ETF-Sparplan: besser ein thesaurierender ETF?

  • Hallo an alle,


    ich habe für meine Kinder vor einiger Zeit einen ETF-Sparplan angelegt. Damals hatte ich null darauf geachtet, ob es sich bei dem ETF um einen thesaurierenden oder ausschüttenden handelt. Nun habe ich noch mal nachgesehen und festgestellt, dass es ein Ausschüttender ist. Nicht so geil, oder? Denn das Geld sollte ja eigentlich immer weiter reinvestiert werden und mit einem Thesaurierenden würde das ja automatisch geschehen, oder?

    Und falls ihr das auch so seht: kann ich den aktuellen ETF einfach verkaufen und einen anderen kaufen oder schrotte ich damit den Sparplan?


    Es dankt für Eure Hilfe schon jetzt,

    Daniel

  • Im Grundsatz ist das kein Problem, einfach die Sparraten so anpassen, dass der ausgeschüttete Anteil wieder angelegt wird.


    Beispiel 50 € Sparrate, 5.000 € schon angelegt, 2% Ausschüttung sind 100 € p.a. / 12 gibt 8,25 p.m. Die Sparrate müsste dann 50 + 8,25 = 58,25, aufgerundet 60 € sein.


    Wenn es auf die Kinder läuft auf den Freistellungsauftrag bzw. die NV-Bescheiniigung achten damit die Ausschüttung steuerfrei ist.


    Alternative:

    Wenn noch nicht so viel Gewinn aufgelaufen ist kann man auch verkaufen, als Ausschütter neu kaufen und den Sparplan auf den Ausschütter ändern.

    Dabei noch genauer auch FSA bzw. NV achten damit keine Steuern beim Verkauf anfallen.


    Zwei Hinweise:

    Mit einem Ausschütter oder gelegentlichen Verkauf und Neukauf im Rahmen FSA bzw. NV kann man das angelegte Geld den Kindern mit 18 teilweise oder ganz steuerfrei übergeben. Das bedeutet allerdings etwas Aufwand und je nach Transaktionskosten lohnt es nicht unbedigt. Dazu gibt es ein aktuelles Video auf dem Finanztip YouTube-Kanal

    Neben den steuerlichen Grenzen gibt es auch eine für die Familienversicherung in der GKV.


    Falls Du Rechenhilfe brauchst gerne nochmal melden.

  • Es gibt Onlinebroker die die Ausschüttung automatisch mit dem nächsten Sparplan wieder anlegen können. Spielt dann keine Rolle. Vorteil wäre, dass es direkt mit dem Pauschbetrag verrechnet wird.


    Es gibt aber ein Finanztip Video das alles genau beleuchtet.


    den Sparplan machst du nur kaputt wenn dein ETF gerade stark im Minus wäre oder du durch das Umschichten hohe kosten hast. Sonst kannst du das ruhig machen. Bedenke, dass du ggf. Steuern zahlen musst wenn du zu viel Gewinn hattest und alles raus holst. Aber wenn es auf deine Kinder läuft kannst du beantragen dass bis zu 9XXX€ frei sind, da sie ja kein Einkommen haben.

  • Erstmal halb so wild. Wichtig für den Zinseszins Effekt ist die Wiederanlage der Ausschüttung. Bei einem Thesaurierer geschieht dies automatisch. Bei einem Ausschütter musst du du einmalig die Sparrate erhöhen. Wenn dadurch keine Kosten enstehen (Kostenloser Sparplan, fixe Rate wie bei DKB 1,50 Euro) ist der Ausschütter sogar ein Vorteil, wenn das Depot auf den Namen der Kinder läuft. Dann nutzt du den Sparerfreibetrag.


    Im Prinzip ist ein Thesaurierer praktisch. Das spräche dafür den Ausschütter zu verkaufen. Aber der Ausschütter nutzt den Sparerfreibetrag. Das spräche für den Ausschütter.


    Ich würde es von der kostenlosen Wiederanlage abhängig machen. Wenn ja, würde ich den Ausschütter behalten.


    Dass das Ganze nicht kriegsentscheidend ist, zeigt Saidi in diesem Video:


    Am Ende kommt es auf die Höhe der Sparrate an. Alles andere sind Schönheitsoperationen an einem eigentlich gelungenen Menschen.

  • Vielen Dank für die vielen guten Tipps!


    Mir wäre halt echt Komfort wichtig - das Ding also einfach laufen lassen und sich um nix kümmern müssen. Vielleicht mal die Sparrate einen Monat hochsetzen, wenns Geld von den Großeltern gibt.


    Der Sparplan ist bei der Comdirect, kostenlos, fixe Ordergebühr und bespart wird ein von Finanztip empfohlener MSCI World-ETF - im Moment im Wert von ca. 1.600 EUR.


    Mit diesen Eckdaten müsste man doch eigentlich weitgehend "verlustlos" auf einen thesaurierenden ETF wechseln können, oder?


    Viele Grüße, Daniel


    chris2702 Das Video hatte ich mir auch schon angesehen - das hat mir den thesaurierenden ETF erst recht schmackhaft gemacht, da es ja am Ende zum Ausschüttenden kaum einen Unterschied gab.

  • Mit diesen Eckdaten müsste man doch eigentlich weitgehend "verlustlos" auf einen thesaurierenden ETF wechseln können, oder?

    ja, wie gesagt FSA einrichten falls nicht geschehen, Wenn mehr als die 801€ nach TFS an Gewinn aufgelaufen sind (was ich nicht erwarte) entweder einen Teil dieses Jahr und einen Teil im neuen Jahr wechseln oder eben eine NV holen, dann sind rund 10 T€ p.a. steuerfrei.