Wallbox für e-Auto?

  • Liebe Finanztip-Community,
    wir bekommen demnächst unser erstes e-Auto (ein Plugin-Hybrid von Volvo), den wir in unserer Einfahrt laden wollen (keine Garage oder Carport vorhanden).
    Meine Frage: Brauche ich dafür wirklich eine Wallbox oder reicht dafür nicht ein normaler Starkstromanschluss? Der Elektriker hat mir eine Wallbox von Mennekes angeboten, die geht aber ziemlich ins Geld. Bin mir nicht sicher, ob er mir hier eine überteuerte Lösung vorschlägt und es eigentlich günstiger gehen sollte. Ich will da aber auch nicht an der falschen Stelle sparen, da der Hybrid wahrscheinlich nur eine Übergangslösung ist und der Anschluss später auch für ein vollwertiges e-Auto funktionieren soll.
    Was würdet Ihr tun? Worauf muss ich achten?
    Vielen Dank schon mal!

  • Wenn ich mit dem teuersten Strom Europas Auto fahren würde, wäre mir das Geld für eine Wallbox auch egal.
    Da der Volvo nur rund 50km elektrisch fahren kann, reicht auch eine normale Steckdose ohne Starkstrom.
    Einen Starkstromanschluß würde ich mir nur dann legen lassen, wenn die Kapazität am Wohnort begrenzt ist und ich wirklich damit rechne, später vollelektrisch zu fahren. Alle werden nicht können, das ist nun mal Physik, wie unsere gelernte Physikerin wissen müsste.

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • Gegenfragen: Hast du denn vor Ort schon einen Starkstromanschluss? Und wäre das Auto direkt mit einem solchen zu laden?
    Wie viel kWh Kapazität haben die Batterien im Auto und wie schnell willst du das Auto laden können?
    Bei letzterem vermute ich dass das nicht der Fall ist. Willst du also mit 11 kW laden, so kommst du wohl kaum eine Wallbox herum. Wenn das kein Kriterium ist, kannst du auch den einfachen Schuko-Lader nehmen, aber das wird nicht als die optimale Lösung angesehen, da viele Kabel und Steckdosen nicht für eine entsprechende Dauerbelastung ausgelegt sind (wobei das bei einem Adapter von Starkstrom auf Schuko (mit blauer Dose) dann kein Thema wäre). Oft ist die Effizienz der Simpel-Lader nicht so gut.

  • Lohnt sich für ein Hyprid-Auto wirklich so ein großer Aufwand. Ist nicht eine Wallbox eher für ein Auto geeignet, das komplett auf Strom fährt? Außerdem fährt doch ein Hybrid nur wenige Kilometer mit Strom - der größte Teil wird doch weiterhin vom jeweiligen Kraftstoff getragen.

  • Lohnt sich für ein Hyprid-Auto wirklich so ein großer Aufwand. Ist nicht eine Wallbox eher für ein Auto geeignet, das komplett auf Strom fährt? Außerdem fährt doch ein Hybrid nur wenige Kilometer mit Strom - der größte Teil wird doch weiterhin vom jeweiligen Kraftstoff getragen.

    Kommt drauf an was die eigentliche Wallbox kostet. Wenn er eh noch gar keinen Stromanschluss hat, dann muss er sowieso einen legen lassen. Und klar könnte man da erstmal eine normale Steckdose (Starkstrom oder dauerbelastbarer Schuko-Anschluss) installieren lassen - aber dann kommt in ein paar Jahren nochmal der Elektriker. Aber ja, auch diese Etappenversion wäre möglich.
    Die Wallbox sollte dann natürlich alle potenziellen Standards abdecken (des kommenden Hybrids und des zukünftigen vollelektrischen Autos).

  • Das klingt ja nach einem ganz schönen Aufwand, wenn man ein Hybrid oder E-Auto haben möchte. Wie wird das dann eigentlich gelöst, wenn man in einer Wohnung und keinem Haus wohnt. Werden dann Ladesäulen an jeden Parplatz gebaut?

    Das ist ein der Tat ein großes Problem der Elektromobilität in der aktuellen Form.


    Es gibt viele denkbare Lösungen:

    • Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur (also Ladesäulen)
    • Andere Energieträger als Akkus wie z.B. Wasserstoff (lässt sich schneller tanken)
    • Weiterentwicklung der Schnellladetechnologie
    • Austausch ganzer Akkupacks anstatt Laden (unwahrscheinlich...)
    • ...
  • Hat jemand Erfahrungen mit der Kombination Wallbox und PV-Anlage?
    Das könnte ich mir in der Perspektive nämlich ganz gut vorstellen.
    Nur dann wäre wohl auch ein Speicher fällig. ?(

    Die Frage ist natürlich wie groß der Speicher dimensioniert ist. Die Kapazität eines "richtigen" Elektroautos dürfte den eines stationären Speichers wohl häufig deutlich übertreffen. Hängt dann natürlich auch vom Fahrverhalten ab, wie viel denn so durchschnittlich nachgeladen werden muss.

  • Mit einer geförderten PV Anlage erhält man mehr Einspeisevergütung (50+ cent), als der Strom aus der Steckdose (35- cent) kostet.


