Vermögensaufbau mit ETF-Portfolio

  • Hallo zusammen,


    ich bin bereits seit einiger Zeit Leser von Finanztip und verfolge den Newsletter aufmerksam. Nun habe ich mich auch für die Community registriert, weil ich gerne konstruktiv mit euch über einen geplanten Vermögensaufbau mit ETFs diskutieren möchte.


    Situation
    Ich bespare monatlich einen ETF auf den MSCI World als Altersvorsorge, so wie es auch stets bei Finanztip empfohlen wird. Zusätzlich dazu habe ich weiteres Kapital zur Verfügung, welches ich gerne investieren möchte, um Vermögensaufbau zu betreiben. Dabei verhält es sich so, dass ich das Kapital derzeit nicht benötige und durchaus auch bereit bin, gewisse Risiken für eine Rendite in Kauf zu nehmen. Vorher hatte ich Robo Advisor mit 20% - 25% value at risk, habe mich aber wegen der Gebühren und aus eigenem Interesse für die Selbstverwaltung entschieden.


    geplantes Depot
    Ich habe mir daher eine relativ breit diversifizierte Strategie aus ETFs überlegt, die stellenweise auch mit kleineren Anteilen persönliche Einschätzungen der langfristigen Entwicklungen unserer Gesellschaft widerspiegeln soll (Digitalisierung, IT). So bin auf die nachfolgende Zusammenstellung gekommen.


    Kategorie Ausprägung Name ISIN Anteil [%]
    Regionen Asien iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF IE00B4L5YX21 5,00 %
    Regionen Asien iShares MSCI China A UCITS ETF IE00BQT3WG13 7,50 %
    Regionen Asien iShares MSCI EM Asia UCITS ETF USD (Acc) IE00B5L8K969 5,00 %
    Regionen USA iShares NASDAQ 100 UCITS ETF IE00B53SZB19 15,00 %
    Regionen USA iShares Core S&P 500 UCITS ETF IE00B5BMR087 6,25 %
    Regionen Europa Lyxor Core STOXX Europe 600 (DR) LU0908500753 11,25 %
    Regionen Emerging Markets iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF IE00BKM4GZ66 5,00 %
    Themen Digitalisierung iShares Digitalisation UCITS ETF IE00BYZK4883 3,00 %
    Themen saubere Energie iShares Global Clean Energy UCITS ETF IE00B1XNHC34 3,00 %
    Themen Biotechnologie iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF IE00BYXG2H39 3,00 %
    Themen Immobilien iShares European Property Yield UCITS ETF IE00B0M63284 3,00 %
    Themen Immobilien iShares US Property Yield UCITS ETF IE00B1FZSF77 3,00 %
    Strategie Momentum iShares Edge MSCI World Momentum Factor UCITS ETF IE00BP3QZ825 10,00 %
    Strategie Value iShares Edge MSCI USA Value Factor UCITS ETF IE00BD1F4M44 10,00 %
    Strategie Nachhaltigkeit iShares MSCI World SRI UCITS ETF IE00BYX2JD69 10,00 %


    • Was haltet ihr von diesem geplanten Depot?
    • Sollte ich noch eine gewisse Absicherung mit Staats-/ Unternehmensanleihen guter Bonität vornehmen?
    • Sollte man noch in ETCs, REITs o. Ä. investieren?
    • Habe ich irgendetwas wichtiges vergessen oder nicht beachtet?

    Vielleicht hilft dem/ der ein oder anderen ja auch mein Beitrag, um darauf aufbauend seine/ ihre Vermögensanlage zu planen...



    Vielen Dank schon mal.

  • Sofern die Anlagesumme nicht deutlich sechsstellig ist würde ich nicht in 3%-Anteile investieren.
    Die Aufteilung hat eine starken Growth- / Technologieausrichtung. Das mag auf die kurze Rückspiegelsicht vorteilhaft sein, ein Basisinvestment sollte mMn etwas breiter aufgestellt sein.


    Was würde ich tun - sehr subjektiv: Ich würde den Part Regionen mit einem World / All World abdecken,, ggf. als nachhaltige Variante die als Strategie gekennzeichneten Faktoren Value und Momentum würde ich auch nehmen, Immobilien soweit OK als Basisinvestment.. Die drei anderen Themen wären OK wenn das Dein persönliches Interesse ist, wobei mir der Anteil in der Summe zu hoch wäre.


    Zu den weiteren Fragen

    Sollte ich noch eine gewisse Absicherung mit Staats-/ Unternehmensanleihen guter Bonität vornehmen?

    Finanztip empfiehlt hier Fest- / Tagesgeld, da es das noch gebührenfrei gibt, während bei den Anleihen i.d.R. nach Kosten eine Negativrendite steht.


