ETF Sparplan und Übertrag an die Kinder

  • Hallo liebe Community und Finanztip Team.


    Ich bräuchte mal euren Rat zum Thema ETF Sparplan und die spätere Übertragung an die Kinder. Ich selbst bespare für mich einen MSCI World und möchte auch für meine beiden Kinder den MSCI World als Sparplan in Höhe des Kindergeld laufen lassen.
    Ein Kinderdepot möchte ich nicht eröffnen, da dieses auch bekannte Nachteile später bringen könnte, also läuft es definitiv über mein Depot.


    Wäre es jetzt sinnvoller die Sparrate der Kinder mit auf meine zu legen und quasi meinen ETF mit der höheren Sparrate weiter zu besparen oder ist es besser für die spätere Übertragung an die Kinder zum 18 Geburtstag, wenn jedes Kind seinen eigenen Msci World ETF bekommt?


    Bei der 1ETF Variante stellt sich mir jetzt die Frage... kann ich dann später nach 18 Jahren, wenn der ETF dann zB 500 Anteile hat und ich möchte jetzt jedem Kind 100 Anteile als Schenkung auf ihr eigenes Depot übertragen und der Rest bleibt einfach meins, funktioniert das so ohne Probleme?


    Und werden dann auch Einstandskurs + Buchgewinne zu den jeweiligen übertragenen Anteilen an die 2 Kinder für diese korrekt übernommen? Bleibt auch für die restlichen (meine) verbliebenen Anteile dann der Einstandskurs auch beim alten Wert?


    Oder sollte ich besser Variante 2 nehmen und den MSCI World 3x einzeln als Sparplan laufen lassen, so daß jedes Kind und ich seinen eigenen ETF hat?


    Vielen Dank für Eure Hilfe.


    Mfg Christian

  • Ich persönlich wäre ein Freund davon für jedes deiner Kinder das eigene Depot über dich zu eröffnen. Macht es leichter, so wie du es ja selber schon beschreibst.


    So kannst du dein eigenes Depot und deren Performance auch besser bewerten falls du dich einmal dazu entscheidest andere ETFs oder Aktien zu kaufen.


    Ist aber meine persönliche Meinung.

  • Ich denke ein Problem wäre, dass dann ggf. der Anspruch auf Bafög verloren geht, wenn das Kind selbst ein großes Depot besitzt.


    Gedanke dazu: Sparplan auf Namen und "Rechnung" des Kindes um den Sparerpauschbetrag von 801,- Euro auszunutzen und dann mit 18 Übertrag/Schenkung an die Eltern um dennoch Bafög-Förderung zu bekommen.
    ginge das?


    Freibetrag für Schenkungsteuer liegt bei 400.000,- Euro. Dürfte also kein Problem bei der Übertragung sein.

  • Bei der Variante 1: Alles über ein Depot laufen zu lassen gibt es bei der Übertragung an das Kind auch das Problem, dass die zuerst gekauften Anteile (nach der FiFo-Methode) übertragen. Also in der Regel die mit den höchsten Wertzuwächsen.


    Gruß InvestMoe

  • @chris2702 Punkt 1,bei einem Kinderdepot gehört das angesparte Geld auch wirklich dem Kind, man ist als Elternteil lediglich der Verwalter und ich habe darüber kein Einfluß mehr und kann auch nicht so einfach das Geld entnehmen. Ich möchte später zum 18 der Kinder volle Entscheidungskraft darüber haben und dann übertragen. Punkt 2 gibt es bei gewisser Geldmenge Probleme bei der Krankenversicherung, das Kind fällt dann aus der familienversicherung raus und muss selbst versichert werden. Punkt 3 wäre das Thema Bafög, wo es dann später Probleme geben kann. Sicherlich kann dort Finanztip noch detaillierter Antworten. LG

  • @chris2702 Punkt 1,bei einem Kinderdepot gehört das angesparte Geld auch wirklich dem Kind, man ist als Elternteil lediglich der Verwalter und ich habe darüber kein Einfluß mehr und kann auch nicht so einfach das Geld entnehmen. Ich möchte später zum 18 der Kinder volle Entscheidungskraft darüber haben und dann übertragen. Punkt 2 gibt es bei gewisser Geldmenge Probleme bei der Krankenversicherung, das Kind fällt dann aus der familienversicherung raus und muss selbst versichert werden. Punkt 3 wäre das Thema Bafög, wo es dann später Probleme geben kann. Sicherlich kann dort Finanztip noch detaillierter Antworten. LG

  • zu Punkt 1: Sollte es nicht Ziel der Eltern sein, die Kinder zu mündigen Bürgern zu erziehen und ihnen Verantwortung zu übertragen. Ich hatte mit 18 Jahren schon ein solides fünfstelliges Depot. Im Traum hätte ich das nicht in Koks und Nutten investiert. Aber letztlich ist es natürlich ein Risiko, da gebe ich dir Recht. Erziehung muss am Ende jeder für sich verantworten.


    zu Punkt 2: Zu Vermögen habe ich nichts gefunden, aber das Einkommen darf aktuell nicht über 455 Euro liegen. In der Tat nicht viel Geld und damit auch ein Problem. Link


    zu Punkt 3: Hier muss man sehen, ob man überhaupt Chancen auf Bafög hat. Das sollte man im Auge behalten. Wäre schade, was zu verschenken.


