Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

  • Nicht der Anbieter ist das Grundproblem , sondern die gesetzliche Restriktion des garantierten Beitragserhalt.

    Das zur Unzeit die Riesterfondanbieter umtauschten und somit Buchverluste realisierten haben DWS und Union auch schon gemacht.

    Inkl. schlechter Kundenkommunikation.


    Für mich unter den (gesetzlich bedingten) Schlechten noch der Beste.

  • Dieser Anbieter hat alles dafür getan das sein Produkt einfach nur noch schlecht ist. Ich habe 3 Prozent Aktien Quote. Wie soll man damit noch Performance machen? Wer kann mir das sagen? Also Fairr nicht. Das ist dann auch nicht mehr Fair. Ein Freund von mir ist bei der Top Rente und hat zumindest noch 35 % Aktien Quote und die anderen Fonds laufen zumindest besser als der Anleihen Fond der tollen Sutor Bank! Eigentlich müsste die Sutor Bank jeden das in der Krise versenkte Geld ausgleichen. Das wäre zumindest mal ein Anfang!

  • Ich habe auch noch nicht gekündigt und hoffe darauf, dass in den nächsten 3 Jahren eine Riester-Reform kommt. Wenn dann die Beitragsgarantie aufgeweicht wird, kann das Produkt hoffentlich wieder etwas ertragsreicher geführt werden.

    Eine reduzierte Beitragsgarantie wäre vor allem für Verträge mit langer Restlaufzeit interessant. Und unter der Voraussetzung, dass die Bank dann wieder stärker in renditeträchtige Anlagen investiert.

    Bei einem Depot, das noch deutlich unterhalb der Garantie ist, aber nur noch eine kurze Laufzeit hat, wäre solch eine Umstellung wohl eher kontraproduktiv: Im schlimmsten Fall hätte man dann Verluste realisiert, aber man wäre eventuell immer noch unter dem garantierten Betrag, hätte also auch weiterhin so gut wie keine Chance auf Rendite.

    Im Fall einer solchen Gesetzesänderung kann man nur hoffen, dass sie nicht ohne Einwilligung rückwirkend auf Altverträge anwendbar ist, was ich mir aber auch nicht vorstellen kann.

    Mir hat Fairr vor allem eines beigebracht: Investitionen in Aktien oder in Aktienfonds mit Garantien sind grundsätzlich eine schwachsinnige Kombination.

  • mal eine Frage an die Betroffenen: hat der Anbieter FAIRR bestehende RiesterVerträge gekündigt oder haben die Kunden die Verträge selbst gekündigt (ggf. auf Empfehlung von Fairr?)? Als bessere Alternative zur Kündigung ist immer die Beitragsfreistellung und Fortführung ggf. Übertragung auf einen neuen Anbieter. Die Wechselkosten (meist 50 EUR) können von dem neuen Anbieter erstattet werden (analog Wechsel des Mobilfunkvertrages , Stichwort: Portierungsgebühr).

  • Die meisten die hier von Kündigung Ihrer Verträge schreiben, meinen sicher eigeninitative Kündigung.

    Jeder kann natürlich machen was er will,

    aber ein aus Trotz und Beleidigtsein bzgl. der (nachvollziebarenen) Situation und schlechten Kommunikation durch Fair/Sutor erfolgende schädliche Kündigung ist der selbstgewählte schlechteste Auweg.

  • schädliche Kündigung ist der selbstgewählte schlechteste Auweg.

    Ich denke, man kann das nicht verallgemeinern. Ich habe meinen von MLP vermittelten Allianz Riester förderschädlich gekündigt. Mir reichen 0,7% p.a. Rendite um die Zulagen und Steuerförderung zurück zu holen. Aufgrund der Kostenstruktur 2% und der teilweise zinsfreien Anlage wegen Kapitalsicherung gehe ich von Nullrendite auf mein Riesterkapital aus. Somit dürfte ich mit der Anlage des Restkapitals in ETF gute Chancen haben besser zu fahren als mit einer Beitragsfreistellung.


    Ein weiterer Faktor ist der jährliche Depotauszug, der mich alljährlich dermaßen abgef**ed hat, dass ich froh bin an diese Jugendsünde nicht mehr erinnert zu werden. Aber wer das einfach 30-40 Jahre braucht, freut sich vlt auch drüber.


    Ich denke, man sollte seine notwendige Rendite auf das Restkapital berechnen, um zu entscheiden ob eine förderschädliche Kündigung Sinn macht. In meinem Fall hat sie Sinn gemacht.

  • Also wie man den Anbieter jetzt noch in Betracht ziehen kann ist und bleibt mir ein Rätsel...

    schädliche Kündigung ist der selbstgewählte schlechteste Auweg.

    Klassischer Fehler, dass man Verluste nicht realisieren will bzw. die Erwartungshaltung hat, dass diese Verluste wieder über das verlustreiche Vehikel auch ausgeglichen werden müssen. Letztlich geht's einfach nur darum: wo ist das verbleibende Kapital zum jetzigen Zeitpunkt erwartungsgemäß am besten investiert. Das kann man nicht so verallgemeinern, wie im zitierten Post dargestellt wird.

