Was ist das beste Depot derzeit um in ETFs zu investieren?

  • Hallo zusammen,


    Ich hoffe es geht euch gut.

    Ich moechte gerne in ETFs investieren, leider bin ich was das richtige Depot angeht ueberfragt welches das Richtige fuer mich ist.

    Deshalb waere ich dankbar wenn ich eine Empfehlung bekommen koennte welches Depot derzeit das beste ist um als Anfaenger in ETFs investieren zu koennen.


    Danke im Voraus.


    Viele Gruesse Seb

  • Seb


    Ich möchte nur noch zu bedenken geben....


    Es ist absolut in Ordung, bei der Depotauswahl maximal zu optimieren. Aber du solltest nicht zuviel Zeit auf das Thema anzusetzen.


    Egal welches der Depots du wählst, die Frage ob du in 50 Jahren 1.000 Euro Depotvermögen hast oder 10.000 oder 100.000 oder 1.000.000 oder 10.000.000 oder mehr wird durch die Depotwahl so gut wie nicht beeinflusst. Das hängt in erster Linie von deiner Sparrate und in zweiter Linie von der Börsenentwicklung ab. Ob ein Trade 1 Euro oder 9,95 kostet ist im Vergleich zu deiner Sparrate irrelevant. Und da du die Börsenentwicklung nicht beeinflussen kannst, kannst du sie auch als vorgegeben hinnehmen.

  • marcoh.73


    Hast du mal eine Excel basierte Analyse gemacht, welche Kosten dir bei identischem Anlageverhalten bei allen drei Anbietern über 10/20/30 Jahre entstehen und wieviel das deine Rendite drückt?


    Bei mir ist der Fall einfach. Ich mache bei Comdirect nur kostenlose Sparpläne, dadurch fällt keine Grundgebühr an, verkauft habe ich in sechs Jahren noch nichts. Du wirst vermutlich ein komplexeres Setup haben.


    Aber ich kann dich nur mal ermutigen, das durchzurechnen. Ich würde vermutlich erst ab 0,1% Renditeschmälerung aktiv werden, was sehr gut sein kann, wenn die Commerzbank die Comdirect vollintegriert hat und die Melkmaschine anwirft. Wenn sie sich hingegen am Mittelfeld des Marktes orientieren oder Aktivitätsrabatte geben, werde ich eher nicht wechseln.


    Denn an sich bin ich mit der Comdirect hochzufrieden. Wir sind mit diversen Depots dort, für uns, für meinen Vater, für meine Kinder. Alles klappt seit Jahren immer problemlos, auch der Support per Telefon.

  • Es ist absolut in Ordung, bei der Depotauswahl maximal zu optimieren. Aber du solltest nicht zuviel Zeit auf das Thema anzusetzen.

    chris2702 Also ist die Depotauswahl für Dich unwichtig? Wichtiger ist für Dich, daß der Fonds/ETF gut "läuft"?

    Für mich gehört dieses zusammen.

    Nein, ich habe noch nicht ausgerechnet, wieviel Rendite ich verliere, wenn ich den vollen Ausgabeaufschlag bezahle anstatt ein Depot ohne Zahlung des vollen Ausgabeaufschlages.

  • winter


    Du kannst davon ausgehen, dass sich die Depotlandschaft in den nächsten Jahren weiter verändern wird. Nimm Flatex. Ein gefeierter Star im Depotuniversum. Bis sie über Nacht 0,1% (!!! Etwas mehr als nichts!!!)Depotgebühr verlangten. Und im Netz zerrissen wurden. Und angeblich trotzdem weiter wachsen. Weils den Leuten egal ist.


    Der heute "Beste" kann morgen die Bedingungen anpassen. Garantien auf Bedingungen gibt es nicht. Willst du wirklich jedesmal die Hühner satteln und dein Depot umziehen? Nicht wissend wie lange es dir woanders gefällt?


    Es kommt sicher auf deinen Fall an. Wenn du mehrfach im Monat handelst, summieren sich die Kosten. Aber dann hast du hoffentlich auch ein Vermögen, bei dem sich mehrere Depots lohnen. Kater.Ka hat glaube ich 6 Depots.


