Betriebliche Altersvorsorge - Frage

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    • Betriebliche Altersvorsorge - Frage

      Hallo liebe Community,

      ich habe vor kurzem eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen und würde gerne eure Meinung zu dem Produkt bzw. den Kosten abholen.

      Ein paar Fakten:
      - die bav wird durch meinen Arbeitgeber bezuschusst. Die Regel lautet: wenn ich 3% in eine Direktversicherung investiere, bezuschusst mein AG mit 6% von meinem Bruttogehalt. Ich bin damit über der 500 EUR Grenze und werde dadurch wahrscheinlich steuerliche Nachteile haben?
      - die Direktversicherung basiert auf ETFs
      - Kosten für die Direktversicherung: Abschlusskosten 600 EUR, jährlich ab Rentenbeginn ca. 48 EUR
      - 100% Garantie
      - im Produkt mit eingeschlossen ist auch eine BU (ohne Gesundheitsprüfung): ca. 480 EUR Höhe

      Einen Anspruch auf den AG-Zuschuss habe ich nur, wenn ich 3 Jahre lang im Betrieb bleibe (das habe ich auch vor).


      Wie ist eure Meinung zu solch einem Kombi-Produkt? Bzw. muss ich etwas bei neuen Verträgen (bspw. ein BU-vertrag den ich noch nicht habe) beachten?

      Vielen Dank für eure Antworten :)
    • Hallo.

      Das klingt so, als würde sich der AG in Sachen "Mitarbeiterbindung durch bAV" vernünftig ins Zeug legen. Bei dem AG-Zuschuss kann man nicht meckern.
      Wenn nicht der gesamte Zahlbetrag sv-frei umgewandelt werden kann, dann spart man halt etwas weniger an Beitrag, aber das muss einen nicht großartig belasten.

      Der BU-Schutz ist mit weniger als 500 Euro natürlich nicht ausreichend, da müsste man sich noch Gedanken zu machen. Dafür sollte man sich Experten an die Seite holen.

      Fazit: Das sieht gut aus, ist aber noch nicht fertig. :thumbup:
    • Hey

      danke für deine Antwort. Was würde denn noch fehlen? :/

      Über eine BU habe ich nachgedacht, davon raten mir aber viele ab da die Versicherung sowieso bei höheren BU-Renten alles gaanz genau wissen will und ein Rechtsstreit vorprogrammiert wäre. Dann steht man da ohne BU aber mit einem Prozess am laufen...Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass die BU aus der deutschen Ängstlichkeit entstanden ist. Nur im Deutschen gibt es ja auch den Begriff „unterversichert“. Von Maklern halte ich auch wenig, traue denen nicht überm Weg. Keine optimalen Voraussetzungen für solch ein Produkt denke ich. :D
    • Die BU sollte man zumindest durchdacht haben. Wenn man sich am Ende sagt, dass man das Risiko bewusst eingeht und nicht versichert, dann ist das eine mögliche Entscheidung, die man bewusst trifft und kein zufälliges Ereignis.

      Es kann einem widerfahren, dass man gesundheitlich bedingt nicht mehr arbeiten kann. Es ist aber nicht gesagt, dass man zeitnah (oder überhaupt) eine auskömmliche Rente bekommt, weil die Gutachten ihre Zeit beanspruchen und/oder es festgestellt wird, dass man Beruf XY noch stundenweise ausüben kann. Dann wäre man froh über eine leistende BU-Versicherung.
      Wenn man in Altersrente geht und durchgearbeitet hat, dann weint man wahrscheinlich dem Geld für die Versicherung hinterher.

      Ich habe lange auf eine BUV verzichtet, aber als der Nachwuchs kam, habe ich noch eine abgeschlossen. Man muss sich eben entscheiden.

      Ansonsten könnte man sich über einen Notgroschen und allgemeinen Vermögensaufbau Gedanken machen. (Falls noch nicht geschehen.)
    • Referat Janders schrieb:

      Die BU sollte man zumindest durchdacht haben. Wenn man sich am Ende sagt, dass man das Risiko bewusst eingeht und nicht versichert, dann ist das eine mögliche Entscheidung, die man bewusst trifft und kein zufälliges Ereignis.

