Kurzlaufende Anleihen statt Tagesgeld?

  • Liebe Community,


    wir alle haben bekanntlich das Problem, was soll man mit dem Geld machen, was man nicht längerfristig anlegen in ETFs und auch nicht zum Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto zählt.


    Letztes Jahr hatte ich noch Festgeldanlagen gemacht für 1 bis 3 Jahren in Stufen. Jetzt habe ich einen Artikel in der FAZ gelesen, den ich hier mal verlinke:


    https://www.faz.net/aktuell/fi…t-tagesgeld-16562668.html


    Dort wird auf einen Fonds verwiesen. Wie ist Eure Meinung dazu, könnte das wirklich im Moment bei den Negativzinsen eine Alternative sein?


    Grüße



    Dr_vergleich

  • Wie üblich sollte man nicht alles glauben was in der Zeitung steht speziell wenn es zu gut klingt um wahr zu sein.


    Wesentlicher Effekt der hohen Rendite ist das in 2019 nochmals gesunkene Zinsniveau, wodurch die Rendite und damit der Kurs bestehender Anleihen stiegt. Es wäre eine Wette davon auszugehen, dass das so weiter geht.


    Gemäß Factsheet 3011.19 hat der zitierte Muzenich-Fonds ein Portfolio mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von rund 2 Jahren und Kosten bei rund 0,5% p.a.. Die Laufzeitenverteilung (stark gerundet) ist für 1 - 4 Jahre 30 / 20 /20 /20 %, der Rest länger. Zu vergleichen ist dann dieser Fonds mit einem entsprechend gestaffelten Tagesgeld / Festgeld.


    Als Verzinsung bis zur Fälligkeit in EUR werden 1,86% angegeben, zieht man die 0,51% Gebühren ab kommt man unterm Strich auf rund 1,35%. Über den Daumen sind das 0,5% mehr als ein Mix aus Tages- und Festgeld aus dem Finanztip-Rechner. Dabei ist aber Einlagensicherung vorhanden. Einlagensicherung gibt es bei diesem und allen anderen Fonds nicht und bis zu 40% der Anleihen im Fonds dürfen unterhalb Investment-Grade sein, nach meiner Zählung sind es aktuell 28%.


    Mein Fazit: es gibt einen Zinsaufschlag bei erhöhtem Risiko. Wegen der fehlenden Einlagensicherung würde ich es nur als Beimischung im Bereich der sicheren Anlagen sehen.