Frage zur Veranlagung von ca. 400.000€

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    • Was haltet ihr prinzipiell über den Aufbau eines "Weltportfolios" (Nach Gerd Kommer). Ich lese aktuell sein Buch. Die Frage ist gerade für meinen Anlagebetrag interessant. Würdet ihr eher für "keep it simple", z.b. mit einem Fonds (z.b. dem MSCI world), oder würdet ihr mir noch mehr Diversifikation empfehlen?

      Je mehr ich lese, umso dümmer und unentschlossener fühle ich mich.
    • Finanztip empfiehlt einen ETF auf den MSCI World oder MSCI All Country World. Da hat man mit minimalem Aufwand eine sehr gute Rendite.

      Wenn man das Risiko verringern will, dass ausgerechnet der ausgesuchte ETF über die Jahre eine unglückliche Tracking Difference hat (Performance-Abweichung vom Index) kann man auch 2-3 "gleichwertige" ETF nehmen. Den Aufwand spendieren aber nur wenige, weil die großen Anbieter sich bisher in der Performance nicht wesentlich unterscheiden.

      Wenn man mehr Aufwand reinstecken will, kann man sein Weltportfolio auch selbst zusammenstellen. Im Rückblick ist das immer einfach: Da lässt man z.B. Japan weg, mischt China dazu und gewichtet die Nasdaq stärker. Und schwupps, schlägt man den MSCI World deutlich. So einfach geht das aber nur im Nachhinein, und dann kann es jeder. Die Gefahr, wenn man das für die Zukunft machen will, ist, dass man sich dabei verzockt. Und dann ist es keine passive Anlage mit all ihren Vorteilen mehr.

      Ich persönlich stelle mir mein Depot selbst zusammen. Aber ich beobachte auch täglich seit 1998 und habe Spaß daran.
    • 460.000 Anlegen - Im Prinzip entsparen, wenn ich das richtig verstanden habe.

      Ich persönlich stehe kurtz vor der Rente vor dem gleichen "Problem" und werde wahrscheinlich so verfahren:
      Man verzeihe mir auf einen anderen Podcast zu verweisen: Podcast #287 "Topfmodel" von "Wissen-schaft-Geld".
      Was dort mit zum Teil aktiv gemanagten Fonds durchdacht wird, dürfte auch mit ETFs funktionieren.

      Angenommene Netto-Rendite von 6% (TER, Inflation und Steuer abgezogen).
      Topf 1: 90.000 - nur TG zur Entnahme 1
      Topf 2: 90.000 - TG + ETF 50%; TG zur Entnahme 2 und Rendite überführen in Topf 1 bei Bedarf
      Topf 3 : 90.000 - TG + ETF 70%; TG zu Entnahme 3 und Rendite überführen in Topf 2 bei Bedarf
      TOPF 4: 180.000 - TG + ETF 90%; sammelt genug Rendite an, um mit allen 4 Töpfen 15 bis 20 Jahre auszukommen.

      Ich persönlich nutze dafür 2 ETFs:
      Vanguard FTSE All-World (TER 0,22%), Anteil 90% und Vanguard FTSE EM Markets (TER 0,22%), Anteil 10%.
    • MyLuca1903 schrieb:

      Eine gute Beimischung könnte sein:

      altii.de/news/eintrag/diversif…nch-in-der-finanzbranche/

      Nimmt ein wenig den Marktdruck aus der Anlage.
      Davon halte ich wenig, denn dieses Produkt investiert in alles Mögliche, nach aktiv ausgewählten Kriterien, bei hohen Kosten (Ausgabeaufschlag 3.00%; Laufende Kosten 1.87%). Das widerspricht dem Prinzip des passiven Investments. Wenn man im Alter bzw. in der Auszahlphase nicht alles im Aktienmarkt halten will, sollte man lieber selbst mit einfachen Produkten (z.B. Festgeld-Treppe) das Marktrisiko verringern, statt einem aktiven Fondsmanager laufende Gebühren zu zahlen, ohne dass er damit voraussichtlich ein besseres Ergebnis liefert.
    • @Accumulator, das Topfmodell kann sinnvoll sein, wenn man bestimmte Summen zu bestimmten Zeitpunkten mit hoher Sicherheit entnehmen will. Über einen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr führt es aber wahrscheinlich zu weniger Rendite und Restkapital, als wenn alles Geld voll investiert bliebe. Wenn man also auch in der Auszahlphase mit den Schwankungen am Aktienmarkt leben kann, muss man nicht in "sichere" Anlagen umschichten und dadurch voraussichtlich auf Rendite verzichten.

      Das betrifft vor allem diejenigen, die ihre laufenden Ausgaben über sichere Einnahmen (z.B. Rente) eh schon decken, und bei denen die Kapitaleinkünfte nur der Luxus oben drauf sind.
    • Herzlichen Dank für die Antworten.

