Union Investment UniDynamic

  • Hallo zusammen,
    ich habe einige Fonds bei der
    UnionInvest.


    Ich überlege alle UnionFonds in den


    UniDynamicFond


    umzutauschen.


    Bis auf Unifavorit.


    Oder besser alles verkaufen?


    Was mich wiederum zurückhält, sind die steuerfreien Altbestände.


    Welchen Wert haben diese, wenn sie nur halbwegs laufen.


    Unidynamik läuft überdurchschnittlich und Unifavorit wohl auch wenigstens durchschnittlich.



    Denn dabei erfolgt ein Verkauf und Kauf im Gegenzug.
    Die steuerlichen Altbestände werden beim Tausch aufgegeben, somit rutschen ich in die Steuerpflicht rein.


    Die Werte werden nicht bei der Union gelagert, damit ist ein direkter Umtausch auch nicht möglich.


    Ganz kostenfrei bekommen ich es nicht hin.
    Die Bank bietet aber an, dass sie auf 80% des neuen Ausgabeaufschlags verzichten. Somit zahlen ich statt 5 % nur noch 1%.
    Der Verkauf ist ja in jedem Fall kostenfrei.


    Der DynamicFonds hat bisher eine sehr gute Performance hingelegt.
    Mit rd. 30% Kursplus binnen 12 Monaten sucht der ausgesuchte Fonds seines Gleichen.
    Natürlich wäre auch der Rückgang im Falle von rückläufigen Kursentwicklungen bei dieser Anlage umso höher.


    Was meint Ihr?


    Vielen Dank.


    LG

  • Ob man einen steuerfreien Altfonds behalten sollte, hängt von mehr Faktoren ab, als man anfangs glaubt. Ich habe das selbst ausführlich durchgerechnet.


    Im ersten Ansatz spart Dir die Steuerfreiheit ca. 18,5% Steuer (Kapitalertrag, Soli, Teilfreistellung, ohne Kirchensteuer, ohne jährliche Freibeträge). Wenn Dein Fonds und ein neuer Alternativfonds also z.B. 10% Rendite abwerfen würden, würdest Du beim neuen Fonds davon nur 8,15% bekommen (weil Steuer abgezogen). Wenn die jährlichen Verwaltungskosten das im Altfonds aber wieder auffressen, ist der Vorteil von Anfang an weg. Und bei kleineren Renditen noch schneller. Die Verwaltungskosten sagen aber nichts über die echte Performance aus, sind nur ein Indikator.


    Letztlich kommt es darauf an, in welcher Reihenfolge welche Renditen eintreffen werden. Und damit, wie schnell Du die 100.000 € Freibetrag erreichst. Je schneller, desto besser für den Altfonds. Je länger es dauert, desto besser für den (steuerpflichtigen) Neufonds.


    Die Unifonds sind i.d.R. recht teuer. Ich tippe darauf, dass sich ein Umtausch in passende ETF vermutlich lohnen würde. Genau durchrechnen müssten wir es aber mit konkreten Werten.

  • Hallo Tobias Weiß,
    danke für deine hilfreiche Rückmeldung.


    Hier die Zahlen.
    Ist das so angemessen?


    Die Kosten schwanken zwischen 1,3 und 1,9



    Uni Asia plus 5 Prozent
    Altanteil 153 22.000 Euro


    Uni Fernost - 14 Prozent
    Alt. 9 12.000 Euro


    UniEMGlobal- 2,32 Prozent
    Alt. 186 16.000 Euro


    Uni Fond - 0,11 Prozent
    Alt 452 27.000 Euro


    Uni Global. plus 25 Prozent
    Alt. 47. 19.000 Euro


    UniFavorit plus 11
    Kein Altbestand 250 Anteile


    LG

  • Meinst Du mit den Altanteiilen den Gesamtwert der jeweiligen Position ?
    oder
    (und das ist der wichtige Wert)
    der Wertanstieg seit dem "fiktiven " Verkauf in 2008 (war das wohl) ?


    Union gibt dir sicher Auskunft um wieviel es seit damals gestiegen ist.


    P.S. die 100T€ Freibetrag sind ein Prokopfbetrag dem man duch teilendes Schenken, Erben beliebig multiplizieren kann.

  • Die beiden ersten schlagen den Index nicht. Hatten aber wohl einfach nur Pech, dass Japan lange nicht gut lief:
    https://www.fondsweb.com/de/ve…LU0054735278,IE00B0M63730


    Der UniEMGlobal war mal über, mal unter dem Index:
    https://www.fondsweb.com/de/ve…LU0115904467,LU0635178014



    UniFonds war 2020 besser als der Dax, davor meist etwas schlechter:


    https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0008491002,LU0378438732



    UniGlobal war 2020 besser als Index, davor meist etwas schlechter.


