Secret Escapes und weltweite Reisewarnung

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Secret Escapes und weltweite Reisewarnung

      ich habe für Mai diesen Jahres eine Pauschalreise über Secret Escapes in die VAE gebucht und mit der Buchung die Hälfte des Reisepreises bezahlt.
      Mittlerweile wurde eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen und ich bezweifle, dass die Reise stattfindet. Von Secret Escapes haeb ich folgende NAchricht erhalten:

      Sehr geehrtes Mitglied,
      Die weltweite COVID19 Pandemie führt zu weitreichender Unsicherheit im gesamten Reisesektor.

      Die derzeitigen Hinweise der Bundesregierung raten von nicht notwendigen Reisen ab, aber es ist noch ungewiss wie lange das noch gilt. Wir sind weiterhin optimistisch, dass Ihre Reise mit Secret Escapes, die für einen späteren Zeitpunkt in diesem Jahr geplant ist, doch noch stattfinden wird.

      Wenn sich die derzeitigen Hinweise ändern und Ihr Reiseziel keine Einschränkungen mehr erfährt, wird Ihre Reise wie geplant stattfinden. Bitte prüfen Sie weiterhin die offiziellen Webseiten des Auswärtigen Amtes und anderer Behörden auf Updates zu Ihrer Destination .

      Wenn die aktuellen Hinweise unverändert bleiben und Sie nicht reisen können*, werden wir Sie mindestens 14 Tage vor Ihrem Abreisetermin kontaktieren. Wenn diese Situation auf Sie zutrifft, werden wir den vollen Reisebetrag Ihrem Secret Escapes-Konto gutschreiben, damit Sie ihn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen können. Diese Gutschrift ist 1 Jahr lang gültig.

      Momentan geben wir unseren Mitgliedern, die in den nächsten 21 Tagen verreisen den Vorrang. Wir wissen, dass diese Zeit eine ungewisse ist, aber wir bitten Sie trotzdem, sich jetzt nicht mit uns in Verbindung zu setzen.

      Danke für Ihre forgesetzte Geduld.

      Wenn Sie sich bereits mit dem Kundendienst in Verbindung gesetzt haben und auf eine Antwort warten, die diese E-Mail nicht geben kann, sollten Sie auf unserer Webseite 'Kontakt & Impressum' aufrufen und das Formular ausfüllen. Dadurch wird sichergestellt, dass Ihre Anfrage weiterverfolgt wird.

      * Wenn Sie nicht reisen können, weil (i) die Regierung des Landes, von dem Sie abreisen, von einer Reise zum Zielort abrät oder (ii) Ihre Flüge von der Fluggesellschaft storniert wurden oder das Hotel geschlossen ist.



      Frage 1: an die Community: Ist es rechtens, dass der Reisebetrag nicht bar erstattet wird bzw. kann man da eine Barerstattung erreichen ?
      Frage 2: Wenn nur Kundenguthaben: 1 JAhr ist wohl nicht akzeptabel - Gutscheine sind doch üblicherweise 3 JAhre gültig ?
      Frage 3: Kann ich die Zahlung der zweiten Rate (bis Anfang April 2020 fällig) unter Hinweis, dass die Reise nicht angetreten werden kann, verweigern (auch um das etwaige Guthaben auf dem Konto zu minimieren)

      Herzlichen Dank für Eure Tipps, wie ich aus der Reise möglichst unbeschadet rauskomme, echt ärgerlich - Reise wurde meinem Junior von seiner Oma zum Abi geschenkt ... und ich habe S.E. empfohlen :S

      Herzlichen Dank Jürgen
    • jump_o schrieb:




      Frage 1: an die Community: Ist es rechtens, dass der Reisebetrag nicht bar erstattet wird bzw. kann man da eine Barerstattung erreichen ?
      Frage 2: Wenn nur Kundenguthaben: 1 JAhr ist wohl nicht akzeptabel - Gutscheine sind doch üblicherweise 3 JAhre gültig ?
      Frage 3: Kann ich die Zahlung der zweiten Rate (bis Anfang April 2020 fällig) unter Hinweis, dass die Reise nicht angetreten werden kann, verweigern (auch um das etwaige Guthaben auf dem Konto zu minimieren)
      Zu 1.: § 651h (1) Satz 1 und 2 bestimmen: Vor Reisebeginn kann der Reisende jederzeit vom Vertrag zurücktreten. Tritt der Reisende vom Vertrag zurück, verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreis.

      § 651h (1) Satz 3 ergänzt dann, dass der Reiseveranstalter angemessen entschädigt werden kann: Der Reiseveranstalter kann jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen.

      Liegt jedoch 'höhere Gewalt'/'außergewöhnliche Umstände' vor, wozu auch Reisen in Hochrisikogebiete aufgrund der Corona-Krise zählen oder auch behördlich angeordnete Einreise- Behrbergungs- oder Flugverbote, dann bestimmt § 651h (3), dass der Reiseveranstalter keine Entschädigung verlangen kann.
      Somit verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den vereinbarten Reisepreise. Der Veranstalter mußt den Reisepreise an den Kunden zurückzahlen und darf ihn nicht anderweitig verwenden, es sei denn, der Kunde ist damit einverstanden. Also: Im Fall 'höherer Gewalt' ist § 651h (1) Satz 2 entscheidend, daß der Anspruch des Reiseveranstalters auf den Reisepreis verloren geht. Er darf ihn also nicht eigenmächtig in einen Gutschein umwandeln - es sei denn, deer Kunde ist damit einverstanden.
      Mal ganz davon abgesehen: Wenn der Veranstalteer später Insolvenz anmelden müsste, könnte der Reisende den Gutschein nicht mehr einlösen und trüge somit das Insolvenzrisiko. Das kann es nicht sein!

      zu 2.: hat sich somit erübrigt

      zu 3.: Nein. denn dann würde man sich vertragsbrüchig machen. Es war schließlich vorkasse vereinbart worden. Dies könnte gewertet werden, wie ein Rücktritt oder eine Kündigung vor Reisebeginn und man müßte die Stornogebühren dem Reiseveranstalter als Entschädigung zahlen.
      'Es sei nicht immer zu verlangen, „dass der Inhalt gesetzlicher Vorschriften dem Bürger grundsätzlich ohne Zuhilfenahme juristischer Fachkunde erkennbar sein muss“.' (BVerfG, Beschl. v. 04.06.2012, Az.: 2 BvL 9/08)
      klausschlesinger.de.tl