Riester-Reform - wir entwickeln ein zukunftsfähiges Konzept

  • Ob es da tatsächlich weitergeht?

    Wozu???


    Bei den angedachten Modellen steht eh das Interesse der Finanzdienstleister, primär der Versicherungswirtschaft, im Vordergrund.

    Auf neue Produkte, die auf den Verbraucher renditestark wirken, kann man doch gerne verzichten...


    All das, was zur privaten Altersvorsorge (inkl. Vermögensaufbau) nötig ist, ist doch bereits zahlreich vorhanden...

  • Weil ein staatlich geförderter Rentenaufbau zwingend eine Zugriffssperre benötigt. ETF etc. ist ja gut und schön, aber wie viele Leute würden noch vor Eintritt ins Rentenalter den Griff in die "Keksdose" machen?


    Der Staat signalisiert: Jeder muss teilhaben, kein wird fallen gelassen, es wird sich um alles gekümmert.


    Wo sollte da bei den 0815 Bürgern das Bewusstsein herkommen, dass eine Altersvorsorge notwendig ist? Bislang ist noch immer der Staat eingesprungen, also her mit dem gesparten Geld und ab in den Handyladen, Urlaub, Autohaus.

  • Weil ein staatlich geförderter Rentenaufbau zwingend eine Zugriffssperre benötigt. ETF etc. ist ja gut und schön, aber wie viele Leute würden noch vor Eintritt ins Rentenalter den Griff in die "Keksdose" machen?


    Der Staat signalisiert: Jeder muss teilhaben, kein wird fallen gelassen, es wird sich um alles gekümmert.


    Wo sollte da bei den 0815 Bürgern das Bewusstsein herkommen, dass eine Altersvorsorge notwendig ist? Bislang ist noch immer der Staat eingesprungen, also her mit dem gesparten Geld und ab in den Handyladen, Urlaub, Autohaus.

    Nun, es gibt diverse Fälle von Menschen aus dem Niedriglohnsektor, die seinerzeit mit Riester begonnen haben.

    Bis Sie dann teilweise nach 10 Jahren gemerkt haben, dass Sie von ihrer Riester-Rente später gar nichts haben werden, weil Ihr Riester zu 100% auf Ihre Grundsicherung angerechnet wird. =O Und so ein Produkt wird dann noch staatlich gefördert!?:/

    Ich habe in meinem Bekanntenkreis einige Leute im Alter 55+, die heute schon wissen, dass Sie mit Rentenbeginn ganz kleine Brötchen backen müssen. Teilweise haben Sie sogar in den 80'er Jahren eine kleine KLV abgeschlossen, die Ihnen mal schöne Renditen versprach. Und nun. Das Leben lang gearbeitet, die Knochen kaputt, das Rentenniveau gesenkt und die Renditen der KLV erreichen gerade mal 60% der einstmals versprochenen Summen...

    Ja, hättest Du mal mit 20 Dein Geld in ETF investiert. :/ Ach ja, damals gab es ja noch gar keine ETF und Sparpläne. Pech gehabt!

    Da wird dann eine kaputte Waschmaschine oder ein Kühlschrank schon zum echten Problem.


    Machen wir uns doch nichts vor. Es gibt einen Anteil der Bevölkerung, der sein Leben lang im Niedriglohnsektor beschäftigt sein wird! Diesen Menschen ist es eben nicht möglich ein nennenswertes 'Vermögen' für eine private Altersvorsorge aufzubauen. Für diese Menschen steht quasi schon fest, dass Sie eines Tages eine Grundrente erhalten werden.

    Und ja, ich finde da steht der Staat (also wir ALLE) in der Pflicht auch diesem Bevölkerungsanteil ein lebenswertes Einkommen sowohl jetzt als auch im Alter zu ermöglichen. Man kann nicht staatl. gefördert einen riesigen Niedriglohnsektor aufbauen und dann hinterher den Leuten auch noch vorwerfen, dass Sie nicht Privat für Ihr Alter vorsorgen!

  • Die übliche Altersvorsorge geht schon länger den Bach runter.

    Offensichtlich wollen die Bürger keine Veränderung, wie wir es Ende September wieder sehen werden.

