Finanziell frei mit 55 / Altersvorsorge mit 1300€ Sparrate mtl. erreichen. Aber wie ?

  • Hallo liebe Community !


    Durch ein Erbe bin ich (m, 37, verh., 1 Kd mit 3 J.) ab Ende dieses Jahres in der Lage etwa 1300€ monatlich anzusparen.
    1000€ der Einnahmen kommen durch Mieteinnahmen von 6 Wohnungen die ich geerbt habe, die 300€ sind meine eigene monatliche Sparrate (seit circa 3 Jahren).


    Mein Ziel ist es ab 55 ( das ist bei mir in 17 Jahren) verkürzt zu arbeiten (nur 3 Tage die Woche) oder
    ein Modell wie "Im Winter / Herbst arbeiten, im Frühjahr / Sommer nicht arbeiten".
    Gleichzeitig möchte ich bis zum Rentenalter eine gehörige Summe immer noch übrig haben um Reisen zu gehen usw..


    Die Frage ist nur WIE ?


    Mein bisherige Idee die 1300€ mtl. zu investieren (alles über Sparplan):


    25% in Vanguard ETF Momentum (bisher investiert circa 600€)
    https://www.justetf.com/de/etf…le.html?isin=IE00BYYR0935


    25% in Nasdaq ETF (bisher investiert circa 500€)
    https://de.extraetf.com/etf-profile/LU1681038243


    15% in iShare MSCI World ETF (bisher investiert circa 5500€)
    https://www.justetf.com/de/etf…le.html?isin=IE00B4L5Y983


    15% in iShare HealthCare Innovation ETF
    https://www.justetf.com/de/etf…le.html?isin=IE00BYZK4776


    10% in Mintos P2P Kredite (mittlere Risikoauswahl)
    10% zu Bondora Go and Grow als Tagesgeld Konto


    ein Konsumkonto mit einer stetigen Reserve / Notgroschen von 2 Monatsgehältern ist vorhanden.


    Was meint ihr zu meinem Plan ( ich gehe im Durchschnitt von einer Rendite von 5% aus) ?
    Ab 55 würde ich dann versuchen nach der 4% Regel immer was vom Gesamtvermögen zu entnehmen um die monatlichen Ausgaben
    bestreiten zu können.
    Wenn es mit meinem Ziel bis 55J. mich teilweise aus dem Arbeitsleben zurück zu ziehen nichts werden sollte, dann kann ich immer noch
    eine oder mehrere der Wohnungen verkaufen ( erwarteter Preis: 100.000-150.000€).


    Vielen Dank vorab für Eure Rückmeldungen :thumbup: !


    Beste Grüße


    Harry :)

  • Hallo.


    Das klingt nach einem vernünftigen Plan. Das kann alles gut funktionieren, wenn die bessere Hälfte das alles mitträgt und man die Kosten der Krankenversicherung miteinkalkuliert.(Für den Fall, dass man nicht mehr arbeitet.)


    Mit dem möglichen Verkauf einer oder mehrerer der Wohnungen ist ja auch ein gewisser Puffer gegeben. Scheint also alles zu passen. :thumbup:

  • Dein Plan hört sich sehr gut an, vielleicht solltest du überlegen noch zusätzlich weiter in Immobilien zu investieren. Wenn du sagst, das du noch 17 Jahre Zeit hast, könntest du deine Immobilien beleihen und dieses Geld für neue Immobilien investieren.
    Wichtig ist, das nach allen Abzügen noch ein positiver CashFlow bleibt.


    Du hast auf jeden Fall viele Möglichkeiten


    Gruß Stefan von


    Familien Finanzen im Griff

  • @Sani1402 Geschmäcker sind ja verschieden, aber macht es Sinn in der Situation (deutliche Gewichtung auf Immobilien) noch zusätzlich in Immobilien zu investieren und dann auch noch auf Kredit, also mit zusätzlichem Risiko?
    Im Sinne der Diversifizierung würden sich eher andere Assetklassen als Ergänzung eignen. (Wobei ich nicht viel von Edelmetallen halte.)

  • @Referat Janders im Bezug auf Diversifizierung hast du vollkommen Recht, es muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt viele Immobilien Investoren, die auch in Aktien investiert sind, natürlich ist dann der Immobilien Anteil höher gewichtet. Ich persönlich würde aber trotzdem darauf setzten, da man dann ein relativ sicheres und regelmäßiges Einkommen für die Entnahmephase dann hätte.

  • @Eisern1982


    Ich finde die Portfolizusammensetzung etwas unausgewogen, da die ersten drei ETF sich um ähnliche Firmen ranken und damit speziell das Übergewicht auf US Techs besteht. Das kann man machen sofern man voraussetzt, dass das weiterhin die Erfolgsstories sind. Analoges gilt für den Themen-ETF.


    Die P2P-Anlage finde ich sehr risikobehaftet und würde sie deswegen nicht in Betracht ziehen.


    In Deiner Kalkulation fehlen mir die Rücklagen für größere Schäden in den Wohnungen.


    Bei 5% Rendite und 2% Inflation läuft Deine Anlage in 17 Jahren auf rund 300T€ heutige Kaufkraft, Bei der 4%-Entnahme mit 25% Steuern kommen damit 9,000 € p.a. / 750 p.m. auf zzgl. der 1000 € p.m. aus den Mieteinnahmen. Ist das das, was Du Dir vorstellst?

  • Hi @Kater.Ka!


    Ja, der Fokus aus US Tech Firmen und Gesundheit ist bewußt gewählt, da ich diese als erfolgsversprechende Zukunftsbereiche sehe. Zur Stabiliserung habe ich ja auch noch den MSCI World ;)
    Welche ETFs würdest Du persönlich empfehlen ?


    Du findest die P2P trotz der geringen Portfoliogewichtung und der Seriosität der Anbieter zu riskant ?


    Teilweise sind schon Rücklagen vorhanden, aber Du hast recht, dass man als Alternative ein P2P Anbieter durch
    das ansparen von Tagesgeld (für die Rücklagen der Whg) benutzen kann.


    Danke für Deine Rechnung !
    In der Summe wären, dass 1750€ pro Monat aus den Einnahmen der Whg und der Entnahme des Portfolios - das würde an sich in der Summe schon für mich ausreichen. Es kommt allerdings auch noch mein Lohn dazu, da ich ab 55J. ja immerhin ;) noch drei Tage die Woche arbeiten gehen möchte (ich rechne dann mit einem Einkommen von knapp 1000€ netto).
    Alles in allem scheint mir das Ziel also erreichbar :) ...

  • @Sani1402


    Ja, eine weitere Investition in Immobilien hatte ich auf jeden Fall vor um den Vermögensaufbau zu beschleunigen.
    Da die Akquise von Immobilien zur Kapitalanlage für Privatanleger mir recht schwierig erscheint, hatte ich als Zufall eine Möglichkeit gefunden in Pflegeimmobilien zu investieren. Ich finde es hat diverse Vorteile gegenüber der "normalen" Kapitalanalage.
    Was hältst Du davon ?


    Beispiel 1:
    https://www.pflege-kapitalanlage.de/


    Beispiel 2:
    https://de.bergfuerst.com/ratgeber/pflegeimmobilien

  • @winter


    Ich meine das Investment in Wohnimmobilien zur Kapitalanlage ( Fremdnutzung der Whg durch einen anderen Mieter).



    Vorteile eines Investments in Pflegeimmobilien



    • Kaufpreis: Pflegeappartements werden i.d.R. direkt vom Bauträger und damit provisionsfrei erworben.
    • Langfristige und indexierte Mieteinnahmen: Die Vermietung durch den Eigentümer der Pflegeimmobilie erfolgt nicht an Privatpersonen, sondern an den Betreiber des Pflegeheims. Der Mietvertrag wird meist auf 20 Jahre mit einer Indexmiete (jährliche Mietanpassung) abgeschlossen. Damit trägt der Anleger kein Miet­ausfall­risiko, wenn das Appartement vorübergehend leer steht. Investitionen in Pflegeappartements sind aufgrund der heute schon in vielen Regionen bestehenden Unterdeckung an Pflegeimmobilien und des prognostizierten Wachstums des Pflegemarktes weitgehend konjunkturunabhängig.
    • Gewinnbringender Verkauf: Künftige Preissteigerungen von Pflegeimmobilien sind aufgrund der Marktbedingungen wahrscheinlich, sodass auch der gewinnbringende Verkauf voraussichtlich möglich ist.
    • Steuervorteile: Die Steuervorteile von Pflegeimmobilien entsprechen denen von anderen Wohnimmobilien, d.h. Abschreibungen auf das Objekt (zwei Prozent jährlich) sowie Zinsen bei einer Fremdfinanzierung sind steuerlich abzugsfähig. Da die Appartements möbliert sind, kann auch das bewegliche Inventar steuerlich über 10 Jahre abgeschrieben werden. Nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist ist ein eventueller Gewinn aus dem Verkauf steuerfrei.
    • Geringe laufende Zusatzkosten: Auch hier haftet der Vermieter für Mängel, die aber aufgrund der fünfjährigen Gewährleistungsfrist des Bauträgers zu keinen finanziellen Belastungen beim Investor führen.
    • Geringer Verwaltungsaufwand: Der Verwaltungsaufwand ist deutlich geringer als bei regulären Wohnimmobilien, da die Verwaltung der Appartements dem Betreiber obliegt.
    • Belegungsrecht des Anlegers: Ein nicht monetärer Vorteil besteht in dem i.d.R. vertraglich eingeräumten vorrangigen Belegungsrecht des Anlegers, d.h. er oder seine Familienangehörigen können selbst in das Appartement einziehen. Die eigenen Unterhaltskosten sind dann mit der weiterhin vom Betreiber gezahlten Miete verrechenbar. Sich mit dem eigenen zukünftigen Pflegebedarf auseinanderzusetzen, ist unangenehm. Dennoch gibt es Vorkehrungen, die jeder treffen sollte, wie beispielsweise eine Vorsorgevollmacht.
    • Attraktive Rendite: Die Renditen durch Mietennahmen und Wertsteigerungen der Pflegeimmobilie werden mit 4,0 % – 6,0 %, teilweise bis zu 8 % angegeben.
    • Staatliche Förderung: Bestimmte Pflegeimmobilien werden zudem staatlich gefördert. Hierbei handelt es sich um stationäre Pflegeeinrichtungen, Hospize, Behindertenwohnheime und psychiatrische Einrichtungen. Bei Leerstand der Pflegeimmobilie oder Zahlungsunfähigkeit des Bewohners übernimmt der Staat die Miete, d.h. die Förderung kommt dem Betreiber zugute und dieser hat damit ein geringeres Insolvenzrisiko. Allerdings sind dies Pflegeimmobilien, die kaum einzelne Appartements haben.



    Risiken einer Kapitalanlage in Pflegeimmobilien



    • Lage: Wie bei anderen Immobilien auch ist die Lage des Pflege- bzw. Altersheims für eine vorteilhafte Investition in Pflegeimmobilien entscheidend. Sie sollten in einem Einzugsgebiet von mindestens 25.000 Einwohnern liegen. Darüber hinaus ist darauf zu achten, ob in der jeweiligen Region tatsächlich eine Unterdeckung besteht. Der Anleger sollte sich überzeugen, dass eine solide Bedarfs­ermittlung erstellt wurde und ggf. zusätzliche Informationen beim Landratsamt einholen.
    • Größe des Pflegeheims: Die Größe des Pflegeheims sollte einen wirtschaftlichen Geschäfts­betrieb ermöglichen. Zu große Häuser haben ein höheres Risiko für Überkapazitäten, zu kleine Häuser sind längerfristig nicht rentabel. Als optimal sehen Fachleute eine Größe von 80 bis 120 Appartements pro Pflegeheim an.
    • Bauträger: Es gibt einige wenige Bauträger, die über Erfahrungen hinsichtlich der speziellen Anforderungen zur Barrierefreiheit und des altersgerechten Bauens für Pflegeimmobilien verfügen. Der potenzielle Investor sollte entsprechende Referenzen des Bauträgers prüfen.
    • Betreiber: Es besteht grundsätzlich das Risiko einer Insolvenz des Heimbetreibers. Auch sind in letzter Zeit Betrugsfälle bei den Abrechnungen einzelner Pflegebetriebe aufgetreten, sodass diesen ihre Erlaubnis entzogen wurde. In derartigen Fällen muss der Anleger aufgrund von Leerstand Mietausfälle verkraften bis ein neuer Betreiber die Einrichtung zu u.U. auch anderen, weniger günstigen Konditionen übernimmt. Der Anleger sollte darauf achten, dass der Heimbetreiber schon langfristig erfolgreich am Markt ist und mehrere Pflegeheime betreibt. Als sicherer gelten überregionale gemeinnützige Betreiber mit öffentlich-rechtlichen Gesellschaftern. Bei privaten Heimbetreibern steht hingegen die Gewinn­erzielungs­absicht im Vordergrund. Sie genießen daher eine geringere Akzeptanz in der Bevölkerung.
    • Standortveränderungen: Auch bei sorgfältiger Analyse besteht längerfristig immer die Gefahr, dass der Standort der Pflegeimmobilie unattraktiver wird, z.B. durch verschlechterte Infrastruktur oder Sozialstruktur.
    • Rendite: Renditeprognosen werden generell bei allen Investments „schön gerechnet“ und sind häufig unvollständig. Der potenzielle Investor sollte die Prämissen und enthaltenen Angaben der Pflegeimmobilie daher sorgfältig prüfen oder einen Fachmann zu Rate ziehen.
    • Zinsänderungsrisiko: Wie bei jeder Immobilie besteht auch bei Pflegeimmobilien im Falle der Fremdfinanzierung des Investments nach Ablauf der Zinsbindungsfrist das Risiko, dass die Verlängerung des Kredits zu einem höheren Zinssatz erfolgt. Dieses Risiko ist insbesondere beim derzeitigen Niedrigzinsniveau relativ hoch.
    • Instandhaltung: Bedenken Sie, dass Sie als Eigentümer einer Pflegeimmobilie Kosten für die Instandhaltung des Objekts tragen.

  • Welche ETFs würdest Du persönlich empfehlen ?

    Ich würde bei ETF den breit gestreuten Anteil höher wählen und die Beimischungen eher kleiner.


    Die P2P-Kredite haben keine Sicherung außer den Zusagen der Anlagefirmen. Ich kenne deren Bilanzen nicht würde aber vermuten, dass da eher wenig zu holen wäre. Auch ein Durchgriff auf die Darlehen dürfte im Bedarfsfall schwierig werden. Wenn Du dabei bleiben willst würde ich zumindest eine größere Cash-Reserve auf einem normalen TG-Konto parken.


    Bei der Pflegeimmobilie hast Du das Betreiberrisiko, d.h. wenn der Betreiber in Insolvenz geht ist die Garantie nichts mehr wert. Ein Folgebetreiber würde dann sicherlich die Miete drücken. Ferner sehe ich ein Vermarktungsrisiko.


    Die Mietrendite Deiner Wohnungen scheint mir sehr gering mit ca. 150 € p.m. / 1.800 € p.a. bei 100-150 T€ Wert. Hier sehe ich einen großen Hebel über Mietanpassung.