Riester-Reform - wir entwickeln ein zukunftsfähiges Konzept

  • Danke für den Link. Ich erlaube mir mal, daraus den für mich wichtigen Abschnitt zu zitieren:
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    Ein Weg, um die Motivation der Arbeitnehmer bei der zusätzlichen Altersvorsorge wieder zu erhöhen, könnten "modifizierte Garantien" bei der Riester-Vorsorge sein, heißt es im Abschlussbericht der Rentenkommission. Sie sollten ein "angemessenes Verhältnis von Renditechancen, Sicherheiten und Risiken zulassen". Damit deute die Kommission an, dass die bisher sehr an Garantiezinsen ausgerichteten deutschen Altersvorsorgesparer künftig womöglich mehr ins Risiko gehen müssten, erläuterte Rentenexperte Thiede. So seien über Aktien derzeit deutlich höhere Renditen möglich als über private oder betriebliche Renten, bei denen Neuverträge aktuell nicht einmal mehr ein Prozent Verzinsung garantieren. Allerdings sei bei Investitionen in Aktien auch immer "zwischen Chancen und Risiken ausreichend abzuwägen", stellte Thiede klar.
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    Wenn die Rentenkommision der Bundesregierung so etwas schreibt, keimt bei mir Hoffnung auf, dass die Beitragsgarantie zumindest teilweise fallen wird.

  • @tobiasweiss dein Beitrag klingt so als ob du von der Hoffnung ein wenig überrascht wurdest.


    Falls du es noch nicht getan hast, kann ich dir empfehlen den Bericht selber, bzw. die Zusammenfassung zu lesen.
    Ich selber hatte im Homeoffice ausreichend Zeit dafür und war selber überrascht welch sinnvolle Ideen die Kommission zur Riester Rente hat. (nicht nur bei der Beitragsgarantie)


    Hier der Link: https://www.bmas.de/SharedDocs…_blob=publicationFile&v=5


    Seiten 13-15

  • @all,


    ich habe da mal ein paar (blöde) Fragen... Riester ist ja immer wieder mal hier im Gespräch.


    Was kommt denn überhaupt bei so einer Riester-Geschichte rum? Wieviel bzw. wie wenig wird denn im Schnitt in solche Verträge eingezahlt, wieviel (wie wenig) ist daraus als „Zusatzrente“ zu erwarten? - Sprich... lässt sich mit diesem „Pickelkram“ überhaupt eine Altersarmut verhindern?

    Und... welchen Sinn darf man angesichts dessen von dem hier mehrfach erwähnten Zwang erwarten?

    Wäre es denn nicht sinnvoll/er, es dem „mündigen“ Bürger zu überlassen, sich selbst (wenigstens) eine Variante der privaten Altersversorgung (im Sinne von ETF, gemanagter Fonds, Aktiendepot...)* zu wählen, bei der sowohl die „Kapitalabfindung“, als auch eine Verrentung, oder ein beliebiger Mix daraus, per Rentenbeginn oder ab dem 63. Lebensjahr schlicht und ergreifend steuer- und sozialabgabenfrei (auch ohne „Zockersteuer“) zur Auszahlung kommt?


    *(Vor dem Hintergrund, dass Nettoeinkommen in der „Ansparphase“ bis zur Höhe von z.B. 1/3 der Beitragsbemessungsgrenze in den jeweils individuellen Topf einfließt)

  • Naja, 45 Jahre lang (ggf. noch länger) 2100 Euro eingezahlt, ergibt 94.500 Euro.

    45 Jahre lang 60 + 175 = 235 Euro angespart, ergibt 10.575 Euro.

    (Recherche hat ergeben: Zinsen gibt's nicht mehr. Sind raus, bekommen wir auch nicht mehr rein.)


    In der gesetzlichen Rentenversicherung ergäbe sich rein rechnerisch ein Rentenanspruch von 428 bzw. von 48 Euro daraus.


    Ob das den Unterschied zwischen herrschaftlicher Villa oder sozialem Wohnungsbau ausmacht, muss jeder für sich entscheiden.

  • Ob das den Unterschied zwischen herrschaftlicher Villa oder sozialem Wohnungsbau ausmacht, muss jeder für sich entscheiden.

    Danke für dein Zahlenwerk! (das war mir zwar nicht „neu“... aber besser, du hast es gepostet)


    ... war gerade mit dem Hund eine Runde um den Block. Die „alte Dame“ hatte wohl Druck auf der Blase.

    Bezüglich deiner Interpretation fiel mir da eher als passender Vergleich der zwischen sozialem Wohnungsbau und der Hundehütte ein😩.

    Und bei einer „nur“ 2%igen Inflation teilen wir deine genannten Ergebnisse durch 2,44!!!

    Dann vergleichen wir zwischen Hundehütte mit oder ohne Isolierung/Wärmedämmung 😭


    Holy Shyth! Wozu also ein zukunftsfähiges Konzept?

