Riestervertrag kündigen?

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    • Riestervertrag kündigen?

      Hallo Community,

      also zu meiner Situation: Ich war letztes Jahr bei einem Versicherungsberater/Makler der mir eine Riester Rente empfohlen hat, da ich ja ein Kind habe und somit von den Zulagen und Steuervorteile profitiere. Es handelt sich um eine fondesgebundene Rentenversicherung von der WWK. Nun hört man ja des Öfteren dass sich ein Riestervertrag sich nicht lohnt. Zudem habe ich mir den Vertrag bei der Verbraucherzentrale überprüfen lassen und es kam raus dass es ein sehr teurer Vertrag ist. Nun habe ich mir überlegt den Vertrag einfach zu kündigen und danach mit dem Geld lieber einen ETF besparen. Da ich den ja erst seit August 2019 abgeschlossen habe und keine Zulagen zurückzahlen muss.
      Muss ich hierbei irgendwas beachten? Wie seht ihr das? Kündigen oder lieber doch in ein günstigeres Produkt wechseln? ?( ?( ?(
    • Hallo.

      Einen erwiesenermaßen schlechten Vertrag loszuwerden, ist grundsätzlich richtig.

      Ob es Sinn macht, nur zu kündigen oder besser das Guthaben zu übertragen, hängt von mehreren Faktoren ab.

      Ist denn ein guter Vertrag in Sicht?

      Sind die Zulagen (175 Euro Grundzulage + 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage) derart entscheidend, dass sich der Vertrag lohnt?

      In der Ferndiagnose ist das schwer einzuschätzen, aber mit dem ETF-Sparplan wäre man definitiv flexibler.

      Hat man bei der Verbraucherzentrale denn generell etwas zu Riester gesagt oder sind die nur auf den bestehenden Vertrag und nicht die persönliche Situation eingegangen?
    • Guck dir mal selbst nochmal die Kosten an, die dir bei dem Vertrag entstehen. Die werden wahrscheinlich schon relativ teuer sein.

      Dann kommt es sehr auf deine persönliche Situation an, wie Referat Janders schon geschrieben hat.

      Der Riester kann sich durchaus lohnen, zum Beispiel durch die 300€ Kinderzulage.
      Vielleicht kommen ja noch mehr Kinder dazu.
      Vielleicht lohnt es sich aber auch deiner Lebenspartnerin/Frau die Kinderzulage zu geben. Geringerer Verdienst womöglich und dadurch geringerer Einzahlungsbetrag, um die Zulagen mitzunehmen.

      Das müsstest du vielleicht noch ein paar Infos mehr zu deiner Situation geben.

      Zum Thema fondsgebundene Riester:
      Grundsätzlich sollte man da ja durch den Aktienanteil etwas Mehrrendite erhalten.
      Allerdings haben die Anbieter durch den Gesetzgeber die Vorgabe dem Kunden am Ende Minimum die Beiträge+Zulagen auszuzahlen (Beitragsgarantie).

      Das macht es den Anbietern sehr schwer den Aktienanteil hochzuhalten.
      Genau das ist durch Corona passiert. Die meisten Anbieter mussten jetzt massiv von Aktien in Anleihen oder Cash umschichten, um die Beiträge garantieren zu können. Das ist so ein bisschen der Renditekiller für die fondsgebundenen Riesterverträge.
    • Hallo vth92,

      meine beiden Vorredner haben es ja schon gesagt, zu einer wirklichen Beurteilung des Vertrages und ob sich Riester für DICH lohnt, werden mehr Informationen gebraucht:

      - Kind vor oder nach 2008 geboren ? Wie viele Kinder ?
      - dein Jahresbruttoverdienst
      - Alleinstehend oder Verheiratet
      - einziger Riestervertrag oder hat der verheiratete Lebenspartner auch einen ?