    Handfester Vorteil ist der Freibetrag für Kapitalerträge von 801 Euro sowie der Grundfreibetrag von 9408 Euro. Über 18 Jahre kann sich das in einem handfesten Renditevorteil auszahlen.

  • @InvestMoe wie meinst du das genau, wie kann ich den ein Sparplan mit anderer Möglichkeit auf Namen und Steuernummer des Kindes laufen lassen? Das wäre doch dann ein Kinderdepot oder hab ich einen Denkfehler? Die ETFs sind eh thesaurierend, die Ausnutzung der 801 Euro Freibetrag müsste dann über Anteilsmäßigen Verkauf zum Jahresende gemacht werden!

  • Die Anlage würde über deine Steuer-ID und auf deinen Namen laufen, aber du könntest Unterdepots anlegen, in denen du für deine Kinder sparst.


    So hätte man für den Übertrag auch die Kinderanteile und würde da nicht das eigene Depot/die eigene Anlage mit rein mischen.

  • Ah OK, jetzt hab ich verstanden. Aber bei einem Unterdepot würde ich ja trotzdem bloß meinen Freibetrag von 801 nutzen können, wenn es über meine Steuer ID läuft und nicht den Freibetrag der Kinder! Den Freibetrag der Kinder bekomme ich wirklich nur beim Kinderdepot, wenn es über die Steuer ID der Kinder läuft richtig?


    Gruß Christian

  • Grundsätzlich wären deine Kinder mit ihren einnahmen Einkommensteuerpflichtig.
    Es gibt aber einen Grundfreibetrag (bummelige 10.000,- Euro). Solange deine Kinder inklusive der Kapitalerträge darunter sind, fällt keinerlei Steuer an. Wie gesagt bis zu den knapp 10.000,- Euro pro Jahr


    Dafür müsste das Depot auf den Namen und die Steuer-ID des Kindes laufen. Dann kann man eine NV-Bescheinigung (Null-/ oder Nichtveranlagungsbescheinigung)beim zuständigen Finanzamt beantragen und diese dann beim Broker vorlegen.
    dann werden dort die Gewinne nicht versteuert.

  • Und genau das möchte ich ja vermeiden, das es über die Kinder läuft. Alles Gute ist leider nie beisammen, bloß schade um die NV und den hohen Freibetrag.. So kann ich immer nur Gewinne in Höhe von 801 € realisieren bzw die dementsprechenden Anteile der Thesaurierer verkaufen und dann wieder zurück kaufen. Dazu gab es von Saidi ja mal ein Video auf YouTube.

  • @InvestMoe hat es richtig erklärt.


    Bei uns handhaben wir das so, dass das Vermögen, was auf die Kinder läuft, einen Bruchteil des Familienvermögens darstellt. Selbst wenn als ein Kind nach der Volljährigkeit aus elterlicher Sicht Unsinn macht wäre das zwar ärgerlich aber handhabbar. Das Thema Entnahme vor 18 sehe ich kritisch, da würde ich dann eher weniger auf das Kind anlegen. Es hat aber auch umgekehrt einen heilsamen Effekt. Auch wenn die Eltern Dummheiten machen ist das Vermögen des Kindes davon getrennt.

  • Ja, da wird ordentlich was zusammen kommen. Die 2 Kinder haben beide jeweils einen 200€ Sparplan, also quasi das Kindergeld! Wie gesagt ich habe Thesaurierer genommen...ob das jetzt so gut war, naja... Obwohl ausschüttend natürlich einfacher wäre um den Freibetrag auszunutzen bzw der psychologische Aspekt dann auch später für die Kids wenn das passive Einkommen rein flattert mit den Ausschüttungen.

  • Hallo @Christian-1982,
    Ich würde die Kinderdepots über die Steuerident-Nr. der Kinder laufen lassen. Das sind pro Kind jedes Jahr Einkünfte bis zu 801 € steuerfrei.
    Was Bafög angeht, wenn Du das Geld mit dem 18. Geburtstag überträgst, kann es auch so sein, das sie keinen Anspruch auf Bafög haben. Da Bafög ohnehin zurückgezahlt werden muß, sehe ich die Nichtgewährung als kleineres Übel.
    Den Renditevorteil würde ich mir an Deiner Stelle mal ausrechnen.
    Gruß


    Altsachse