Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Ich habe 3 Erkenntnisse für mich aus dem Podcast vom Finanzwesir mitgenommen:

    1. Herr Dr. Kihm kann sich gut verkaufen und hat alle kritischen Fragen elegant weggelächelt.
    2. Das wurde ihm massiv erleichtert durch zwei Interviewpartner, die den Zettel mit den kritischen Fragen wohl zuhause liegen gelassen hatten. Schade um die verpasste Chance für einen echten Erkenntnisgewinn.
    3. Podcasts sind nichts für mich.
  • test.de macht aktuell einen Leseraufruf zu Erlebnissen von Fondsriesterverträgen:

    https://www.test.de/Riester-An…nte-1601856-0/#question-0


    Was sollen die unsinnigen Umschichtungen?

    Leser­aufruf: Wir interes­sieren uns dafür, wie sich Riester-Fonds­sparpläne im Vergleich zu anderen Spar­produkten schlagen. Wie lief es bei Ihrem Riester-Fonds­sparplan? Schreiben Sie uns eine E-Mail an riester-fondssparplan@stiftung-warentest.de! Auch wenn bei Ihnen nicht umge­schichtet wurde. Schi­cken Sie uns nach Möglich­keit die voll­ständige, aktuelle Stand­mit­teilung Ihres Riester-Fonds­sparplans von 2019 oder, sofern vorhanden, von 2020.

  • Ich habe 3 Erkenntnisse für mich aus dem Podcast vom Finanzwesir mitgenommen:

    1. Herr Dr. Kihm kann sich gut verkaufen und hat alle kritischen Fragen elegant weggelächelt.
    2. Das wurde ihm massiv erleichtert durch zwei Interviewpartner, die den Zettel mit den kritischen Fragen wohl zuhause liegen gelassen hatten. Schade um die verpasste Chance für einen echten Erkenntnisgewinn.
    3. Podcasts sind nichts für mich.

    Ich muss sagen, dass ich den Podcast doch recht erhellend fand und glaube verstanden zu haben, warum die Sutor so agieren muss, wie sie es derzeit tut. Selbst die tägliche Umschichtung scheint wohl von der Regulatorik vorgegeben zu sein. Die langen Laufzeiten bei Bonds und das below AAA-Rating werden wohl gewählt, um die Garantieverpflichtungen höherverzinst diskontieren zu können. Crashed es allerdings wird dies vorhersehbar problematisch. Für mich bleibt da die Erkenntnis, dass es doch der bessere Ansatz ist, als mündiger und vorausschauender Verbraucher auf die schlechte Regulatorik hinzuweisen.


    Anderes Thema:

    Kennt jemand die vollumfänglichen Konsequenzen, wenn man als junger Riestersparer sein Rentenalter tief in die achtziger verschiebt und es wieder rücksetzen möchte, sobald der Vertrag (ordentlich) im Plus ist?


    Ich weiß, dass dann die Rentenkonditionen nicht mehr zwingend garantiert sind. Aber sind diese nicht ohnehin sehr niedrig und ist nicht von mehr auszugehen (im Rahmen der Überschussbeteiligung)?

  • Kann man sich eigentlich irgendwo irgendwie ausrechnen (lassen), wieviel förderung (also steuervorteile + zulagen) man zurückzahlen müsste, wenn man förderschädlich kündigt?

    So könnte man vorab, bevor man tatsächlich kündigt, schauen was am Ende tatsächlich ausgezahlt wird.

  • MioTB


    Die Zulage steht auf deiner jährlichen Abrechnung. Sowohl die Zahl vom letzten Jahr als auch die Summe seit Vertragsbeginn.


    Die Steuerförderung steht in deinem Steuerbescheid. Da ich den nicht für alle Jahre hatte, bin ich von 30% Steuererstattung auf die Einzahlungen ausgegangen. Die Einzahlungen in Summe stehen in jedem Bescheid.

  • Ich muss sagen, dass ich den Podcast doch recht erhellend fand und glaube verstanden zu haben, warum die Sutor so agieren muss, wie sie es derzeit tut.

    Hallo budd1 , denn hast Du mir und so wie es sich anhört hat auch dem Wesir und vielleicht sogar Dr. Kihm etwas voraus. Die hatten über eine Stunde Zeit in einem Podcast für Finanzinteressierte mit dem Titel "Fairr-Riester - was ist im Corona-Crash passiert?".

    Heraus kam nur, dass es irgendwie an der ungeplanten und nicht vorhersehbaren Volatilität der Anleihen lag und dass Sutor deswegen irgendwie nicht mehr rechnen konnte. Es wurde nicht einmal der Versuch unternommen, den Mechanismus nachvollziehbar zu beschreiben, der dann zum Versagen in der Krise geführt hat.


    Statt dessen viel Herumgeeiere. U.a. mehrfach die Bemerkung, dass Fairr-Rürup ja nicht betroffen gewesen sei. Stimmt schon. Genauso wenig wurden auch Goldmünzen, Immobilien oder Schiffscontainer automatisch in Cash umgeschichtet. Darum geht es aber gerade nicht.


