Fondsgebunden Rentenversicherung

  • Hallo,

    mir wurde zur Altersvorsorge eine private Fondsgebunden Rentenversicherung der R + V angeboten.

    Diese soll mit je zwei Aktienfonds von Union Investment bespart werden.

    Ich bin 18 Jahre alt und soll diesen Vertrag bis zu meinem 62. Geburtstag besparen.

    Hat jemand einen Alternativ-Tipp für mich? Danke!

  • Mach einfach nen ETF Sparplan. Du wirst mehr Kapital erzeugen, weniger Kosten und flexibler bleiben. Mit 18 sollte man sich sowieso nicht an irgendwelche Versicherungen fesseln. Es gibt so viele Veränderungen im Leben, dass es von vornherein unklar ist, ob du die Einzahlungen bis 62 durchhältst. Nur Abschlusskosten, die sind dir sicher.

  • Hallo,

    mir wurde zur Altersvorsorge eine private Fondsgebunden Rentenversicherung der R + V angeboten.

    Diese soll mit je zwei Aktienfonds von Union Investment bespart werden.

    Ich bin 18 Jahre alt und soll diesen Vertrag bis zu meinem 62. Geburtstag besparen.

    Hat jemand einen Alternativ-Tipp für mich? Danke!

    Nachdem ich dieses Produkt selbst an meine Kunden verkaufe, möchte ich auch gerne ein paar Erläuterungen bringen (ich hoffe der "Rest" der Community fällt nicht wieder über den bösen Bänker her) ;)


    Da man den Versicherungsmantel + die Fonds zahlt, ist es kein "billiges" Produkt.

    Mit einem ETF (den es auch im Versicherungsmantel gibt) hat man sicherlich weniger Kosten.

    Bisher haben sich ETF noch nicht bei den Volksbanken/Sparkassen durchgesetzt (liegt nicht am Kunden, sondern daran, dass die Bank Geld verdienen möchte) Das Provisionsergebnis ist für die Bank aufgrund des Zinsniveaus immer wichtiger... (möchte hier aber bitte nicht wieder Mitleid hören ;) )


    Unabhänig von den Kosten gibt es aus meiner Sicht auch Pluspunkte

    - lebenslange Rentenzahlung wenn gewünscht -> klar kann ich später auch das Kapital aus meinem ETF nehmen und eine Rentenversicherung abschließen

    Meine Praxiserfahrung zeigt mir jedoch, dass Fondssparpläne oft nicht bis zur Rente laufen und eher verfügt werden (geht halt einfacher nur auf den Verkaufsknopf zu drücken..)


    Zudem gibt es steuerliche Vorteile mit dem Versicherungsmantel (Wichtig: 12 Jahre LZ, Endalter 62 Jahre


    Da es sich um aktive gemanagte Fonds handelt, ist eine regelmäßige Betreuung notwendig um auf die richtigen Fonds zu setzen. (das hättest du bei einem ETF der weltweit investiert eher nicht..)


    Mit dem UniGlobal (der auch Indexkuschler "geschimpft" wird) hättest du in etwa die Wertentwicklung des MSCI World (allerdings aufgrund der höheren laufenden Kosten vermutlich immer eine etwas schlechtere Wertentwicklung)


    Die Aussage, dass "Bei Versicherungen das Geld bei Deinen Ableben meist futsch sei, ist aus meiner Sicht nicht richtig."

    In der Ansparphase erhalten die Erben bei Ableben den Wert der Fonds zurück (abzgl. der Kosten natürlich)

    Man kann auch vereinbaren, dass die Erben genau das eingezahlte Geld wieder bekommen sollen, das kostet allerdings extra und ist nicht zu empfehlen..

    In der Auszahlphase kommt es darauf an welche Rentengarantiezeit man wählt....


