Forest Finance: Green Bonds

  • Über den Anbieter gibt es kritische Testberichte bei Finanztest und Ökotest. Die angesprochene Anlage ist lt. Prospekt nachrangig und unbesichert. Entlarvend ist dass es ein Öko-Rating aber kein Finanz-Rating gibt.


    Für das Finanztip-Klientel mMn ungeeignet, weil hier Themen wie Einlagensicherung etc. durchaus eine Rolle spielen.

  • Für das Finanztip-Klientel mMn ungeeignet, weil hier Themen wie Einlagensicherung etc. durchaus eine Rolle spielen.

    Dann sollten wir hier doch auch nicht über ETFs/Aktienfonds schreiben. Diese sind ja auch in keiner Einlagensicherung. ETFs/Aktienfonds sind Sondervermögen, aber nicht über eine Einlage gesichert.

  • Ja!

    A) 25m sind im Sinne der Nachhaltigkeit nur ein verschwindend kleiner Bruchteil eines Tropfens auf einem heissen Stein.

    B) Die ausgelobte Rendite ist völlig aus der Luft gegriffen und nicht (nicht einmal logisch) nachvollziehbar.

  • Magst Du dieses mal näher beschreiben. Dieses ist mir zu allgemein.

    Machen wir es dich mal gerade anders herum! Ich habe keine Lust nach Belegen zu recherchieren, weshalb wir es hier mit einer weiteren „Geldverbrennungsmaschine“ zu tun haben. Mir reicht der erste Eindruck, der sich mit denen anderer, ähnlicher Modelle deckt... ob Bauminvest oder Windkraft.


    Lies du dich doch mal intensiver in die Materie ein und zeige auf, wie sinnvoll und wenig riskant eine Investition bei diesen Oeks ist ?

  • Dann sollten wir hier doch auch nicht über ETFs/Aktienfonds schreiben. Diese sind ja auch in keiner Einlagensicherung. ETFs/Aktienfonds sind Sondervermögen, aber nicht über eine Einlage gesichert.

    Ich glaube, da werden nicht Äpfel mit Äpfeln verglichen.


    Fall 1: Du legst 101.000 Euro bei einer x-beliebigen, europäischen Bank an. Dann ist die (mindestens) im Einlagensicherungsfonds und wenn sie Pleite geht, verlierst du 1000 Euro, die restlichen 100.000 bekommst du zurück.


    Fall 2: Die oben beschriebenen Bonds verlierst du, wenn der Emittent Pleite geht oder du machst Verluste, wenn der Business Case nicht aufgeht.


    Fall3: ETF sind Sondervermögen. Das heißt, du verlierst sie weder wenn deine Depotbank pleite geht noch wenn iShares oder Blackrock Pleite gehen. Sie liegen bei Clearstream und da liegen sie gut.

  • A) 25m sind im Sinne der Nachhaltigkeit nur ein verschwindend kleiner Bruchteil eines Tropfens auf einem heissen Stein.

    Ja, dieses ist natürlich nur ein verschwindend kleiner Bruchteil. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit Millionen anzulegen. Also kann ich für mich nur nach Anlagemöglichkeiten für Kleinanleger suchen.

    Mir reicht der erste Eindruck, der sich mit denen anderer, ähnlicher Modelle deckt... ob Bauminvest oder Windkraft.

    Ja, es stimmt, daß ein Bauminvest (auf einer Plantage) finanziell kritisch zu betrachten ist. Bei dem Bonds werden aber mehrere Anlagen zusammengefasst. Ich kann deshalb m.E. ein Einzelinvest nicht mit dem o.g. vergleichen.

  • Lies du dich doch mal intensiver in die Materie ein und zeige auf, wie sinnvoll und wenig riskant eine Investition bei diesen Oeks ist ?

    Liebe/r winter,


    bevor wir ausschnittsweise Spekulationen anstellen, habe ich meine ernst gemeinte Empfehlung gerade noch mal zitiert. Vielleicht wird dann ein Schuh daraus... aber ich glaube es eigentlich nicht.


    Die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen ist prinzipiell gut; mir isses auch nicht egal, was hier diesbezüglich so abgeht.


    Mir ist es aber auch nicht egal, dass 1000e von Kleinanlegern regelmäßig abgezockt werden, die sich diese Verluste gar nicht leisten können!

  • Wenn ich mal ein wenig vermitteln darf:


    Ich schätze winter , da er versucht nachhaltig zu investieren.


    Objektiv fällt der Bond bei mir durch das Raster, da aufgrund fehlender Garantien und Besicherungen ein hohes Ausfallrisiko droht. Darauf deutet auch der hohe angebotene Zins, da der Zins -unter normalen Bedingungen - ein Indikator für das Ausfallrisiko ist.


    JDS weist zurecht darauf hin, dass es viele Fälle gibt, bei denen Anleger mit solchen Produkten abgezockt werden. Ich habe auch schon fünfstellig Lehrgeld bezahlt.


    Was mich sehr unruhig macht ist die fehlende Klarheit über die Projekte, in die investiert werden soll. Diese sind in dem Framework-Papier aufgezählt. Ich sehe viele Aussagen zum nachhaltigen Beitrag, sehe aber keine Aussagen zur Rendite der Projekte. Im Wertpapierprospekt wird richtigerweise darauf hingewiesen, dass es keinerlei Garantie gibt, dass die Projekte profitabel sind. Letztlich müssten die einzelnen Projekte eine sehr hohe Zielrendite haben, damit sie den Ausfall eines Projektes kompensieren könnten (7 Projekte, wenn gleich verteilt 14% Ausfallrisiko bei einem Projekt). Damit sehe ich die Streuung nur als eine Pseudo-Sicherheit.


