicht mit noch relativ kleinen Gesamtdepot (ca. 10.000 EUR) 3 ETFs bespare. Auf der anderen Seite: ich betone damit vorerst den Wirtschaftsstandort Deutschland. Gibt Schlimmeres, oder?

    Wenn es um das Thema Diversifikation geht, wie Du schreibst, dann gibt es eigentlich nicht viel Schlimmeres.
    Schlimmer wäre nur noch, wenn Du Daimler besonders betonen würdest.

  • Vielleicht meint der Kollege ja, dass für einen deutschen Arbeitnehmer deutsche Aktien keine gute Diversifizierung sind, weil im Fall eines lokalen Abschwungs dan nicht nur der eigen Arbeitsvertrag sondern zusätzlich die investierten Gelder betroffen sind.

    Das ist zwar auch richtig, darauf wollte ich aber gerade nicht heraus.



    @Schwachzocker: Hm, ich denke das musst Du mir erklären. Deutsche Unternehmen sind mit rund 4 % im MSCI World vertreten. Natürlich habe ich da gewissene Überschneidungen mit Unternehmen aus meinem DivDax ETF aber bei dem geringen Deutschland-Anteil im World ist das doch nicht so gravierend. SIcher ist nicht optimal aber der DivDax war halt zuerst da.

    Dir ging es um Diversifikation.
    Was Du da betreibst, ist aber das Gegenteil von Diversifikation, nämlich Übergewichtung (im Vergleich zur Marktkapitalisierung). Diversifikation wäre es, wenn Du Dein Geld in Dinge stecken würdest, die nicht im MSCI World vertreten sind.



    ...aber der DivDax war halt zuerst da.

    Das klingt für mich wie ein unabänderliches Naturereignis, für das niemand verantwortlich ist.

  • Schwachzocker: Ok, jetzt habe ich es verstanden. Dass es nicht optimal ist habe ich ja bereits geschrieben. Unabänderlich sind ja die wenigsten Dinge, so auch nicht mein selbstbestimmtes Investment in den DivDax. Das sollte eigentlich klar sein. Danke für Deine Ergänzungen.


    tobiasweiss: Danke auch Dir für die interessante Überlegung. Als öffentlich Bediensteter hat man das Problem zwar nicht wirklich aber es lohnt sich, sich auch darüber klar zu sein. Merci.

  • Hallo zusammen,


    bitte entschuldigt, dass ich mich bisher nicht wieder zu Wort gemeldet habe.


    Erst einmal vielen vielen Dank an euch und eure Anregungen und Meinungen.


    Ich habe mich nach langem Grübeln schlussendlich doch für den reinen MSCI World entschieden, ich bin gespannt, wie sich die Werte in den aktuell spannenden Zeiten entwickeln werden.


    Viele Grüße!

  • Ich bevorzuge die Anlage in mehrere Varianten des MSCI World.

    Mich würde interessieren, warum Du in mehrere Varianten investierst? Du hattest den
    iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc)


    zusätzlich zum Core World empfohlen aufgrund der geringeren Schwankung. Was sollte man ggf. noch beachten ohne den Überblick zu verlieren oder sich zu verzetteln? Ich investiere eigentlich thesaurierend. Sollte man einen ausschüttenden mit dabei haben oder ist das bloß eine persönliche Vorliebe?


  • Hallo zusammen,
    das kommt darauf an...


    ... als längerfristig Anlage, zum Beispiel für die Rente, macht thesaurierend mehr her, da alles gleich wieder angelegt wird. Zinsen bringen gleich wieder Zinsen, sprich Rendite.


    ... als „Auszahlungsplan“, zum Beispiel, wenn man in Rente ist, kann ein ausschüttender interessant sein. Keine Kosten bei der Auszahlung.

    LG

  • Mich würde interessieren, warum Du in mehrere Varianten investierst? Du hattest den iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF USD (Acc)


    zusätzlich zum Core World empfohlen aufgrund der geringeren Schwankung. Was sollte man ggf. noch beachten ohne den Überblick zu verlieren oder sich zu verzetteln? Ich investiere eigentlich thesaurierend. Sollte man einen ausschüttenden mit dabei haben oder ist das bloß eine persönliche Vorliebe?



    Ich habe ein sehr großes Depot und da finde ich es passend, nicht alles in einen bestimmten ETF zu investieren; so habe ich auch den
    VANGUARD FTSE ALL-WORLD UCITS ETF - USD DIS
    https://www.onvista.de/etf/VAN…-USD-DIS-ETF-IE00B3RBWM25IE00B3RBWM25


    der auch sehr gut ist, aber ich habe gemerkt, dass der Ishares Low Volarity nach 5 Jahren etwas besser rentiert; kurzfristig bis 4 Jahre war der Vanguard etwas besser. Ich fahre gern mehrgleisig mit alternativen Produkten; aber das sicherlich nur bei großen Depots sinnvoll. Es gibt über die Jahre immer mal Differenzen in den Renditen, die man nicht vorher sehen kann. Ich habe auch thesaur. und ausschütt. ETF gemischt, wobei ich danach gehe, welcher besser rentiert; manchmal sind ausschüttende ETFs auch teurer oder es gibt sie gar nicht wegen des Ausschüttungsaufwands, den manche KAG nicht leisten will. Wenn beide Varianten gleiche Rendite haben, bevorzuge ich die ausschütt. Variante, weil ich damit einen besseren steuerlichen Überblick fürs Depot erhalte. Außerdem kann ich dann jeweils kurzfristig entscheiden, worin ich die Ausschüttung dann wieder investiere, was gerade zukunftsträchtig ist. Ich habe sehr verschiedene ETFs, viele gezielt im Nasdaq Bereich, S&P 500, speziell auch Informationstechnologie.