    Mein Fazit:

    wenn du sehr diszipliniert bist, das Geld vor Rentenbeginn nicht für Konsum ausgibst, dann wirst du mit einem ETF mit sehr großer Wahrscheinlichkeit besser abschneiden (zu 99,99 %) ;)


    Wenn du dich nicht selbst um das Thema kümmern möchtest und es in die Hände deiner Hausbank/Versicherung abgeben möchtest und du bereit bist hierfür auch mehr zu bezahlen, dann kannst du fondsgebundene Rentenversicherung abschließen.


    Der Bankberater/ Versicherungsberater hat sein bestes Produkt im Stall für die Altersvorsorge angeboten.

    Eine klassische Rentenversicherung mit Garantiezins wäre aus meiner Sicht die schlechteste Lösung. (da kommt am Ender der Laufzeit einfach nix rum)


    Am Ende musst du entscheiden.

    Es ist auf jeden Fall sehr lobenswert, dass du dich bereits in so jungen Jahren für die Altersvorsorge interessierst (ist keine Selbstverständlichkeit)

    Und in deinem Alter kannst du mit geringen Beträgen wirklich viel bewegen..

    Wichtig ist am Ende die Erkenntnis, dass man um Aktien nicht mehr herum kommt.

    (gerade nicht bei diesem sehr langfristigen Anlagehorizont)


    Viele Grüße

    MichaG

  • MichaG, Ein ehrliches gutes Statement.


    Wenn man schon das Fond-LV anbietet, sollte man aber doch mit bestem angebotenen Fonds arbeiten , in hoher Zahl.

    Nicht nur mit den hauseigenen Union Fonds.

    Der Finanztest Artikel zeigte nicht nur die Kosten auf , sonder auch die Qualität und Quantität des jeweiligen Fondsuniversum.


    Ich persönlich fühle mich daher bei Mylife mit 200 Fonds und ETF im Rahmen meiner BAV gut aufgehoben.

  • Danke für dein Lob.

    Da möchte ich noch ergänzen, dass es auch teilweise Fremdfonds in der Police gibt.

    Etf aus den besagten Gründen nicht.

  • MichaG

    1. Finde ich es absolut lobenswert, dass Going sich nicht vorschnell zu einer Unterschrift hat verleiten lassen, sondern sich erst einmal informiert.

    Leider fehlte mir im gleichen Alter die notwendige Weitsicht und ich wurde gleichzeitig von meinen Eltern und dem Versicherungsvertreter bequatscht...

    2. Was denkst Du, wenn Going sich schon vorab über die Möglichkeiten informiert und sich evtl. mit 18 oder 19 dazu entschließt für seine Altersvorsorge in ETF zu investieren. Wird dann dieser informierte Mensch dann in einigen Jahren sein Depot einfach so verkaufen und das Geld verkonsumieren!?


    Möglicherweise wird genau dieser informierte Mann in 20 Jahren eine Immobilie erwerben wollen und benötigt dann Kapital. Ah schön, er hat ein gut gelaufenes Depot und kann seine Immobilie fast allein davon finanzieren...

    Das Leben ist verläuft eben oft nicht geradlinig und schon gar nicht planbar. Und mit 18 überhaupt an die Zukunft oder gar die eigene AV zu denken finde ich schon sehr respektabel.

    Für mich läuft das wieder auf die übliche Masche der "Berater" hinaus. Ängste schüren zu wollen!

    Und nicht falsch verstehen. Versicherungen wie z.B. eine BU oder eine Lebensversicherung können durchaus sehr sinnvoll sein. Aber diese kann ich auch durch entsprechende Risikopolicen absichern und nicht durch eine "Rund-Um-Sorglos-Police", die nur meinem "Berater" oder einer Bank Provisionen bringt!

