Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Ich finde es höchst zweifelhaft, dass fairr das ganze Produkt geändert hat und das Ablaufmanagement gestrichen hat. Ist das rechtlich überhaupt zulässig? Wozu gibt es dann einen Vertrag und eine Produktbeschreibung? Am Ende sind wir ja hier bei "die können mit meinem Geld machen, was sie wollen". Aktives Management war genau das, was ich NICHT wollte.



    @Saidi


    Ich kann auch nicht warten, ob und wann die Bundesregierung irgendwas an Riester ändert. Das bringt mir meine Verluste auch nicht zurück.


    @Zitronenelch
    Wenn fairr sich nicht bald zur Anlagestrategie äußert, werde ich wie Zitronenelch den Vertrag kündigen. Die staatlichen Zulagen schreibe ich als versunken Kosten ab. Wenn man ehrlich ist, sind es doch nur die angedrohte Rückzahlung der Zulagen, die uns alle an diesem Riester festhalten lässt. (https://de.wikipedia.org/wiki/…_und_rationales_Verhalten)


    Zitat Wikipedia: "Da Individuen nicht immer dem Rationalitätspostulat des Homo oeconomicus folgen, werden irreversible Kosten oft zum Anlass genommen, unrentable Aktivitäten weiter fortzusetzen, weil bereits so viel in diese Aktivitäten investiert wurde – aus rationaler Sicht ungerechtfertigterweise. Somit können irreversible Kosten den (aus Sicht des Entscheidungsträgers) wirtschaftlich optimalen Entscheidungsprozess verfälschen. Auf solches Verhalten nimmt die Redensart: "gutes Geld schlechtem hinterherwerfen", Bezug."

  • Ich finde Riester als Baustein zur Altersvorsorge immer noch okay, auch wenn eine Reform in Form von einzelnen Stellschrauben wohl von Nöten ist.


    Allerdings sehe ich es eben nur als Baustein, und nicht als DIE alleinige Lösung für alle.
    Aus diesem Grunde bin ich, wie bereits erwähnt, schon an dem Punkt das Riestern mit Anlageform in Aktien/ETF der falsche Ansatz ist. Was aber nicht dem Grundgedanken sondern viel mehr dem dem "Produkt" Riester mit seinen Rahmenbedingungen geschuldet ist.
    Von daher werden wir wohl zu einem Riester-Vertrag wechseln ohne Aktien/ETF. Also einen klassischen Riester als sichere Zusatz Basis für das alter.


    Für Familien mit Kindern lohtn es sich ohnehin mehr, durch die Kinderzulage. Aber auch Kinderlos kann es sich, nach meiner Meinung lohnen wenn man das Gesamtpaket mit Zulagen und Steuererstattungen betrachtet, sofern die Kosten im Rahmen sind. Die Steuererstattungen sind ja ein nettes Zubrot vom Staat, aber ich kennen viele die sich davon lieber eine Reise oder ein neues Handy kaufen anstatt diese Summe der Riestererstattung wieder in die Altersvorsorge zu investieren. Denn im Grunde haben sie dadurch mehr eingezahlt und bekommen mehr Rente ohne mehr gezahlt zu haben.


    Man könnte die Riester Erstattung vom Finanzamt also z.B. auch in das eigene ETF-Depot legen oder aber könnte man auch, sofern es der Riester-Anbieter erlaubt, auch die Summe in den Riestervertrag einzahlen.
    dadurch ergibt sich im nächsten Jahr eine höhere Erstattung da mehr eingezahlt wurde und absetzbar ist.
    Oder aber, und das ist mein persönlicher Favorit: Ich setzte die monatlichen Zahlungen in Riester herunter, stocke die 4 % Jahreszahlungen durch die Steuererstattungen und Einmalzahlung auf um die volle Zulage und weiterhin die Steuererstattung zu bekommen.
    Das eingesparte Geld welche in nun monatlich weniger in den Riester einzahle lege ich kostenfrei/kostengünstig in einen ETF-Sparplan um den ich nebenbei als 3. Säule weiter laufen lasse.


    In der Summe habe ich also immer noch genauso viel monatlich wie vorher gezahlt, habe aber die 2. Säule als sicheren Baustein und die 3. Säule als zusätzliche Flexible Säule bespart.
    In unserem Falle gibt es etwas über 600 € nur für Riester zurück. Das entspricht also eine Monatliche Rate von Rate 50 € die ich investieren kann ohne mehr zu investieren ;)


    Ist die Grundidee völlig daneben oder übersehe ich da etwas?

  • Ich habe auf beitragsfrei gestellt und spare die Beiträge vorerst auf meinem Tagesgeld-Konto, um flexibel zu bleiben und der Inflation so wenigstens 0.4% vorzuenthalten. Sobald Fair Riester mein Saldo wieder zu investieren beginnt, werde ich den Vertrag mit den angesammelten nichtgezahlten Beiträgen wieder auffüllen. Falls dies bis Jahresende nicht passiert, müßte ich nachrechnen, ob sich die Zulagen und Steuerermäßigungen "lohnen", oder ob ich das Geld in meinen "externen" ETF-Sparplan einpflege... Was meint Ihr dazu?

