Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Da hast du wohl irgendwas nicht richtig gesehen, wenn du sagst, dass 400 Euro weiterhin bei dir im Depot liegen. Damit wärst du der erste, bei dem nicht alle Fonds komplett liquidiert wurden und seitdem in Cash gehalten werden, von dem man gehört hat. Und Fairr hat ja auch selber mitgeteilt, dass sie bei ALLEN so vorgegangen sind.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, wurden Anleihen nicht verkauft. Ursprünglich sah der Plan von Fairr ja vor, ab etwa 20 Jahre bis Renteneintritt umzuschichten und Jahr für Jahr weniger Aktien und mehr Anleihen ins Depot zu nehmen. Es kann also sein, dass @Naturbursche noch 400 Euro in Anleihen investiert hat.

  • @Naturbursche
    Also in Anleihen und nicht in Aktien.
    Das ist klar, denn das ist der Sicheheitsbaustein der nach und nach wachsen sollte je näher die Rentenphase kommt.
    Die brauchten sie wohl nicht verkaufen.


    Somit geht ich davon aus dein Rentenalter in knapp unter 20 Jahren erreicht ist?
    Das war eigentlich der Ursprungsplan von Fairr/Sutor mit dem Ablaufmanagement


    Edit: Die Posts haben sich Zeitlich überschnitten

  • Hallo liebe Leidensgenossen,


    ich habe den fairr Kundenservice, mit der hier von Sutor geäußerten Strategie, voll in Anleihen zu gehen konfrontiert.


    Von denen hört sich das ganz anders an. Ich möchte denen glauben!


    "vielen Dank für Deine Nachricht!
    Wir erwarten, dass eine Wiederanlage vorgenommen wird, sobald dies möglich ist, woran auch besonders wir als Anbieter und Kunden des fairriester ein Interesse haben. Wann das der Fall ist, können wir derzeit aber leider noch nicht abschätzen. In jedem Fall werden wir auch über zukünftige Änderungen zeitnah infor­mieren.
    "


    Gruß

  • Worauf beruht deine Schlussfolgerung, dass sich das anders anhört? Fairr schreibt nur, dass sie eine Wiederanlage erwarten. Dass diese Wiederanlage nicht in Anleihen erfolgt, steht nirgends.


    Anders ausgedrückt: Sutor lässt dein Geld nicht für immer als Cash auf dem Verrechnungskonto, sondern legt es irgendwann wieder in irgend etwas an. Wann und in was schreibt Fairr aber nicht.

  • So, nach reichlich Rechnerei und Information sammeln habe ich für mich jetzt folgenden weg gewählt:
    Der Riester zieht um in einen Klassischen Vertrag mit 0,9 % Garantiezins bei 0,4 % Kosten in der Sparphase.


    Das liegt einfach daran das ich in der Vergangenheit zu sehr vom Sonderausgabenabzug profitiert habe.


    Unter dem Strich würde ich, nachdem die Sutor den Verlust (24,7 %) ja schon realisiert hat, nach Abzug der Zulagen und Rückzahlung der Steuererstattungen einen Betrag zurückbekommen der gerade zu ein Witz ist gemessen an dem was eigentlich an Cash vorhanden wäre.


    Da wie gesagt, der Verlust schon realisiert ist, bzw ich daran zweifel das die Sutor diesen in absehbarer Zeit wieder ausgleichen kann mit ihrer Strategie, kann ich auch jetzt umziehen.



    Ich ziehe bewusst in einen "Sicheren Hafen" mit klassicher Riesterversicherung. Aktuell sehe ich nichts auf dem Markt was mich an einer Fonds/ETF-Gebundenen Variante reizen würde. Entweder einfach zu teuer, undurchsichtig (Rentenartfaktor steht nicht fest, ist viel zu niedrig) oder der Versicherer lässt keinen Übertrag zu. Hinzu kommt die "Knäbelung" durch die gesetzlichen Vorgaben von Riester.


    Ich verfolge jetzt eine andere Strategie in dem ich mir vom Staat einen freien ETF-Sparplan zahlen lasse anstatt das Geld ausschließlich im Riester zu parken. Okay, zumindest rechnerisch mache ich das.


    Ich nehme meine Steuererstattung von den Riesterbeiträgen aus dem Vorjahr, teile diese durch 12 und kürze diesen Betrag in der monatlichen Zahlung in meinen neuen Riester.
    Diese monatlich frei gewordenen Summe zahle ich monatlich, durch einen kostenfreien Sparplan, in einen separates Depot ein.
    Um im kommenden Jahr wieder auf die volle Zulage zu kommen und möglichst viel vom Steuerersparnis zu haben, wird der Anteil "Riester-Steuererstattung" vom Vorjahr einfach in den neuen Riester eingezahlt. Der Anbieter muss das natürlich erlauben. Der ZFA und dem Finanzamt ist es völlig egal ob die Riesterbeiträge monatlich oder 1x jährlich kommen. Hauptsache sie sind rechtzeitig eingezahlt um für das laufende Jahr wieder alle Bedingungen zu erfüllen.


