Fairr Riester verkauft alle Depotwerte

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    • Ich habe bei Fairr nochmal nachgefragt, ob wir bezüglich des weiteren Vorgehens prokativ informiert werden. Hier deren Antwort dazu:

      vielen Dank für Deine Nachricht!
      Aktuell befinden wir uns im Austausch mit dem Anlageausschuss der Sutor Bank. Wir erwarten, dass eine Wiederanlage vorgenommen wird, sobald dies möglich ist, woran auch besonders wir als Anbieter und Kunden des fairriester ein Interesse haben. Wann das der Fall ist, können wir derzeit aber leider noch nicht abschätzen.
      Der mediale Aufruhr ist uns auch bewusst und wir werden in jedem Fall auch über zukünftige Änderungen wieder zeitnah infor­mieren.

      Fairr hat wirklich schnell geantwortet. Was das angeht sind die einfach Topp. Im Gegensatz zur mehr als tranigen SutorBank. Deren Antwort steht noch aus.....
    • Was bedeutet die Finanztip Aussage jetzt für den Bestandskunden? Beitragsfrei stellen und lieber ungefördert sparen? Hängt doch auch sicher von den Zulagen ab, oder? Meine Frau bekommt zwei Kinderzulagen, die sollte lieber weiter ihre Beiträge zahlen bzw. ggf. wechseln. Nur wohin...?

      Die Corona-Krise hat die Finanzmärkte durchgeschüttelt: Aktien brachen ein, Zinsen sicherer Anleihen schwankten. In dieser Situation hat Fairriester am 12. März Aktienfonds und Aktien-ETFs verkauft und die Guthaben der Kunden auf dem Verrechnungskonto geparkt. Betroffen sind alle Kunden des Riester-Fondssparplans (eine fünfstellige Zahl).
      Auf Nachfrage teilte Fairr uns mit, die Sutor Bank habe so handeln müssen. Die Bank verwaltet die Kundenvermögen und haftet dafür, dass Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn garantiert sind. In der aktuellen Marktsituation sei eine „tragfähige Risikomodellierung“ nicht mehr möglich gewesen.
      Fairriester-Kunden ärgern sich jetzt. Sie hatten gehofft, dass der Anbieter das versprochene „Lebenszyklusmodell“ in der Ansparphase durchhält, sprich: mit einer hohen Aktienquote startet und sie nach einem festen Schema schrittweise in sicherere Anlagen umschichtet. Verkauft die Sutor Bank jedoch erst alle Wertpapiere und steigt dann später wieder in Aktien ein, könnte es schon zu spät sein. Wenn die Aktienkurse dann höher stehen als beim Verkauf, hätten Sparer Gewinn verschenkt.
      Wegen der Beitragsgarantie ist Riestern nicht mit privatem ETF-Sparen zu vergleichen. Auch andere Riester-Anbieter haben zuletzt massiv Aktienvermögen verkauft und in sicherere Anlagen gesteckt – ein Wechsel dürfte sich für Fairr-Kunden also nicht lohnen. Und Beiträge und Zulagen bleiben natürlich garantiert. Für Neukunden empfehlen wir Fairriester vorübergehend nicht mehr. Sobald klar ist, wie das künftige Anlagemodell von Fairr aussieht, werden wir es neu bewerten.
    • tobiasweiss schrieb:

      Ich habe mir erlaubt, Olaf Scholz anzuschreiben, ob das nicht ein guter Anlass wäre, die Beitragsgarantie endlich abzuschaffen. Sonst schafft sich diese Form der Altersvorsorge endgültig selbst ab.
      Es ist weniger die Beitragsgarantie, die Riester zu schaffen macht (obwohl ich eine Herabsetzung auch für sinnvoll halte).

      Es sind vor allem Anbieter wie fairr, die schlecht über die Konkurrenz reden, den Leuten Hoffnungen machen von denen von vornherein klar ist, dass es nicht eigehalten werden kann und dann kommt man mit faulen Ausreden. Der Gipfel der Unverfrorenheit ist es, wenn sich dann sogenannte Verbraucherschützer aufspielen, die den Leuten ebenfalls nur sagen was sie gerne hören - entweder weil sie es nicht besser wissen oder weil sie sich als weiße Ritter gerieren.

      Es ist doch so, Herr Tenhagen hat früher mit Finantest Union Investment Riester empfohlen, nun empfiehl er seit Jahren fairriester - beide rannten in die Cash-Lock-Falle. Zufall??