  • @Spacefly
    An einer Reform kommen wir nicht vorbei.


    Riester:


    Banksparplan: Gibt es nicht mehr.


    Wohnriester: Macht eher Sinn bei hohen Zinsen. (Die Älteren werden sich erinnern.)


    Versicherung: Dank Kollege Maschmeyer nicht gern gesehen.


    Fondssparplan: Siehe Fairr.


    Die Finanzkrise hat auch nicht geholfen.


    In Sachen Fairr müssen wir abwarten, aber Vertrauen ist leichter verloren als gewonnen. :/

  • @Referat Janders


    Ja, das Vertrauen ist dahin. Man hofft zwar immer noch irgendwie aber es nun mal einfach komplett anders gelaufen als gedacht und vor allem beworben.


    Und Reform ist schön und gut. Aber wann soll/wird diese kommen. Die Versicherer haben wieder eine schonfrist erhalten. Danach will man ein Fazit ziehen.
    Also wohl wieder 4-5 Jahre vergangen und vor allem verloren für die vorsorgen wollen oder müssen.
    Die verlorene Zeit darf dann wieder teuer erkauft werden weil wieder mehr investiert werden muss um die verlorene Zeit bis zur Rente aufzuholen bzw. Um auf ein ähnliches Ergebnis zu kommen.


    Das Zeigt doch schon der letzte Arbeitskreis der Regierung zum Thema Rente. Ergebnisse: Das Thema bedarf einen Arbeitskreis. Man könnte sich totlachen wenn es nicht so traurig wäre.


    "Wenn du nicht mehr weiterweißt, bilde einen Arbeitskreis."


    Wir werden jetzt dennoch eine Entscheidung treffen. Entweder es bleibt bei fairriester oder wir ziehen um. ETF werden dann als 3. Säule weiter bespart.

  • Ich werde erstmal abwarten was die Prüfung meiner Anwältin ergibt...vorher werde ich nichts machen, ausser das ich den Beitrag gesenkt habe...

    Hallo @lars263,
    hat sich deine Anwältin zufällig dazu geäußert, ob man aufgrund des Verhaltens von Fairr bzw. Sutor den Vertrag widerrufen kann oder ob man ein Sonderkündigungsrecht hat (weil der Vertrag einseitig geändert wurde)? Ich möchte das Geld ungern bis 30. September unverzinst auf dem Verrechnungskonto rumgammeln lassen, weil laut AGB eine dreimonatige Kündigungsfrist zum Quartalsende besteht.

  • Ist euch das bekannt?


    Fairr hat Anfang April eine neue Produktbroschüre herausgegeben. In dieser steht nun, dass eine Portfoliosteuerung stattfinden kann, und der Punkt, in dem das Ablaufmanagement beschrieben wird (ein starrer Ablauf nach Jahren: Je näher die Rente kommt, desto weniger wird in Aktien und desto mehr in Anleihen umgeschichtet), wurde komplett gestrichen.



    https://www.123recht.de/forum/…-kuendigen-__f571637.html

  • Das deckt sich mit dem, was @Spaceman im Beitrag 116 schrieb.


    @lars263: Diese DWS-Fonds sind genau das, was ich in keinem meiner Verträge haben will: zwei Rentenspekulationen mit 0,55% Verwaltungskosten plus ein Dachfonds mit 1,30 % eigenen Verwaltungskosten, der zusätzlich in aktive Fonds investiert (vermutlich meist ebenfalls von der DWS, mit nochmaligen Verwaltungskosten). Die Performance der letzten Jahre war dementsprechend.

  • Ich finde, finanztip @Saidi sollte aus der plötzlichen Produktänderung eine größere Story machen. Sie haben viele von uns zu dem Produkt gebracht. Das ist das mindeste, was sie tun können. Fairr hat aus dem fairrrieser nebenbei nach der Umschichtung ein neues Produkt gemacht.



    Ferner sollte sich fairr mal überlegen, wie es jetzt weiter geht. Wer lässt sich denn jetzt noch auf so ein Produkt ein?

  • Hallo zusammen. Hier die Antwort von fairr mit der Bitte um Stellungnahme zur Änderung der Produkt Broschüre :



    Da diese Portfolio-Struktur aufgrund der Umschichtung nicht mehr das aktuelle Portfolio des fairriesters ist wird diese verständlicherweise auch nicht mehr in dem Rundum-PDF erwähnt. Auf die Beitragsgarantie und die einhergehende Vermögensverwaltung wurde auch zuvor hingewiesen.
    Auch in der Vergangen­heit ist der Anlage­ausschuss der Sutor Bank tätig geworden. Dabei wurden einzelne Fonds ausge­tauscht oder von lang­laufenden in kurz­laufende Anleihen umge­schichtet, wenn dies aus Risiko- und Ertrags­gesichts­punkten heraus als sinnvoll erschien. Außerdem wurde die Aktien­quote bereits zweimal erhöht. Mit der aktuellen Entschei­dung des Anlage­ausschusses der Sutor Bank wurde die Aktien­quote aufgrund der unvor­herseh­baren Markt­bewegungen erstmals gesenkt.