      Meine Gattin leidet leider unter schwerer Aktienphobie, nachdem sie in der Dotcom-Blase und durch Fehlberatung eines FPV in einem geschlossenem Immobilenfonds einiges an Geld verloren hatte.

      Ich konnte sie jetzt zum Glück überzeugen, den Empfehlungen des Blogs der Webseite von Prof. Walz zu folgen, zurück an die Börse zu gehen, um zumindest den Inflationsverlust während unserer gemeinsamen Rente mit Aktien (ETFs) auszugleichen.

      Also werde ich rein passiv einen Teil unseres liquiden Vermögens im Pantoffel-Puffer-Portfolio der Stiftung Warentest mit ETF und Tagesgeld (50/50 oder 30/70) anlegen, um eine monatliche Zusatzrente von ca. 1.000 EUR zu generieren. Der Entnahmezeitraum ist auf ca. 20 Jahre angelegt und als Grundstock werde ich den Vanguard FTSE All-World benutzen. Überlege mir noch, ob ich die ausschüttende Variante oder die thesaurisierende Variante anspare. Zudem denke ich einen kleineren Teil (max. 10%) im Vanguard FTSE EM und ggf. im Vanguard FTSE Developed Europe anzulegen. Nach der Lektüre von John C. Bogle bin ich Vanguard-Fan. Zudem finde ich den Vanguard Retirement Nest Egg Calculator sehr nützlich.

      Reits kommen nicht in Frage und Gold auch nicht, da ich wenig von Geldanlagen in Immobilien oder Gold halte. Die Renditen für die illiquiden und inflexiblen Immobilien werden überhöht dargestell und Gold ist nur sinnvoll in kleinen Münzen. Und wenn man Gold tatsächlich braucht ist "die Kacke echt am dampfen." Da nützt einem ein Acker zur Selbstversorgung eher etwas ... Insofern liege da auf einer Linie mit Herrn Kommer, dem ZenDepot und dem Finanzwesir.

      Anmerkung: Dennoch besitze ich ein wenig vererbtes Gold und wohne in einer eigenen schuldenfreien Immobilie.
    • Das Problem im Alter ist nicht der Vermögensaufbau, der dann meist schon stattgefunden hat, sondern das sinnvolle Nutzen des angesparten Vermögens (Desinvestieren bzw. Entsparen). Hierzu gibt es in den einschlägigen Foren oder Podcasts oder Videos auf YouTube kaum vernünftige Empfehlungen. Und auf dem Schrim haben die meisten Betroffenen (die Senioren und deren Berater) nicht das SoRR = Sequence of Return Risk. Sehr zu empfehlen ist hierzu der Blog des Frugalisten Oliver Nölting.

      Das Ansparen ist einfach.
      Das Entsparen birgt Risiken.

      Rentensparpläne, Auszahlpläne etc. beinhalten meist einfache lineare Desinvestitionspläne, die zumeist noch in einem unflexiblen und teuren Versicherungsmantel gebunden sind. Man lasse auf alle Fälle die Finger von Fondsgebundenen Lebensversicherungen.

      Entspart man sein ETF-Depot zu Beginn eines echten Börsencrash ist man evtl. bei einem Draw Down von 50% den Großteil seines jahrelang angesparten Vermögens wieder los und man hat nicht mehr die Zeit den Verlust auszugleichen bzw. aufzuholen (Anmerkung: Die längste Verlustphase des MSCI World dauerte knapp 13 Jahre).
      Am Ende der Rente (Lebenszeit) tut ein Crash nicht mehr ganz so weh.

      Daher die Faustregel: Im Alter Reduktion der Aktienquote auf 100/120 minus Lebensalter und Entsparen von 4% des Depots jährlich. Schaut man in die USA, die diese Thematik schon viel länger beforschen, stellt man fest, dass die Entnahme unter Einschluss der Inflation eher bei 3,5 bis 3,8% liegen sollte.

      Im Puffer-Pantoffel-Portfolio der Stiftungs Warentest ist eine Sicherheit (=Puffer) bei einem Crash von 50% eingeplant. Zudem ist die Entnahme so ausgelegt (mit Rebalancing) , dass die Höhe der Entnahme zum Ende der Entnahmephase entsprechend der Inflationskosten sogar noch leicht ansteigt.

      Da das Thema für mich erst 2021 akut wird, bin ich ganz froh, dass Dr. Gerd Kommer für den April/Mai 2020 ein neues Buch nur zum Thema Entsparen avisiert hat. Was auch dringend notwendig ist: Denn die Baby-Boomer wie ich selbst gehen jetzt in Rente. Und darauf warten die "Geier" der Finanzbranche nur: Es gehen sehr viele hochsolvente zukünftige "Opfer" in den Ruhestand: Es herrscht Goldgräberstimmung: Jetzt wird über Jahre mal wieder richtig abgezockt ...