Wie spart und investiert man richtig?

  • Hallo zusammen,


    ich fühle mich als würde ich grundlegend etwas beim Sparen nicht verstehen.


    erstmal zu meiner finanziellen Situation. Ich bin 30 Jahre alt und habe die obligatorischen 5 Monatsgehälter, also 10.000€ auf einem Tagesgeldkonto mit 0% Zinsen angespart. Keine Immobilien. Nichts weiter.


    Im Monat verdiene ich 3200€ brutto und 2000€ netto. Da ich in einer Großstadt lebe bleiben mir nach meinen Fixkosten noch 1000€. Im Idealfall bleiben mir nach meinen weiteren Kosten noch 750€ übrig.


    Seit zwei Jahren investiere ich einen kleinen Betrag in zwei ETFs, den MSCI World mit 70€ und den MSCI EM mit 30€ als zusätzliche private Altersvorsorge. Im nächsten Monat werde ich die Sparrate auf 200€ erhöhen.


    Bleiben im Idealfall noch 550€. Nun zu meiner Frage. Wieviel sollte ich von diesem Geld weiter investieren?


    Wenn ich das Geld weiter auf meinem Tagesgeldkonto sammeln sollte wirkt es als würde ich die Möglichkeiten nicht ausnutzen. Sollte ich aber alles investieren bin ich nicht flexibel genug für eventuelle Anschaffungen.


    Wie sollte ich damit umgehen und wie geht ihr damit um?


    Beste Grüße

  • Hallo @hykay


    Wir haben eine Sparrate in ETF. Diese ist seit 6 Jahren unverändert und läuft einfach weiter durch. Dann haben wir eine Sparrate in Tagesgeld. Wenn wir mehr Geld in einem Monat brauchen als das Einkommen ermöglicht, nehmen wir es vom Tagesgeld.


    Ansonsten haben wir einen groben Überblick was wir im nächsten Jahr kaufen wollen und antizipieren diese Ausgaben. Würde heißen wenn du in den nächsten 5 Jahren eine Wohnung kaufen willst, solltest du deutlich dein Tagesgeld vergrößern. Gleiches wegen Autokauf. Dann würde ein Großteil der 550 Euro ins Tagesgeld gehen. Wenn beides erstmal nicht der Fall ist und du die 550 Euro auf 15 Jahre nicht anrühren willst, kannst du auch in ETF investieren.


    Zu guter letzt. Du kannst nur "Stand heute" planen. Wenn du morgen mit der Liebe deines Lebens ein Kind bekommst oder plötzlich arbeitslos bist kannst du deine Pläne ändern. Und auch dann ist dein ETF Depot nicht wertlos, sondern worst case um 50% eingebrochen. Deswegen wirdja zum 15j Anlagehorizont geraten. Heißt aber nicht, dass sich dabei bei niemandem die Pläne ändern in der Zeit.

  • Hallo.


    Es gibt Menschen, die den allgemeinen Tagesgeldpuffer (deutlich) höher wählen, teilweise bis zu einem Jahresnetto. Das wäre mir persönlich zu hoch, insbesondere wenn noch Rücklagen für geplante Abschaffungen dazukommen sollten. Selbst mit Festgeldtreppe liegt das Geld ja recht unproduktiv herum. :huh:


    Wenn 200 Euro im Monat in eine renditeorientierte Anlage gehen, dann ist bis zu den 15% vom Netto noch etwas Luft. Ich würde nahelegen, langfristig die 15% anzustreben und die dann durchzuhalten. (Sofern es geht. Leben ist Veränderung.)
    Sollte dann noch etwas übrig sein, kann ja noch immer etwas in Tagesgeld gehen.

  • Ich bin nun schon in dem Alter, wo man eher vom Entsparen spricht als vom Sparen. Dennoch möchte ich mich auch gern zum Thema äußern. Regelmäßiges Sparen gibt es bei mir nicht mehr. Rente bleibt auf dem Girokonto und da die Ausgaben geringer als die Einnahmen sind, vergrößert sich das Girokonto. Da nun dieses Jahr mein Depot koronabedingt abgesackt war, ergab sich die Möglichkeit Geld vom Girokonto ins Depot zu transverieren. Wenn ich auch nicht den Tiefstpunkt getroffen habe, freue ich mich doch, weil die Kurse schön gestiegen sind.
    Gruß


    Altsachse