    Der Kundenservice von fairr reagiert wirklich schnell. Das muss man denen lassen.


    Grüße

  • Was ist das denn für ein Qark? Schön, dass die Antwort von Fairr schnell kam. Aber schade, dass sie so hilflos und lächerlich ist.


    Auch in der Vergangen­heit ist der Anlage­ausschuss der Sutor Bank tätig geworden. Dabei wurden einzelne Fonds ausge­tauscht oder von lang­laufenden in kurz­laufende Anleihen umge­schichtet, wenn dies aus Risiko- und Ertrags­gesichts­punkten heraus als sinnvoll erschien. Außerdem wurde die Aktien­quote bereits zweimal erhöht. Mit der aktuellen Entschei­dung des Anlage­ausschusses der Sutor Bank wurde die Aktien­quote aufgrund der unvor­herseh­baren Markt­bewegungen erstmals gesenkt.

    Es ist ein Unterschied, ob einzelne Fonds gegen andere ausgetauscht werden, oder ob es plötzlich keinen einzigen Fonds mehr im Depot gibt. Meine Aktienquote wurde nicht gesenkt, sondern es wurde komplett alles abgestoßen und auf dem Verrechnungskonto geparkt. Ein leeres Depot widerspricht der Produktbeschreibung zu dem Zeitpunkt, als ich den Vertrag abgeschlossen habe.


    Das ist, also ob eine Frau mit langen Haaren zum Friseur geht, er ihr eine Glatze rasiert und das als "Spitzen schneiden" bezeichnet.

  • Das sind alles Schritte die man Nachvollziehen kann von Fairr. Allerdings sind diese Schritte so vorher nicht an die Kunden verkauft worden. Das sehe ich als Problem an.
    Das sie versuchen, im Rahmen des Produktes und der Riester-Bedingungen, das beste oder bestmögliche aus dem Markt zu holen sehe ich als Grundvoraussetzung für so ein Produkt. Alles andere wäre ja Käse und es bedarf keine Verwaltung.


    Es sind nunmehr fast 5 Wochen seit dem Ausverkauf vergangen, aber man ist genauso schlau wie vorher. Sicherlich ist der Markt noch instabil, da keiner weiß wie es mit Corona, dem Wiederanlauf und der Wirtschaft genau weiter geht. Allerdings sitzen ja auch Kunden auf der anderen Seite die schon gerne wissen würden was mit ihrem Kapital und späteren Rente passieren wird oder soll.


    Da ich, Dank Corona, ja im Moment viel Zeit zur Verfügung habe mache ich mir da halt Gedanken. Und wir haben uns eine Menge Gedanken gemacht, incl. neu Berechnungen, neuer Angebote etc.
    Stand jetzt wird Fairrietser gekündigt zum 30.09.
    Riester erfolgt weiterhin als sicherer Basis-Baustein, da es sich bei uns lohnt durch Zulagen.
    Der Rendite-Teil für die Rente erfolgt dann per ETF-Plan, da sind wir dann flexibel.


    Denn ich sehe, für uns, kein Riester Produkt welches eine Rendite verspricht, zu unseren Bedingungen passt oder mir schlicht zusagt. Das liegt einfach an den Rahmenbedingung, auch bei anderen sehen wir das ja jetzt ( DWS, Union, etc.)
    Rendite, Beitragsgarantie und Lebenslange Rente in einem Topf verträgt sich anscheinend überhaupt nicht.

  • Ich stelle mir nur vor, welche Unkosten auf mich bei einer Kündigung zukommen? Zulagen über die Jahre. Steuervorteile über die Jahre. Da geht dann ein ganz dicker Batzen vom Ersparten weg. Vielleicht fast ein Drittel. Ob es mir das wert ist? Ich weiß nicht :-(

  • @Gunni1983


    Wenn du ein Riestervermögen von 10000 Euro hast und nach Kündigung 6500 Euro ausbezahlt bekommst, müsstest du diese 6500 Euro mit 1% verzinsen, um nach 40 Jahren wieder bei 10.000 Euro zu sein. Annahme: im Riester gibt es null Zinsen.


    Wenn du 6500 Euro mit 5% über 40 Jahre verzinst, hast du 45000 Euro. Das schafft Fairr nie. Hier wiederrum Annahme, dass der Riester stillgelegt wird und nur das eingezahlte Kapital bei Fairr bleibt.