    Nun denn, welche Partei hat den die Patentlösung für die Altersvorsorge!? Die würde ich doch sofort wählen! ;)

    Und ja, wir brauchen Veränderung in der Altersvorsorge. Aber das wird eben nicht von heute auf Morgen gehen, sondern kann nur ein langfristiges Projekt über Generationen sein.

    Z.B. die Idee des Rentenfonds nach dem schwedischen Vorbild. Selbst wenn wir den Fonds ab September 2021 sofort einführen würden, wie lange würde es dauern, bis die ersten Rentner davon wirklich profitieren würden? 10, 20 Jahre!? :/

    Jemand der heute 60 ist würde es wohl kaum noch etwas bringen, oder?

    Die CDU will ja bei der Geburt bereits eine Summe X in den 'Staatsfonds' einzahlen. Schön, dann hätte das Kind mit Rentenbeginn 2091??? ein nettes Sümmchen zusätzlich.


    Wäre ja schön wenn wir erstmal die Probleme der Menschen vorrangig angehen, die in den nächsten 10-15 Jahren in Rente gehen und auch 40-45 Jahre lang gearbeitet haben.

  • Riester wird nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet. Gesetz wurde geändert.

    Danke für die mir noch nicht bekannte Info.


    Das zeigt aber auch, dass man nicht unbedingt auf Basis des heutigen Rechts solche weitreichenden Entscheidungen treffen sollte. Nicht zu Riestern, weil es später angerechnet wird - falsche Entscheidung. Riestern, weil man irgendeine Förderung bekommt - falsche Entscheidung.


    Ich weiß ja heute noch nicht mal, ob es in 40 Jahren so etwas wie Grundsicherung überhaupt gibt. Soll ich mich darauf verlassen?


    Letztendlich dürfte klar sein: Wenn die Deutschen nicht gerade plötzlich riesige unentdeckte Rohstoffquellen oder technologische Alien-Artefakte auftun, dann schaut es mit der Rente zukünftig eher mau aus. Dass dann das heutige System in 40 Jahren auch noch so existiert, darauf würde ich eher nicht wetten wollen.


    Also: Wenn es machbar ist, dann Ärmel hoch und selber für die Zukunft sorgen. Evtl. am WE noch Zeitungen austragen und das damit verdiente Geld in ETFs oder Aktien stecken.

  • Riester wird nicht mehr auf die Grundsicherung angerechnet. Gesetz wurde geändert.

    Ja, seit 2018

    Riester wurde 2002 eingeführt. Total motivierend für Geringverdiener, die dann nach 10 Jahren 'riestern' dann mal festgestellt haben, dass Ihnen Ihre Riester-Rente auf Ihre zu erwartende Grundsicherung angerechnet wird.<X

    Folge Riester wird stillgelegt -> Staat verar...t mich nur.

  • Ich weiß ja heute noch nicht mal, ob es in 40 Jahren so etwas wie Grundsicherung überhaupt gibt. Soll ich mich darauf verlassen?


    Letztendlich dürfte klar sein: Wenn die Deutschen nicht gerade plötzlich riesige unentdeckte Rohstoffquellen oder technologische Alien-Artefakte auftun, dann schaut es mit der Rente zukünftig eher mau aus. Dass dann das heutige System in 40 Jahren auch noch so existiert, darauf würde ich eher nicht wetten wollen.


    Also: Wenn es machbar ist, dann Ärmel hoch und selber für die Zukunft sorgen. Evtl. am WE noch Zeitungen austragen und das damit verdiente Geld in ETFs oder Aktien stecken.

    Keine Ahnung wie die gesetzl. Rente in 40 Jahren aussieht. Aber zumindest die letzten 120 Jahre hat das System ja scheinbar funktioniert. Da lagen mehrere Währungen, Kriege, usw. dazwischen. Nicht sooo schlecht, wie ich finde und ob ein 100% kapitalgedecktes Rentensystem besser funktioniert hätte!? :/

    Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass noch viele Technologien entwickelt werden, die es uns auch in der Zukunft gestatten unseren Teil zur Weltwirtschaft beizutragen.