      Nein, es war absehbar und ich und andere haben gewarnt.

      Es geht viel zu oft darum irgendwelche Klischees zu bedienen. Eines davon: Versicherungen sind böse und teuer. Also kommt fairr, behauptet man sei super billig (was auch schon nicht stimmt, wenn man mal genau hinschaut, machen nur die wenigsten), Möchtegern Profilneurotiker tun so als würden sie den armen unwissenden Verbraucher durch den Dschungel an Angeboten führen, kassieren dabei kräftig mit (Affiliate --> meinvorsorgemanagement.de/2018…angebliche-werbefreiheit/) und behaupten sie würden gar keine Werbung machen. Das kann man anders machen und ich finde es überhaupt nicht schlimm, dass Menschen die gut arbeiten auch gut verdienen.

      Aber so zu tun als stehe man moralisch über anderen, kassiert dafür noch ein Gerichtsurteil, ist einfach nicht in Ordnung. Man kann Farbe bekennen, zu seinen Fehlern stehen und es anschließend besser machen. Stattdessen lese ich wieder nur Ausreden. Die Erklärungen warum fairriester in die Cash-Lock-Falle gelaufen ist (fairr.de/produkte/fairriester/umschichtung/), sind doch lächerlich. Man gibt nun den bösen Gesetzen die Schuld und der derzeitigen Riester-Konstruktion an sich.



      Hat man die Gesetzmäßigkeiten denn nicht gekannt? Man hat doch genau damit geworben, dass man der erste Anbieter sei, der die Riester-Schwäche überwunden hat. "Sehet her, ich kann über's Wasser laufen" Au Mann.
    • valdifra schrieb:

      Was empfiehlst Du als Alternative?
      Niemand kann einem anderen Menschen in einer komplizierten Materie etwas empfehlen, wenn er die Situation der jeweiligen Person nicht genau kennt. Jeder kennt die Aussage "Das kommt darauf an, ob ..."

      Eine ebenfalls sehr komplizierte Matierie ist die Gesundheit eines Menschen. Was würdest Du von einem guten Arzt erwarten? Ein Arzt macht eine Anamnese, Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten berücksichtig und vieles mehr werden berücksichtigt bevor er eine Behandlung vorgegeben oder aber z.B. zu einem anderen Facharzt verwiesen wird.

      Solange Menschen glauben, in einer komplizierten Materie einfach ein paar Artikel lesen zu müssen (von mir aus auch viele) und anschließend easy entscheiden können, werden sie immer das machen was sich irgendwie gut anhört und wo idealerweise ein bekanntes Gesicht für Werbung macht - wie bei fairriester Herr Tenhagen.
      In wie vielen Sendungen im TV hat der eigentlich immer und immer wieder fairriester empfohlen? Und jetzt? Wo ist die Entschuldigung, wo das Eingeständnis eines Fehlers? Jetzt sind die bösen Regularien Schuld - na klar. Die stehen ja nicht schon seit Jahr und Tag fest... kann nur noch den Kopf schütteln.

      Wir machen alle Fehler und Herr Tenhagen ist eben kein ausgebildeter, wirklich in der Tiefe fachkundiger Mensch. Das ist nicht schlimm, weil er ja normalerweise solche Leute hinzu ziehen kann. Aber er und seine Redaktion haben auf die fairr-Webebotschaften vertraut und sollten sich bei Ihren Lesern entschuldigen. Ein Schuldeingeständnis liegt ja bereits vor - die Empfehlung für fairriester hat keinen Bestand mehr.
    • Was mich wirklich aufregt: Es wird nun auch noch gelogen, dass sich die Balken biegen. Hier der erste Satz aus der Erklärung zur Umschichtung seitens fairr:

      "Liebe Kunden,

      die aktuelle Situation durch COVID-19 und die damit verbundenen Einschränkungen sind für alle belastend. Die jetzt einge­tretene Extrem­situation ist außerdem mit Blick auf die gleich­zeitigen und rapiden Verwerfungen bei Aktien und Zinsen an den Kapital­märkten bislang einmalig."

      DAS IST GELOGEN!


      Bislang ist das Minus in Vergleich zu anderen Krisen, die es schon gab vergleichsweise gering, weil beinahe alle Staaten umgehend riesige Milliardenpakete geschnürt habe und die Notenbanken die Schleusen geöffnet haben und die Börsen zeitweise geschlossen wurden.