      Es kann einem widerfahren, dass man gesundheitlich bedingt nicht mehr arbeiten kann. Es ist aber nicht gesagt, dass man zeitnah (oder überhaupt) eine auskömmliche Rente bekommt, weil die Gutachten ihre Zeit beanspruchen und/oder es festgestellt wird, dass man Beruf XY noch stundenweise ausüben kann. Dann wäre man froh über eine leistende BU-Versicherung.
      Wenn man in Altersrente geht und durchgearbeitet hat, dann weint man wahrscheinlich dem Geld für die Versicherung hinterher.

      Ich habe lange auf eine BUV verzichtet, aber als der Nachwuchs kam, habe ich noch eine abgeschlossen. Man muss sich eben entscheiden.

      Ansonsten könnte man sich über einen Notgroschen und allgemeinen Vermögensaufbau Gedanken machen. (Falls noch nicht geschehen.)
      Vielen Dank für solch eine kompetente Antwort! Bei Nachwuchs ist es natürlich etwas anderes, ich habe aktuell keinen.

      Ansonsten habe ich noch zwei ETF-Sparpläne.


      Viele Grüße
    • Hallo,

      wenn es in Ordnung ist würde ich hier eine Frage zu den bAV stellen, damit nicht unzählige gleiche Themen entstehen
      Falls nicht gewünscht bitte mitteilen, dann erstelle ich gern ein neues Thema.

      Ich habe meinen Arbeitgeber (Bau Tarif) bzgl. der bAV angesprochen und es liegt mir ein Angebot zur Entgeltumwandlung vor.

      Der AG-Zuschuss beträgt fix 30,68€ und maximal könnte ich 182,32€ dazusteuern. Da ergibt sich dann folgende Tabelle:


      ArbeitgeberbeitragArbeitnehmerbeitragGesamtbeitraggarantierte Rente 67J & 0,9%1,5%2,5%weniger Netto ca.
      30,68€9,20€ (minimum)39,88€61,37€68,26€82,43€-5€
      30,68€100€130,68€201,09€223,68€270,13€-50€
      30,68€182,32€213€327,76€364,58€440,30€-90€


      Dafür würde ich dann keine VL (AG Anteil ca. 23€) mehr bekommen, was aber nicht schlimm wäre da diese ja eh versteuert werden.

      Das hört sich für mich erst mal in Ordnung an und würde gerne eure Meinung dazu hören
    • scip schrieb:

      Ja da hast du Recht... :(

      Eine kurze Verständnisfrage hätte ich noch, ob mein Gedankengang so richtig ist.

      50€ im Monat die nächsten 39 Jahre = ca. 23.000€.
      Monatliche Rente nach Abzug der Sozialabgaben ca. 160€.
      Also wäre ich doch nach 12 Jahren im Plus?

      Die Rentengarantiezeit beträgt 15 Jahre.
      Hi Scip,

      ich verstehe nicht wie Du auf 160 € nach Abzug der Sozialabgaben kommst bei 200 € Bruttorente.

      Du zahlst den vollen KV-Beitrag, also ca. 18% und indirekt den vollen RV-Beitrag. Direkt zahlt man natürlich als Rentner keine RV-Beiträge mehr aber Du hast ja Dein Brutto als AN verringert und weniger RV eingezahlt. Wenn man jetzt annimmt, dass die Rendite der GRV und die der bAV gleich hoch ist gehen also 18,3% Deiner bAV-Rente von Deiner GRV runter.

      Steuern zahlst Du auch mindesten 25% drauf (schon ab 14.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr). Also eher mehr als 25% statt weniger.

      Die KV-Beiträge und die fehlende GRente müssen nicht versteuert werden.

      Also rund (18%+18,3%)-25% =27,22% Sozialabgaben und dazu 25% Steuern macht auf jeden Fall mehr als 50% Abzüge insgesamt.

