Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Hallo,


    ich habe heute zufällig in meinem Fairr Riester Deopot gesehen,
    dass vor einigen Tagen alle meine Depotwerte verkauft wurden.
    Da mein Vertrag noch über 20 Jahre läuft, denke ich war dies
    eine sehr schlechte Aktion. Die Investition war in global
    gestreuten ETFs. Ich persönlich hätte nicht verkauft. Bei einer
    solch langen Laufzeit sollten auch größere Kursrücksetzer kein
    Problem sein.


    Was denkt ihr über diese Aktion ?


    Viele Grüße,
    Jens

  • Ich denke das Stichwort ist hier Risikobudget / Value at risk (VaR), Wenn ein gewisses Risikoniveau überschritten wird müssen Vermögenswerte verkauft werden, weil sonst die Garantien nicht gehalten werden können. Gab es übrigens in der Finanzkrise schon mal mit der Konsequenz, dass für die damals betroffenen Produkte für restliche Vertragslaufzeit nur noch Zinsanlagen genutzt werden konnten weil kein Platz für Risiko mehr war.

  • Tröste Dich , bei mir ist es bei der Union Investment das Gleiche passiert , einfach unfassbar,obwohl ich noch 30 Jahre Zeit habe.Jetzt wird weiter in den Rentenfond investiert und wenn die Börsen wieder steigen ,dann bin ich wieder dabei!!!
    Steigen die Zinsen wieder ,fallen die Kurse und ich habe am Ende das ,was ich eingezahlt habe.Super System .Schröder und die Lobby der Versicherungsindustrie sei Dank!!!


    Deshalb werde ich auf meine Zulagen verzichten,fressen sowieso die Gebühren wieder auf und den Vertag beitragsfrei stellen.Anschließend einen günstigen Broker suchen und alles selber machen.


    Gruß Bruno

  • Hallo,


    ich war auch ziemlich überrascht, dass auf einmal keine Anteile mehr in meinem Fairriester zu finden waren. Ich hab mich ja bewusst für ein ETF-Riester entschieden, weil ich noch >30 Jahre einzahlen müsste.
    Ich frage mich vor allem wann dann meine monatlichen Beiträge wieder in ETF eingezahlt werden. Wenn das bei der Sutorbank als Barbestand rum liegt, dann zahle ich das lieber in meinen eigenen ETF Sparplan ein. Das entspricht nicht gerade meinem Ziel per Sparplan stur einzuzahlen.


    Wie du, Jens, hätte ich es nicht verkauft und jetzt weiter bespart und die Anteile günstiger gekauft. Ich hab dem Fairriester-Team auch mal geschrieben. Eventuell werde ich meine nächsten Einzahlungen in das Riesterprodukt dann auch mal anhalten bis sie wieder Anteile kaufen.


    Viele Grüße

  • Ja, ich bin auch von der fairriester-Umschichtung betroffen. Von rund 80 Prozent Aktienanteil auf Null – bei einer Restlaufzeit von gut 16 Jahren.


    Das Konzept von fairriester ist für mich damit praktisch gescheitert. Immerhin war man damit angetreten, es besser machen zu wollen als Anbieter wie Union Investment (UniProfiRente) oder DWS (TopRente), die in der Finankrise massiv umgeschichtet hatten.


    Ob langfristig sinkender Aktienanteil oder nicht – die Beitragsgarantie von Riester verträgt sich offenbar einfach nicht mit einer Anlage in Aktien, bei der Crashs vorprogrammiert sind.


    Auch schlimm: Als Kunde wurde ich über die Umschichtung überhaupt nicht informiert. Nur im Cockpit von fairr.de wird ein Text eingeblendet, dass die Sutor Bank die Risiken im Portfolio gesenkt habe. Wie es weitergeht, weiß man aktuell offenbar selbst nicht.


    Finanztip sollte die Empfehlung auf jeden Fall überprüfen. Für mich ist das Konzept mit solch einer Ausführung jedenfalls nicht empfehlenswert.

  • Anscheinend sind alle betroffen vom Verkauf. Zumindest habe ich es bisher von jedem Gehört sofern es einem überhaupt aufgefallen ist.


    Wir überlegen auch gerade was wir machen wollen.
    Uns war sehr wohl bewusst das dieses Szenario kommen könnte, wird/wurde ja auch alles Publiziert von Fairr in der Produktbeschreibung.


    Vielmehr stellt sich mir aber die Frage wie es weitergeht wenn wieder gekauft wird ?
    Oder wie geht es weiter mit der kommenden Monatsrate ?


    Hat man einfach nur den Verlust-Stop gemacht und kauft später wieder zu gleichen Anteilen ein, so wie es der Ursprüngliche Plan vorgesehen hatte, wieder ein ? Oder setzt man nun verstärkt auf einen Sicherheits-Anteil um den Verlust mit Sicherheit zu kompensieren damit man die Garantieleistung sicher hat?


    Ich finde da könnte seitens Fairr oder Sutor einfach mal einen Info kommen. Nicht im Detail, aber zumindest welchen Sinn und welches Ziel die Aktion hatte und was das ziel für die Zukunft bedeutet.
    Informationen sind heute bei weitem kein Hexenwerk mehr, vor allem nicht bei einem Produkt welches Ausschließlich Online geführt wird.


    Finanztip sollte die Empfehlung auf jeden Fall überprüfen. Für mich ist das Konzept mit solch einer Ausführung jedenfalls nicht empfehlenswert.

    Es wäre wirklich Interessant und auch wünschenswert wenn sich Finanztip dem mal annehmen würde. Ich glaube das würden einige begrüßen, auch mit den Gedanken von Neuabschlüssen.

  • Hi Leute,


    wir sind dran, bin persönlich beteiligt. Selbstredend haben wir auch keine Info zu dieser Aktion bekommen.