    In meinem Fall sind es noch 27 Jahre bis zum frühesten Renteneintritt. Bräuchte mit dem Restkapital nach steuer- und förderschädlicher Kündigung eine Rendite von 2,35% p.a., um nach 27 Jahren den Verlust rein geholt zu haben. Mit einer erwarteten Rendite von 5% wäre es nach "nur" 12 Jahren schon so weit. Einfach mal einen Fondsrechner bemühen!

    Abgesehen davon gibt's natürlich noch ein paar andere Für und Wider. Diese muss natürlich jeder für sich abwägen. Aber was rein die Performance betrifft, wird die Kündigung trotz Steuer- und Förderrückzahlung für die meisten vermutlich die bessere Lösung sein - je nach entstandenem Verlust und verbleibender Restlaufzeit.

  • Klassischer Fehler, dass man Verluste nicht realisieren will bzw. die Erwartungshaltung hat, dass diese Verluste wieder über das verlustreiche Vehikel auch ausgeglichen werden müssen.

    Zu dem Verlust/Nichtertrag den die Anlageform beschert hat (ich rede nicht nur von Fairr) kommt noch der Entzug der Zulagen bzw. Steuervorteile.


    Der Grundfehler liegt in der gesetzlichen Beitragsgarantie. Und der ist produktneutral.

  • aber ein aus Trotz und Beleidigtsein bzgl. der (nachvollziebarenen) Situation und schlechten Kommunikation durch Fair/Sutor erfolgende schädliche Kündigung ist der selbstgewählte schlechteste Auweg.

    Du unterliegst dem psychologischen Phänomen der versunkenen Kosten.

    (Zitat Wikipedia: Das eskalierende Commitment bezeichnet die Tendenz, sich gegenüber einer früher getroffenen Entscheidung verpflichtet zu fühlen und diese über die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen zu stützen, obwohl sich diese Entscheidung bisher als ineffektiv oder falsch erwiesen hat.)

    Als guter Investor muss man die verschiedenen Optionen durchrechnen und entschlossen handeln.

    Es ist durchaus möglich, dass eine Kündigung des Vertrags und anschließende Neu-Investition in ETFs besser abschneidet als eine Fortführung des Vertrags. Sogar wenn man dabei die Fördergelder zurückzahlen muss.

  • Danke für den Link.

    Finde der Herr kommt sehr arrogant rüber. Nach dem Motto, dass das alles vorhersehbar war, aber schuld sind natürlich die anderen (Sutor und Staat). Aber, wenn er vorher schon so schlau war, hat er dann wissentlich Kunden getäuscht?

    Er sagt, dass man auf Grund des Zinsumfelds in den letzten Jahren keine hohe Quote Risikokaptial mehr fahren konnte. Warum wurden denn dann noch bis zum Crash Verträge mit dem festen Lebenszyklusmodell und 100% Aktienquote verkauft?


    Echt ein Wahnsinn, dieses Produkt und diese Firma...

  • Hallo zusammen,

    als ebenfalls Betroffener würde ich gerne um Rat fragen:

    Situation: Meine Frau und ich haben je eigene Riester bei Fairr mit Maximalbeitrag und Minimalförderung. Wir haben jeweils seit ca. 2 Jahren die Verträge, daher sind die Verluste überschaubar aber auch ärgerlich. Beim Absetzen von der Steuer können wir auch mit maximalem Prozentsatz absetzen. Lohnt es sich, trotzdem weiter zu machen, beitragsfrei weitermachen oder sogar förderschädlich kündigen, woanders einen Vertrag?

    Ist für uns jeweils der kleinste monatliche Beitrag an der Altersvorsorge. Zusatzinfo: Bis Renteneintritt sind noch 30 Jahre bei mir bzw. 32 Jahre bei meiner Frau.

  • Also Herr Dr. Alexander Kihm ist mir überhaupt nicht symphatisch. Und im letzten drittel sagt er auch noch das die Sutor das super gemacht hätte mit der Cash haltung, und in aller großzügigkeit die 0,5 % Strafzinsen übernommen hat( bei der Europäischen Zentralbank).Und er hat gesagt das sich Anleihen nicht lohnen. Aber warum bin ich dann mit knapp über 97% in Anleihen Investiert?Ich glaube Herr Dr. Alexander Kihm hat eine 1 Meter lange Linie weißes Pulver durch seine Nase gezogen bevor er befragt wurde...........

  • Dieser Anbieter hat alles dafür getan das sein Produkt einfach nur noch schlecht ist. Ich habe 3 Prozent Aktien Quote.

    Maus2000 Darf ich fragen, wie hoch die Restlaufzeit ist? Beim Riestervertrag meiner Frau ist eine Verrentung frühestens ab 18 Jahren möglich. Trotzdem beträgt die Aktienquote auch hier genau 3 Prozent. Ein zweiter Vertrag (Fondsgebundene Rente mit ETFs) liegt längst wieder im Plus, während Fairriester momentan einen Verlust von 16% anzeigt. Ob man da mit 97% Anteil an Anleihen in nächster Zeit eine positive Entwicklung erreichen kann, ist eher zweifelhaft.