      Lies dir dazu diesen Beitrag zu Riester mal durch: wertpapier-forum.de/topic/3541…r-rente-tipps-und-tricks/

      Dieser ist zwar etwas veraltet und noch mit den alten Zulagen (154 statt 175 Eigenzulage, 185 statt 300 Kinderzulage) gerechnet, aber trotzdem kann man nach dieser Anleitung immer noch seine eigene Förderquote errechnen und vor allem die Sinnhaftigkeit von Riester für einen selbst herausfinden.
    • Hallo Community,

      erstmal vielen Dank für eure schnellen Antworten.


      Referat Janders schrieb:

      Hallo.

      Einen erwiesenermaßen schlechten Vertrag loszuwerden, ist grundsätzlich richtig.

      Ob es Sinn macht, nur zu kündigen oder besser das Guthaben zu übertragen, hängt von mehreren Faktoren ab.

      Ist denn ein guter Vertrag in Sicht?

      Sind die Zulagen (175 Euro Grundzulage + 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage) derart entscheidend, dass sich der Vertrag lohnt?

      In der Ferndiagnose ist das schwer einzuschätzen, aber mit dem ETF-Sparplan wäre man definitiv flexibler.

      Hat man bei der Verbraucherzentrale denn generell etwas zu Riester gesagt oder sind die nur auf den bestehenden Vertrag und nicht die persönliche Situation eingegangen?
      Also in der Verbraucherzentrale hat die Beraterin schon etwas allgemeines zu Riester gesagt. Welche Arten von Riester es gibt etc. Aber da die Zeit knapp war haben wir den Fokus eher auf den bestehenden Vertrag gelegt. Wie schon erwähnt kam raus dass der Vertrag zu teuer ist (sie hatte auch eine Faustformel gehabt). Mir wurde auch erklärt dass der Riester Fondssparplan viel günstiger wäre, aber der Nachteil (das hab ich leider noch nicht so ganz verstanden) irgendwas mit 85 Jahren und das man nicht weiß wie teuer der Versicherungsmantel sein wird. zu meiner persönlichen Situation sind wir auch nicht sehr eingegangen da wie gesagt die Zeit knapp war. Und ein guter Vertrag bzw. Empfehlung ist auch noch nicht in Sicht.




      AT1996 schrieb:


      Dann kommt es sehr auf deine persönliche Situation an, wie Referat Janders schon geschrieben hat.

      Der Riester kann sich durchaus lohnen, zum Beispiel durch die 300€ Kinderzulage.
      Vielleicht kommen ja noch mehr Kinder dazu.
      Vielleicht lohnt es sich aber auch deiner Lebenspartnerin/Frau die Kinderzulage zu geben. Geringerer Verdienst womöglich und dadurch geringerer Einzahlungsbetrag, um die Zulagen mitzunehmen.

      Das müsstest du vielleicht noch ein paar Infos mehr zu deiner Situation geben.

      Zum Thema fondsgebundene Riester:
      Grundsätzlich sollte man da ja durch den Aktienanteil etwas Mehrrendite erhalten.
      Allerdings haben die Anbieter durch den Gesetzgeber die Vorgabe dem Kunden am Ende Minimum die Beiträge+Zulagen auszuzahlen (Beitragsgarantie).

      Das macht es den Anbietern sehr schwer den Aktienanteil hochzuhalten.
      Genau das ist durch Corona passiert. Die meisten Anbieter mussten jetzt massiv von Aktien in Anleihen oder Cash umschichten, um die Beiträge garantieren zu können. Das ist so ein bisschen der Renditekiller für die fondsgebundenen Riesterverträge.
      Also meine Freundin (noch nicht verheiratet) arbeitet Teilzeit und somit bin ich der Mehrverdiener. Unsere Tochter ist 4 Jahre alt und ein 2. Kind ist auch in Zukunft noch geplant.
      Zu deinem letzten Punkt hatte ich auch den "Skandal" mit Fairr Riester schon mitbekommen was mich auch schon verunsichert in einen anderen Riestervertrag zu wechseln. Da wäre man ja wie Referat Janders schon erwähnt hat mit einem normalen ETF Sparplan flexibler. Gibt es denn irgendwelche besonderen Punkte zu beachten falls ich den Riester kündige?


