Kapitalleben von 12/2004 veräußern oder behalten?

  • Liebe Leute,


    ich habe eine in 12/2004 abgeschlossene Kapitallebensversicherung von der Zurich im Vertragsmodell/Tarif "Vorsorgeinvest" mit derzeit gut 10k Fondguthaben im DWS Akkumula (ISIN DE0008474024) im Portfolio. Erste Beitragszahlung erfolgte so rechtzeitig, dass die Steuerfreiheit gesichert ist. Gleichwohl befasse ich mich mit dem Gedanken, ob ein Verkauf und Anlage des Erlöses im ETF-Depot nicht unter dem Strich attraktiver kommen. Die Funktion der Absicherung meiner Familie gegen mein Todesrisiko würde ich gemäß den Finanztip-Empfehlungen mit einer Risikoleben absichern, aber das soll hier weder Thema noch Teil der Berechnung sein.


    Ist die Umschichtung aus einer steuerfreien Kapitalleben in einen ETF (mit Fortführung als Sparplan) erfahrungsgemäß eher nicht zu empfehlen oder eine Überlegung wert?


    Kann ich in einem Beratungsgespräch beim Versicherer mit transparenten Angaben zur Summe der eingezahlten Beiträge und zu den in der Vertragslaufzeit angefallenen Kosten sowie zur Höhe der laufenden Kosten rechnen?


    Über sachdienliche Hinweise freut sich
    Giskard

  • Ich berechne in so einem Fall die Nettorendite der Lebensversicherung ab jetzt bis zum Auszahlungszeitpunkt und vergleiche das Ergebnis mit einem ETF-Sparplan. Dazu brauchst Du folgende Angaben (die hoffentlich im jährlichen Versicherungsauszug zu finden sind):
    - Stichtag der Auskunft
    - Rückkaufwert
    - monatlicher Nettobeitrag
    - Ablaufdatum
    - Zielwert (Prognose der Gesellschaft, optimistisch und pessimistisch)
    - heutiger Grenzsteuersatz
    - erwarteter Grenzsteuersatz im Alter (in Deinem Fall nicht relevant)


    Meistens kommt dabei eine effektive Rendite der LV von 1-3% heraus, bei ungünstigen Steuersätzen auch negative Renditen. Im Vergleich lieferten ETF in der Vergangenheit langfristig mehr, allerdings mit kurzfristig starken Schwankungen.

  • Der Haken an Prognoserechnungen ist, dass diese i.d.R. unverbindlich sind, genauso wie die zukünftige Wertentwicklung eines ETFs.


    Ich meine, man müsste v. A. auf die Restlaufzeit der Versicherung achten. Bei kurzer Restlaufzeit würde ich die Versicherung behalten, da bei Kündigung Schlussboni u.ä. verloren gehen.
    Zwar dürften ETFs günstigere Verwaltungskosten haben, die sich im Hinblick auf die erworbene Anwartschaft auf Bonuszahlungen bei Versicherungsablauf nur über eine längere Laufzeit auszahlen dürften.


    Darüber hinaus würde ich auch den Risikoschutz der Versicherung einer Bewertung unterziehen, da bei Neuabschluss einer Risikolebensversicherung vss eine neue Gesundheitsprüfung, bei evtl. inzwischen höherem Risiko notwendig wird.