Pflegetagegeldversicherung vs. ETF-Sparplan

  • Hallo,


    mich würde eure Meinung dazu interessieren, was ihr davon haltet anstatt in eine private Pflegetagegeldversicherung in einen ETF-Sparplan zu investieren. Ich bin 37 Jahre. Somit sind es bis 70 noch gut 33 Jahre, wenn man davon ausgeht, dass man ab 70 Jahre pflegebedürftig wird.

    Der Vorteil für einen ETF-Sparplan wäre, dass ich das Geld für mich hätte, wenn ich nicht pflegebedüftig würde. Bei einer Versicherung wäre das Geld dann futsch. Natürlich wäre in den ersten Jahren des Ansparens das Risiko etwas höher sollte ich dennoch vorzeitig pflegebedürftig werden.

    Den gleichen Gedanken habe ich mir mit der Zahnzusatzversicherung und der Krankentagegeldversicherung gemacht.

    Was haltet ihr davon?

  • Kann man so machen, kann man auch lassen!

    Was Andere davon halten, ist eigentlich völlig irrelevant!

    Man kan selbst ansparen oder das Risiko mit anderen teilen - das nennt man Versicherung!

    Beide Wege haben Vor- und Nachteile!

    Wann man gewinnt oder verliert, weiß man vorher nicht - im einen Fall reicht das Geld nicht (z.B. früher Eintritt oder lange Pflegedauer oder schlechte Finanzmärkte, oder, oder) im anderen ist es weg!

    Bei Zahnzusatz ist das überschaubarer - gute Zähne sind ein Faktor!

    Bei KTG in Relation zum Beitrag eher dumm!

    Bei Pflege geht es ja sowieso um die Frage der Altersversorgung - habe ich genug, brauche ich keine Pflegegeldversicherung!

    Die Entscheidung müssen sie treffen! Was erwarten sie von anderen Menschen? Eine Meinung?

    Ich hoffe sie wissen dann später auch, welcher ETF Sparplan für was war - nicht das sie Zähen und Pflege verwechseln!!

    P.S.: kennen sie sich mit Betreuungsrecht aus - also nur falls die Pflegebedürftigkeit kognitiv und nicht z. B. orthopädisch ist?

  • Hallo.


    Die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Pflegebedürfigkeit ist wie der Zeitpunkt, zu dem das Ereignis eintritt, schwierig zu bestimmen und zudem höchst individuell.


    Pauschal lässt sich sagen, dass die Kombination aus einem gesunden Lebenswandel und kontinuierlichem Vermögensaufbau (z. B. durch ETF-Sparen) immer eine gute Idee ist.

  • Beim ETF-Sparplan gehst Du die Wette ein, dass sich die weltweiten Aktienmärkte sich in den nächsten 50 Jahren weiter so positiv entwickeln wie in den letzten 100 Jahren. Zumindest aber eine Rendite dauerhaft oberhalb der Inflation erzielt wird.


    Bei der Pflegetagegeldversicherung gehst Du die Wette ein, dass Du überhaupt zu der Hälfte gehörst, die mal pflegebedürftig wird. Und Du wettest darauf, dass das möglichst frühzeitig und mit einem hohen Pflegegrad passiert. Und Du wettest auch noch darauf, dass die Versicherung sich im Leistungsfall nicht querstellt und das Tagegeld dann auch für die von Dir gewünschte Leistung reichen. (Worst-Case, polemisch von mir auf die Spitze getrieben: "Laut unserem Gutachten haben sie Grad 2. Wir zahlen aber erst ab Grad 3." Du bist aber schon im Heim, zahlst das Heim selbst und zusätzlich die steigenden Beiträge der Versicherung. Das in der Hoffnung, dass es Dir noch schlechter geht und Du irgendwann doch in die 3 eingruppiert wirst.)

  • Bei der Pflegetagegeldversicherung gehst Du die Wette ein, dass Du überhaupt zu der Hälfte gehörst, die mal pflegebedürftig wird. Und Du wettest darauf, dass das möglichst frühzeitig und mit einem hohen Pflegegrad passiert. Und Du wettest auch noch darauf, dass die Versicherung sich im Leistungsfall nicht querstellt und das Tagegeld dann auch für die von Dir gewünschte Leistung reichen. (Worst-Case, polemisch von mir auf die Spitze getrieben: "Laut unserem Gutachten haben sie Grad 2. Wir zahlen aber erst ab Grad 3." Du bist aber schon im Heim, zahlst das Heim selbst und zusätzlich die steigenden Beiträge der Versicherung. Das in der Hoffnung, dass es Dir noch schlechter geht und Du irgendwann doch in die 3 eingruppiert wirst.)

    Es wird nicht eine Hälfte sein!

    Du hast die Dauer der Pflegebedürftigkeit vergessen.

    Und Dein Beispiel ist völlig an den Haaren herbeigezogen und hat mit den modernen Pflegetagegeldversicherung nicht sehr viel zu tun - außer du bastelst es dir aus Modulen selbst so zusammen!


    Den Pflegegrad bestimmt übrigens der MDK in der Grundabsicherung: Pflegepflicht (bei PPV ggf. Compass)! Die Pflegetagegeldversicherung leistet aus dem Bescheid der Pflegepflichtversicherung.

  • Dann kommen noch zwei Wetten dazu: Dass immer mehr Menschen pflegebedürftig werden und sich an der personalaufwändigen Versorgung dabei z.B. durch technischen Fortschritt nichts ändert. Und dass die Lebenszeit sich wie in den letzten Jahrzehnten immer weiter erhöht.


    Dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) den Pflegegrad bestimmt und nicht die private Pflegeversicherung selbst finde ich einen schwachen Trost für den Versicherten. Denn der MDK muss ja in seinem System genau so darauf achten, dass nicht mit zu viel und zu hohen Zusagen die Pflegekasse geleert wird und dann die Beiträge (=Lohnnebenkosten) steigen. Die PPV kann sich dann die Arbeit sparen und ist mal nicht die Böse, die den Bescheid ablehnt. Okay, Kosteneinsparungen dadurch sind für das System auch immer gut und der Patient muss sich nicht auch noch doppelt begutachten lassen, aber es ist auch ein gewisses Klumpenrisiko. Sonst hätte ich hoffen können, dass wenigstens einer von beiden wie gehofft zahlt.

  • Private Pflege Fälle werden nicht durch den MDK geprüft , sondern von

    MEDICPROOF https://www.medicproof.de/

    https://www.pflege.de/pflegeka…eversicherung/medicproof/

    Stimmt und stimmt nicht!

    1. Compass war falsch - medicproof ist richtiger ...

    https://www.compass-pflegeberatung.de/ ist die Pflegeberatung der Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes.

    2. falsch, weil medicproof nicht bundesweit flächendeckend existiert. die haben riesige regionale Lücken und dann macht es der MDK. Das passiert sogar relativ oft.

  • Denn der MDK muss ja in seinem System genau so darauf achten, dass nicht mit zu viel und zu hohen Zusagen die Pflegekasse geleert wird und dann die Beiträge (=Lohnnebenkosten) steigen.

    Da die Pflegegrade (übrigens im Gegensatz zu den alten Pflegestufen) sehr eindeutig zu qualifizieren sind, ist diese aussage falsch!

    Ich halte auch nichts davon, dass man Sozialversicherungsträgern unterstellt, dass sie berechtigte Leistungen verweigern um kosten zu senken!