Goldsparplan als Geldanlage

  • Hallo liebe Community,


    mir fehlt im Artikel zu Gold als Geldanlage (s. hier) die Bewertung von sogenannten Goldsparplänen, die bei einigen Anbietern (z. B. Degussa oder INAIA) angeboten werden. Durch die mtl. Spareinlage profitiert man ja auch durch den Cost-Average-Effect, der sich dann auch einstellt.


    Gibt es empfehlenswerte Anbieter mit guten und günstigen Konditionen? Die Degussa ist mir etwas unsympathisch aufgrund fragwürdiger Unternehmensaktivitäten.


    Danke vorab! :)

  • Altsachse Wenn Du den Cost Average Effekt meinst: Dazu braucht man keine Zinsen, sondern es geht darum, dass man bei gleicher Rate in schwachen Phasen mehr Stücke und in Boomzeiten entsprechend weniger kauft. Das würde auch beim Goldsparplan funktionieren.


    Aber eigentlich ist das egal, denn es gibt höchstwahrscheinlich sowieso keinen (zusätzliche Rendite bringenden) Cost Average Effekt: https://www.gerd-kommer-invest…om-cost-averaging-effect/ .


    Viele Grüße, Guido

  • Das Kaufen in mehreren Tranchen hat trotzdem seinen Sinn, wenn man das Risiko eines ungünstigen Kaufkurses reduzieren will. Statistisch ist der Einmalkauf besser, weil Aktien langfristig immer gestiegen sind. Die Statistik hilft dem einzelnen Anleger aber nichts, wenn er seine ganzen Ersparnisse auf einmal kurz vor einem Crash investiert.

  • Hallo Lumix,

    wie Pantoffelheld bereits gepostet hat gibt es hierzu einen Test der Stiftung Warentest. Hierbei stellte sich der Degussa Sparplan als einer der Sparpläne mit den fairsten Kosten dar. Ich selbst nutze auch eine der 3 von Degussa angeboten Alternativen als Sparplan. Durch die monatlichen konstanten Sparraten entsteht bei schwankendem Goldpreis ein günstiger Durchschnittskurs der gekauften Anteile (cost average?). Ich jedenfalls bin zufrieden und kann den Sparplan auch aufgrund der unkomplizierten Abwicklung empfehlen. :)

  • Hallo,


    vielen Dank für die vielen Antworten ich habe mir den Finanztest der Stiftung Warentest auch durchgelesen und tatsächlich scheint der Goldsparplan der Degussa am Günstigsten zu sein, auch wenn man bei Wikipedia einige fragwürdige Unternehmensaktivitäten zu Degussa findet. Aber das ist hier natürlich nicht das Thema.


    Hatte auch den Goldsparplan der ReiseBank ins Auge gefasst, aber da gab es dann auch wieder ein paar Mankos (keine Sonderzahlungen möglich, nur über bestimmte Volks- und Raiffeisenbanken abschließbar, etwas teurere Kurse, etc.).


    Was ich mich zusätzlich frage: Warum ist das Goldsparen bei Finanztip nicht so der „Hit“ bzw. man empfiehlt eher die Anlage in die gängigen ETFs, wie dem MSCI World, und nur eine geringe Anlage in Gold zu Diversifikation?


    Der Goldpreis hat bspw. in den 18 Jahren von 2002 bis 2020 eine Wertentwicklung von +463 % hinter sich und das, wie von Pantoffelheld beschrieben, nach gewisser Zeit ohne Abgeltungssteuer auszahlbar. Das entspricht einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 26 % pro Jahr. Klar, wirft keine Dividenden oder Zinsen ab, aber ist Gold von der reinen Wertentwicklung nicht viel lukrativer als die gängigen ETFs?

  • Hallo Lumix, +463% in 18 Jahren ergeben keine 26% Jahresrendite, sondern nur 9,7%. Für 26% müsste der Goldpreis inzwischen um die 20.000 € sein (pro Unze, nicht pro Kilo).


    Du darfst die Gesamtrendite nicht einfach durch die Zahl der Jahre teilen, weil ja noch der Zinseszins dazu kommt. Das fällt bei kleinen Prozenten und wenigen Jahren noch nicht so auf.


    Ist natürlich trotzdem eine schöne Entwicklung für alle, die dabei waren.


    Allerdings hast Du Dir damit einen Zeitraum ausgesucht, bei dem Gold besonders gut aussieht. Es gab auch schon andere Zeiten...

  • Pantoffelheld: Das kann ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen. Vielleicht mache ich da auch eine Milchmädchenrechnung, aber wenn ich 2002 für eine Unze etwa 300 € bezahlt habe und genau diese Unze heute etwa 1600 € wert ist, habe ich doch eine Wertsteigerung von etwa 440 % gehabt, oder? Würde der durchschnittliche Wert dann nicht einfach geteilt durch die Jahre ermittelbar sein?


    Zinseszins hat man ja bei Gold nicht, wirft ja keine Dividende oder Zinsen ab. Vielleicht rechne ich aber auch zu stümperhaft. :-)


    Zugegeben, der Kurs schwankt teilweise erheblich, aber langfristig gesehen kann man ein gutes Plus erzeugen, dass man sich nach 1 Jahr Haltedauer steuerfrei auszahlen lassen kann. Das würde ich aus der verlinkten Seite von JDS herauslesen.


    Btw, ich bin immer noch in der Entscheidungsfindung bzgl. Degussa und ReiseBank. Die Degussa hat zwar einen geringeren Kaufpreisaufschlag auf das Gold (etwa 3,3 % weniger als bei der ReiseBank), dafür hat die ReiseBank eine leicht geringere Depotgebühr, nämlich 0,15 % vs. 0,48 % p.a. bei Degussa. Rein rechnerisch würde sich dann die Degussa dennoch immer mehr lohnen, da der Kaufpreisaufschlag prozentual geringer ist als die leicht geringere Depotgebühr der ReiseBank. Wie seht ihr das?

  • Die Renditeberechnung läuft so in Deinem Fall 300 * (1+jährliche Rendite) hoch 18 Jahre = 1600. Stellt man um steht hier (1+jährliche Rendite) = (1600 / 300) hoch (1/18).


    Um jetzt auf die Rendite zu kommen kann man die x hoch y Funktion des Windows- Rechners nutzen. Also erst 5,333 eingeben (das sind die knapp 540%), dann auf x hoch y drücken dann 0,0555 für 1/18 eingeben. Es kommt 1,097 raus, d.h. die Rendite war 9,7%.