DEKA-Fond auflösen und in ETF wechseln?

  • Hallo,
    ich habe Ende letzten Jahres für meine Kinder je ein DEKA-Depot eröffnet und ich bespare monatlich den Deka-Industrie 4.0 CF mit je 25 EUR.
    Ich bin Fonds-Neuling und bin erst vor kurzem auf die ganze ETF-Debatte gestoßen und überlege nun, ob ich den bestehenden Fond weiterbespare oder ihn "auflöse" und ein anderes Depot eröffne und in einen ETF spare.


    Kennt sich hier jemand besser aus als ich ?? :-)
    Mache ich verluste, wenn ich das jetzt einfach kündige oder muss ich einen bestimmten Zeitpunkt abwarten was den Kurs betrifft.


    Vielen Dank

  • Hallo @leki722, willkommen in der Community.


    Der Fonds ist nicht schlecht und hat in den letzten drei Jahren, in denen er existiert, besser als ein MSCi World ETF performt. Insofern erst mal alles richtig gemacht.


    Er ist allerdings eben wie der Name schon sagt sehr auf die Technologiewerte fokussiert und kann in einer Krise dann auch mal stärker verlieren. Finanztip empfiehlt auf breiter aufgestellte ETF zu gehen.


    Ob Du ihn verkaufst, behälts oder weiter besparst ist letztlich Deine Entscheidung. Wenn Du Aufgabeaufschlag zahlst würde ich ihn nicht weiter besparen, wenn Du Depotgebühren zahlst würde ich den Fonds in ein kostenloses Depot übertragen. (Wenn tatsächlich erst drei Sparraten gezahlt sind geht das nicht weil noch kein voller Anteil erworben wurde).


    Verluste machst Du dann wenn Du teurer gekauft hast als er heute steht, das sieht nach einem ersten Blick auf den Chart aber nicht so aus.

  • Wow so schnell so eine tolle Antwort.
    Vielen Dank für das sehr verstängliche weiterhelfen. :-)


    Noch eine Frage für gaaan doofe....
    Wo schau ich am besten nach wie die Fonds stehen bzw. performen wie du es so schön erklärt hast.
    Wo gibts den besten Überblick?

  • Wo gibts den besten Überblick?

    Kommt drauf an. Für den Schnellangriff bei gemanagten Fonds nehme ich Fondsweb und vergleiche mit dem ETF110, den kann ich mir gut merken. https://www.fondsweb.com/de/ve…LU1508359509,LU0392494562


    Sonst bei ETF ist JustETF eine Instanz, auch der Informer von Comdirect ist gut. Immer darauf achten ob die EUR - USD - Betrachtung richtig gemacht wird, da hat Comdirect Schwächen.

  • Ich hätte auch eine Frage zum Deko Depot und den Fonds,
    da ich mich auch erst jetzt mit ETF etc hier auf Finanztipp eingelesen habe, und mein Deka Depot zwar schon einen großen 4 stelligen Wert hat, aber der Gewinn sich sehr in Grenzen hält wobei die Gebühren trotzdem schön abgebucht werden habe ich überlegt das Depot zu wechseln (dahin wo ich dann auch die ETF's bespare, Consorsbank Comdirect oder ING). Können die DEKA Fonds da mit genommen werden oder bietet diese DEKA Fonds auch nur die Deka an und bindet sozusagen mich zwangsweise an sich?

  • Hallo @MaTzElUxE, willkommen in der Community.


    Fonds können üblicherweise mitgenommen werden via Wertapierübertrag. Die DEKA entnimmt dabei weiterhin die Fondskosten, nur das Depotentgelt der DEKA entfällt.


    Gegen Angabe der WKN bzw. ISIN schaue ich nach ob meine Depotbank die Fonds verwahren kann. Da gibt es Ausnahmen z.B. im Zuge von Versicherungslösungen.

  • Es gibt den Ausgabeaufschlag, der ist in Deinem Fall verloren. Hier ist es sinnvoll aktive Fonds über Fondsvermittler zu kaufen, da man dort i.d.R. 100% Rabatt bekommt.


    Dann gibt es die laufenden Fondskosten, die sind bei aktiven Fonds i.d.R. bei 1,5- 2%. Diese werden dem Fondsvermögen entnommen, d.h. diese Zahlung siehst Du nicht auf dem Konto, sondern in einer schlechteren Rendite. Es gibt auch Fondsvermittler, die einen Teil der Fondskosten, die Halteprovision, als Kickback erstatten.


    Letztlich gibt es dann Depotgebühren oder andere Entgelte, diese fallen bei Online-Depotbanken. Gehe mal davon aus, dass die DEKA bzw. die Sparkasse was berechnet.


    Sparen im Bestand kannst Du also nur zum letzten Punkt.


    Antwort zur PN kommt gleich.

