Kommt die Zinswende? Darlehenszinsen sichern?

  • Hallo zusammen


    zwei kurze Fragen.


    1 )
    Sollte man sich jetzt, falls in 5 - 10 Jahren ein Hauskauf / Bau ansteht, die niedrigen Darlehenszinsen sichern? Oder ist davon auszugehen, dass es auf diesen Niveau bleibt und dazu noch die Immo-Preise fallen?


    2)
    Zinsen sichern bedeutet nur Bausparen oder gibt es da noch andere Möglichkeiten?



    Mit freundlichen Grüßen


    jfguitar

  • Hallo.


    Wie sicher ist der Bau/Kauf des Hauses denn? Ist das "ob" schon definitiv und nur das "wann" noch offen?


    Dass die Zinsen steigen, ist keineswegs ein Naturgesetz, vom Umfang des eventuellen Anstiegs ganz abgesehen.

  • Hallo jfguitar,


    zu 2.: Wenn Sie schon eine Immobilienfinanzierung am laufen haben, dann - und nur dann - ist ein Forward-Darlehen möglich, ansonsten: richtig, mir ist noch nie eine andere Variante als ein Bausparvertrag untergekommen.


    zu 1.: Das ist alles hochspekulativ und es gilt: Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen ;) .
    Zu den künftigen Immobilienpreisen wage ich überhaupt keine Prognose.
    Zu den künftigen Zinsen würde ich mich glattweg zu der Prognose hinreißen lassen, dass in den nächsten 5 bis 10 Jahren kein rasanter Zinsanstieg zu erwarten ist, weil sehr viel Geld im Markt ist, das auch sog. "sichere Häfen" sucht, und da sind immobilienbesicherte Darlehen ein Teil von und weil die Haushalte und Schulden diverser Staaten der Eurozone bei höheren Zinsen unfinanzierbar werden und die EZB-Banker "whatever it takes" tun werden, um zu verhindern, dass ihnen ihre eigene Währung um die Ohren fliegt (und das wäre der Fall, wenn es zu Staatspleiten in größerem Ausmaß käme) - wenn das passiert, hätten die EZB-Banker wirklich versagt ;) .
    Dementsprechend würde ich einen Bausparvertrag nur abschließen, wenn der künftige Hauskauf / Bau sehr sicher ist und auch nur für eine Teilfinanzierung als einen Finanzierungsbaustein (neben klassischem Tilgungsdarlehen) in einer Höhe von (je nach geplantem Investitionsvolumen für Hauskauf / Bau, davon 10 bis max. 20 %) 30.000 bis 60.000 Euro, unter der Prämisse, dass Sie die Herbeiführung der Zuteilungsreife des Bausparvertrages (in der Regel Einzahlung von 40 bis 50 % der Bausparsumme) locker in 5 bis 7 Jahren schaffen. Das hat dann für Sie "nebenbei" den Zweck, dass Sie sich selbst bestätigen können, dass Sie die Finanzierung des Projekts stemmen können (in dem Sinne, dass Sie, wenn Sie an der Besparung des Bausparvertrages scheitern, das nicht heißen muss, dass Sie keine Baufinanzierung bewältigen können, es sollte Ihnen aber zu denken geben).


    Viele Grüße


    BSHKunde

  • Wie sicher ist der Bau/Kauf des Hauses denn? Ist das "ob" schon definitiv und nur das "wann" noch offen?


    Beides nicht sicher, deswegen zerbreche ich mir momentan den Kopf, wie ich mich für die Zukunft bzw. Altersvorsorge aufstelle. Bin jetzt 32 und irgendwo am Scheideweg, ob Eigenheim oder eher Mieten (auf ETF´s setzen).



    Mit freundlichen Grüßen


    jfguitar

  • Du kannst ja mal zwei Szenarien rechnen:
    1. Zinsen bleiben konstant vs. Renditechancen ETF
    2. Zinsen steigen vs. Renditechancen ETF


    Dann bekommst Du ein Gefühl für den Break-Even. Basiert aber natürlich alles auf Annahmen.


    Konkret berechnen kannst Du das z.B. hier: https://projekt-wohnungskauf.d…ren-wohnung-mieten-kaufen


    Die Frage ist natürlich auch, ob Du beim Kauf der Immobilie rein finanzielle Interessen verfolgst oder ob auch andere Gründe für das Kaufen sprechen könnten. Der Kauf sollte auf jeden Fall wohl überlegt und gut durchgerechnet sein.

  • Meine Empfindung zu Immobilie/Altersvorsorge:


    Das Haus, in dem ich wohne und das Monat für Monat immer mehr mir gehört und nicht der Deutschen Bank, sehe ich nicht als Altersvorsorge an, eher als Lifestyle-Accessoire.


    Die Tilgung limitiert natürlich den Zufluss in den Sparplan, die Rücklagen für Instandhaltung ebenso, aber das haben wir uns so ausgesucht.



    Mit der Zinswende rechne ich in den nächsten Jahren nicht. Und wenn nicht feststeht ob und wann es in Richtung Eigenheim geht, würde ich vorläufig einen ETF sparplanmäßig befüllen und ggf. die Strategie anpassen, wenn sich die Prognosen verändern.