  • Langfristig performen aktive Fonds zu einem hohen Prozentsatz schlechter als der Markt, was aufgrund der Entgelte logisch ist. Leider werden vorher gute Fonds auch mal schlecht, warnendes Beispiel der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen https://www.fondsweb.com/de/ve…DE000A0M8HD2,LU0392494562 Dann muss man entscheiden, ob man an die Erholung glaubt oder nicht. Wenn ein Berater das gut abschätzen kann wie die zukünftige Entwicklung ist würde ich auch was dafür bezahlen.

  • OK, Du hast den versteckten Witz gefunden.


    Unter der Voraussetzung der Wahl aktiven Managements ist eine Überwachung des Erfolgs im Vergleich des Marktes aktiver Anlagen schon angezeigt. Das mache ich im übrigen auch, da ich nur einen ETF habe.


    MichaG berichtet hier sehr offen seine Sicht und ich finde dies eine Bereicherung für das Forum. Ich habe den Eindruck, dass er das Wohl seiner Kunden im Rahmen seiner Möglichkeiten aus dem Beschäftigungsverhältnis im Blick hat. Das bedeutet ja nicht, dass die kundigen Selbstentscheider hier die gleiche Sicht haben müssen. Die ersten 20 Jahre meines Anlegerlebens kannte ich auch nur aktive Fonds, würde jetzt aber von Ausnahmen abgesehen keine mehr neu anlegen.

  • Wenn ein Berater das gut abschätzen kann wie die zukünftige Entwicklung ist würde ich auch was dafür bezahlen.

    Aber wie sollte er das können? Und wenn er die zukünftige Entwicklung so gut abschätzen kann, warum macht er denn nicht gleich seinen eigenen Fonds auf?


    Herr Sauren versucht beides zusammen seit Jahren mit seinen Fonds. "Wir investieren nicht in Fonds – wir investieren in Fondsmanager". Das Ergebnis kannst Du Dir in Form eines Dachfonds ins Depot legen: https://www.sauren.de/de/dachf…/dachfonds-im-ueberblick/ . Auch durch seinen Nebenjob Präsident des Kölner (Pferde-) Renn-Vereins müsste er ja wissen, wie man die Pferdchen findet, die dann richtig gut laufen.

  • Moin monstermania,


    ich würde Kater.Ka unterstellen, deshalb den Konjunktiv gewählt zu haben 😉.


    Generell wurden und werden Finanzprodukte entwickelt, um - aus Sicht der Anbieter - mit fremden Geld möglichst viel Geld zu verdienen... was völlig legitim ist. Dass dabei auch solche Finanzprodukte entwickelt und verkauft wurden/werden, die eine fast unüberschaubar große Bandbreite von „schrottig“ über „2nd best“ zu „prima“ abdecken, ist u.a. auch der Tatsache geschuldet, dass sich „Herr und Frau Otto-Normalverbraucher“ ungern selbst um ihre Öcken kümmern.


    Mir ging es bei meiner Frage eher darum, die ungewollte Abhängigkeit von Anbietern inkl. deren Verkäufer/Berater skizzieren zu lassen.


    Mit dem „Finanzen selber machen“ hat das nicht wirklich viel am Hut. Daher ist es ja zu begrüßen, dass sich Going hier mit Meinungen versorgt und die Geschichte - vor einem übereilten Abschluss- aus mehreren Perspektiven betrachtet.

  • Ich finde es achtenswert, dass sich Micha G sich hier an unserer Diskussion beteiligt. Wenn er auch berufsbedingt eine andere Meinung haben muß, als die Mehrheit hier.

    Aber warum kaufe ich keine Fonds von Union Investment ? Weil ich bei diesen Fonds keine 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag bekomme. Bei den meisten Fondsanbietern bekomme ich die 100% über meinen Fondvermittler.

    Gruß


    Altsachse

  • Danke für die vielen Antworten.

    Hat jemand noch einen Tipp, welcher ETF-Sparplan geeignet wäre wenn ich

    monatlich 50€ darin investiere. Welche stationäre oder Onlinebank empfiehlt sich

    dafür? Meine Hausbank kann ich da wohl nicht fragen.