      Aber vieleicht hast Du ja einen anderen Rechenweg. Wäre interessant für mich. Ich hatte das Angebot meines AG abgelehnt.
    • Ja, Entgeltumwandlung verringert das SV-Brutto und man zahlt weniger Beitrag. (Genau das verkauft einem der Direktversicherungsanbieter ja als Vorteil.)

      Wenn man in 2020 12×39,88 Euro umwandelt, dann sind das 478,56 Euro.
      Geteilt durch 40.551 Euro Durchschnittsentgelt ergeben sich 0,0118 Entgeltpunkte. Bei einem aktuellen Rentenwert von (noch) 33,05 Euro entspricht das einem monatlichen Verlust in der Rente von 39 Cent (brutto).

      Der Wert ist dynamisch, steigt also von Jahr zu Jahr, aber lässt sich in die Überlegungen miteinbeziehen.

      Also Taschenrechner raus und losgetüfftelt! :thumbup:
    • Towo schrieb:

      scip schrieb:

      Ja da hast du Recht... :(

      Eine kurze Verständnisfrage hätte ich noch, ob mein Gedankengang so richtig ist.

      50€ im Monat die nächsten 39 Jahre = ca. 23.000€.
      Monatliche Rente nach Abzug der Sozialabgaben ca. 160€.
      Also wäre ich doch nach 12 Jahren im Plus?

      Die Rentengarantiezeit beträgt 15 Jahre.
      Hi Scip,
      ich verstehe nicht wie Du auf 160 € nach Abzug der Sozialabgaben kommst bei 200 € Bruttorente.

      Du zahlst den vollen KV-Beitrag, also ca. 18% und indirekt den vollen RV-Beitrag. Direkt zahlt man natürlich als Rentner keine RV-Beiträge mehr aber Du hast ja Dein Brutto als AN verringert und weniger RV eingezahlt. Wenn man jetzt annimmt, dass die Rendite der GRV und die der bAV gleich hoch ist gehen also 18,3% Deiner bAV-Rente von Deiner GRV runter.

      Steuern zahlst Du auch mindesten 25% drauf (schon ab 14.000 Euro zu versteuerndes Einkommen im Jahr). Also eher mehr als 25% statt weniger.

      Die KV-Beiträge und die fehlende GRente müssen nicht versteuert werden.

      Also rund (18%+18,3%)-25% =27,22% Sozialabgaben und dazu 25% Steuern macht auf jeden Fall mehr als 50% Abzüge insgesamt.

      Aber vieleicht hast Du ja einen anderen Rechenweg. Wäre interessant für mich. Ich hatte das Angebot meines AG abgelehnt.

      Hallo Towo,

      ich habe grob mit Sozialabgaben von 20% gerechnet, macht von 200€ eben die 160€.
      Es gibt ab 2020 aber wohl eine neue Regelung, einen Freibetrag von 159,25€, alles drüber wird voll versteuert.
      Daraus ergibt es bei einer Betriebsrente von 200€ ein netto von 187,50€.

      Quelle:
      finanzen.de/altersvorsorge/betriebliche-altersvorsorge
      Siehe ziemlich am Ende des Artikels: Beispiel so viel Geld bleibt im Alter übrig (Regelung ab 2020)
    • Hi Scip,

      ja ok, das ist eine Verbesserung. Aber die verringerte Gesetzliche Rente und die Steuern sind dort noch unberücksichtigt.
      Du hättest also 27,50 Euro weniger Abzüge als ich vorhin ausgerechnet habe. Also ungefähr 125 Euro netto und nicht 160 Euro.

      Vorsicht auch bei einem Arbeitgeberwechsel. Der neue AG darf den Vertrag weiterführen (das hat man dir sicherlich gesagt), die meisten AG wollen aber dass du ihren Versicherer nimmst. Dann fängst du u.U. wieder von vorne mit einem neuen Vertrag an und lässt den alten ruhen. Das wäre doof, da man die Gebühren meist am Anfang des Vertrages zahlt (Zilmerung).