    Somit habe ich exakt die gleiche monatliche Belastung als wenn ich direkt nur in den Riester einzahle und lasse meinen zusätzlichen flexiblen und freien ETF-Plan quasi vom Staat finanzieren da ich die Steuererstattung ja nur bekomme weil ich Riester. Ich könnte ja auch die Steuerersattung in einen ETF-Depot zahlen. Das widerstrebt mir aber weil a) Einzelkäufe nicht kostenfrei sind und b) ich lieber einen Sparplan habe und kein Martk Timing betreiben muss. Und der Versicherung ist es, bis auf ein paar Cent Zinsen egal, ob die einmal Zahlung am 12.05 oder am 26.6 gut geschrieben wird. Da muss ich kein Auge auf den aktuellen Kurs werfen.


    Ich habe das jetzt 3x durchgerechnet, mit meinen persönlichen Parametern (Gehalt, Steuerlast, Zulagen, Sparrate)
    Bei sehr defensiver Auslegung, in dem ich im Riester die Garantierten 0,9 % nehme (ohne Überschüsse) und im ETF eine konservative Entwicklung von 4 % annehme auf eine Rendite von 3,8 % NACH Kosten


    Wenn ich jetzt etwas offensiver rechne und davon ausgehe das ich im Riester 1,5 % Zinsen (incl. Überschüsse) erhalte und der ETF Macht 6 % habe ich eine Rendite von 4,6 % NACH Kosten. Der rendite zuwachs ist nicht so hoch da ja nach wie vor der größte Anteil im Rendite schwachen Riester liegt. Dennoch finde ich die Werte für ein Riester-Modell NACH Kosten nicht so schlecht


    In beiden Fällen habe ich aber, neben der Altersabsicherung durch Riester noch den frei verfügbaren ETF am ende stehen.
    Somit habe ich 2 Modelle zum Preis von einem und bin dadurch etwas flexibler geworden ohne unter dem Strich einen Euro mehr gezahlt haben. Und habe mir, indirekt, vom Staat einen 2. Riester (ETF) als Rendite Baustein zahlen lassen.


    Mir ist klar das das ganze nur auf die aktuelle Lage basiert, aber wie bei allem weiß keiner was morgen oder gar übermorgen ist oder sein wird.
    Meinungen oder Anregungen hierzu sind gerne willkommen ;)

  • Interessantes Model und nachvollziehbar. Welche Versicherung hast Du gewählt? Deren Finanzstärke ist ja nicht gerade irrelevant, da die Anlage KEIN Sondervermögen ist.

  • Hallo @valdifra, du hast bei Fairr nachgefragt, ob Sutor wie in dem Blog beschrieben in Anleihen anlegen und später nur geringe Beträge in ETF investieren wird. Fairr hat auf deine sehr konkrete Frage überhaupt nicht genantwortet, sondern nur geschrieben, dass Sutor irgendwann wieder das Geld anlegt. Ob in Anleihen oder ETF, darauf ist Fairr mit keiner Silbe eingegangen. Da also Fairr deine Frage nicht beantwortet hat, verstehe ich nicht, wieso du das als positiv empfindest.

  • Sagen wir es mal so: Ich gehe mal davon aus, dass sie meine Frage verstanden haben und so interpretiere ich auch die Antwort. Natürlich hat die Sutor Bank das letzte Wort. Aber wenn das wirklich so weiter läuft, wie befürchtet, dann ist fairr schneller Geschichte, als man schauen kann. Der Riester ist deren wichtigstes Produkt.

  • Moin, ist denn irgendjemandem von einer Sammelklage bekannt? Bei mir ist der Fall noch besonders schön: als die Kurse fielen, habe ich noch mal saftig eingezahlt in meinen Fairriester - damit sollte ich ja eigentlich ausgedrückt haben, dass ich beim Kursverfall die Investition erhöhen, nicht senken möchte.


    Die haben meine Anzahlung noch angenommen, gleich eingekauft, um drei Tage später dann tiefer zu verkaufen.


    So ein Ärger, wirklich bescheuert. Habe von Fairr eine Aufstellung sämtlicher Daten verlangt, die sie über mich gespeichert haben, hat einige Zeit gedauert bis dann endlich ein ganzes Paket mit Ausdrucken ankam - immerhin sind damit dann vielleicht ein paar Beweismittel für einen eventuellen Prozess gesichert... =S

  • Hallo @Spacefly, wenn du noch keine "klassische" Rentenversicherung als sicheren Baustein hast, ist es vermutlich eine gute Idee, einerseits auf solch ein Produkt zu setzen und andererseits selbst in ETFs zu investieren. Damit deckst du alle drei Schichten ab: Basisvorsorge durch die gesetzliche Rente, geförderte Zusatzvorsorge durch dieses Riesterprodukt und ergänzende Zusatzvorsorge durch privates Wertpapiersparen. Viel Erfolg!

  • PS: wenn ich es richtig verstehe, würde eine weitere Einlage in meinem alten bestehenden Fairriester-Vertrag dazu führen, dass zukünftige Gewinne aus meinen neuen Einlagen zum Ausgleich der von Fairr realisierten Verluste genutzt würden, richtig?
    D.h. der logische Tipp für Altanleger wäre jetzt doch, nichts mehr in den bestehenden Fairriester einzuzahlen sondern auf jeden Fall ein neues Riester-Depot aufzumachen, bei dem meine zukünftigen Gewinne nicht zum Ausgleich realisierter Schulden genutzt werden?