Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Hi Lars, welche Vertragsbedingungen hast du? Meine sind von 2015 (Vertragsbedingungen für Altersvorsorgeverträge), und da steht - anders als in den aktuellen - drinne: "Die Altersvorsorgebeiträge ... werden ... in Investmentanteile angelegt." Ferner steht drinne, dass Fondspalette und Anlagegrundsätze von der Bank geändert werden können - aber eben nicht die Vertragsbedingungen. Ich finde das eigentlich recht klar: Die können Umschichtungen in andere Fonds vornehmen (damit kann man ja auch Risiko reduzieren), aber eben nicht in Cash.


    Kannst du mehr schreiben wie deine Anwältin ihre Auffassung begründet?


    Danke! Martin

  • Ich will Dich nicht aufhalten, aber nur zur Info:Nach unserer Einschätzung handelt Fairr leider im Rahmen dessen, was die AGBs erlauben. (Ohne deren Handeln verteidigen zu wollen!)


    Eine Rechtseinschätzung kann natürlich nie schaden...

    Hallo Saidi,
    kannst du so freundlich sein und verraten, wie du zu deiner Rechtsauffassung kommst und wie juristisch fundiert die ist? ME ist doch zentral was in den Verträgen mit Sutor steht (und nicht in denen von Fairr). Hast du einen Altersvorsorgevertrag mit Fairr? Ich habe einen mit Sutor... Also, leg doch bitte mal nach und mach deine Rechtsauffassung hier öffentlich ;-)

  • @Gunni1983


    Wenn du ein Riestervermögen von 10000 Euro hast und nach Kündigung 6500 Euro ausbezahlt bekommst, müsstest du diese 6500 Euro mit 1% verzinsen, um nach 40 Jahren wieder bei 10.000 Euro zu sein. Annahme: im Riester gibt es null Zinsen.


    Wenn du 6500 Euro mit 5% über 40 Jahre verzinst, hast du 45000 Euro. Das schafft Fairr nie. Hier wiederrum Annahme, dass der Riester stillgelegt wird und nur das eingezahlte Kapital bei Fairr bleibt.

    Nun ja, Steuervorteile und Zulagen in den kommenden (30) Jahren bis zur Rente sind aber auch nicht ohne. Das allein sind schon >15.000€ und müsste mit einer Einmalanlage des übrigen Riesterdepots auch erstmal erwirtschaftet werden. Steuernachteile in der Rentenphase lasse ich jetzt mal außen vor, wenngleich sie natürlich dann beträchtlich sind.


    Völlig außer Acht lasse ich dabei, dass ich bereits der Allianz bei einem früheren Riester-Abenteuer gut 2.500€ an Abschluss-/Vertriebskosten in den Rachen geworfen habe.


    Aktuell sehe ich natürlich wenig Perspektive bei Fairr in der derzeitigen Situation, aber auch genauso wenig Sinn jetzt kurzfristig alles über den Haufen zu werfen. Vielleicht bewegt sich ja demnächst wieder etwas im Portfolio. Zumal ich, wie bereits geschrieben, aktuell nur bei -1% stehe und Glück im Unglück hatte. Dennoch hätte ich natürlich gerade jetzt die günstigen Einstiegspreisen genutzt und zusätzlich Rendite erwirtschaftet. Ich hoffe einfach, dass lars263‘s Anwältin Recht behält und die Sutor in einigen Wochen wieder investiert und die Kurse sich weiter erholen,

  • @lars263
    Mich würde mal interessieren wie sie auf 6 Monate kommt. Also auf welcher Grundlage diese Frist basiert.


    Prospekt oder Codex hin oder her, das ist ja nicht bindend.


    @Gunni1983
    Erstmal ist das ganze ja Sondervermögen. Der Inhalt des Depot, egal ob ETF oder Cash, ist ja somit Sicher.
    Die Bank kann es ja auch nur verwalten und nicht damit "durchbrennen". Demnach könnte wenn überhaupt nur die jetzt entstandene Lücke in der Garantieleistung ein Problem darstellen.
    Allerdings haben ja (fast) alle Anbieter umgeschichtet, zwar nicht in Cash, aber sie sind aktiv geworden oder mussten es werden.
    Deshalb würde ich, als Laie ohne weitere Infos, nicht unbedingt gleich von Liquiditätsprobleme oder ähnlichen ausgehen.