    Wir halten Euch auf dem Laufenden und arbeiten natürlich an einem Vorschlag, was Ihr machen solltet.
    Aber auch hier gilt wie bei praktisch allem in der Corona-Krise: keine Panik und keine vorschnellen Entscheidungen!

  • Hallo zusammen,


    der Anlageausschuss der SUTOR Bank scheint über alle Kunden hinweg mit dem Komplett-Verkauf reagiert zu haben. Was mir bei Restlaufzeiten <5 Jahre als vollkommen richtig erscheint, fällt mir bei >20 Jahren schwer zu akzeptieren. Habe per Mail mit dem Support kommuniziert - leider nicht zufriedenstellend wie die Kommunikation über das Cockpit ..


    Ich habe den Vertrag jetzt beitragsfrei gestellt und schaue mir das etwas an, wie das Geld wieder in den Markt kommen soll.


    Danke ans Team, dass ihr bei der Sache schon am Nachhaken seid.


    Viele Grüße

  • Hallo zusammen,


    hab auf meine Anfrage, warum das gemacht wurde und wann wieder Aktien gekauft werden folgende Antwort bekommen:

    "Die Anlageentscheidung hat der Anlageausschuss der Sutor Bank getroffen. Der fairriester war ist ein Riester-Fondssparplan, dessen Anlage durch die Vermögensverwaltung der Sutor Bank laufend kontrolliert wird, da eine gesetzliche Riester-Beitragsgarantie vorgeschrieben ist und niemals gefährdet werden darf – bei extremen Ereignissen kann hier regulierend in das aktuelle Portfolio eingegriffen und von der normalen weltweiten ETF-Anlage, breit gestreut in Aktien und Anleihen, abgewichen werden.

    Das aktuelle Vorgehen der Sutor Bank ist den besonderen Rahmenbedingungen der gesetzlich vorgeschriebenen Riester-Beitragsgarantie geschuldet, die die Depotbank als Garantiegeber unbedingt im Rahmen der aktuellen Entwicklungen an den weltweiten Aktienmärkten beachten muss und nicht ignorieren kann.

    Derzeit werden daher Einzahlungen und der Bestan bis auf weiteres im Cash rgehalten Da fairr wie auch die Depotbank ein Interesse hat, die Verträge weiterhin attraktiv zu gestalten, werden wir zusammen alles versuchen, um die Aktienquoten wieder auf ein erträgliches Maß zu erhöhen. Aktuell können wir aber keinen Ausblick geben."


    Ich werde daher meine monatliche Einzahlungen erst mal pausieren, bis wieder Aktien gekauft werden. Mit unverzinsten Cash-Bestand bei der Sutor Bank kann ich ja dann auch nichts anfangen (vor allem muss ich bestimmt darauf auch noch weiter Gebühren bezahlen).
    Dann halt vorerst in meinen nicht-Riester Sparplan. Irgendwann im Sommer sieht es bestimmt schon wieder anders aus.


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

  • Hallo, bei mir die selbe Situation. Restlaufzeit noch 20 Jahre. Am 12.03. wurden alle ETFs verkauft und damit -20% Verlust realisiert.


    Vom fairr-Kundendienst habe ich die selbe Mail wie Beasley erhalten.


    Ein Berater der Sutor-Bank hat mir am Telefon erklärt, dass das Geld erstmal in Rentenfonds geparkt werden soll und später wieder in Aktien investiert wird. Ich glaube das aber erst, wenn ich es sehe. Hier wurde ja schon mehrfach erwähnt, dass während der Krise 2008 alles in Rentenfonds umgeschichtet wurde und nicht mehr zurück in Aktien.


    Also wenn ich nach 35 Jahren Papierkram mit Riester nur noch meine eingezahlten Beiträge zurück bekomme, dann lohnt sich das nicht. Da würde auch ein Tagesgeldkonto ausreichend, ohne Papierkram.


    Ich habe meine Beiträge gestoppt, bis bekannt wird, wie die weitere Anlagestrategie der Sutor Bank sein wird.

  • Hi Leute,


    wir sind dran, bin persönlich beteiligt. Selbstredend haben wir auch keine Info zu dieser Aktion bekommen.


    Wir halten Euch auf dem Laufenden und arbeiten natürlich an einem Vorschlag, was Ihr machen solltet.
    Aber auch hier gilt wie bei praktisch allem in der Corona-Krise: keine Panik und keine vorschnellen Entscheidungen!

    Ich bin gespannt, was Du hier vorschlägst. So wie es jetzt aussieht, hätte ich besser in meine bav investiert. Die garantieren 3%. Gibt halt keine Zulagen, aber so macht das alles wenig Sinn. Zumindest für die jüngeren Sparer.

  • Hi Leute,


    wir sind dran, bin persönlich beteiligt. Selbstredend haben wir auch keine Info zu dieser Aktion bekommen.


    Wir halten Euch auf dem Laufenden und arbeiten natürlich an einem Vorschlag, was Ihr machen solltet.
    Aber auch hier gilt wie bei praktisch allem in der Corona-Krise: keine Panik und keine vorschnellen Entscheidungen!

    Hallo Saidi,


    gut formuliert! Die ersten, die im Corona-Crash die Nerven verloren haben, scheinen allerdings die Verantwortlichen der Sutor-Bank zu sein.


    Als Kunde ist man dem panischen Versuch der Beitragssicherung hilflos ausgeliefert. Mein Depot sieht jedenfalls aus wie das eines Investors, der Nerven und Verstand gleichzeitig verloren hat: Fast alles auf dem Verrechnungskonto, ein kleiner Rest in Anleihen - ausgerechnet auch noch Anleihen. :whistling: