Meinung zu meinem Finanzplan

  • Also wenn dir deine Altersvorsorge schon so wichtig ist und du dir viele Gedanken dazu machst, würde ich das Thema Immobilien, sprich physische, nicht so schnell abhaken.

    Hier hast du wesentlich größere Hebel (leverage Effekt) und somit relativ hohe sogenannte 'Eigenkapitalrenditen'. Hier gibt es natürlich von bis was die Chancen/Risiken angeht, aber hier kannst du auch konservativ vorgehen.

    Falls du bereit bist dich hier inspirieren zu lassen, berechne ich dir gerne mal ein konkretes Beispiel.


    VG

  • Das schöne am Geld ist, dass es in Zahlen ausgedrückt werden kann. Mit Zahlen kann man rechnen...


    Wenn es um die private AV geht und noch 30+ Jahre bis zum Rentenalter vor dir liegen, würde ich nicht so „zaghaft“ sein.


    Bei Fonds/ETF dürftest du dein Invest in 30 Jahren etwa versechs- bis verachtfachen. Reicht dir das?


    Als Aktienanateur sehe ich eine versechtehnfachte Summe (bei ~10% n. St. )


    Befasst du dich intensiver mit deiner Kohle (mind. 1 h Zeitaufwand pro Tag), liegen 15 bis 20% im Rahmen des möglichen. Dies entspricht dem 66- 237-Fachen der Anfangssumme.


    Spinnkram?


    Nö! Ich habe vor 32 Jahren damit begonnen, alle meine konventionellen AV-Verträge in die Tonne zu treten (kündigen, auszahlen lassen - trotz damals 6-7%iger Renditen) und das freie Geld in Einzelaktien zu investieren (keine Bankaktien, keine Versicherer, keine Autobauer...).

    In diesem langen Zeitraum „störten“ drei Krisen und Corona. In den Krisenzeiten hatte ich zu ca. 90% die Aktien verkauft und cash im Depot...


    Ergebnis bis dato: Rund 52.000% Wertzuwachs (inkl. Dividenden).


    Mit Festgeld und ETF wäre das nicht machbar gewesen 😉

  • @JD, sie kennen sich aber sehr gut aus.

    Ich werden nun den ETF, MSCI ACWI (A1jjtd) als Langfristige Anlage sparen. Zunächst 3000€ einzahlen und dann etwa 200€ monatlich.
    Gute Idee?

  • Rohaner,

    danke für die Blumen. Das mit dem Auskennen ist relativ. Mit Fonds kenne ich mich eigentlich gar nicht aus... und mag mich eher gar nicht zu dem zitierten ETF äußern.


    Wie wäre es mit dieser Alternative?

    - Aktien der MSCI Inc.

    - Amex

    - Mastercard

    - Visa

    - Paypal


    Einfach mal die Kursverläufe anschauen und überlegen, ob du dir / sie sich ein derart wenig gestreutes Portfolio als „wenig riskante“ Alternative vorstellen kannst/können.

    3k in diesen „privaten Fonds“ und die monatlichen 200€ hälftig auf einen ETF und die andere Hälfte, so wie es wegen der Kaufkurse passt, in Aktien aufteilen.

    Diese Variante wäre imho nicht so langweilig wie die Beschränkung auf einen Fonds.

    Zum Glück muss ich in diesem Fall keine Entscheidung treffen 😉

  • Sorry wenn ich da reingrätsche. Aus meiner Sicht gibt es nichts langweiligeres als Geldanlage für Kleinsparer (<1 Mio Euro). Kauf dir einen MSCI World. ACWI. ESG Kriterien. Emerging Markets. Ist im Endeffekt wurscht. Dann atmest du 1 Milliarde Mal und schaust erst danach wieder nach deiner Kohle.


    Bloß nicht irgendwelche Klumpenrisiken eingehen wie 30% Finanzdienstleister oder so. Das kann man machen, wenn man alle Schäfchen im Trocknen hat und spielen will oder Ahnung hat. Aber für Kleinsparer wie mich (<1 Mio Euro) ist das Unsinn.

  • JDS


    Wir hatten noch nicht das Vernügen. Du bist erst seit 25. September hier Mitglied. Und sehr aktiv mit guten Beiträgen. Danke dafür. :)


    Ich habe den Eindruck 80% der Beiträge zu Finanzanlagen drehen sich um fünfstellige Anlagen. Ein geringer Teil um sechsstellige Anlagen.


    Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Geldanlage langweilig ist. MSCI World (irgendeine Variante). Möglichst viel rein. Lange warten. Nichts tun. Fertig.


