Titel mit Quellensteuer in ein Depot ohne Freistellungsauftrag

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Titel mit Quellensteuer in ein Depot ohne Freistellungsauftrag

      Hallo zusammen,

      in dem Artikel "Quellensteuer - Was bei der Steuer auf ausländische Dividenden wichtig ist" finanztip.de/indexfonds-etf/quellensteuer/ wird fiolgender Tipp gegeben:

      "Tipp: Bündeln Sie Ihre Aktien aus Ländern mit Quellensteuerabzug in einem Depot und stellen Sie keinen Freistellungsauftrag. Nur dann wird die Quellensteuer angerechnet und verpufft nicht." (Mitte der Seite)

      Kann mir das jemand mal erklären, das verstehe ich nämlich nicht ganz. Am besten mit einem Beispiel. (Ich habe im Beispiel Aktien im Ausland und dort schlägt Vater Staat mit 25% (=15 + 10%) zu).

      Danke euch!
      Erkan
    • Der Satz macht keinen Sinn, meiner Meinung nach.

      Wenn man ausländischen Quellensteuerabzug (Annahme 15%, voll anrechenbar) hat, und keinen FSA gestellt hat, dann werden die 15% Quellensteuer sowie 10% Abgeltungssteuer abgezogen (zzgl. Soli und ggf KiSt).
      Hat man aber einen FSA gestellt, dann werden nur die 15% QS abgezogen und nichts weiter, da die AbgSt dann ja freigestellt ist.

      Davon abgesehen:
      Die anrechenbare ausländische Quellensteuer "verpufft" genau dann, wenn man depotübergreifend(!) gar keine Abgeltungssteuer zahlen musste, weil man es insgesamt im Kalenderjahr nicht geschafft hat, den Freibetrag zu überschreiten.

      Der Quellensteuertopf wird nicht ins Folgejahr übertragen, sondern zum Jahreswechsel genullt.
      Sollte man zum Jahresende noch anrechenbare, aber noch nicht angerechnete ausländische Quellensteuer im Topf haben, so wird einem die Bank automatisch eine entsprechende Bescheinigung ausstellen und zuschicken.
      Dann kann man diese anrechenbare Quellensteuer noch in der Steuererklärung mit gezahlter AbgSt auf Kapitalerträgen bei anderen Banken verrechnen lassen (falls vorhanden...)


      Am einfachsten wäre es also, wenn man alles bei einer Bank hat, dort den FSA gestellt hat. Und soweit über den Freibetrag kommt, dass die Quellensteuer zur Anrechnung kommt. :)
    • tobiasweiss schrieb:

      Ich denke, der Satz hat dann Sinn, wenn man den Freistellungsauftrag in einem anderen Depot nutzt und in diesem Depot alle anrechenbare Quellensteuer mit Erträgen direkt verrechnet wird.

      Am Ende ist es aber nur eine unterjährige Optimierung, wenn man nicht bis zur Steuererklärung warten will.
      Warum sollte man es überhaupt derart aufteilen?

      Die meisten werden ja mit einem einzigen Depot starten. Und da wird auch alles direkt verrechnet.

      Der "Tipp" im Artikel suggeriert, dass eine Aufteilung besser/vorteilhaft sei.

      Aber eine steuerliche Vereinfachung ist nicht vorhanden (gegenüber "alles in einem einzigen Depot"), meiner Meinung nach. Und daher verwirrt dieser "Tipp" viele.



      PS: Wir reden dabei nicht davon, die unterschiedliche Gebühren, Orderkosten, usw. der verschiedenen Broker optimiert auszunutzen, sondern es geht hier rein um die steuerlichen Eigenheiten (bei einem vs. mehreren Depots in Deutschland).
    • Hallo zusammen,

      im Text zur Quellensteuer bezieht sich der Tipp tatsächlich auf einen Fall, in dem ein Sparer Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags erzielt. In dem Fall sagen wir, man sollte seinen Freistellungsauftrag für das Depot einsetzen, in dem zB Fonds oder andere Wertpapiere liegen, bei denen nichts verrechnet werden muss. Und das Extra-Depot mit den Dividenden auf ausländische Aktien ohne Freibetrag lassen, damit hier die Anrechnung direkt stattfinden kann.

      Grüße, Sara
    • Hallo @Sara,
      aber wo soll nun der Vorteil getrennter Depots sein?

      Wenn ich es richtig verstehe, läuft es doch so ab:

      1) Alles in einem Depot:
      Alle Erträge werden von Anfang an freigestellt, bis man die 801 EUR erreicht. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die anrechenbare Quellensteuer im Topf geparkt, und nach diesem Zeitpunkt wird sie angerechnet.

      2) Separate Depots:
      a) Im quellensteuerfreien Depot wirkt der Freistellungsauftrag, allerdings dauert es hier länger, bis er ausgeschöpft wird.
      b) Im Depot mit quellensteuerbehafteten Aktien wird direkt von Anfang an (und das ganze Jahr über) jedesmal 10% deutsche Abgeltungssteuer und 15% ausländische Quellensteuer abgezogen.

      Auf das ganze Jahr (Jahressummen) betrachtet läuft es auf das gleiche raus. Ich sehe da keinen Vorteil.

      Hat man mit separaten Depots nicht sogar einen leichten Nachteil, weil man ggf. bis zu den Dividendenterminen der deutschen Aktien im Mai warten muss, bis dann endlich der FSA im quellensteuerfreien Depot greift?
      Also muss man mit getrennten Depots die deutsche Steuer schon früher zahlen als wie wenn man alles in einem Depot hätte, oder? Auch wenn der Unterschied gering ist.