Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Richtig krass ist der letzte Satz.

    "Dies, aber auch soziale Differenzierungen bei der Lebenserwartung, sprächen gegen eine Heraufsetzung des Regelrentenalters."


    Das deute ich so: Die Armen sterben im Schnitt früher und haben deswegen sowieso schon nicht so viel von der Rente. Daher würden sie unter der Anhebung des Regelrentenalters überproportional leiden.


    Dem kann ich wohl folgen. Aber krass ist es trotzdem, in all seinen Verästelungen.

  • Danke für den Link. Am fürchterlichsten fand ich den letzten Absatz:


    "Da dieses Thema “unpopulär” sei, fordert Gundula Roßbach, Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung Bund, eine politische Entscheidung. Allerdings sollten die nächsten “vier, fünf” Jahre abgewartet werden, ob das Renteneintrittsalter faktisch steigt."


    Das kann doch nicht ihr Ernst sein. Wieviel Rendite verschenkt man durch den verpassten Zinseszinseffekt in fünf Jahren? Finanzmathematik Grundlagenkurs...

    Bezogen auf die gesetzliche Rentenversicherung trifft sie da schon einen Punkt. Die Regelaltersgrenze weiter anzuheben, während die Leute in großen Teilen schon jetzt deutlich vorher aus dem Erwerbsleben ausscheiden, wäre anders zu bewerten, wenn die Leute in großen Teilen erst mit Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand eintreten.


    Außerdem ist die Anhebung der Regelaltersgrenze für die Jahrgänge bis 1964 und älter bereits geregelt. Somit gibt es einen "Fahrplan" bis Ende 2031.


    Einfach eine neue Tabelle an die alte anzufügen kann dann ja wohl kaum die passende Lösung sein.


    Mit der Riester-Reform zu warten kann man aber auch nicht als Plan bezeichnen.

  • Der hohe Anteil derjenigen, die vor dem Regeleintrittsalter in Rente gehen, könnte bedeuten:

    1. Das Regeleintrittsalter ist jetzt schon so hoch, dass es für viele kaum noch zu erreichen ist.
    2. Die Rentenhöhe ist so auskömmlich (ggf. inklusive von Zusatzeinkünften), dass man die Abschläge gerne in Kauf nimmt und lieber 2 Jahre früher nach Mallorca zieht.
    3. Beides, aber es betrifft unterschiedliche Personenkreise.
  • Der hohe Anteil derjenigen, die vor dem Regeleintrittsalter in Rente gehen, könnte bedeuten:

    1. Das Regeleintrittsalter ist jetzt schon so hoch, dass es für viele kaum noch zu erreichen ist.
    2. Die Rentenhöhe ist so auskömmlich (ggf. inklusive von Zusatzeinkünften), dass man die Abschläge gerne in Kauf nimmt und lieber 2 Jahre früher nach Mallorca zieht.
    3. Beides, aber es betrifft unterschiedliche Personenkreise.

    Grundsätzlich 3., allerdings gehören zu 1. auch die Politik der Jobcenter und Argen dazu, Leute in die vorgezogene Altersrente zu drängen, und zu 2. die Möglichkeiten ggf. auch abschlagsfrei vorzeitig in Rente zu gehen oder der nivellierende Effekt von aufstockenden Leistungen.


    Einigen wir uns darauf, dass es wohl viele Gründe gibt.

  • Sind die Verträge der Kinder aktuell auch im Minus, und der Aktienanteil ist trotzdem 100%? Das wäre ja ein Licht am Ende des Tunnels. Bisher habe ich nur von Verträgen gehört, die trotz langer Restlaufzeit nicht voll investiert waren. Es könnte aber auch daran liegen, dass die Vola gerade wieder auf dem niedrigsten Niveau seit einem Jahr liegt.

    Also ich (34 Jahre, Laufzeit bis 83 Jahre) bin mit meinem Vertrag auch die meiste Zeit bei 100% Aktienquote. Einzahlungen (Beiträge plus Zulagen) insgesamt 5.050 Euro, Depotstand aktuell circa 4.300€. Bis zu einem VIX von ca. 30-35 bin ich also bei 100% Aktienquote. Hab so gesehen "Glück gehabt", dass mein Vertragsguthaben noch nicht sehr hoch war beim desaströsen Corona-Umschichten vor einem Jahr. Da der VIX aber regelmäßig auch mal über 35 steigt (und somit meine Aktienquote auch zeitweise wieder unter 100% sinkt), kommt mein Depotwert durch das dadruch ausgelöste "Buy high, sell low" auch nicht wirklich vom Fleck und ist trotz seit knapp einem Jahr steigender Börsenkurse eigentlich immer noch gleich hoch im minus. Dazu noch die überaus schlecht performenden Low Volatility ETFs und fertig ist die Grütze :-(

  • ein kleines bisschen Freude zum Finale

    - Ich bin Ende 2019 zu fairr gewechselt...
    - ich habe dann , im Juni?) förderschädlich den Riester gekündigt.