    Natürlich kann man mit Profimethoden, short, long, CFD, Optionen, Futures, Hebelprodukte oder eine gezielte Selektion von Aktien ganz andere Renditen einfahren. Zweifellos. Das ist aber für den gemeinen Finanztip Konsumenten nicht das Richtige. Und man sollte nicht glauben, mit 20 min Invest pro Woche day trading betreiben zu können. ;)


    Auf gute Zusammenarbeit. ^^

  • natürlich kann man mit Profimethoden, short, long, CFD, Optionen, Futures, Hebelprodukte oder eine gezielte Selektion von Aktien ganz andere Renditen einfahren. Zweifellos. Das ist aber für den gemeinen Finanztip Konsumenten nicht das Richtige. Und man sollte nicht glauben, mit 20 min Invest pro Woche day trading betreiben zu können. ;)

    chris2702,


    scho klor. Ich hatte mich lediglich auf eine - für mich - überschaubare Anzahl von Aktien beschränkt und das Zocken (mit den Profimethoden) anderen überlassen... und bin in knapp mehr als 3 Dekaden recht gut damit gefahren.

    Dass dabei auch richtig Zeit investiert werden musste, darf man nicht vergessen. Jeden Tag etwa eine Stunde... was der Arbeitszeit eines Angestellten von mehr als 2 Monaten entspricht... pro Jahr. So etwas „lohnt“ sich bei 4- oder 5-stelligen Anlagesummen nicht, zumindest nicht am Anfang in den ersten Jahren. Ich hatte auch „nur“ fünfstellig als Kleinanleger begonnen. Aber es hat mich nicht dümmer gemacht und bei längerfristiger Betrachtung hat es sich dann doch rentiert, wenn man den Zeitaufwand mit dem Wertzuwachs in Relation setzt.

    Den 5-stelligen Betrag hatte ich übrigens, wie die meisten Community Mitglieder auch, mit konventionellen Produkten angespart.


    Von daher... ist es auch aus meiner Sicht völlig ok, erst einmal vernünftige ETF zum Vermögensaufbau zu nutzen, und diese Form je nach Volumen und Neigung durchaus bis ins hohe Alter beizubehalten.


    Allen viel Erfolg im „Kampf“ gegen die Altersarmut!!!

  • JDS Deine Geschichte klingt spannend und viele hier im Forum wird interessieren, mit welcher Methode genau Du etwas mehr Arbeit und Dein Geschick diese Überrendite erzielen und ein ansehnliches Vermögen aufbauen konntest. Aber taugt sie auch als Vorbild für jemand, der gerade neu anfängt?


    Es gibt ja einige statistisch/psychologische Phänomene, die uns gerne den Blick verstellen auf die einfache Antwort-. Eine davon heißt "Survivorship Bias". Wir neigen dazu, eher diejenigen wahrzunehmen, die etwas geschafft und überlebt haben. Und diejenigen, die etwas geschafft und überlebt haben, neigen auch eher dazu, davon in großer Runde zu erzählen.


    Wie viele Deutsche haben wie Du in den 90ern mit Aktien angefangen - Deutsche Telekom, neuer Markt, als Sicherheitsbaustein noch Witwen-und-Waisen-Aktien wie RWE oder die Deutsche Bank - die aufgrund ihrer Erfahrungen seit 2001 nur noch in Tagesgeld "investieren" und damit doppelte Verlierer sind? Die haben erst Kursverluste realisiert und waren dann davon so traumatisiert, dass sie sich nie wieder an die für den langfristigen Vermögensaufbau so wichtigen Aktien getraut haben. Antwort: Viele. Hunderttausende. Wie viele haben hier in Finanztip bisher ihre Geschichte erzählt? Antwort: Keiner.

  • „Deine Geschichte klingt spannend und viele hier im Forum wird interessieren, mit welcher Methode genau Du etwas mehr Arbeit und Dein Geschick diese Überrendite erzielen und ein ansehnliches Vermögen aufbauen konntest. Aber taugt sie auch als Vorbild für jemand, der gerade neu anfängt?„ (Zitat von Pantoffelheld)


    Well, meine Methode als blutiger Anfänger vor etwas über 30 Jahren kann man getrost mit „trial and error“ bezeichnen. Aktien waren für die Masse Teufelszeug, mit dem man sein ganzes Geld verlieren kann (Anmerkung: Dazu müsste man sich gewaltig anstrengen!).

    Der gute, brave Deutsche kaufte damals lieber Leibrenten (Rentenversicherungen), die z.B. Einmalzahlungen in 12 Jahren verdoppelten... und dies steuerfrei! Festgelder, selbst Sparbücher, brachten auch ordentliche Zinsen... und den Begriff der Inflationsraten hatte man irgendwie gerne ignoriert.

    Foren und/oder Informationen, wie wir sie heute zur Verfügung haben, gab es nicht. Wenn man Glück hatte, kannte man zwei oder drei Ältere oder Erfahrenere, die einen kleinen Einblick ins Aktiengeschäft gewährten.

    Die Frage, ob die Erfahrungen der „älteren“ als Vorbild für Beginner taugen würden, stand auch damals im Raum. Sie steht immer im Raum, denn keine Socke weiß, wie sich der Markt entwickeln wird.

    Die Spezies, die seinerzeit auf LVen oder Rentenversicherungsverträge schworen und sich an den damaligen Hochrechnungen (teils auf 30 bis 40 Jahre in die Zukunft) regelrecht aufgeilten und sich von findigen Verkäufern reich rechnen ließen, wurden im Laufe der Jahre eines Besseren belehrt. Auch die Sicherheitsfanatiker mit ihrer Ausrichtung auf „Festverzinsliche“ wurden erheblich ruhiger... und trauriger.

    Einen Schwenk vom Sparen zum Investieren bekommen wir dennoch nicht hin. Vielleicht sind die immer wieder zitierten (falschen) Glaubenssätze so tief in die Hirnrinden eingebrannt, dass Alternativen gar nicht erst in Erwägung gezogen werden.


    Pantoffelheld, zum zweiten Teil deines Posts schreibe ich später noch etwas...

  • Wie viele Deutsche haben wie Du in den 90ern mit Aktien angefangen - Deutsche Telekom, neuer Markt, als Sicherheitsbaustein noch Witwen-und-Waisen-Aktien wie RWE oder die Deutsche Bank - die aufgrund ihrer Erfahrungen seit 2001 nur noch in Tagesgeld "investieren" und damit doppelte Verlierer sind? Die haben erst Kursverluste realisiert und waren dann davon so traumatisiert, dass sie sich nie wieder an die für den langfristigen Vermögensaufbau so wichtigen Aktien getraut haben. Antwort: Viele. Hunderttausende. Wie viele haben hier in Finanztip bisher ihre Geschichte erzählt? Antwort: Keiner.


    Deutsche Telekom... da sagst du was...

    Ja, mit dieser „Volksaktie“ haben „Bankidioten“ Kleinanlegern Kohle aus den Rippen geleiert, Anlagekunden gewonnen und Vertrauen verloren. Wenn dann Otto Normalo seine (einzigen) 5.000 Öcken mit der Gier auf fette Erträge investiert hatte... und schwuppdiwupp sich die Hälfte davon in Wohlgefallen aufgelöst hatte, war das Weinen laut. Einmal... nie wieder! Gut, da sind Fehler gemacht worden! Keine Streuung; Kauf unmittelbar nach IPO; Invest von Reserven statt von Spielgeld; Gier; Hören auf Verkäufergeschwätz...


    Bei Facebook zum Beispiel kam das DeJaVu... Absturz nach IPO! Großes Geheule! Nie wieder Aktien!

    Und wie steht FB heute? - Gut, das konnte man nicht ahnen!


    Den Kursverlauf kann man nie erahnen; deshalb spricht man ja auch von Spekulationen... bei Aktien und gleichwohl auch bei Fonds/ETF.


    Was man tun kann... die Verlustrisiken begrenzen!


    Was man tun muss (sollte)...

    sein/e Investition/en wenigsten 1x im Jahr darauf hin zu prüfen, ob die Ziele (vermutlich) erreicht werden können. Ggfs. muss halt der Plan angepasst werden.


    Patentrezepte gibt’s nicht.

  • JDS

    Ich kenne Einige, die sich in der (Börsen)Euphorie der 90'er so richtig verzockt haben. Und wie Pantoffelheld schon richtig schrieb: (Fast) Keiner spricht über seinen Misserfolg!

    Trotzdem mag ich an 52.000% Performance in 30 Jahren nicht so recht glauben. Oder, hat sich Herr Buffett hier Inkognito angemeldet.:D Mit der Performance wären Sie einer der absoluten 'Stars' am Anlagemarkt und Investoren würden Sie beknien sich um Ihr Geld zu kümmern.

    Aber egal. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie diverse meiner Bekannten in der DotCom-Boomzeit mit Ihren 'todsicheren' Tips zu mir kamen. Und was sei ich doch blöd, dass ich einen Bausparvertrag abschloss...

