ETF letzte Weisheit?

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    • ETF letzte Weisheit?

      Liebe Community,

      ich bin beim Thema Geldanlage weitgehend auf finanztip-Linie, kurz: Auch ich halte breit diversifizierte ETFs für eine tolle Sache und habe dementsprechende Sparpläne laufen.

      Allerdings, ich bin ein etwas misstrauischer Mensch, auch und insbesondere Hypes betreffend. Und ETFs sind derzeit ein Hype im neutralsten Sinne des Wortes.

      Nun gibt es all überall Informationen zu lesen, auch bei finanztip, wie man sich ein schönes ETF-Portfolio aufbaut und warum das besser ist als diese oder jene Alternative. D'accord.

      Mich "quält" jedoch die Frage: Was wenn nicht? Was ist, wenn ETFs in 30 oder 40 Jahren vielleicht nicht gescheitert sind, aber die Euphorie verflogen ist? Will ich dann wirklich die gesamte Wette auf (wenn auch verschiedene) ETFs gesetzt haben?

      Meine Frage an euch: Was empfindet ihr als gutes, langfristiges Investment neben einem vollen ETF-Portfolio? Festgeld und Tagesgeld einmal geschenkt, das ist eher die kurzfristige Schiene und drzeit ja auch eher ein Verlustgeschäft.

      Über eure Antworten und/oder Hinweise auf entsprechende Infoquellen würde ich mich freuen.

      Benedikt
    • Ich mache nur weltweites Stockpicking, außer da, wo ich Fonds kaufen muß (Riester).
      Fond/ETF Anlagen beinhalten eine buy-and-hold Strategie.
      Zu einer erfolgreichen Geldanlage gehört für mich den Swing mitzunehmen.
      Dem unerfahrenen Anleger kann man m.E. aber nicht zur Einzelaktie raten.
      Wenn Otto-Normal keinen ETF will, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich von der EZB verar... zu lassen.
      Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford
    • Hallo @benebe, willkommen in der Community.

      Ich teile das Stirnrunzeln hinsichtlich des Hypes um die ETF. Es ist letztlich das aktuelle Produkt der Finanzindustrie, vorher gab es andere.

      Das schöne an dieser Mode ist, dass man nicht bei ihr bleiben muss, wenn sie einem nicht passt. Ich bin weitgehend nicht in ETF investiert, messe mich in meinen Erfolgen an den Portfolios von Finanztip und anderen.

      Für ETF spricht, dass hinter ihnen reale Aktien stehen. Ob das Verstärken von Trends bei den stark kapitalisierten Aktien nun gut oder schlecht ist ist in der Wissenschaft umstritten.

      Wenn Dir das mit den ETF zu komisch vor kommt bleiben immer noch konventionelle Fonds, die stock picking betreiben, vielleicht gerade auch auf kleinere Aktien. Dies deswegen, da es viele Nachweise gibt, dass bei großen Werten gegen die ETF nichts zu holen ist.
    • ETF sind ein einfaches und kostengünstiges Mittel zur Diversifizierung.
      Es ist ein Finanzprodukt (das erste?), wo Privatanleger denselben Typ handeln wie institutionelle Anleger. Denn bei (aktiv gemanagten) Fonds gibt es ja für private und institutionelle meist verschiedene Varianten.

      Aktuell gilt:
      Aktien sind das "direktere" Produkt, da keine Fondsgesellschaft dazwischen ist.
      Auch sind Aktien (noch?) nicht von der neu eingeführten Vorabpauschale betroffen. Und sie haben auch keine laufenden Kosten (TER).
      Allerdings haben Aktien ihren eigenen Verlusttopf. Und es kann (auch kostenmäßig) aufwändiger sein, ein Rebalancing durchzuführen.

      Wie das alles (also die Regulierung, die Besteuerung, usw.) in 30 Jahren aussieht, kann heute niemand verlässlich sagen.
    • Es kommt wohl auf die Erwartungshaltung an.

      ETF sind keine eierlegenden Wollmilchsäue, sondern ein Vehikel um kostengünstig investieren zu können, am besten marktbreit.
      Damit kann man ebenso auf die Nase fallen, wie mit aktiv gemanagten Fonds oder Einzelaktien.

      Wenn der entsprechende Index sich zehn Jahre lang seitwärts bewegt, dann ist eine schlanke Kostenstruktur noch immer besser als eine aufgeblähte, aber das würde es nur weniger schlimm machen und nicht gut.

      Da braucht es keinen Tatort-Kommissar, um uns im Fernsehen einen ETF als Volks-Fonds anzupreisen, damit die gesunde Skepsis geweckt sein sollte.

      Andererseits finde ich, dass ein ETF-Sparplan ein wunderbares Investment-Vehikel ist, dass man einrichten und die nächsten Jahre bis Jahrzehnte unbeobachtet seinen Arbeit machen lassen kann.

      Jeder so, wie er mag. :saint:
    • Ich teile eure Meinung! Mir wäre nur wohler, wenn andere Assetklassen noch einmal in dieser Hinsicht diversifizieren würden. Aber wohin ich schaue (und korrigiert mich gerne): Anleihen derzeit in der Regel nicht profitabel, festverzinsliche Geschichten nur kurz- bis mittelfristiges Instrument mit realen Verlusten, Immobilien (als Direktinvestment) in guten Lagen zu teuer (mal davon abgesehen, dass sie meiner entspannt-passiven Anlagephilosophie widersprechen), Immobilienfonds ganz ok (aber in der nominalen Rendite nur knapp über Inflation), P2P für große Beträge zu spekulativ (im Kleinen mache ich es zu Unterhaltungszwecken). Rohstoffe? Fehlt mir die Erfahrung, vielleicht, aber nicht ganz überzeugend. Und Einzelaktien kämen natürlich in Betracht, sind jetzt aber auch kein richtig anderes Asset als ETFs und mir zu unübersichtlich.

      Das ist mein Punkt. Ich habe keine generellen, ausgeprägten Zweifel an ETFs. Mich stört nur, dass sie derzeit als nahezu einzige Lösung bzw einziges Instrument übrig zu bleiben scheinen.
      Irre ich?
    • benebe schrieb:

      Mich "quält" jedoch die Frage: Was wenn nicht? Was ist, wenn ETFs in 30 oder 40 Jahren vielleicht nicht gescheitert sind, aber die Euphorie verflogen ist? Will ich dann wirklich die gesamte Wette auf (wenn auch verschiedene) ETFs gesetzt haben?
      Also ich nicht. ETFs sind aktuell wirklich eine Überlegung wert und haben was für sich, das sehe ich auch so. Aber der Allheilsbringer sind sie nicht. Ich denke, derzeit ist gar nichts der alleinige Allheilsbringer. Und schon gar nicht für 30 oder 40 Jahre. Ich bin mir recht sicher, dass sich in den nächsten Jahrzehnten doch einiges ändern wird. Immobilien in Ballungszentren sind wahrscheinlich ne gute Anlage für die nächste absehbare Zeit, aber selbst da lässt sich nicht voraussagen, wie es in einigen Jahrzehnten mit den Immobilienpreisen und der Nachfrage aussehen wird. Wir leben einfach in Zeiten, in denen sich in kurzer Zeit viel wandelt. Das macht auch vor dem Finanzmarkt keinen Halt und Als Anleger wird man, glaube ich, flexibel bleiben müssen. Und eben wahrscheinlich gleich auf verschiedene Pferde und nicht nur eines setzen.