  • Nun denn, welche Partei hat den die Patentlösung für die Altersvorsorge!? Die würde ich doch sofort wählen! ;)

    Alle, die schon mal dran waren, sind es sicherlich nicht. Die SPD hat immer Vorschläge, schafft es dann aber in dieser Legislaturperiode nicht mehr. Aber in der nächsten ... Die Leier geht schon länger so.

    Lass keinen zwischen Dich und Dein Geld.

  • Keine Ahnung wie die gesetzl. Rente in 40 Jahren aussieht. Aber zumindest die letzten 120 Jahre hat das System ja scheinbar funktioniert. Da lagen mehrere Währungen, Kriege, usw. dazwischen. Nicht sooo schlecht, wie ich finde und ob ein 100% kapitalgedecktes Rentensystem besser funktioniert hätte!? :/

    Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass noch viele Technologien entwickelt werden, die es uns auch in der Zukunft gestatten unseren Teil zur Weltwirtschaft beizutragen.


    Nicht böse sein, aber mit der Argumentation kann ich auch bullish für Öl-Aktien sein. Läuft auch seit > 100 Jahren gut.


    1. Damals wurden die Leute nicht so alt.

    2. Damals war die Rente noch weitaus geringer.

    3. Damals war die Alterspyramide noch anders aufgebaut.

    4. Im Laufe der Zeit wurde immer dreister in den Topf gegriffen und aus "Gerechtigkeit" Leistungen nachträglich ausgeweitet.

    5. Um "soziale Härten" zu vermeiden, wurde x mal in die Rentenformel eingegriffen.


    Mathematisch lassen sich all diese Dinge heutzutage relativ genau berechnen und vorhersagen. Bevölkerungsentwicklung, Einkommensentwicklung, Wachstum etc.


    Natürlich können immer positive (aber auch negative) Faktoren die Berechnungen verändern (nicht jedoch den langfristigen Trend), aber darauf kann ich doch nicht bauen. Im Gegenteil, man hat schon immer darauf gebaut und schießt heute dafür gut 100 Mrd. Euro jährlich an Bundeszuschuss zu - mit steigender Tendenz.

  • Naja, die Community hier ist nicht repräsentativ für die Bevölkerung. Daher sollte es schon irgendwelche Vehikel der ergänzenden Altersvorsorge geben, die auch jemand ohne finanzielles Erweckungsereignis für sich nutzen kann. Der Vermögensaufbau ist jenseits von VWL ja nicht wirklich im Interesse des Staates, da es eher um laufende (Alters-)Einkünfte geht, die eventuelle Hilfsbedürftigkeit verhindern sollen.

  • Keine Ahnung wie die gesetzl. Rente in 40 Jahren aussieht. Aber zumindest die letzten 120 Jahre hat das System ja scheinbar funktioniert. Da lagen mehrere Währungen, Kriege, usw. dazwischen. Nicht sooo schlecht, wie ich finde und ob ein 100% kapitalgedecktes Rentensystem besser funktioniert hätte!? :/

    Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass noch viele Technologien entwickelt werden, die es uns auch in der Zukunft gestatten unseren Teil zur Weltwirtschaft beizutragen.

    Um ehrlich zu sein (auch wenn ich gerne für die Ehrenrettung der gesetzlichen Rentenversicherung eintrete), sollte man hinsichtlich der Rente nicht unbedingt bis zur Kaiserlichen Botschaft, sondern eher nur bis zur Rentenreform 1957 ("Dynamische Rente") zurückgehen. Ansonsten hinkt der Vergleich ein wenig.

  • Ich denke doch, dass bei den nächsten Wahlen ein Ergebnis herauskommen wird, dass einigen die Augen öffnet aber mal sehen was passiert ...


    Und ich denke auch nicht, dass sich ein schneller Einfluss auf die Renten bemerkbar machen wird, egal wie die Wahlen ausgehen.

  • Keine Ahnung wie die gesetzl. Rente in 40 Jahren aussieht. Aber zumindest die letzten 120 Jahre hat das System ja scheinbar funktioniert. Da lagen mehrere Währungen, Kriege, usw. dazwischen. Nicht sooo schlecht, wie ich finde und ob ein 100% kapitalgedecktes Rentensystem besser funktioniert hätte!? :/

    Ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass noch viele Technologien entwickelt werden, die es uns auch in der Zukunft gestatten unseren Teil zur Weltwirtschaft beizutragen.