    Ein paar Jahre später war ich dann Derjenige, der zumindest keine Mark verloren hatte. Reich geworden ist im Übrigen bis heute keiner meiner Bekannten.

    Und hey, ich will nicht mal reich werden. Meiner Partnerin und mir geht es trotz 'normaler' Jobs finanziell ganz gut. Ich möchte mit meiner Finanzplanung halt 'nur' dafür sorgen, dass es uns auch später als Rentner weiterhin gut geht. Und ich glaube, dass Viele hier ähnlich denken. Wenn ich 5% Zinsen/Jahr bei der Bank bekommen würde, läge mein Geld sicher auf dem Konto.


    Trotzdem schön, dass es für Sie so gut gelaufen ist! Aber immer daran denken: Das letzte Hemd hat keine Taschen ;)

  • Mit der Performance wären Sie einer der absoluten 'Stars' am Anlagemarkt und Investoren würden Sie beknien sich um Ihr Geld zu kümmern.

    Na ja, ganz so doll oder außergewöhnlich gut war das nicht... in etwa knapp über 30 Jahren. Anfangs hoffte ich, im Mittel wenigsten um die 10% pro Jahr über Dividenden und Wertsteigerung zu erzielen, um meine private Rente auf einen Betrag x zu wuchten. Dass es etwas mehr geworden ist, ist meiner „begrenzten Gier“ und einer guten Portion Glück zuzuschreiben. Ich habe - nie zum optimalen Zeitpunkt - aber dennoch zu nicht ungünstigen Momenten Aktien verkaufen und nachkaufen können... und habe den Topf bislang nicht einmal teils geleert. Mir haben meine aktiven Einkünfte gereicht, so dass ich die passiven Einkünfte nicht wirklich brauchte. Ab dem Rentenalter werde ich allerdings wirklich mit den Entnahmen beginnen müssen... und können.


    Mag sein, dass sich potentielle Investoren freuen würden, wenn ich mich auch um deren Flicken kümmern würde. Dazu müssten sie mich kennen... und ich müsste es tun wollen. Ferner ist so etwas auch immer eine Frage des Volumens. Das Gute ist... dass ich auf so etwas keinen Bock habe und es auch nicht nötig habe 😁


    IMHO soll sich doch jeder selbst um sein Geld kümmern... dabei aber auch öfter mal rechts und links abseits des gewählten Pfades schauen; vielleicht ergeben sich dabei neue Perspektiven oder Ideen.


    Ach... und wegen dem letzten Hemd mache ich mir gar keinen Kopf! Der Nachwuchs dürfte den dann verbliebenen Rest sicherlich in ähnlicher Weise „pflegen“...

  • Na ja, ganz so doll oder außergewöhnlich gut war das nicht... in etwa knapp über 30 Jahren. Anfangs hoffte ich, im Mittel wenigsten um die 10% pro Jahr über Dividenden und Wertsteigerung zu erzielen, um meine private Rente auf einen Betrag x zu wuchten. Dass es etwas mehr geworden ist, ist meiner „begrenzten Gier“ und einer guten Portion Glück zuzuschreiben.

    Ich bezog mich dabei auf die Angabe Ihrer Gesamtrendite von 52.000% in 30 Jahren. Da reichen 10% Rendite pro Jahr ja bei weitem nicht aus. ;) Rechnerisch wären das ~23% Rendite pro Jahr um nach 30 Jahren auf 52.000% zu kommen (linear)! Sicherlich wird dabei auch mal ein Jahr von der Rendite etwas besser/schlechter gewesen sein...

    Respekt! Das bekommen eben nicht viele über einen solch langen Zeitraum hin.

  • monstermania


    Danke! Ja, anfangs waren es deutlich weniger als 20%, aber in den letzten knapp über 10 Jahren ging die Post ab. So kam ein Durchschnitt von leicht über 21% zu Stande (auf 32 Jahre gesehen).

    Ich denke, über 10% müsste man auf einen längeren Zeitraum gesehen, auch heute noch realisieren können... wobei durchaus auch „pflegeleichte“ ETF das Portfolio zusätzlich zu Einzelaktien „stabilisieren“ dürfen.

  • ETFJockey Seit deiner letzten Wortmeldung ist schon etwas Zeit vergangen, daher bin ich mir nicht sicher, ob Du deine Anlageentscheidung bereits getroffen hast.


