Riester Alt-Vertrag: Stilllegen oder mit Mindestbeitrag weiterführen?

  • Hallo, liebe Leute!


    Ich bespare seit 2003 einen Riestervertrag bei der Alten Leipziger, in den letzten Jahren habe ich jeweils den Höchstbeitrag von 1925 Euro per Einmalzahlung reingepumpt.


    Da mir die Vertragskosten inzwischen eindeutig zu hoch sind und ich auf ETFs umgesattelt habe, will ich den Riestervertrag neu gewichten.


    Da eine Kündigung des Vertrags ein großer Fehler wäre, bleibt die Frage, was ist besser: Stilllegen oder mit 60 Euro jährlichem Mindestbeitrag weiterführen? Welche Vorteile hätte ich, wenn ich mit 60 Euro Jahresbeitrag den Vertrag weiterführe, auch wenn ich mit knapp 30.000 Euro Jahresbrutto kein Geringverdiener bin?


    Vielen Dank für eure Tipps!

  • Aus meiner Sicht gibt es auch die Möglichkeit den Vertrag zu einem anderen Anbieter umzuziehen. Das kostet meist 100-150Euro und du kannst ihn dann zu günstigeren Konditionen fortführen. Dabei solltest du einen Vertrag ohne Abschlusskosten wählen. Stichwort Nettopolice in Google. Gibts auch beim Honorarberater.


    Ansonsten käme für mich nur Stilllegen in Frage. Welches Vermögen möchtest du mit 60 Euro Jahresbeitrag zzgl Minizulage abzüglich hoher Kosten ernsthaft aufbauen? Vermutlich vernichtest du eher Vermögen, zumindestens im Vergleich zu einem ETF Sparplan.

  • Vielleicht hast du auch den Sinn des Mindestbeitrags missverstanden. Jemand ohne Einkünfte muss den Mindestbeitrag zahlen um die volle Zulage zu erhalten. Er bekommt die Zulage nicht "geschenkt".


    Wer 30.000 Euro verdient, muss 1200 Euro -175 einzahlen, um die 175 zu bekommen. Zahlt er 60 Euro ein, sind das 5 % des Eigenbeitrags. Dann erhält er auch nur 5% der Zulage.


    Wieso hast du bei 30.000 Euro Einkommen mehr als 1200 Euro Eigenbeitrag geleistet? Aufgrund der hohen Kosten deines Riesters wäre die Beiträge oberhalb von 1200 Euro in einem ETF Sparplan besser aufgehoben gewesen.

  • Tausend Dank für eure Tipps!


    Bin immer wieder dankbar, dass man auf diesem Forum die eigenen Ideen nochmal kritisch hinterfragen lassen kann, denn für einen Laien wie mich sind diese Versicherungssachen immer heikel und es gibt viel zu bedenken.


    Referat Janders: Auf einen ähnlichen Wert bin ich auch gekommen, aber mit 9 Euro bzw. 8,70 Euro lässt sich nichts anfangen, wird eh alles von den Verwaltungskosten aufgefressen. Aber ich wollte einfach nur sicher gehen, dass ich nichts übersehen habe.


    Chris: Stilllegen ist in meinem Fall die beste Variante. Ein Wechsel auf einen Nettovertrag lohnt m.E. nicht, da bin ich wahrscheinlich mit ETFs (auch trotz Corona und Börseneinbruch!) später besser versorgt und vor allem deutlich flexibler.


    Dein Punkt mit den 1325 bzw 1200 Euro ist goldrichtig, den Betrag über 1200 Euro hätte ich auf ETFs einzahlen sollen - nur damals wusste ich noch gar nichts von ETFs. Eine Versicherungsmaklerin hatte mir vor einigen Jahren privat diesen „Tipp“ gegeben, so nach dem Motto: Du hast noch einen gut verzinsten Altvertrag, also hau alles rein, was geht ... aber vielleicht war das auch ein Mißverständnis.


    Wie auch immer: Nachdem ich jedenfalls über Finanztip auf ETFs und die Riester-Tücken gestoßen bin, habe ich dann mal richtig nachgerechnet und mir die Riester-Kosten ganz genau reingezogen - mir ist fast schlecht geworden und ich fühlte mich ziemlich reingelegt (zumal mir auch unberechtigt Doppelprovisionen abgeknöpft worden sind, die ich mir kürzlich aber wieder zurückgeholt habe).


    Momentan lasse ich zwei Versicherungen prüfen bei der VZ Hamburg (Rentenversicherung und Lebensversicherung, beide ebenfalls in 2003 abgeschlossen), ob ich diese rückabwickeln kann.
    Im Jahr 2003 dachte ich, ich tue was Gutes und sichere mich mit 3 Verträgen für den späteren Ruhestand ab. Weit gefehlt ... aber der damalige Versicherungsmakler hat sich bestimmt sehr gefreut!


    Wünsche euch noch ein schönes Wochenende!