Wie viele ETF´s braucht man ?

  • Hallo Zusammen,


    es gibt ja Anbieter bei denen man ein ganzes Portfolio an ETfs besparen/investieren kann. (z.B. Weltsparen)


    Wenn man hier in der community die Frage stellt wieviele ETF´s man braucht, erhält man meist die Antwort, daß einer reicht.


    Nach meinem aktuellen Verständnis würde ich das auch erst einmal auch so sehen. (Einwände?)


    Nun bin ich aber kein Finanzspezialist und frage mich deshalb, was passiert, wenn kriminelle Energie bei einem ETF Anbieter vorkommt. Wirecard lässt grüßen!


    Sollte man vielleicht auch hier auf mehrere Anbieter verteilen?
    Evtl. sogar auf unterschiedliche Indizes ?
    Spielt die Einlagensicherung eine Rolle ?
    Wenn ja welche?
    Reicht ein Broker? (bist zur Einlagensicherung ?)


    Was meint Ihr ?


    Viele Grüße
    UweG

  • Hi @UweG,


    die gängige Meinung meint, dass ein ETF reicht.
    Beim MSCI World hast du über 1600 Unternehmen aus 23 Industriestaaten. Dementsprechend sind da selbst die größten Werte mit ich glaube 2,3 % vertreten. Also selbst wenn der größte Player ein Betrüger wäre, würde das ETF Vermögen nur um 2,3 % sinken.


    Je nach Volumen (bei Einmalanlage), oder monatlichen Sparrate, kann man, muss man aber nicht, noch andere ETFs dazu nehmen. Z.B. Emerging Markets (Schwellenländer, lt. MSCI wäre China da auch noch dabei).
    Da der Index nach Marktkapitalisierung gewichtet ist macht die USA über 60 % Anteil aus. Ist nicht schlimm. Muss man nur wissen. Da könnte man ggf. noch einen ETF auf Europa dazumischen.


    Wegen der Einlagensicherung gibt es kein Problem, da die ETFs so genanntes Sondervermögen darstellen und auch im Falle einer Insolvenz des Brokers, nicht in die Insolvenzmasse über gehen. Diese bleiben in jedem Fall dein Eigentum.


    Von daher wäre auch ein einziger Broker kein Problem.
    Ich hoffe ich konnte dir helfen. Falls noch weitere Fragen sind, oder du noch etwas erläutert haben willst, immer gerne.


    Gruß InvestMoe

  • @UweG


    volle Zustimmung zu @InvestMoe


    Anmerkung von meiner Seite. Es gibt bei Brokern wechselnde ETF mit Null-Euro-Kaufkosten. Damit habe ich vor 6 Jahren angefangen und mache das immer noch, LYX0AG bei Comdirect. Der Effekt auf mein Endvermögen wird minimal sein, aber es gibt mit das Gefühl meiner Rendite noch den letzten Schliff zu geben (was objektiv sicher naiv ist, aber sei es drum, ich fühl mich gut).


    Da die Angebote wechselnd sind, habe ich im Lauf der Zeit verschiedene MSCI World ETF ins Depot geholt. Optisch unschön, sind jetzt halt ein paar Positionen für "eigentlich nur MSCI World", aber mir persönlich egal, da ich eh nie alles auf einmal verkaufen werden, sondern immer nur in dem Umfang den ich zu diesem Zeitpunkt brauche. Und dann verkaufe ich eben die 5000 Euro Position des ETF110.


    Kleiner Vorteil an wechselnden ETF ist folgendes. Verkauft werden ETF nach dem Fifo Prinzip. First in Frist out. Sagen wir du kaufst von 2020 bis 2030 jedes Jahr für 1000 Euro den selben ETF, dann hast du 10.000 plus Rendite im Depot. Wenn du jetzt Anteile verkaufst, werden zuerst die Anteile aus 2020, dann aus 2021 verkauft. Diese haben vermutlich die höchsten Gewinne, daher zahlst du auch sehr hohe Steuern. Hast du verschiedene ETF und diese entwickeln sich ja konjunkturbedingt nicht linear nach oben, kannst du entscheiden, im Jahr 2030 den ETF mit der geringsten Steuerbelastung zu verkaufen. Oder den mit der höchsten. Du hast also noch einen Steuerungshebel, den du mit "10 Jahre der selbe ETF" nicht hast, dann verkaufst du nach FIFO.


    Ob das wirklich relevant wird für mich, kann ich dir auch noch nicht sagen. Ist nur ein Aspekt, den viele nicht wissen.

  • 1 ETF reicht, ich persönlich hab 2. Dadurch habe ich eine schöne Streueung über alle Möglichkeiten, was auch hilfreich ist wenn man sich gerne vor Entscheidungen drückt xD.
    Einen ETF Anbieter mit Sitz in den USA, einen mit Sitz in Europa. Ich habe einen thesaurisierenden und einen Ausschüttenden. Ich hab einen mit und einen ohne Emerging markets (All world + world). Ich habe 2 verschiedene Indexanbieter (Msci und FTSE).
    Investiert man per Sparplan würd ich bei möglichst wenig ETFs bleiben, denn man hat sonst ggf. höhere Gebühren (bei Pauschalpreis z.B. DKB 1,5 Euro pro Ausführung) und man bekommt Bruchstücke. Diese kann man aktuell nicht verkaufen sondern nur gegen Extragebühr beim Depotanbieter eintauschen soviel ich weiss. Ich hoffe das ändert sich bzw. das man irgendwann beim Kauf aufrunden kann. Aktionsetfs zu reduzierten Preisen wechseln regelmäßig meist jährlich, genau mit dem Ziel möglichst viele Positionen aufzubauen. Beim Entrümpeln des Depots werden dann Gebühren fällig.
    VG

  • Danke für die Antworten!


    Ihr meint also auch wenn es beim Broker (z.B. FlatEx) oder Emittenten, (z.B. Black Rock), Bösewichte gibt ,wie ja offensichtlich bei Wirecard, kann mir eigentlich nix passieren, verstehe ich das richtig?


    Und wenn ich mehr als 100.000 € bei einem Emittenten bzw. Broker anlege ist das auch sicher ?(Einlagensicherung)




    Aktuell habe ich 2 ETF (MSCI World und MSCI World nachhaltig) im Depot von unterschiedlichen Emittenten, beide thesaurierend/physisch. Dazu einen klassischen Fond als kleine Beimischung. (FVS mult. App.) Aktuell habe ich erst mal probiert um auch mit dem Onlinebroker klarzukommen. Das klappt jetzt soweit bei beiden. Ich würde jetzt gerne nach und nach 60% von meinem Cash in ETF´s investieren. (LV wurde ausbezahlt:-))


    Mein zeitlicher Horizont für die ETF Anlage ist ca 8 Jahre, evtl mehr, da bin ich auch einigermaßen flexibel.


    Viele Grüße UweG

  • Die Einlagensicherung über 100.000 € bezieht sich auf Geldeinlagen, also Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- oder Verrechnungskonten.


    Die ETF oder Fonds, die Du kaufst, fallen nicht darunter. Die sind Sondervermögen, d.h. die Depotbank muss sie getrennt von ihrem eigenen Vermögen lagern. Sie sind immer Dein Eigentum, gehören nie der Bank. Auch alle Beträge weit über 100.000 €. Falls die Bank pleite geht, gehören Deine Fonds immer noch Dir.