  • Hallo,


    ich habe mich ebenfalls in den letzten Wochen intensiver mit ETFs beschäftigt und möchte unabhängig von den aktuellen Ereignissen aufgrund der Fonds-Kosten meine DEKA-Fonds auflösen und in ETFs investieren. Meine Frage schließt sich deshalb hier an:


    Was sollte beim Verkauf/neu investieren beachtet werden? Wie verhält es sich mit Steuern, dem Ausnutzen von Freibeträgen , etc. Sollte alles auf einmal umgeschichtet werden oder besser in Etappen?


    Vielen Dank schon mal!

  • Hallo @jmue, willkommen in der Community.

    Wie verhält es sich mit Steuern, dem Ausnutzen von Freibeträgen , etc.

    Der Wertzuwachs seit Kauf ist beim Verkauf zu versteuern. Je nach Alter beachten, dass es steuerfreie Zeiten (vor 2008), die bereits fiktiv erfolgte Versteuerung Ende 2017 sowie die neue Zeit ab 01.01.18 mit Teilfreistellung und ggf. Vorabpauschale gibt. s. z.B. https://www.finanztip.de/index…stmentsteuerreformgesetz/


    Gegen den Wertzuwachs laufen eventuelle Vorabpauschalen, steuerfrei bleibt es wenn der Pauschbetrag nicht ausgenutzt ist und der Freistellungsauftrag dies richtig widerspiegelt.

    Sollte alles auf einmal umgeschichtet werden oder besser in Etappen?

    Es kommt wie immer drauf an. Ich bin eher ein Freund es in Tranchen zu machen. Sofern der / die Fonds inhaltlich im wesentlichen den Ziel-ETF entsprechen spricht aus Wertentwicklungssicht grundsätzlich nichts gegen einen Kompletttausch, wobei bei den derzeitigen Marktschwankungen überraschende Effekte auftreten können durch den Zeitversatz des Verkaufes und des Neukaufes inkl. der Laufzeiten bei der Abwicklung.


    Steuerlich gilt das FIFO-Prinzip (first in first out), d.h. bei einem Teilverkauf werden zuerst die ältesten Fonds verkauft, bei denen i.d.R. der höchste Gewinn aufgelaufen ist. Wenn der aufgelaufene Gewinn ein Vielfaches des Pauschbetrags ist gibt es wenig zu optimieren. Wenn es dagegen z.B. der doppelte Pauschbetrag ist und sonst nicht viele Kapitalerträge auflaufen könnte es sich lohnen einen Teil ins nächste Jahr zu schieben.


    Meine Empfehlung ist es immer das mal selbst zu rechnen mit Papier oder Excel um die Systematik zu verstehen und bei weiteren Fragen hier zu fragen.

  • Hallo,

    ich hätte da auch nochmal eine Frage zu diesem Thema, auch wenn der Thread hier schon etwas älter ist aber da es genau um dieses Thema geht, hoffe ich, dass ich hier richtig bin.


    Ich bin momentan noch Besitzer eines Deka Depots mit einem Fond namens "Deka Struktur: 3Chance" (ISIN: LU0124427773).


    Aufgrund der hohen Gebühren und meiner allgemeinen Unzufriedenheit mit der Deka habe ich mich entschlossen, zur ING Bank zu wechseln und in den "I Shares Core MSCI World ETF" (ISIN: IE00B4L5Y983) zu investieren.


    Die angesparte Summe beläuft sich auf ca 35.000 € wo von der Gewinn ca 7.600 € beträgt.


    Ist es nun steuerlich oder auch generell besser den Fond bei der Deka zu verkaufen, dann das Deka Depot zu kündigen und danach die Summe bei der ING neu in den ETF zu stecken und zusätzlich wieder mit 100€/Mon zu besparen oder sollte ich besser den Umzugsservice der ING nutzen, die DekaFonds zur ING umziehen, dort verkaufen und dann in den ETF stecken ? Ein Freistellungsantrag wäre noch vorhanden.


    Ich danke schon mal für jeden Ratschlag

    Gruß Patrick

  • Hallo PatrickA4 , willkommen im Finanztip-Forum.


    Warnhinweis: keine Steuerberatung


    Von steuerlicher Seite macht es mMn keinen Unterschied, wobei dort wo der Verkauf stattfinden soll sinnvollerweise der Rest vom Freibetrag für 2022 zugeordnet sein sollte. Aufpassen, nur 15% TFS da Mischfonds. Ich würde mir überlegen ob ich alles dieses Jahr verkaufe oder nicht doch in Tranchen, um Freibeträge künftiger Jahre zu nutzen. Die beiden Produkte sind nicht direkt vergleichbar, da der Deka einen Sicherheitsanteil enthält. Den bräuchtest Du nach der reinen Lehre auch zum ETF dazu.


    Direkt bei Deka verkaufen geht schneller, wobei ich vermuten würde, dass der Neukauf bei ING kurzfristiger erfolgen könnte wenn der Fonds dort verkauft wird, da die Geldlaufzeiten entfallen.