    Selbst die tägliche Umschichtung scheint wohl von der Regulatorik vorgegeben zu sein.

    Also zum 1.1.2021 wäre ohnehin diese Umstellung gekommen, die bei niedrigen Zinsen zu sell low und buy nie wieder führt. Na denn ist es ja gleich gar nicht mehr so schlimm. Wann hat Herr Dr. Kihm denn vorgehabt, dass seinen Kunden zu erzählen? So wie die Kommunikation in der Krise - hinterher und blumig? Und wie lange hat er davon schon gewusst und trotzdem neue Kunden mit dem Buy&Hold-Ansatz ge... worben?

  • Pantoffelheld


    Ich habe mich lediglich auf die Produktkonstruktion und die Sinnhaftigkeit einer Petition direkt in Richtung Sutor bezogen. Ich kann die Probleme in der Konstruktion verstehen und eine Petition macht nur Sinn hinsichtlich der Regulatorik.


    Dass die ganze Geschichte ein Kommunikationsdisaster war und dass kritische Diskussion in der heutigen Gesellschaft immer schwieriger wird - u.a. weil sich schnell jemand persönlich angegriffen fühlt oder jemand anderes Angst hat von einer kritischen Kommunikation Nachteile zu erwarten - habe ich als offensichtlich erachtet.

  • budd1 dann hatte ich Dich falsch verstanden. - Ich glaube auch nicht, dass eine Petition an Fairr/Sutor viel bringt, denn deren Handlungsspielraum in die von uns gewünschte Richtung ist eng und die Botschaft, dass die Kundschaft unzufrieden ist, dürfte dort auch schon jetzt angekommen sein.


    Noch nicht beantwortet wurde Deine Frage "sind förderschädliche Entnahmen auch stufenweise möglich oder muss man den Vertrag dazu komplett kündigen?" -> Du kannst den Vertrag nur komplett kündigen.

  • budd1 dann hatte ich Dich falsch verstanden. - Ich glaube auch nicht, dass eine Petition an Fairr/Sutor viel bringt, denn deren Handlungsspielraum in die von uns gewünschte Richtung ist eng und die Botschaft, dass die Kundschaft unzufrieden ist, dürfte dort auch schon jetzt angekommen sein.


    Noch nicht beantwortet wurde Deine Frage "sind förderschädliche Entnahmen auch stufenweise möglich oder muss man den Vertrag dazu komplett kündigen?" -> Du kannst den Vertrag nur komplett kündigen.

    Kein Problem und Danke für deine Info. :-)


    Kennst du dich oder kennt sich jemand anderes hier noch bezüglich meiner Fragen bezüglich der Rentenkonditionen aus? Welcher Rentenfaktor ist nach Überschussbeteiligung erwartbar? Also macht es überhaupt Sinn einen relativ hohen Garantiefaktor haben zu wollen oder ist der eh viel zu konservativ und wird erwartbar (deutlich) geschlagen?


    Zudem: Kündigt man förderschädlich, so fällt auf die Erträge (Endwert-Einzahlungen) c. p. im Kündigungsjahr vermutlich die volle KeST. an?

  • Welcher Rentenfaktor ist nach Überschussbeteiligung erwartbar? Also macht es überhaupt Sinn einen relativ hohen Garantiefaktor haben zu wollen oder ist der eh viel zu konservativ und wird erwartbar (deutlich) geschlagen?

    Ein Garantiefaktor für eine Rente weit in der Zukunft ist bei ansonsten gleichen Rahmenbedingungen wahrscheinlich niedriger als ein Garantiefaktor für übermorgen. Frage dahinter: Werden die Leute (insbesondere die Riestersparer) mit der gleichen Geschwindigkeit immer weiter immer älter oder verlangsamt sich das irgendwann?

    Rentenfaktor im Riesterangebot variiert bei Condor liefert zumindest eine Teilantwort auf Deine Frage.

  • Hallo zusammen,


    habe meinen Fairriester nun auch gekündigt. Eventuell aber etwas zu voreilig. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich meine eingezahlten Beiträge, abzüglich der Zulagen und Steuervorteile, zurück erhalte. Tatsächlich ist das aber nur der aktuelle Wert des Depots. :/ Der ist im Vergleich zu den Einzahlungen leider sehr gering. Normalerweise befasse ich mich mit solchen Fragen wesentlich intensiver. Daher dies als Hinweis für alle, die über eine Kündigung nachdenken...

  • Hallo zusammen,


    habe meinen Fairriester nun auch gekündigt. Eventuell aber etwas zu voreilig. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich meine eingezahlten Beiträge, abzüglich der Zulagen und Steuervorteile, zurück erhalte. Tatsächlich ist das aber nur der aktuelle Wert des Depots. :/ Der ist im Vergleich zu den Einzahlungen leider sehr gering. Normalerweise befasse ich mich mit solchen Fragen wesentlich intensiver. Daher dies als Hinweis für alle, die über eine Kündigung nachdenken...