    UniFavorit: Aktien hat einen Vorsprung 2011-2013 rausgeholt, danach unter Index:


    https://www.fondsweb.com/de/ve…IE00B4L5Y983,DE0008477076



    UniDynamicFonds: Global A war mal besser, mal schlechter als UniFavorit:Aktien oder Weltindex


    https://www.fondsweb.com/de/ve…DE0008491051,LU0089558679



    Ich hoffe, ich habe die richtigen Fonds erwischt. UniFavorit und UniDynamic sind nur Teile der Fondsnamen.



    Die ETF, mit denen ich vergleiche, sind keine konkrete Empfehlung. Sie sind nur representativ für ETF als Alternative zu den aktiven Fonds und haben den Index bisher gut abgebildet. Auch andere Emittenten haben vergleichbare ETF.



    Die teilweise bessere Performance des "UniFavorit: Aktien" und "UniDynamicFonds: Global A" ist nicht über die Fondsstruktur nachvollziehbar. Beide legen weltweit an, machen keine systematische Übergewichtung bestimmter Länder oder Branchen. Die Abweichung vom Index (mal nach oben, mal nach unten) kommt offenbar "nur" vom Stock Picking. Ob das Können der Fondsmanager ist oder doch nur Glück, überlasse ich Deiner Einschätzung. ;-)



    Für mich sieht es nicht so aus, als ob ein Umtausch in den Dynamic gut wäre. Ich sehe keinen systematischen Grund, wieso er künftig besser laufen sollte. Aber der Steuervorteil wäre auf jeden Fall weg.



    Dein "steuerfreies" Depot ist knapp 100.000 EUR wert. Wenn es im Schnitt gut 7% p.a. zulegt, erreichst Du nach 10 Jahren die Verdoppelung und damit den Freibetrag (wenn nicht auf mehrere Personen aufgeteilt). Wichtig ist der Startwert vom 31.12.2017.




    An Deiner Stelle würde ich mir zunächst eine neue Zielstruktur des Depots überlegen. Dann die alten Fonds rausschnmeißen, die nicht dazu passen und die nicht gut liefen. Die Altfonds, die trotz ihrer Kosten den Index trotzdem erreichten oder sogar schlugen, würde ich behalten. Und den Rest des Depots dann durch passende neue ETF ergänzen.


    Besteht Deine Zielstruktur darin, am liebsten wenige aktive Fonds zu haben? Oder möchtest Du Länder und Branchen eher selbst steuern? Oder vollständig auf den Markt vertrauen und nur noch einen Weltindex passiv abdecken?

  • Hallo,
    vielen Dank.


    Ein Umtausch macht keinen Sinn, sehe ich jetzt auch so.


    Das Ziel ist weniger so teure Fonds zu haben die auch noch schlecht laufen.
    Die aktiven Fonds sind zu teuer.
    Dabei allerdings die Altbestände zu berücksichtigen.
    Den Steuervorteil nicht unreflektiert aufgeben und nich unreflektiert daran kleben bleiben.
    Etwas Selbststeuerung.
    Z.B. Digitalisierung.
    Darüber hinaus mehr passive globale Ausrichtung.


    Vielen Dank.


    LG

  • Hallo,
    hier die noch ausstehenden Zahlen:


    Asia Pacific: Gewinn 1.494 EUR
    EM Fernost: Verlust 2.159 EUR
    Uni Fonds: Gewinn 186,06 EUR
    Uni Global: Gewinn 4.317,16 EUR
    Uni EM Global: Verlust 303 EUR


    Dies sollten die Ergebnisse aus den Entwicklungen seit 01.01.2018 sein.


    Danke für die Mühe.
    Ich hoffe, dass damit eine Berechnung möglich ist.


    LG

  • Ich kann es leider nicht genau berechnen. Das geht nur, wenn die vergangene Performance zeigt, dass die Verwaltungskosten dauerhaft die Rendite drücken. Deine Fonds schwanken aber um den Index, weil sie ihn nicht direkt nachbilden. Also müssen wir schätzen, wie viel Mehrrendite ein entsprechendes ETF-Portfolio hätte.


    Ich nehme bei Deinen Fonds einen Startwert von 92.500 € an, und durchschnittlich 1,65% Kosten, um die sich die Marktrendite dann reduziert. Wenn sie vor Kosten also z.B. 8% Rendite hätten, kommt bei Dir nur 6,35% an. Wie gesagt, war das in der Vergangenheit nicht so pauschal.


    (1) Beim ETF-Depot nehme ich zunächst 0,50% an. Wir gehen also davon aus, dass das Depot 1,15%-Punkte p.a. besser abschneiden würde.
    --> Bei 4 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 1 Jahr vorbei und der Freibetrag nach 32 Jahren erreicht.
    --> Bei 6 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 1 Jahr vorbei und der Freibetrag nach 18 Jahren erreicht.
    --> Bei 8 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 8 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 12 Jahren erreicht.


    --> Bei 10 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 10 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 10 Jahren erreicht.



    (2) In einem zweiten Szenario nehme ich an, dass das ETF-Depot 1,00% Kosten hat, also nur 0,65%-Punkte p.a. besser abschneiden würde.