    Ich sitze gerade an meiner Steuererklärung; dank Software geht das ja Fix; außerdem hat die Software auch einen elektronischen Draht zum Finanzamt zum Abruf der Steuerdaten?

    die gute Nachricht? Es gibt da einen Punkt zu Altersvorsorgeverträgen in der Erklärung für 2020 und da steht was von Max Sutor oHG
    - das schöne dann die negativen Beträge unten den Punkten "zu versteuern: "

    Ich habe es nicht so ganz verstanden, aber scheinbar mindern die Riester-Verluste das steuerbare Einkommen.


    die Zahlen beziehen sich auf

    - §22 Nr.5 S.2c) EStG

    - §22 Nr.5 S3. i.V.m. S.2c) EStG

  • Hallo zusammen,

    ich habe bisher nur mitgelesen und parallel Schlichtungsverfahren beim Ombudsmann für private Banken angestrengt. Nach einigem Hin und Her kam heute dann ein Schreiben des Ombudsmanns, in dem er die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens ablehnt.

    Ich wollte diese Info gerne mit allen aktiven und stillen Leserinnen und Lesern teilen. Auch wenn es für mich natürlich enttäuschend ist, hilft es ja doch vielleicht jemandem weiter. Bei Fragen zu meinem Verfahren, könnt ihr mir gerne eine private Nachricht schicken.


    Falls jemand Ideen hat, ob/wie die Sache noch vorwärts zu trieben ist, freue ich mich natürlich auch über jede Information :)

  • Das schreibt der

    Hallo zusammen,

    ich habe bisher nur mitgelesen und parallel Schlichtungsverfahren beim Ombudsmann für private Banken angestrengt. Nach einigem Hin und Her kam heute dann ein Schreiben des Ombudsmanns, in dem er die Durchführung eines Schlichtungsverfahrens ablehnt.

    Ich wollte diese Info gerne mit allen aktiven und stillen Leserinnen und Lesern teilen. Auch wenn es für mich natürlich enttäuschend ist, hilft es ja doch vielleicht jemandem weiter. Bei Fragen zu meinem Verfahren, könnt ihr mir gerne eine private Nachricht schicken.


    Falls jemand Ideen hat, ob/wie die Sache noch vorwärts zu trieben ist, freue ich mich natürlich auch über jede Information :)

    Das schreibt der Ombudsmann immer, das hilft nur Klagen, bin mal gespannt was dabei heraus kommt,

  • Danke Maus2000! Das ist tatsächlich noch eine etwas andere - radikalere - Idee als der erste Vorschlag. Diesmal sind die Bedingungen deutlich unkomplizierter.


    Ich kann mir aber auch diesmal nicht vorstellen, dass das auf große Begeisterung stößt. Es geht zwar das Problem Garantien verderben Aktienquote und Renditeerwartung an, allerdings nur in die Vergangenheit gerichtet. Und es wird die meisten Kunden nach einem schlechten Geschäft klingen, bei dem der Anbieter seine Probleme auf ihrem Rücken lösen möchte. Dass für eine so weitreichende Entscheidung dem Kunden nur 14 Tage Zeit eingeräumt werden - Sonderaktion bis 31.3.2021 - vermag zusätzlich Misstrauen zu wecken. Was soll diese Befristung?

  • Hoffentlich macht das keiner, dann wäre die Sutor Bank schön aus dem Schneider. Für mich ist das Angebot schlichtweg unmöglich. Ich habe ja einen Bekannten der Klagt. Bin mal gespannt was dabei heraus kommt.


    Wenn man einen neuen Vertrag abschließt dann gibt es nur einen Gewinner. Die Sutor Bank. Dann wären die Garantieren nicht mehr so hoch. Ich habe die neuen Fonds mal verglichen mit einem normalen MSCI World, die haben genau auf ein Jahr gerechnet nur 1/4 an Kursgewinn gemacht wie der normale MSCI World. Man hätte als neuen Fond einfach einen FTSE All World nehmen sollen.

  • Interessant, alle Riester-Kunden scheinen das Schreiben nicht zu bekommen, in meinem Postfach ist nichts.
    Ich habe noch ca. 16 Jahre bis zur Rente und mein Riester ist gute 2500€ unter der Garantie vorn etwa 17700€.

    Hätte ich das Angebot bekommen, müsste ich schon reichlich bescheuert sein, es anzunehmen.