    Hey,


    okay, dann hoffe ich mal nicht, dass du am Ende sogar noch drauf zahlen musst. Wenn der Depotwert niedriger ist als die Steuerrückzahlung + Zulagen =O


    Würde am liebsten auch kündigen, weil ich mittlerweile bei 2% Aktienquote angelangt bin und mein Depot mittlerweile so weit unter der Garantiesumme (wegen Anbieterwechsel vor 2 Jahren sehr hoch) ist, dass ich diese niemals mehr erreichen werde.

    So muss ich das jetzt wohl vor sich hindümpeln lassen, so dass ich in 25 Jahren wenigstens die Garantiesumme zurück bekomme.

    Fairr hat bei mir durch die katastrophale Aktion durch den Verkauf am Tiefpunkt und Umschichtung in Cash vom damaligen Höchststand ca. 15 000 Euro vernichtet. Das Geld sehe ich nie wieder. Wären Sie drin geblieben wären die 15 000 Euro mittlerweile wieder gut gemacht. Zum Kotzen alles ;(

  • Hallo zusammen,


    habe meinen Fairriester nun auch gekündigt. Eventuell aber etwas zu voreilig. Ich bin nämlich davon ausgegangen, dass ich meine eingezahlten Beiträge, abzüglich der Zulagen und Steuervorteile, zurück erhalte. Tatsächlich ist das aber nur der aktuelle Wert des Depots. :/ Der ist im Vergleich zu den Einzahlungen leider sehr gering. Normalerweise befasse ich mich mit solchen Fragen wesentlich intensiver. Daher dies als Hinweis für alle, die über eine Kündigung nachdenken...

    Das hatte ich für meinen Vertrag auch mal überschlägig ausgerechnet.
    Ich hatte also die vorhandene Summe um die mir bekannten Steuererstattungen der Jahre und um die gezahlten Zulagen verringert. Der verbleibende Betrag war schon nicht allzu hoch.

    Anschließend hatte ich diesen Restbetrag für die restliche Zeit bis zur Rente gedanklich in einen ETF gesteckt und bin von 6% Wachstum pro Jahr ausgegangen. Also einfach den Rest mit (1.06^n, n=Anzahl der verbliebenen Jahre) multipliziert, wie gesagt, überschlägig.

    Erstaunlicherweise hätte sich das für mich bei einer Laufzeit von 18 Jahren sogar gelohnt, ich wäre trotz der aktuellen heftigen Verluste am Ende oberhalb der Garantiesumme herausgekommen.

    Warum habe ich es trotzdem sein gelassen?
    Um ehrlich zu sein: Aus Verärgerung über f****** Fairr. Die haben sich die Suppe eingebrockt, dann sollen sie sie auch gefälligst auslöffeln, auch wenn die Entscheidung unvernünftig ist.

    Und natürlich weiß ich nicht, wie hoch die Kurse zum Zeitpunkt der Auszahlung stehen. Steige ich dann hoch ein, vermindert sich natürlich auch die Gesamtrendite.

    Ein weiterer Aspekt: Sollte ich meinen Job verlieren und keinen neuen finden, müsste ich im schlimmsten Fall mein Privatvermögen bis zu einer bestimmten Grenze erst einmal aufbrauchen. Das Kapital im Riester-Vertrag wäre davon ausgenommen.

  • Ich wäre stand gestern wieder auf plus Minus Null gewesen, wenn nichts verkauft wurden wäre. Also zum garantierten Wert. Das ist so armselig das fast am tiefsten Stand alles verkauft wurde. Ich finde es eine Riesen Freiheit das Sutor/Fairr so tun als wenn nie was passiert wäre. Wenn ich kündigen würde, dann würde ich 7000 Euro zum eingezahlten Geld verlieren also gute 50Prozent.

    Fair/ Sutor sollten sich mal dafür entschuldigen für das was Sie uns angetan haben. Wie kann man soviel Geld in so kurzer Zeit vernichten. Ich kenne einen der war bei der Sutor 1 Woche investiert und hat 30000 Euro verloren.

  • Ein weiterer Aspekt: Sollte ich meinen Job verlieren und keinen neuen finden, müsste ich im schlimmsten Fall mein Privatvermögen bis zu einer bestimmten Grenze erst einmal aufbrauchen. Das Kapital im Riester-Vertrag wäre davon ausgenommen.

    Ääääähhhh... das „Kapital“ im Riester ist vermutlich nicht nennenswert und für später (Altersversorgung) kaum ausreichend, um Altersarmut zu verhindern.

    Ansonsten hast du wahr... Vermögen hindert beim Bezug von Sozialleistungen 😜

  • Mach genau die Rechnung, die Iglufant dir vorgerechnet hat und entscheide dann, was du machst. Wenn die Laufzeit lange genug ist, dann lohnt es trotz der herben Verluste jetzt zu kündigen und das Verbliebene selbst in einen ETF zu investieren. Zumindest rein finanziell.

    Die anderen Aspekte muss jeder für sich beurteilen.