Depots trennen?

  • Hallo Zusammen,
    ich habe bereits ein Depot im Zusammenhang mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung für meine Altersvorsorge.
    Dazu hab ich mich entschieden um die doch beträchtlichen steuerlichen Vorteile des Versicherungsmantels zu nutzen.


    Nun hab ich die Überlegung ein zweites, von mir selbst geführtes Depot zu eröffnen um mir Vermögen aufzubauen für einen eventuellen Hauskauf in 10-12 Jahren.


    Ich würde dann 1/4 meiner monatlichen Sparrate auf Tagesgeldkonten anlegen, 1/4 in meine Rentenversicherung und 2/4 in das von mir geführte Depot anlegen.


    Was sind Eure Meinungen zu einer solchen Überlegung?


    Würde mich über Kommentare freuen.


    Grüße
    f_seydell

  • Die freie Anlage über ETF-Sparpläne läuft üblicherweise in anderen Depots als Versicherungsprodukte. Je nachdem, wo Du heute Dein Depot hast, ist zu klären, ob dort überhaupt eine Anlage unabhängig von der Versicherung möglich ist.


    Es gibt kostenlose Depots und kostenlose ETF-Sparpläne. Gebühren würde ich da nur akzeptieren, wenn die Bank dafür Gegenleistungen bietet, die für Dich einen Wert haben (z.B. Filiale, Erreichbarkeit, übersichtliche Homepage, zusätzliche Konten, ...).


    Darf ich nachfragen, wie hoch die Kosten Deiner Rentenversicherung sind? Ich sehe da regelmäßig Kosten von bis zu 2% jährlich, zusätzlich zu den Fondskosten. Dadurch wächst das Kapital innerhalb der Rentenversicherung so langsam, dass kein Steuervorteil der Welt das wieder ausgleichen kann. Die freien ETF-Sparpläne kommen dann netto (nach Steuer) auf deutlich mehr Wert als die Rentenversicherungen brutto (vor Steuern). Das kann nach 40 Jahren einen Unterschied von 100.000 EUR oder mehr ausmachen.

  • Die Kosten der RV betragen im ersten Jahr 1200€ Abschlusskosten und danach 162€ jährlich an Verwaltungskosten etc. Also kein prozentualer Anteil sondern über die Kosten komplette Laufzeit festgeschriebene Kosten.



    Und was das andere Depot angeht:
    Ich würde mir dafür einen anderen Anbieter suchen (Trade Repubkic, DKB etc.)

  • Damit 162 Euro einer Kostenquote von 2% entsprechen müsstest du 8100 Euro im Jahr einzahlen. Und 2% ist schlecht. Dann sind die 1200 Euro Abschlusskosten noch nicht aufgebracht. Du schreibst im anderen Thread du zahlst 100 Euro im Monat ein. Das wäre eine Kostenquote von 13,5% vor Abschlusskosten. Das ist brutal. Noch schneller verlierst du nur beim Lottospielen oder im Casino Geld.

  • Die 2% hatte ich als Beispiel in den Raum geworfen, sie wurden nicht von @f_seydell genannt. Ich denke, wir müssen bei den Kosten unterscheiden zwischen Kosten auf die jeweiligen Einzahlungen und jährliche Kosten auf den aktuellen Depotwert. Letzteres scheint hier nicht prozentual zu laufen, sondern als Fixbetrag von 162 €.

  • @tobiasweiss
    Ich sehe 2% als die Standardkostenquote bei Versicherungen. Sie variiert in einer gewissen Bandbreite. Und 2% Kosten wäre mir persönlich zu hoch. Insbesondere wenn man eine Versicherung mit Garantiekapital hat, das unverzinst bleibt. Dann hat man x% Rendite minus 2% Kosten auf das rentabel angelegte Geld und 0% Rendite minus 2% Kosten auf den Garantieteil (stark vereinfacht ausgedrückt). Das kann keine gute Altersvorsorge sein.

  • Das sehe ich auch so, die Kosten fressen bei solchen Versicherungen meist die Rendite auf, und die versprochenen Steuervorteile können das bei weitem nicht kompensieren.


    Ich hab inzwischen das Angebot eines Versicherungsberaters, in solchen Fällen ein Gutachten zu einer bestehenden oder angebotenen Versicherung zu erstellen. Eine neutrale zweite Meinung. Nur wollen viele Kunden das nicht hören, denn das Ergebnis könnte ja ärgerlich sein. :(