    --> Bei 4 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 1 Jahr vorbei und der Freibetrag nach 32 Jahren erreicht.
    --> Bei 6 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 18 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 18 Jahren erreicht.
    --> Bei 8 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 16 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 12 Jahren erreicht.
    --> Bei 10 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 14 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 10 Jahren erreicht.


    Die Berechnung berücksichtigt 25% Kapitalertragsteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag, 0% Kirchensteuer und 30% Teilfreistellung bei Aktienfonds.


    Für die Entscheidung hängt es also davon ab, welche Mehrrendite Du einem ETF-Depot zutraust, und welche Marktrendite wir in den nächsten Jahren bekommen. Ich habe 2018 aus meinem Depot 5 Altfonds verkauft (hohe Kosten, keine Zuversicht mehr) und 3 behalten (Kosten durch bisherige Performance gerechtfertigt).

  • Hallo zusammen,

    herzlichen Dank für die Ausführungen.


    „> Bei 6 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 1 Jahr vorbei und der Freibetrag nach 18 Jahren erreicht.

    --> Bei 8 % Marktrendite wäre der Vorteil nach 8 Jahren vorbei und der Freibetrag nach 12 Jahren erreicht“.


    Ich verstehe noch nicht wie bei 6 % nach

    einem Jahr

    der Vorteil vorbei ist und bei 8 Prozent Marktrendite erst nach

    acht Jahren.


    Ist das gegebenenfalls ein Schreibfehler?


    Ich gehe mal von der üblichen Marktrendite von 7 % aus, das würde bedeuten, dass der Altfond mindestens rasch seine Vorteile verliert.

    Insbesondere braucht es auch nur rund zehn Jahre bis der Freibetrag erreicht ist.

    Daher sollte ich, glaube ich, den Steuervorteil deutlich geringer bewerten als ich das bisher tut.


    Oder sehe ich da etwas falsch?


    Vielen Dank.


    LG

  • Wenn Du bei 6% Marktrendite nach 1 Jahr verkaufst, hast Du beim neuen ETF mit 0,50% Kosten vor Steuer 5,50% Rendite. Davon gehen 18,5% an Steuern weg, bleiben 4,48% Nettorendite. Beim Altfonds mit 1,65% Kosten hast Du vor Steuer 4,35% Rendite, also weniger trotz Steuerfreiheit.


    Bei 8% Marktrendite überwiegt der Steuervorteil anfangs den Kostennachteil. Aber nur, wenn man auch verkauft. Wenn man den Gewinn weiterlaufen lässt, kommt der Steuerstundungseffekt rein: Der nicht verkaufte ETF gewinnt immer mehr Zinseszinsen und hat in diesem Beispiel nach 8 Jahren dann so viel Vorsprung, dass er auch nach Steuern gewinnt.


    Mir ging es wie Dir: Ich wollte den Steuervorteil nicht verschenken. Aber es lohnt sich nur, wenn man schnell genug den Freibetrag erreicht. Die Altfonds in der Familie zu verschenken, kann da sogar kontraproduktiv sein :-)


    Wichtig ist halt die tatsächliche Rendite. Die TER allein sagt nichts über die Performance aus. Darum ist da viel Glaskugel drin.

  • Hallo zusammen,

    sehr hilfreich.


    Die steuerlichen Aspekte zu betrachten ist das eine und dabei die Rendite nicht zu vergessen das andere.


    Der Dreh- und Angelpunkt ist die Rendite.


    Schlecht laufende Anlagen gehören auf den Prüfstand.


    Dabei ist hinderlich, an den mal gezahlten Ausgabeaufschlägen zu kleben, sowie die Steuerfreiheit überzubewerten.


    Natürlich würde ich keine Unionfonds mehr kaufen.

    (Außer in Sachen Riester haben sie ein gutes Angebot für den der Zulagen gut mit nehmen kann).

    Wegen der hohen laufenden Kosten und Ausgabeaufschläge.


    UniGlobal und UniFavorit laufen gut. Diese lasse ich erstmal laufen.


    UniEM wird beobachtet.


    Den Rest jetzt verkaufen oder etwas zu warten, bis sie sich etwas erholt haben?

    Oder ist das unsinnig. Ich traue dem asiatischen Raum zur Zeit Potential zu.


    LG

  • Wenn Du Dich entscheidest umzuschichten, ist nicht mehr wichtig, ob sich die alten Werte erholen. Dann interessiert nur, ob die neuen Werte künftig besser laufen als die alten. Wenn Du glaubst, dass sie das in allen Marktphasen tun, dann musst Du sofort umschichten.


    Anders sieht es aus, wenn Du von einem eher trägen Fonds in einen dynamischeren umschichten willst. Falls es demnächst nach unten geht, würde der träge vermutlich weniger Verlust machen als der dynamische, also müsste man noch warten. Falls es demnächst aufwärts geht, müsste man sofort tauschen. Hier müsste man also auf Markttiming spekulieren, was ja selten gelingt.


    Ich hoffe, diese Überlegung hilft, auch wenn sie konkreten Rat umschifft :)