    Wenn du einfaches Sparplan-buy-and-hold machst (was evt beim Threadersteller der Fall sein könnte) ist es schon fast egal, welches Depot du nimmst. Jeder hat kostenlose Sparpläne, verkaufen wirst du erstmal nicht. Why worry?


    Worauf es wirklich ankommt, ist, ob du 25 Euro im Monat sparst oder 250 oder 500 oder 1000. Da spielt die Musik nach Jahrzehnten. Nicht bei der Frage, ob der Sparplan 1,5 Euro oder 1,5% kostet.

  • Ja, ich habe 6 Depots und zahle für keines Gebühren. Die sind nach Verwendung optimiert, da ich beim einen nix für Derivate zahle, beim anderen nix für Aktien, beim dritten nix für Fonds. Bei den Aktien noch aufgeteilt nach Handelsstrategien und noch eines für Altbestände vor der Abgeltungssteuer.


    Wenn man bei einem als günstig bekannten Broker 80 Cent für eine ETF-Sparplan zahlt sind das bei einer 25 €-Rate satte 3,2 %. Das wäre mir als bekennender Geizhals zu viel und ich würde auf einen anderen ETF auf gleichen Index, den man kostenlos besparen kann wechseln. Allerdings gebe ich chris2702 Recht, dass diese 3,2 % Kaufkosten bei 10 Jahren zu 6% fast nichts ausmachen - es ist die Differenz von 43,34 zu 44,77 € bei der 25€ Investition.


    Kann man so und so sehen, ich nehme eine Ersparnis gerne mit und treibe auch Aufwand fürs Sparen, kann aber nachvollziehen, dass "alles aus einer Hand bei verlässlichem Partner mit gutem Service" einen Obulus wert sein kann.

  • Man muss die "großen" Kostenblöcke im Blick haben, aber wie chris2702 schon meint, ist es ein hoher Aufwand noch die letzten 0,0xx % zu optimieren.


    Siehe Pareto-Prinzip.

    Ich lasse die 0,0xx % wohl liegen, aber ich habe weder die Lust noch die Zeit das letzte Müh zu optimieren. Da kommt für mich ein zu kleiner Stundenlohn bei raus.

  • IMHO sollte man lieber mehr Zeit für die Auswahl der „Anlageprodukte“ aufwenden und sich erst beim zweiten Schritt um die Kosten kümmern.

    Prioritäten:

    1. Sicherheit/Risiko (Verlustrisiko, Reaktionsschnelligkeit beim Handel insbes. bei Verkaufswunsch) beurteilen.


    2. Renditechancen bewerten (Vergangenheitswerte, Struktur, Markt...)


    3. Kosten vergleichen


    Will sagen... was bringt mich (vermutlich) weiter? Ein Pickelfonds, der bislang ~ 5% p.a. an Wertzuwachs brachte und fast keine Kosten gekostet hat, oder ein gemanagter Fonds, der in den letzten 19 Jahren ~ 20% Rendite brachte - nach Abzug TER und Depotkosten?

  • Mir, als an Nachhaltigkeit interessierter fehlt bei den Auswahlkritieren noch dieses Aúswahlkriterium.

  • chris2702 ,


    ich finde deine Sichtweise sehr interessant und hätte ein paar Fragen, wieso die Kosten denn nicht so relevant erscheinen auf lange Sicht.


    Ich habe bereits ein Comdirect Depot und würde gerne den MSCI ACWI IMI besparen, welcher leider nicht unter den kostenlosen Plänen dabei ist. Strategie ganz einfach buy and hold für minimum 10 Jahre. Ich gehe doch richtig in der Annahme, dass ich dann jeden Monat 1,50% der Sparplansumme an Gebühren bezahlen muss und das wirkt sich doch dann direkt auf meine Rendite aus, oder verstehe ich hier etwas falsch?


    Wäre super, wenn du mir hier kurz etwas zu sagen könntest und falls ich daneben liege aufzeigen könntest, wieso die Kosten auf lange Sicht keine Rolle spielen. Ich würde tatsächlich auch sehr gerne bei der Comdirect bleiben, allerdings finde ich die Kosten bei einer Einmal Anlage von ca 25k€ und dann noch monatlichen Sparraten von über 1k€ recht hoch, wenn ich sie denn korrekt verstanden habe.


    Danke schonmal!