      Man versucht nun mit Begrifflichkeiten wie "Extremsituation" und "noch nie dagewesen" die eigenen Fehler kleinzureden. Aber Obacht. Schau genau hin!

      Gab es einen 11. September wie den 2001 je zuvor? Sind je zuvor Flugzeuge in Hochhäuser geflogen, die gleichzeitig die Finanzbranche ins Mark trafen mit anschließenden Kriege über den nahen bis mittleren Osten?

      Bevor die T-Aktie und der gesamte neue Markt abschmierte mit den ganzen neuen wunderbaren Internetunternehmen... gab es so etwas je zuvor? War das nicht auch schon eine Extremsituation?

      Die Finanzkrise mit anschließender Staatsschuldenkrise in ganz Südeuropa - hat das schon Mal jemand je zuvor erlebt?

      Und immer war es zu seiner Zeit das Schlimmste überhaupt. Das ist normal. Es gehört dazu, dass die Märkte plötzlich einbrechen. Das hat auch Finanztip und fairr früher schon gesagt. Und sie haben mitgeteilt, dass man da weiter durchsparen soll und dies mit fairr auch kann. Und genau das ist falsch und es war immer klar, dass das falsch ist und bei einer Altersvorsorge über die nächsten Jahrzehnte immer mal wieder Krisen kommen, die in einer Konstruktion wie fairr zu einem Cash-Lock führen muss.
      Man machte die Falschbehauptung, dass dies mit fairr nicht passieren würde. Punkt. Aus.
    • Vorsorgemanagement schrieb:

      Es ist doch so, Herr Tenhagen hat früher mit Finantest Union Investment Riester empfohlen, nun empfiehl er seit Jahren fairriester - beide rannten in die Cash-Lock-Falle. Zufall??
      Aber einen Cash Lock soll es doch bei fairr gar nicht geben. Sie (bzw. Sutor) werden - wenn sich die Situation beruhigt - wieder einsteigen (aus dem Cash raus). Zumindest haben sie das gesagt.
    • valdifra schrieb:

      Vorsorgemanagement schrieb:

      Es ist doch so, Herr Tenhagen hat früher mit Finantest Union Investment Riester empfohlen, nun empfiehl er seit Jahren fairriester - beide rannten in die Cash-Lock-Falle. Zufall??
      Aber einen Cash Lock soll es doch bei fairr gar nicht geben. Sie (bzw. Sutor) werden - wenn sich die Situation beruhigt - wieder einsteigen (aus dem Cash raus). Zumindest haben sie das gesagt.
      Jein.

      Ich habe die Aussage von fairr so verstanden, dass sie sich vorstellen können, zu gegebener Zeit auch wieder den Aktienanteil hochzufahren.

      Ob es einen Anspruch des Kunden darauf gibt, wage ich zu bezweifeln.
    • Mich interessiert, wie eigentlich die Rechnung aussieht, bei der der Anlageausschuss zu dem Ergebnis gekommen ist, alle Aktien-ETF zu verkaufen.

      Klar, es gibt keine Einzelfallbetrachtung sondern geht um das große Ganze und um maximale Risikovorsorge. Ich denke an ein Szenario wie "keiner zahlt mehr ein" und "keiner steigt vorzeitig aus" sondern "alle halten die Verträge bis zum Schluss, wenn die Beitragsgarantie greift" und "bescheidendstmögliche Wertentwicklung in den nächsten Jahrzehnten".

      Wie dicht musste der Anlageausschuss an solch ein Szenario ran?

      fragt sich
      Guido
    • Gibt es denn aktuell einen Riester Fondssparer der noch in Aktien investiert ist? DWS?

      Habe seit einigen Jahren einen VR Bank Gronau Sparplan (um die Förderung mitzunehmen) und habe auf den nächsten Crash gewartet um dann auf Riester Fondssparer zu wechseln. Hab natürlich nicht soweit gedacht, dass Fairr in dem Fall alle Aktien verkaufen würde ohen Rücksicht auf Verluste und Restlaufzeiten...