    Das Problem liegt doch eher einfach an der Sache selbst:
    Fairriester gibt es seit 2014 und die meisten sind sogar erst später eingestiegen. Einige kennen es überhaupt nicht wie es sich "anfühlt" wenn die Aktienmärkte mal so richtig nachgeben denn sie kannten aus den letzten Jahren fast nur eine Richtung: immer weiter nach "rechts oben"


    Auch hier ist jetzt das erste mal der Fall eingetreten das es eben nicht immer nur bergauf geht, und man damit super aufgestellt ist wenn man einen hohen Aktienanteil hat. Im Grunde ist das Fairr jetzt auch auf die Füße gefallen, würde aber nicht so schlimm sein wenn man das einfach aussitzen kann.
    Die Bank kann es aber nicht weil sie eine Garantie auf das eingezahlte Beiträge und Zulagen gegeben hat und muss. Und genau dieses Problem haben andere Anbieter auch, sie lösen es nur anders.


    Ich war/bin auch "begeistert" von dem Fairriester Konzept, vor allem weil es unkompliziert ist, jederzeit Einsehbar und Flexibel in der Handhabung war und dazu noch Rendite verspricht.
    Wenn man sich aber genauer damit auseinander setzt bestehen aber erheblich Zweifel ob das so funktionieren kann. Ein Produkt welches höchst spekulativ ist, welches Jederzeit, auch 1-2 Jahre vor der Rente, einem negativen Markt unterworfen sein kann, mit einer Garantie Ausstatten zu müssen.
    Da sind Eingriffe der Bank/Versicherung vorprogrammiert.


    Ich glaube da muss jeder für sich noch einmal gucken ob er sich da richtig aufgehoben fühlt, denn daran zweifel ich hier bei einigen Kommentaren. Denn einige scheinen die nerven zu verlieren nach dem (eventuell) den ersten Crash ihres Investorenlebens. Da sollte man dann halt mal überlegen ob man sich selbst am Aktienmarkt richtig aufgehoben fühlt, das ganze versucht mit etwas Abstand und Nüchternheit zu sehen oder eventuell einen anderen weg einschlagen.


    Ich investiere selbst seit 21 Jahren im Markt, über verschiedene Wege und Formen, von denen ich mich z.T. wieder getrennt habe. Und auch hier steht die Tendenz auf Trennung, einfach weil ich inzwischen an dem gemeinsamen Weg, bzw. mich als Wegbegleiter, zweifel.

  • Hi Spacefly,


    danke für die Zeilen, die ich grundsätzlich teile. Ich bin aktuell froh, dass es die gute alte gesetzliche Rentenversicherung noch gibt und wir in D nicht vollständig auf kapitalmarktabhängige Altersvorsorge gesetzt haben. Da sind Krisen - genau wie du schreibst - zwar selten, aber völlig normal.


    Die Frage mit dem Sondervermögen ist spannend: Du hättest Recht, wenn Sutor das Geld zur Sparkasse nebenan getragen hätte. Halte ich aber für unwahrscheinlich. Ich denke eher, dass Sutor das Sondervermögen als Cash gerade bei sich selbst parkt. Puh, und dann? Ich weiss es nicht, ehrlich gesagt.


    Aber auch dies hat Finanztip kompetent geprüft, bevor Empfehlungen ausgesprochen wurden. Sicher wird Saidi hier in den nächsten Stunden für Aufklärung sorgen!


    Viele Grüße,


    Martin


  • @Gunni1983
    Erstmal ist das ganze ja Sondervermögen. Der Inhalt des Depot, egal ob ETF oder Cash, ist ja somit Sicher.
    Die Bank kann es ja auch nur verwalten und nicht damit "durchbrennen". Demnach könnte wenn überhaupt nur die jetzt entstandene Lücke in der Garantieleistung ein Problem darstellen.

    Ähem, bist du da sicher? Sondervermögen bezieht sich meines Wissens nach auf Aktien, Fonds, ETF (weil es kein Geld bei einer Bank ist, sondern Anteile an Unternehmen), und die wurden bei mir alle verkauft. Das Depot ist leer, der Cash-Betrag liegt auf dem Verrechnungskonto. Und das ist meines Wissens nach kein Sondervermögen.


    Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. ;-)

  • @Spacefly


    Genau das war mein Ansatz, als ich sagte, dass keiner von uns weiß, wie es der Sutor geht.


    Wer weiß schon, wann und wieviele Kunden mit welcher Liquidität gleichzeitig versorgt werden mussten.


    Bei dieser Dynamik bis Mitte März sprechen wir sicher von Dimensionen, die für eine Privatbank mindestens schwierig gewesen sein dürften. Besonders, wenn man bedenkt, dass viele Kunden der Sutor ohnehin Investmentgroßkunden sind.


    Hinzu kommt der Fakt, dass die Sutor sicher auch selbst erheblich am Kapitalmarkt investiert ist bzw. war und demzufolge auch selbst Verluste gemacht haben dürfte.


    Und am Ende kommen wir, mit Vermögen, dass grundsätzlich noch lange investiert ist, aber kurzfristig zur Liquiditätsdeckung herhalten kann. Dazu erst frühestens im September fällig werden würde.

  • halbes Jahr habe ich vergessen, also länger wie ein halbes Jahr sollte die Sotur Bank nicht vom Vertrag abweichen, hat meine Anwältin gesagt.

    Da möchte ich gerne noch mal nachhaken. Wieso ist es gesetzlich in Ordnung, ein halbes Jahr lang vom Vertrag abzuweichen, für sieben Monate aber nicht? Entweder Sutor darf vom Vertrag abweichen, oder nicht. Wenn die Bank es darf, frage ich mich, was der Sinn eines Vertrages ist.

  • Nun ja, Steuervorteile und Zulagen in den kommenden (30) Jahren bis zur Rente sind aber auch nicht ohne. Das allein sind schon >15.000€ und müsste mit einer Einmalanlage des übrigen Riesterdepots auch erstmal erwirtschaftet werden. Steuernachteile in der Rentenphase lasse ich jetzt mal außen vor, wenngleich sie natürlich dann beträchtlich sind.

    Das ist eben die Frage. Bekommst du Zulage für dich oder für 1-x Kinder? Wie hoch ist dein Steuersatz im Erwerbsleben und wie hoch im Rentenalter, denn nur die Differenz ist eine "echte" Ersparnis. Welche Rendite erwartest du für deinen Riester und welche für den ETF?


    Ich habe des Mal mit einer Singlezulage und einer Steuerdifferenz von 40% im Erwerbsleben zu 20% im Rentenalter, sowie 3% Riesterrendite und 5% ETF Rendite über 40 Jahre gerechnet. Ist echt interessant, wie da die Auswirkungen sind.

  • Ich habe meine Riester nun erst einmal beitragsfrei gestellt und warte ab, was die Sutor Bank nun vorhat. Lustigerweise hat man mir gleich mitgeteilt, dass ich bei einer Beitragsfreistellung doch bedenken solle, dass ich u.U. Zulagen oder Steuervorteile über Hunderte Euro verschenken würde. Lustig, wenn man bedenkt, dass ich Stand jetzt bei einem Nichtverkauf meines Portfolios über 2.000€ im Plus stehen würde. Verschenkt. Schade!

  • @Gunni1983: Das würde ich als Standardfloskel verstehen. Ansonsten wäre das zu zynisch, um noch als Humor durchzugehen.

    Ja, das ist ein Standardschreiben. Haben wir auch bekommen als Bestätigung der Beitragsfreistellung.


    Ironischer weise gleich im Zusammenhang mit dem Depot Auszug wo einem die Verkäufe gleich nochmal unter die Nase gehalten werden :D

  • Ähem, bist du da sicher? Sondervermögen bezieht sich meines Wissens nach auf Aktien, Fonds, ETF (weil es kein Geld bei einer Bank ist, sondern Anteile an Unternehmen), und die wurden bei mir alle verkauft. Das Depot ist leer, der Cash-Betrag liegt auf dem Verrechnungskonto. Und das ist meines Wissens nach kein Sondervermögen.

    Du hast Recht, da habe ich mich vertan.
    Aber das Geld auf dem Verrechnungskonto unterliegt der Einlagensicherung.


    Zitat

    Das Verrechnungskonto zum Aktiendepot ist jedoch von der Einlagensicherung betroffen. Es wird durch den Depotinhaber eröffnet, um den Kauf von Aktien abzuwickeln und beispielsweise die Ausschüttung von Gewinnen zu ermöglichen. Dieses Guthaben auf dem Verrechnungskonto unterliegt dem Einlagensicherungsgesetz.

  • Hallo Saidi,kannst du so freundlich sein und verraten, wie du zu deiner Rechtsauffassung kommst und wie juristisch fundiert die ist? ME ist doch zentral was in den Verträgen mit Sutor steht (und nicht in denen von Fairr). Hast du einen Altersvorsorgevertrag mit Fairr? Ich habe einen mit Sutor... Also, leg doch bitte mal nach und mach deine Rechtsauffassung hier öffentlich ;-)

    Hallo Saidi, als Moderator und Finanztip-Experte hier Behauptungen aufzustellen und dann abzutauchen wenn man gebeten wird die Behauptung zu begründen, finde ich ein extrem schwaches Bild... Sorry aber muss ich ehrlich mal schreiben.