    Ein Thema, was zuvor nur mal ganz kurz angesprochen wurde, ist das Thema ESG-Kriterien bzw. nachhaltige Geldanlagen. Finanztip hat hierüber auch eine eigene Seite: https://www.finanztip.de/index…/nachhaltige-geldanlagen/


    Das Thema rückt immer mehr in den Fokus, nicht zuletzt dadurch dass Larry Fink, der CEO des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, dieses Jahr angekündigt hat, künftig vermehrt auf ESG-Kriterien zu achten, siehe bspw. hier: https://www.fondsprofessionell…-beim-klimaschutz-199186/


    Da Du über einen sehr langen Zeitraum anlegen möchtest, und für einen "Erstling" über doch ordentlich Startkapital verfügst, würde ich mir an deiner Stelle auch über den Impact deiner Geldanlage Gedanken machen, also was setzt dein Investment für Signale. Zu vergleichen mit einem Einkauf im Supermarkt. Jeder Kunde setzt mit jedem Einkauf ein kleines Signal (bio ja/nein, regional ja/nein, fair trade ja/nein etc.). Ähnlich verhält es sich auch hier mit Finanzanlagen. Du kannst entscheiden, was dein Kapital bewirken soll bzw. in welche Richtung es arbeiten soll.


    Was nützt Dir bspw. kfr. eine Top-Rendite, wenn die Welt die Klimakrise nicht in den Griff bekommt, und Du in 30 Jahren gar nicht mehr in der Lage bist, mit deinem Geld etwas anzufangen. Oder um es mit Sir Peter Ustinov zu sagen "Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß. Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein." Außerdem dürften Aussagen, wie die oben genannte von Blackrock, dazu beitragen, dass ESG-Portfolien mfr. bis lfr. die Rendite von Portfolien ohne ESG-Kriterien schlagen.


    Zum Vergleich, wenn das international anerkannte Max.-2-Grad-Erderwärmung-Ziel des Pariser Klimaabkommens von 2015 eingehalten werden soll, kann die Welt (je nach Rechnung) noch max. 5-10 Jahre so weiter machen wie bisher, jedoch muss der Umschwung dann umso drastischer erfolgen (https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_von_Paris# )


    D. h. auch wenn das Thema Ökologie bei Finanzentscheidungen sicher nicht die Prio 1 einnehmen muss/kann/soll, solltest Du als langfristiger Investor Dir darüber im Klaren sein, welche Megatrends existieren (der Klimawandel ist sicher einer davon) und was sie für einen Einfluss auf deine Anlage bedeuten können.


    Daher drei Tipps an dieser Stelle:


    1. Ggf. solltest Du eher ETFs mit ESG-Kriterien in die engere Wahl miteinbeziehen. Über den Link oben auf die entsprechende Finanztip-Seite, kannst Du das Wichtigste nachlesen.


    2. Wenn Du mehr über Impact-Investing lernen möchtest, kann ich Dir bspw. die Tomorrow Bank (1. nachhaltige Smartphone-Bank) empfehlen. Das ist ein Fintech aus Hamburg mit Banklizenz über die Solaris-Bank in Berlin. Das Konto ist komplett kostenlos, digital, Kontoanlage dauert mit Videoident max. 15 Minuten. Hier kannst Du über ein sog. Impact Bord die Effekte von Dir, allen Kunden, sowie der Bank als Ganzes über ihre Einlagen einsehen. Ab nächster Woche können Kunden über Crowd-Investing auch Miteigentümer werden (https://www.tomorrow.one/de-de/).


    3. Eine regelmäßige Überprüfung deiner Anlage bietet sich an. Weiter oben wurde mal min. 1x p.a. genannt. So wie ich aus deinen Kommentaren entnommen habe, wirst Du vsl. aktiver mit dabei bleiben. Wenn Du Dein Portfolio bspw. mit einem Referenzportfolio vergleichen möchtest, kann ich Dir den Robo-Advisor Quirion (https://www.quirion.de/) empfehlen, die neben einem kostenlosten ETF-Portfolio ab 1 TEUR auch ein nachhaltiges ETF-Portfolio ab 5 TEUR Anlagesumme anbieten (https://www.quirion.de/nachhaltigkeit/).


    In jedem Fall - egal wie Du dich entscheidest - bleib interessiert bei der Sache und viel Freude und Erfolg bei der (hoffentlich ökonomisch wie ökologisch nachhaltigen) Geldanlage! :-)

  • Hallo Mike86,


    ich hatte mich erstmal neben einem Notgroschen auf dem Tagesgeld für 25k Festgeld auf 5 Jahre und Rest in 70% MSCI World / 30% MSCI EM gesteckt. Über ESG Kriterien habe ich mir aktuell noch keine Gedanken gemacht. Ich werde das aber im Auge behalten und ggf. zu einem guten Zeitpunkt umschichten.