Gesamtkosten Riesterprodukt DWS TopRente Dynamik

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    • Gesamtkosten Riesterprodukt DWS TopRente Dynamik

      Hallo,

      ich bin neu hier im Forum und habe eine Frage zu meiner DWS Toprente Dynamik.
      Vor Jahren habe ich dieses Produkt abgeschlossen und verfüge über ein Guthaben von rund 10.000 Euro. In den letzten Wochen hat mich die Frage beschäftigt, welche Gesamtkosten das Produkt in meinem Fall verursacht. Nachfolgend meine Parameter:

      Anfangskapital: 10.000 Euro (da Vertrag bereits schon früher von mir bespart wurde)

      Jährliche Einzahlung: 2.100 Euro (inkl. Zulage, Single)

      Gebühren Sparphase: 1,4 % (laut Auskunft DWS), kein Ausgabeaufschlag, da über Direktvermittler abgeschlossen. Finanztip spricht laut eigenen
      Berechnungen von 1,05 %

      Gebühren Rentenphase bis 85 Jahre: 1 % (da Großteil des Geldes in Rentenfonds investiert)

      Depotgebühr: 15,40 Euro jährlich

      Performance p.a.: 4 %, in der Rentenphase 1 %, da praktisch nur noch in Renten investiert

      Abschlusskosten Leibrente: 15 % des Guthabens (laut Auskunft DWS)

      Mein Alter: 39 Jahre

      Entnahme von 30 % zu Rentenbeginn (max. möglich bei Riester)

      Mit diesen Parameter komme ich auf Gesamtkosten für die gesamte Laufzeit von rund 30.000 Euro! Bin selbst kein Mathematiker, daher wäre ich für Rückmeldungen dankbar. Sollten die Kosten stimmen, stelle ich mir die Frage, was ich nun damit machen soll. Auch aufgrund der geringen Flexibilität des Produkts gefällt mir der Gedanke, den Vertrag nicht mehr zu besparen und hoffentlich in ein paar Jahren nach einer hoffentlich guten Börsenphase förderschädlich zu beenden!
      Danke für Meinungen und Kommentare zu meinem Thema!
    • Hallo @Martin80, willkommen in der Community

      Die 1,42% findet sich auf dem Muster-Informationsblatt. dws.de/planen/loesungen/dws-toprente/ ziemlich weit unten unter den Pflich-Verkaufsunterlagen. Es handelt sich dabei um die Kosten des teuersten Fonds.

      Wenn ich mit 10.000 starte und bis 67 laufen lasse komme ich auf Endkapital 130-140 T€ und 23-30T€ Kosten (nicht auf- oder abgezinst) bei 1,05 bzw. 1,42 % Kosten, Auszahlphase habe ich nicht berechnet, da fehlen mir die Parameter.

      Die 4% Rendite möchte ich gerne hinterfragen. Über die letzten fünf Jahre mit den 2,62% p.a würde es mit 4-1,42 % etwa passen wenn auch mathematisch falsch, allerdings hat er über längere Zeiten bessere Zahlen. Bei den Fonds sind die Kosten ja in der Rendite enthalten. Wenn ich mit 5,4% rechne komme ich auf ein Endkapital von knapp 174 T€ und 36.500 € Kosten.
    • Hallo Kater.Ka,

      vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort! Dann war ja meine Berechnung gar nicht so falsch...;-)
      Vor diesem Hintergrund stelle ich mir nun die Frage, ob sich das Produkt bei den genannten Kosten, die ich für extrem hoch halte, überhaupt rentiert?!? Wäre alternativ ein anderes Riester-Produkt zu bevorzugen oder die Besparung einstellen und alles in einen ETF-Sparplan investieren?

      @Finanztip-Redation: Finanztip empfiehlt das Produkt ja, wäre hier vielleicht mal eine umfassende Analyse denkbar? Ich kann mir bei den Gesamtkosten ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass es keine bessere Lösung gibt.

      Danke!
    • Im Vergleich ist das Produkt recht günstig, da habe ich durchaus andere Beträge gehört. Ferner ist zu berücksichtigen, dass es hier auch eine Renditechance gibt wenn man die langfristige Entwicklung sieht. Robos liegen z.T. in ähnlichen Größenordnungen und werden nicht gefördert.

      Ich habe ein ähnliches Produkt und bin hinsichtlich der Rendite nicht schlecht gefahren. Allerdings bin ich nahe am Zeitpunkt bei der die Rente beginnt und jetzt sind fast nur noch negativ verzinste Rentenfonds drin. Da ich mich dazu zu jung fühle und auch die Langlebigkeitsversicherung nicht will werde ich den Vertrag wie einige andere hier auch prämienschädlich beenden. Das ist allerdings eine sehr individuelle Entscheidung. Leider habe ich es versäumt den Vertrag in eine Immobilienentschuldung einzubringen. Das finde ich im übrigen eine nette Variante, also in jungen Jahren mit Fonds höhere Rendite zu erzielen und dann in eine selbstgenutzte Immobilie zu stecken.

      Unter dem Strich ist wahrscheinlich eine eigene flexible Anlage über ETF und Tages-/Festgeld am sinnvollsten. Finanztip argumentiert hier ähnlich, wobei man die Fälle, in denen Riester positiv wirkt, durchaus beachten sollte.
      finanztip.de/altersvorsorge/ Hier speziell der Entscheidungsbaum 1 der müsste für Dich zutreffen
      finanztip.de/riester/
    • Hallo Kater.Ka,
      in den letzten Wochen habe ich nochmals über das Thema „sinniert“ und über deine Zeilen nachgedacht. Ich muss noch ergänzen, dass ich zusätzlich noch einen Wohnriester-Bausparvertrag habe, der zuteilungsreif ist, ich jedoch aktuell keine Immobilienfinanzierung oder Immobilie habe. Nachfolgend daher meine Punkte:
      1.) Übertragung des Wohnriester-Bausparvertrag auf den DWS Vertrag aufgrund der möglichen Renditechancen in der Zukunft
      2.) Irgendwann in der Zukunft würde ich dann meinen DWS Vertrag förderschädlich auflösen, da ich kein Interesse am Thema Verrentung habe. Im Prinzip gibt mir doch der Staat bei max. Besparung durch die Förderung ein zinsloses Darlehen von 800 – 900 Euro jährlich, welches ich anderweitig etwa in ETFs anlegen kann.
      3.) Du hast geschrieben, dass ich den Vertrag ggfs. zur Immobilienentschuldung nutzen könnte. Dann entstünde doch aber ein Wohnförderkonto verbunden mit den aus Riester resultierenden Auflagen (z.B. sinngemäß kein Umzug unter normalen Umständen in eine Mietwohnung bei Veräußerung „meiner“ riestergeförderten Immobilie), oder?
      4.) Und dann eine Frage zum ETF Sparplan: Welche ETFs würdest du besparen? Finanztip empfiehlt ja meines Wissens den Klassiker MSCI World. Ich stelle mir die Frage, ob man mit bestimmten Strategien (z.B. smart beta, Familienunternehmen, „nachhaltigen“ ETF, Healthcare) deiner Meinung nach langfristig (> 10 Jahre) den MSCI World schlagen könnte.
      Besten Dank nochmals für deine Einschätzung!
    • Ich kann den von Dir gesehenen Vorteil von 800-900 € nicht nachvollziehen außer wenn hier viele Kinderzulagen und hohe Steuerersparnis zusammenkommen. Ist aber auch nebensächlich wenn Du den Riester eh perspektivisch auflösen möchtest, da Du ja Geld im Riester zu schlechter Verzinsung bindest. Das könntest Du ja gleich vermutlich gewinnbringender anlegen.

      Daher zu Frage 1 und 2: kann man machen, den Sinn von 1 sehe ich nicht, da ich 2 für mich nicht als gewinnbringend rechnen kann.
      Punkt 3: ja, die Einschränkungen sind so. Wenn man nach der Familienphase nahe am Ruhestand sich seinen Alterssitz anschafft kann man damit eben förderunschädlich investieren. Sofern das nicht Dein Plan ist dann ist das auch keine Lösung finanztip.de/riester/wohn-riester/

      Zu 4. Finanztip empfiehlt entweder den klassischen MSCI World oder die nachhaltige Variante. finanztip.de/indexfonds-etf/#c20534

      Wir haben in der Familie eine kleine Position eines Minimum Volatility als Vertreter der Smart Beta und eine größere Position eines aktiven SmallCap-Fonds. Von Themenfonds halte ich für die langfristige Anlage nichts, das kann man machen wenn man sich damit beschäftigen möchte dann aber eher als Handelsposition. Ich beschäftige mich viel und gerne damit und mache das auf der Basis von Aktien und Derivaten im weiteren Sinne über Momentum-Strategie.