    Ganz grundsätzlich sollte immer ein Anteil risikolos sein, weil bei Aktien-ETF immer ein Rückschlagspotenzial mit ungewisser Dauer besteht. Bei VaR 20-25% gehe ich mal als Äquivalent von einer 70:30-Aufteilung aus .

    Sollte man noch in ETCs, REITs o. Ä. investieren?

    Die REITs hast Du über die Immobilien-ETF abgedeckt. ETCs heißt bei für mich Rohstoffe. was letztlich über den breiten Markt auch abgebildet wird wenn auch nicht marktzyklusgerecht. Allenfalls fehlt noch physisches Gold.

    Habe ich irgendetwas wichtiges vergessen oder nicht beachtet?

    Ich finde es sehr gut, dass Du Dich mit der Materie befasst. Analog zur Aussage von @chris2702 habe ich auch auf Basis der seinerzeitigen Erkenntnisse sehr fundiert hergeleitet und diversifiziert begonnen und erkenne über die Zeit immer mehr, dass man damit eher Glückstreffer landet als echte Mehrrendite schafft. Daher würde ich mich bei der Anlage in der Masse eher konzentrieren und einige kleinere Steckenpferde aus Interesse heraus betreiben und mich freuen wenn sie gut performen.

  • Ich finde @Kater.Ka hat das sehr schön beschrieben.


    Ich bin davon überzeugt, dass es am stärksten auf die Höhe deiner Sparrate ankommt. Geh mal auf https://m.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php und spiele alle Varianten an Sparraten durch die du dir aktuell theoretisch leisten könntest. 5% bis 70% vom Netto. Und dann halte diese Rate bis 67 durch.


    Du weißt nicht ob 70:30 besser ist als ACWI. Du weißt nicht, ob die USA in 10 Jahren noch die Vormachtstellung haben.


    Ich habe ein 6 stelliges Depot und gehe voll in MSCI World.

  • Erst einmal vielen Dank für eure konstruktive und wertvolle Kritik! :-)


    Als kleine Ergänzung zu meinem obigen Post vielleicht noch:
    Ich habe noch die nächsten Jahrzehnte des Arbeitslebens vor mir und plane eine Einmalanlage, d. h. kein regelmäßiges Besparen; Anlagehorizont ist 7+ Jahre.



    @chris2702
    Danke für den Blog-Beitrag, ich bin unregelmäßiger Zuhörer des Podcasts vom Finanzwesir und vom Finanzrocker. Die Quintessenz aus dem Beitrag ist nach meinem Verständnis, sich auf einen/ einige wenige ETF je nach Anlagevolumen zu konzentrieren.


    Zu deinem zweiten Beitrag, es geht bei dieser Anlage nicht um ein regelmäßiges Besparen und nicht um die Altersversorgung, denn die -- wie ich oben ausführte -- realisiere ich über einen Sparplan auf den MSCI World (genau ein ETF).




    @Kater.Ka
    Danke auch für deine sehr wertvolle Rückmeldung. Ich gebe dir recht, es gibt eine ausgeprägte Tendenz für den US-Markt und auf Technologie. Dies ist auch eine absolut berechtigte Kritik, die ich mir im Vorfeld teilweise selbst gestellt habe. Ich werde mir dies und auch die sehr feingranulare Aufteilung der Regionen in verschiedene ETFs noch einmal zu Herzen nehmen und es ggf. vereinfachen (weniger ETFs).


    Tagesgeld habe ich auch für kurz-/ mittelfristige unvorhergesehene Ereignisse bzw. Situationen.


    Korrekt, mit ETCs waren Rohstoffe gemeint. Zu Gold habe ich eine sehr gespaltene Ansicht; Saidi hat dazu ja schon ein Video aufgenommen und das ein oder andere mal etwas dazu gesagt. Ich weiß Gold wird gerne als krisensicher bezeichnet und es gibt bei physischer Ausprägung einen tatsächlichen Gegenwert dahinter. Aber wenn es wirklich einmal zu einer existenziellen Krise kommt, dann kann ich das nicht Gold essen -- klar, ich kann es dafür vielleicht eintauschen (wenn jemand Gold gegen Brot o. Ä. tauschen würde).



    Danke an alle noch einmal. Wenn ich meinen Plan noch mal aktualisiere, werde ich das Ergebnis hier wieder posten/ zur Diskussion/ Schau stellen. ;-)

    • Was haltet ihr von diesem geplanten Depot?

    Nichts! Das ist Diversifizierungs-Rinderwahn.