    Wenn man ein riesengroßes Bauernhaus hat und(!) tagsüber, wenn die Sonne scheint, zu Hause ist und(!) 120+ TEUR in die PV-Anlage investiert hat, hat man gerade genug Tagesleistung, um einen Tesla halb vollzuladen.


    Grünversiffte physikfreie Romantik?

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • Übrigens ein E-Auto verbraucht um 23 kWh/100km.


    Mit 33ct (Teslapreis) kosten 100km 7,59 EUR ohne Batterieverschleiß und Ladeverluste gerechnet.


    Bei 1,23 EUR/Liter Dieselpreis liegt der Breakeven bei 6,17 Liter/100km.


    Jetzt könnte man noch überlegen, ob das E-Auto oder der Diesel billiger ist...


    Oder man könnte schätzen, ob der Diesel oder Strompreis stärker gestiegen ist ...


    Das staatlich betreute Denken sagt: E-Mobilität.

    Denken ist die schwerste Arbeit, die es gibt. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich so wenig Leute damit beschäftigen. Henry Ford

  • Mit einer geförderten PV Anlage erhält man mehr Einspeisevergütung (50+ cent), als der Strom aus der Steckdose (35- cent) kostet.


    Wenn man ein riesengroßes Bauernhaus hat und(!) tagsüber, wenn die Sonne scheint, zu Hause ist und(!) 120+ TEUR in die PV-Anlage investiert hat, hat man gerade genug Tagesleistung, um einen Tesla halb vollzuladen.


    Grünversiffte physikfreie Romantik?

    Wie kommst du denn auf diese Zahlen? Die stimmen doch hinten und vorne nicht.


    Ein Tesla Model 3 ist mit 50 bis 70 kWh Akku zu bekommen. Bei guter Ausrichtung und Lage reicht da auch das Dach von einem Einfamilienhaus aus um die Kiste innerhalb eines Tages vollzuladen.
    Laut https://www.solaranlage.eu/pho…mponenten/solarmodule/kwp kostet 1 kWp installierte Leistung mittlerweile deutlich unter 1500 €.
    Und angeblich braucht man pro 1 kWp ca. 7-8 m2 Modulfläche.


    Daher hat das nichts mit "grünversiffte physikfreie Romantik" zu tun.
    Wobei sich aber nicht von der Hand weisen lässst, dass dieses Ladekonzept deutlich besser für jemanden funktioniert der nur Nachtschicht arbeitet ;-)

  • Es handelt sich um mir vorliegende IST-Zahlen: 11 Umsatz bei 130 AKO und 51,8 ct Einspeisevergütung (alles netto).


    Die Module sind mit fallender Einspeisevergütung natürlich billiger geworden.


    Wohne in einer Gegend mit sehr viele Windenergieanlagen. Üblicherweise dreht sich nur eine. Die misst. Alle bekommen aber die Einspeisegutschrift. Und alle Bürger zahlen mit dem Strom die Umlage.


    Das alles kommt daher, da es die Stromtrassen Richtung Süden nicht gibt. Die wird es in 5 Jahren auch noch nicht geben, denn die Genehmigungsverfahren dauern so lange. Seltene Tiere sind da sicherlich wieder im Wege.


    Mein Bekannter macht Windenergieparks beruflich. Könnte mit seinem Wissen als Kabarettist auftreten.


    Richtig gemacht, könnte regenerative Energie so schön sein.

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  • Ich möchte kein IPhone auf Rädern haben, sondern ein 08/15-Elektro-Wägelchen, das täglich 80 km zurücklegen können muss.
    (Nur so zur Dimensionierung.)

    Zu Deiner ersten Frage: E-Auto und PV-Anlage ist die perfekte Kombination meiner Meinung nach. Für Deine Bedürfnisse ein VW eUp (günstiger E-Auto fahren geht momentan nicht meiner Meinung nach) und auf dem Dach eine PV-Anlage mit +/- 10kWp Leistung. Das Auto dann über eine Wallbox von openWB laden, mit der kannst Du genau vorgeben, dass nur mit Deinem eigenen PV-Strom geladen werden darf und nur im Fall, da kommt nicht genug, ein Mindest-SOC im Auto durch Strom aus dem Netz sichergestellt wird.
    Zu den Zahlen, wie so etwas aussehen könnte:
    Ertrag pro kWp installierter Leistung bei einer halbwegs rentablen Ausrichtung/Schatten-Situation min. 800kWh/Jahr
    Verbrauch von einem eUp inkl. Ladeverlusten ca. 18kWh/100km ergibt eine Reichweite von real ca. 250-300km.
    Bei Deinem Anforderungen müsstest Du also min. zwei mal die Woche Laden, also das Auto bei Sonnenschein einstecken. Um komplett voll zu laden wird der PV-Strom im Winterhalbjahr nicht ausreichen, im Sommer aber ziemlich sicher, hängt von der Größe der Anlage ab. Ideal wäre natürlich, Du musst nur am WE laden und kannst da das Auto für den ganzen Tag jeweils eingesteckt lassen. Optimieren kann man das noch durch einen Speicher. So lange allerdings der Strom aus dem Netz unter 0,35€/kwh kostet, ist das unrentabel.