    Man muss wohl auch berücksichtigen, dass die Rente zu Beginn dafür gedacht war, den Lebenstandart also Miete, Essen und Trinken, zu sichern. Dafür hat sie auch gereicht, für den Winter im Süden, Weltreisen, große Autos etc., war sie nicht gedacht. Nun muss man halt überlegen, wie gleiche ich die Summen aus, die durch fehlende Beitragszahler entstehen. Sicherlich ist Riester wohl kein guter Weg, wenn ich allerdings die neuen Pläne verfolge, wird wohl wieder die Bank- und Versicherungswirtschaft ein großes Stück vom Kuchen abbekommen, womit wir wieder am (Riester)anfang stehen. Allerdings ist eine Kontrolle für Zuschüsse auch gerechtfertigt, ein normaler Fond lässt sich halt täglich verkaufen und dann?

    Sicherlich bleibt dann nur die DRV als "Verwalter" für eine geförderte Altersvorsorge über ETF oder ähnliches... da ist aber im Bundestag keine Lobby. Was würde passieren wenn die Fonds über einen längeren Zeitraum im Minus stehen? Wer trägt dann die Kosten? Für mich alles Fragen über Fragen und sinnvolle Antworten habe ich bisher keine bekommen.

  • Wie wäre es mit einem geschlossenen Renten-Depot, das steuerfrei geführt werden kann? Jede Entnahme, die über die vorherige Einlage hinaus geht, wird versteuert, darin enthaltene Beträge/Aktien können jedoch nach einer gewissen Mindest-Behaltensfrist zeitlebens steuerfrei umgeschichtet bzw. veräußert werden.


    Wäre ein guter Anfang.


    Und wer selber kein Depot führen kann, für den führt es der Staat oder die Rentenversicherung gegen eine geringe Verwaltungsgebühr.

  • Thebat

    Entscheidend sollte sein, in was für einem Land man Leben möchte.

    Fakt ist, dass wir die wohlhabendste Generation aller Zeiten in Deutschland sind. Nur ist halt der Reichtum ziemlich ungleichmäßig verteilt.

    WIR müssen halt das Problem angehen, die Altersvorsorge für die aktuelle und die nächsten Generationen auf einigermaßen sichere Füße zu stellen. Und zwar sowohl für die Menschen, mit 100K€ als auch für die mit 20K€ Einkommen pro Jahr.

    Wenn wir mit H4 und Grundsicherung aufhören, wird das Land leerstehen, weil viele weiterziehen und keiner mehr kommt. Das will doch keiner. Sicher wird irgendwann die Höhe der Leistung Probleme machen.

    Ich verstehe nicht, wie diese Aussage mit der Altersvorsorge bzw. Riester zusammen hängt!?

    Zunächst mal muss man davon ausgehen, dass ein AN arbeitet und sich daher Ansprüche für die Altersvorsorge 'erarbeitet'. Ich wüsste z.B. nicht, dass bei Hartz4-Bezug der Sockelbeitrag für einen evtl. Riester-Vertrag bezahlt würde. :/

    Man mag über die Grundsicherung denken wie man will, aber auch das gehört zur Frage, in was für einem Land man Leben möchte. Ich zahle ganz gern Steuern dafür, dass in Deutschland zumindest Jeder einigermaßen menschenwürdig leben kann.

    Man muss wohl auch berücksichtigen, dass die Rente zu Beginn dafür gedacht war, den Lebenstandart also Miete, Essen und Trinken, zu sichern. Dafür hat sie auch gereicht, für den Winter im Süden, Weltreisen, große Autos etc., war sie nicht gedacht.

    Oh, da wäre ich voll dabei!

    Nur dann muss die Altersvorsorge eben ein gewisses Niveau sicherstellen. Und damit auch sicherstellen, dass man sich als Rentner in der Stadt auch noch die eigene Wohnung leisten kann, oder!? Defacto gibt es ja eh schon die 'Grundsicherung' auf die jeder Bürger einen Anspruch hat. Bliebe nur die Frage, ob nicht Jemand, der sein Leben lang gearbeitet hat mehr als nur die Grundsicherung verdient hat? :/