  • Gegenfrage: Warum klettert man auf den Berg? (Antwort: Weil er da ist!)


    Die Riester-Rente kann nur ein Mosaikstein sein, nicht aber der alleinige Ausweg aus allen Sorgen um die finanzielle Absicherung im Alter.


    Und der Wirkmechanismus sollte am besten ein anderer sein, als dass man mit Zulagen gelockt wird, nach ein paar Jahren merkt, dass das Produkt doch nicht das Gelbe vom Grünen ist (Lernen durch Schmerz?), man sich dann beliest und danach die Dinge selbst händelt. Auch wenn es in vielen Fällen so laufen mag, so weigere ich mich doch, dies einen Plan zu nennen.


    Also: Riester weg oder Riester reparieren!

    Und da wäre ich deutlich für Variante 2. :saint:

  • Referat Janders


    wie definierst du denn "reparieren". Fällt auch "Abreißen und und neu machen inklusive Bodenplatte" darunter? Dann bin ich auf für "reparieren".


    Im Ernst, Riester hat in den 2000ern den Menschen vorgegaukelt, er würde dank der Zulagen alle ihre Sorgen rund um Altersvorsorge heilen. Die Minderheit zahlt 2100 Euro im Jahr. Ganz viele zahlen 60-500 Euro im Jahr inkl. Zulagen. Daraus ergibt sich eine Altersrente von 100 Euro maximal. Auf so ein Konstrukt sollte man keine 5 Minuten Nachdenkzeit verschwenden.

  • Zwei Punkte dazu:

    Ich bin immer noch der Meinung, dass Eigenverantwortung wichtig und richtig ist. Wenn nichts fürs Alter zurückgelegt wird sondern lieber konsumiert wird ist das mMn nicht ein Problem des Produkts.

    Es wird ja den Jungen immer noch vorgegaukelt, dass sie mal eine Rente bekommen werden. Das wird nicht so sein. Sie zahlen zwar heute die Renten der Alten, werden dafür aber nichts bzw. nichts in der Höhe wie heute bekommen. Damit zurück zum ersten Punkt , eigene Vorsorge ist wichtig.


    Rückblickend bin ich aber bei Dir: Die angebotenen und speziell die abgeschlossenen Produkte taugenweitgehend nichts und werden, da sie Geldwerte sind, durch die kommende Inflation entwertet werden.

  • Natürlich hängt die Rendite hauptsächlich davon ab, in was investiert wird. Hier sind sehr viele Kunden sehr naiv und wissen nicht in welchen Produkten und Anlageklassen ihr Geld tatsächlich steckt. Die Nachdenkseiten sind der Marktwirtschaft nicht sonderlich wohlgesonnen.


    Ein "schlechter" Riester-Vertrag der in Investmentfonds investiert wird meiner Meinung nach immer die gesetzliche Rentenversicherung outperformen.


    Mein Rürup-Vertrag (dank freier Auswahl des Investments) hat mittlerweile über mehrere Jahre eine Rendite von 25% pro Jahr erreicht. Das geht nur, weil ich ein Produkt mit hohem Risiko ausgewählt habe, nämlich einen Nasdaq-ETF.

    Es klingt vielleicht etwas doof, aber ich kann es mir schlichtweg nicht leisten in risikolose Produkte zu investieren.


    Die beste Altersvorsorge ist meiner Meinung nach ganz klar eine private Spardosen GmbH mit Pensionszusage, dafür benötigt man aber das nötige Kapital und Wissen.


    Riester kann man ganz einfach reparieren, wenn man die zugelassene Einzahlungssumme erhöht und die Beitragsgarantie weglässt.

  • Ein "schlechter" Riester-Vertrag der in Investmentfonds investiert wird meiner Meinung nach immer die gesetzliche Rentenversicherung outperformen.


    Riester kann man ganz einfach reparieren, wenn man die zugelassene Einzahlungssumme erhöht und die Beitragsgarantie weglässt.

    Naja, im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung lassen sich Fälle konstruieren, in denen eine ansehnliche Rente zusammenkommt, ohne dass der/die Versicherte je einen einzigen Beitrag selbst gezahlt hätte.

    Da kann der Riester nicht gegen an. ;)


    Wenn man deutlich mehr Geld im Riester-Rahmen zulässt, dann wird ein neues Produkt daraus, mit einer neuen Zielrichtung. Bei Riester ging es immer nur um ein Zubrot (und die Aufhebung der Beitragsparität), nie um ein tragendes Element der Altersvorsorge.


    Wenn Saidi sagt, man solle 15% vom Netto wegsparen (in ETF-Qualität), dann können 4% vom Vorjahresbrutto (mit den Riester-Regularien als Hemmschuh) wohl kaum der alleinige Game-Changer sein, oder? 8)