    Sollte ich noch eine gewisse Absicherung mit Staats-/ Unternehmensanleihen guter Bonität vornehmen?

    Das hängt von Deiner Risikobereitschaft bzw. tragfähigkeit ab, zu der Du so gut wie nichts schreibst.
    Deiner Frage entnehme ich aber, dass Du nicht verstanden hast, wozu man eventuell Anleihen mit guter Bonität hinzu nimmt.




    Sollte man noch in ETCs, REITs o. Ä. investieren?

    Du hast oben in der Darstellung bereits REITs aufgeführt.
    ETCs kann man dann hinzunehmen, wenn man weiß was das ist und die Risiken kennt.




    Habe ich irgendetwas wichtiges vergessen oder nicht beachtet?

    Du hast vermutlich vergessen, dass es erheblichen Aufwand und nicht unerhebliche Kosten verursacht, wenn man solch ein Depot regelmäßig auf die Ausgangsgewichtung zurückführen möchte.



    Vielleicht hilft dem/ der ein oder anderen ja auch mein Beitrag, um darauf aufbauend seine/ ihre Vermögensanlage zu planen...

    Sicherlich nicht! Wie kommt man bloß auf so etwas?




    @chris2702
    Danke für den Blog-Beitrag, ich bin unregelmäßiger Zuhörer des Podcasts vom Finanzwesir und vom Finanzrocker. Die Quintessenz aus dem Beitrag ist nach meinem Verständnis, sich auf einen/ einige wenige ETF je nach Anlagevolumen zu konzentrieren.

    Und was hat Dich nun dazu veranlasst, es anders zu machen? Und warum ist das besser?




    Als kleine Ergänzung zu meinem obigen Post vielleicht noch:
    Ich habe noch die nächsten Jahrzehnte des Arbeitslebens vor mir und plane eine Einmalanlage, d. h. kein regelmäßiges Besparen; Anlagehorizont ist 7+ Jahre.

    7 Jahre sind etwass kurz. Eine Aktienanlage ist da nicht unbedingt zu empfehlen. Und wenn doch, dann nur ein entsprechend kleiner Teil des Gesamtvermögens.
    Was passiert denn in 7 Jahren?


    Wieviel Geld ist es nun? Wenigstens ungefähr?


    Insgesamt machst Du auf mich nicht den Eindruck, dass Du weißt, was Du tust.

  • Danke auch für deine Antwort.

    Das hängt von Deiner Risikobereitschaft bzw. tragfähigkeit ab, zu der Du so gut wie nichts schreibst.
    Deiner Frage entnehme ich aber, dass Du nicht verstanden hast, wozu man eventuell Anleihen mit guter Bonität hinzu nimmt.

    Grundsätzlich bin ich recht risikobereit und kann eben auch Schwankungen von bspw. 20-25% verkraften, so wie ich es in meinem ersten Post bereits erwähnte.
    Anleihen solcher Art dienen m. M. n. dazu, die Volatilität eines Depots ein Stück weit zu reduzieren, bei gleichzeitig geringerer Renditechance.


    Du hast vermutlich vergessen, dass es erheblichen Aufwand und nicht unerhebliche Kosten verursacht, wenn man solch ein Depot regelmäßig auf die Ausgangsgewichtung zurückführen möchte

    Ok, gebe ich dir recht, deswegen werde ich die Liste weiter reduzieren. Dennoch kann man bei heutigen Brokern, bspw. Smartbroker, sehr günstig handeln. Die Steuerschädlichkeit bei Verkäufen sehe ich da eher als problematisch an.


    Und was hat Dich nun dazu veranlasst, es anders zu machen? Und warum ist das besser?

    Naja, bisher habe ich mal ab und zu reingehört und es ist aus meiner Sicht ja etwas anderes (auch vom Risiko her -- oder kann es zumindest sein), ob man für die Altersvorsorge spart oder ein Vermögen aufbauen möchte. Das sehe ich differenziert.


    7 Jahre sind etwass kurz. Eine Aktienanlage ist da nicht unbedingt zu empfehlen. Und wenn doch, dann nur ein entsprechend kleiner Teil des Gesamtvermögens.
    Was passiert denn in 7 Jahren?


    Wieviel Geld ist es nun? Wenigstens ungefähr?

    Es gibt keinen konkreten Zeithorizont, 7 Jahre habe ich eher mal als Wert genommen, weil man nie weiß, wie sich das Leben entwickelt und was passiert. (Keine Sorge, Altersversorgung mit ETF-Sparplan gesichert, BU-Versicherung vorhanden.)


    Es geht um einen sechsstelligen Betrag.


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    Ergänzung: Was wäre denn stattdessen deine Empfehlung/ Vorgehensweise?