      Zumindest für Neukunden mit einer Restsparphase >25 Jahren gibt das doch absolut keinen Sinn?!
    • Hallo @whynot?, willkommen in der Community.

      whynot? schrieb:

      Zumindest für Neukunden mit einer Restsparphase >25 Jahren gibt das doch absolut keinen Sinn?!
      Doch es gibt Sinn. Im Moment hoffen alle, dass die Kurse sich über die nächsten Jahre wieder erholen. Das hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit, es kann aber durchaus auch noch weiter herunter gehen.

      @Oekonom hat hier eine gute Auswertung veröffentlicht. Hilfe der Crash kommt... (bald?) - Seite 19 - Geldanlage - Finanztip Community

      Dabei darauf achten, dass bei einem 66-prozentigen Verlust zur Erholung 300 % Anstieg erforderlich,

      Insofern ist es für einen Anbieter, der eine Garantie abgibt, genau richtig so zu handeln, im übrigen auch zum Schutz der Anleger, Weiter oben im Post #65 ist die Stellungnahme von Finanztip aus dem Newsletter einkopiert. Wichtig ist dort die Aussage, dass dieses Produkt eben kein ETF-Sparplan ist.

      Wenn Du spekulieren willst "nach dem Crash auf Riester Fondssparen wechseln" kaufe direkt ETF.
    • valdifra schrieb:

      Vorsorgemanagement schrieb:

      Es ist doch so, Herr Tenhagen hat früher mit Finantest Union Investment Riester empfohlen, nun empfiehl er seit Jahren fairriester - beide rannten in die Cash-Lock-Falle. Zufall??
      Aber einen Cash Lock soll es doch bei fairr gar nicht geben. Sie (bzw. Sutor) werden - wenn sich die Situation beruhigt - wieder einsteigen (aus dem Cash raus). Zumindest haben sie das gesagt.
      Das zeigt mir leider, dass Du noch nicht verstanden hast, was überhaupt passiert ist.

      Wenn es so gelaufen wäre wie fairr es zuvor kommuniziert hat, wären sie nicht in cash gegangen. Aber sie kommunizieren sehr deutlich, dass sie keine andere Wahl hatten. Kommuniziert war, dass sie durch die Krise durchsparen würden.
      Folge: Ausstieg bei ca. 30% Minus. Blöd für die Kunden, dass fairr nicht einmal die erwartbare technische Gegenbewegung der letzten Tage mitgenommen hat.

      Cash ist normalerweise dafür da in Zeiten niedriger Preise in Aktien zu gehen. Jetzt hat man jede Menge Cash, kauft aber nicht. Sie sind u.a. im Cash lock, weil sie nun mit Ihrem Cash warten müssen, dass die Kurse noch weiter sinken. Vermutlich tun sie das auch. Nun ist aber dennoch die Frage, wann soll man wieder einsteigen.

      Problem ist doch auch, dass fairr von einem grds. richtigen wissenschaftlichen Ansatz her kommt und sagt, wir gehen nicht nach Bauchgefühl, sondern halten uns an Parameter X, Y, Z,... das ist aber aus und vorbei, weil man sich nicht mehr an die Parameter halten konnte und somit die Startegie gecrasht ist an der leicht vorhersehbaren Problemstellung: was passiert in einer Krise, wenn der Garantiegeber nicht die ausreichende Sicherheiten stellen kann?
    • whynot? schrieb:

      Gibt es denn aktuell einen Riester Fondssparer der noch in Aktien investiert ist? DWS?

      Habe seit einigen Jahren einen VR Bank Gronau Sparplan (um die Förderung mitzunehmen) und habe auf den nächsten Crash gewartet um dann auf Riester Fondssparer zu wechseln. Hab natürlich nicht soweit gedacht, dass Fairr in dem Fall alle Aktien verkaufen würde ohen Rücksicht auf Verluste und Restlaufzeiten...

      Zumindest für Neukunden mit einer Restsparphase >25 Jahren gibt das doch absolut keinen Sinn?!
      Durch die Krise durchsparen können aktuell nur Versicherungen, die aber gemäß diesem Forum und Finanztip alle böse und gemein sind. :thumbsup:

      Obwohl... was wenn jetzt plötzlich MyLife um die Ecke kommt und das ganz ohne fairr macht?
      8o
      Da die ja ausschließlich honorarbasiert arbeiten, sind die per Definition die Guten. Das Honorar muss dabei aber schön billig sein und weil das bei den meisten MyLife-Vermittlern nicht der Fall ist, wird es da vielleicht bald was neues geben. Aber pssst... Ihr habt das nicht von mir
      :saint: