Uroma / Urenkel Sparbuch

  • Unsere großen Kinder bekommen von der Uroma ein traditionelles Sparbuch der Postbank gefüttert. Uroma ist starrsinnig, Online oder ETF sind keine Option, es muss ein Sparbuch sein, sie will die Kontrolle über das Geld, wir wissen auch nicht was drauf ist.


    Unser drittes Kind kommt bald und soll auch ein Sparbuch bekommen. Die Postbank bietet aber keins mehr an


    Kennt jemand eine Alternative für uns? Müsste sich per Überweisung füttern lassen und die Auszüge müssten geschickt werden. Die lokale Sparkasse und VR Bank scheinen im 21.Jh angekommen und bieten kein Sparbuch, nur Online.

  • Ich hab in solchen Fällen schon erfolgreich "Familien-Garantiefonds" konstruiert:


    1) Die Uroma überweist auf eine IBAN.
    2) Dahinter steckt eine Direktbank, die den Betrag gebührenfrei in einen weltweiten ETF-Sparplan investiert.
    3) Das Konto läuft auf das Kind oder auf die Eltern (je nachdem, ob man Steuervorteile will, oder wegen Krankenkasse oder Bafög das Kindervermögen deckeln will).
    4) Die Garantie, dass das Fondsguthaben immer oberhalb der Einzahlsumme liegt, übernehmen die Eltern. Bei Bedarf überweisen sie kurz vor Jahresende einen Ausgleichbetrag (tun sie gern).


    Verstecken musste ich das Konstrukt bisher nicht vor den Beteiligten. D.h. die Uroma sollte zustimmen. Es heimlich zu machen, würde Vertrauen riskieren. Dann müsst Ihr auch nicht selbst die "offiziellen" Kontoauszüge schreiben.


    Wenn die Uroma aber den Eltern gar nicht sagen will, wie hoch die Summen sind, wird's schwer. Man könnte einen unabhängigen Dritten einschalten, aber der Aufwand täte mir weh. Zeigt Ihr doch noch ein paar Mal Charts mit den Börsengewinnen der letzten 20 Jahre. Viel Erfolg!

  • Die Uroma will etwas sicheres und kennt vielleicht noch die Inflation der 20er Jahre - zumindest aus Erzählungen ihrer Eltern. Daran anknüpfen und vorschlagen, das Geld in Gold-Anlegermünzen nicht zu kleiner Stückelung anzulegen.


    Gold bringt keinen Ertrag, gleicht aber zumindest die Geldentwertung zu 100% aus. Angebot u.a. bei der Reisebank auf jedem großen Bahnhof.


    Weiteres Argument: Die Hemmung beim Nachwuchs, ein Goldstück zu "versilbern" ist höher, als ein Sparbuch zu plündern.

  • Die Hemmung beim Nachwuchs, ein Goldstück zu "versilbern" ist höher, als ein Sparbuch zu plündern.

    Was ist so schlimm daran das Sparbuch "zu plündern". Wenn Urgroßeltern, Großeltern und Eltern schon nichts einviel für das sie ihr Geld ausgeben könnten, warum dann nicht die jüngste Generation? Gerade wenn man jung ist und eben noch kein Einkommen hat kann man das Geld doch gebrauchen.


    Zum direkten Thema, wir hatten in der Familie einen ähnlichen Fall (Angst vor Onlinelösung etc. ). Da die Banken die Not der älteren Menschen schamlos ausnutzen und absurde Gebühren erheben bei nicht Onlinenutzung haben wir meine Verwandte von einer Onlinelösung überzeugt. Leider bleibt jedoch auch nach ca. 1 Jahr umstellung auf Onlineverwaltung bei der betroffenen ein ungutes Gefühl. Ich plädiere daher dafür in den sauren Apfel zu beissen und die Gebühren zu akzeptieren. Vielleicht findet sich ja ein Geldinstitut wo die Gebühren zumindest einigermaßen Sinnvoll verwendet werden? Vielleicht bieten die kirchlich angehauchten Banken (Zielgruppen orientiert ;) ) Lösungen passend für ältere Menschen?
    Chris kannst du vielleicht Berichten ob ihr eine gute Lösung gefunden habt. Bin auch interessiert. VG

  • Was ist so schlimm daran das Sparbuch "zu plündern". Wenn Urgroßeltern, Großeltern und Eltern schon nichts einviel für das sie ihr Geld ausgeben könnten, warum dann nicht die jüngste Generation?

    Schlimm ist höchstens, Vorfahren, die ihren Kindern etwas hinterlassen haben, mangelnde Phantasie im Geldausgeben zu unterstellen. Sparsamkeit halte ich für ein wichtiges Erziehungsziel, das offenbar nur unzureichend verfolgt wird, wenn man die verbreitete Neigung sieht, "von der Hand in den Mund" zu leben oder gar Konsum mit Kredit zu finanzieren.


    Ich erinnere daran, dass man Kapitalanlagen in Höhe des durchschnittlichen Wertes eines Arbeitsplatzes besitzen muss, damit man nach dessen Ertrag und abzüglich der in den Konsumgütern steckenden Kapitalkosten auf Null kommt. Vor Jahren waren das mal 300 TDM, heute werden das mehr als 300 TEUR sein. Einen solchen Betrag kann nicht jeder im Laufe seines Lebens ansparen. Über mehrere Generationen hinweg ist das aber leicht zu stemmen.

  • Bausparen kommt eigentlich nur in Frage, wenn man ganz sicher weiß, dass man später einen Baukredit braucht. Aber wer weiß das schon Jahrzehnte vorher. Übrigens ist auch Bausparen eine Risikoanlage, falls sie mit Blick auf ein späteres Darlehen abgeschlossen wird. Das Risiko besteht darin,

    • dass das Bauspardarlehen zu teuer ist, im Vergleich zu künftigen allgemeinen Darlehenszinsen, somit nicht in Anspruch genommen wird und sich damit die (in normalen Zeiten) niedrigeren Sparzinsen als vergeblich geleisteter Verlust erweisen. Mit höher verzinster Sparanlage hätte man bereits einen größeren Teil des Kaufpreises decken können.
    • dass das Bauspardarlehen wegen nachlassendem Folgegeschäft (aus dem es typischer Weise finanziert wird) später als kalkuliert gewährt wird und sich damit der Gesamtaufwand der Immobilienfinanzierung verteuert.

    Und wie bei jeder
    Kapitalanlage, die nicht auf Sachwerten beruht (wie Aktien, ETFs usw.)
    besteht das Risiko in starker Geldentwertung oder einer Währungsreform,
    das mir nicht mehr zu vernachlässigen scheint, nachdem mit frisch
    geschöpften Geld riesige Rettungspakte verteilt werden. Ob als Kredit
    oder zum Verbleib macht keinen großen Unterschied - wie wahrscheinlich
    ist denn die Rückzahlung der Kredite, die an Staaten ausgereicht werden?