    Fazit:

    Ich würde eher ein direktes Investment in ein oder besser mehrere nachhaltige Unternehmen suchen, noch besser über einen Fonds.

    Wenn es unbedingt dieser Green Bond sein soll würde ich mir sehr genau erklären lassen, wie die Rückzahlung sichergestellt wird. Dazu bitte mal im Bundesanzeiger den letzten Jahresabschluss ansehen. Bei den Beteiligungsunternehmen sehe ich z.T. negative Ergebnisse und / oder negatives Eigenkapital.

    Ferner gab es deutliche Abschreibungen auf Finanzanlagen / Wertpapiere / Beteiligungen. Die Bilanzsumme der Muttergesellschaft beträgt weniger als 10 Mio. €, mit der Anleihe sollen dagegen 25 Mio. € eingeworben werden.

  • Das würde bei diesem Bonds stimmen, wenn nur in Bäume investiert wird. Es wird aber in verschiedene (nicht nur Baumanpflanzungen) investiert.

    Hmmm, es geht nicht nur um die - hier - gleichen „Objekte“ (Bäumchen), sondern um die sehr ähnlichen Geschäftsmodelle, die mir (und Kater.Ka offenbar auch) zu „iffy“ sind.

    Ich frage mich bei Geldanlagen bzw. Investitionen immer erst einmal, weshalb die Initiatoren überhaupt Gelder einsammeln wollen oder müssen. Sprich, weshalb können sie die tollen Projekte nicht mit eigenem Kapital oder durch Kredite, für die sie den Kopf hinhalten müssen, finanzieren? Solche nachhaltigen Anlage-Offerten werden sicherlich nicht entwickelt, um Anlegern endlich einmal ein nachhaltiges Invest anbieten zu können... dies nur am Rande.


    Aber weil Meinungen nicht alleine den Ausschlag geben sollten, dürfen harte Fakten herangezogen werden. Also, Prospekte, Bilanzen...


    Bislang habe ich nichts gefunden, was mich überzeugen könnte, mehr als 5Ct. in diesen Grünen Bond zu investieren. Diese 5Ct. habe ich vor ner Stunde auf dem Gehweg gefunden...

  • winter,


    oh, doch! Meine pragmatische Betrachtung schließt die Existenz nicht aus! Bei einer Staatsanleihe mit tripple A rating kann ich aber davon ausgehen, dass der Zinssatz nicht aus dem Kaffeesatz gelesen ist und die Rückzahlung sehr wahrscheinlich ist. Dazu kommt, dass das „Geschäftsmodell“ der „Regierung/en“ plausibel ist. Ferner lässt sich diese Anleihe handeln.


    Verstehe mich bitte richtig; ich will dir deine Wunschanlage nicht madig machen! Wenn du mir plausibel machen kannst, dass ich mein bisschen Geld bedenkenlos oder wenigstens mit überschaubarem Risiko in solches „Grünzeug“ investieren kann, bin ich dabei ?

  • Es gibt auch grüne Bonds mit Rating und die werden sehr gerne gekauft.


    Die Faktenlage ist mMn ziemlich klar: das angebotene Investment ist eine Risikoanlage, dem Anbieter unterstelle ich die besten Absichten, JDS und ich würden nicht einsteigen. winter muss für sich abwägen, ob er hinreichend Vertrauen hat, dass die guten Absichten auch zu einer guten Geldanlage führen.


    Würde mich dann in einigen Tagen interessieren, wie die Entscheidung ausgegangen wird.

  • JDS und Kater.Ka Danke für Eure Kommentare und Denkanstöße.

    Dafür ist für mich dieses Forum auch da.


    Ich fand es eben gut, daß es eine Möglichkeit gibt mit relativ wenig Geld 1000 Euro über ein überschaubaren Zeitraum 10 Jahre in mehrere Bauminvests zu investieren.


    Ob ich dieses nun durchführen werde, weiß ich noch nicht. Eigentlich ratet Ihr mir ja alle davon ab.

  • winter,


    keine Ursache; gern geschehen! Ich hoffe du nimmst mir meinen flapsigen Stil nicht übel.


    Ich habe bei meinen bescheidenen Investitionen nie die Nachhaltigkeitsbrille auf der Nase gehabt. Meine paar Öcken hätten eh keine große Wirkung gehabt... also habe ich aufs Risiko und die Rendite geschaut.

    Beim Konsum achte ich sehr wohl auf Nachhaltigkeit. Wegwerf- und Einmalartikel haben keine Chance. In Irgendwo produzierte Billigklamotten und -schuhe (Kinderarbeit, Lohnsklaverei, Umweltschweine...) kommen nicht in die Tüte. Bei einigen wenigen Dingen weiß ich wohl, dass sie in Asien produziert wurden; mangels Alternativen kamen sie halt ins Haus. Meine paar Jeans wurden von Mädels geschneidert, die ich kenne. Die Materialien sind aus Europa (nix Türkisch) und von hoher Qualität. Das letzte Dutzend stammt aus 2009... und 4 davon kann ich noch immer tragen... wenn der heavy used look niemanden stört. Bei Schuhen dto. (natürlich nicht von Mädels genäht, sondern von Jungs). Meine Besorgungen mache ich überwiegend per pedes... fast 3000 km pro Jahr, für die kein Auto gebraucht wird. Wenn etwas kaputt geht, wird eher repariert (wenn möglich) als neu angeschafft. Usw.

    Wenn das mal nix ist?

  • JDS


    Mit dem flapsigen Stil kann ich leben, aber warum Du bei Deinem beschriebenen Lebensstil bei der Geldanlage nicht an Nachhaltigkeit denkst, verstehe ich nicht.

    Es muß ja nicht dieser Bonds sein - es gibt ja auch nachhaltige ETFs/Fonds.