      DeSa schrieb:


      meine beiden Vorredner haben es ja schon gesagt, zu einer wirklichen Beurteilung des Vertrages und ob sich Riester für DICH lohnt, werden mehr Informationen gebraucht:

      - Kind vor oder nach 2008 geboren ? Wie viele Kinder ?
      - dein Jahresbruttoverdienst
      - Alleinstehend oder Verheiratet
      - einziger Riestervertrag oder hat der verheiratete Lebenspartner auch einen ?

      Lies dir dazu diesen Beitrag zu Riester mal durch: wertpapier-forum.de/topic/3541…r-rente-tipps-und-tricks/

      Dieser ist zwar etwas veraltet und noch mit den alten Zulagen (154 statt 175 Eigenzulage, 185 statt 300 Kinderzulage) gerechnet, aber trotzdem kann man nach dieser Anleitung immer noch seine eigene Förderquote errechnen und vor allem die Sinnhaftigkeit von Riester für einen selbst herausfinden.
      Also hier noch paar Infos zu mir:
      - Unsere Tochter wurde nach 2008 geboren. Momentan nur 1 Kind aber ein weiteres ist geplant.
      - Jahresbruttoverdienst: aktuell ca. 50.000€
      - Nicht verheiratet aber meine Freundin und ich wohnen zusammen mit unserer Tochter
      - das ist der einzige Riestervertrag meine Freundin hat keinen.

      Danke für den Link den werde ich mir mal bei Gelegenheit durchlesen.
    • Das Standard verfahren ist das der Anbieter die Zulagen und Steuererstattungen abzieht von deinem Guthaben.
      Dafür steht er in Kontakt mit der ZfA, der Zulagenstelle für Altersvorsorge. Diese hat auch Zugriff und Daten vom Finanzamt damit ermittelt werden kann wie dein Beitrag zum Gehalt passt und ob du durch den Sonderausgabenabzug Geld vom Finanzamt zurück bekommen hast für den Riester Vertrag.

      Bei einer Kündigung fragt der Anbieter das also ab bei der zfa, zieht die Zulagen und steuererstattungen ab, überführt diese wieder zum Staat und zahlt dir den Rest aus.

      Bei ganz schlechter Situation kann es sogar sein das du überhaupt nichts bekommst und im worst case noch nachzahlen musst. Denn auch das geht.
      Als Beispiel wenn man einen Vertrag mit hoher Abschlussgebühr nach kurzer Zeit wieder kündigt und trotz Zulagen weniger wert enthalten ist als durch die fällige Rückzahlung der Zulagen enthalten ist.

      Also immer vorab nach dem Rückkaufwert oder dem Auszahlbetrag nach Abzug der Zulagen fragen
    • @Referat Janders + Spacefly: Danke euch sehr für eure Antwort:
      Um die exakten Werte (was habe ich eingezahlt, wie hoch sind die erhaltenen Zulagen und welche Steuervergünstigungen habe ich erhalten) zu bekommen, wende ich mich also direkt an die ZfA?
      Meinen Riester-Vertrag zahle ich nicht über die ersten fünf Jahre, sondern über die komplette Laufzeit ab. Dies hat den Vorteil, dass vom ersten Moment an mehr Geld in den Vertrag fliest. Somit ergibt sich die Situation, dass nun nach etwas mehr als 4 Jahren schon mehr Geld in dem Vertrag ist als ich eingezahlt habe. Diese Gewinne müsste ich doch dann im Falle einer Kündigung ausbezahlt bekommen, im kommenden Jahr aber in der Steuererklärung angeben und - sofern sie über dem Sparer-Freibetrag von 801 liegen - dann noch versteuern, oder habe ich da einen Denkfehler drin?
      Nochmals vielen Dank im Voraus.