• Hallo zusammen,


    ich habe mir eine Wohnung gekauft. Liege ich nun in der Annahme richtig, dass die Tilgung als Investment gesehen werden kann?! Es geht mir darum, dass ich meine Sparr/investmentrate ermitteln will. Und hierzu würde ich ja wie beschrieben die Tilgung pro Monate nehmen?


    LG

  • Nein, selbstgenutztes Wohneigentum ist Luxus und die Art von Rechnung ist Selbstbetrug.


    Das ist natürlich überspitzt und sollte provozieren.


    Wie sich dem Thema nähern: Theoretisch könnte man den Grundstücksanteil herausrechnen und auf diesen als Investment argumentieren. Hintergrund ist, dass die Wohnung ständig an Wert verliert, AfA 2% auf den Gebäudewert. Wenn man das richtig machen wollte müsste man kalkulatorisch einen Instandhaltungssatz dagegen laufen lassen, damit der Wert erhalten bleibt, also die AfA nicht zuschlägt.


    Gerne diskutiere ich das weiter mit Dir ...

  • Ich finde deine Tipps/Beiträge immer richtig gut und auch hier stimme ich in den meisten Punkten mit dir überein.


    Ich habe jetzt nicht gelesen, dass die Wohnung selbstgenutzt ist und gehe davon aus, dass es evtl. eine Kapitalanlage ist.


    Das die Wohnung ständig an Wert verliert ist zwar theoretisch richtig (klar muss ich Investitionen vornehmen um den Wert zu erhalten), aber in der Praxis in den letzten Jahren defintiv nicht so gewesen. Da ist der Immobilienmarkt fast ohne Ausnahme gestiegen

    (kommt natürlich immer auf die Region an)

    Ich würde auf keinen Fall von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen wollen (was die Preise betrifft), aber mit fallenden Immobilienpreisen würde ich jetzt nicht unbedingt rechnen. (persönliche Meinung)


    Ich finde schon, dass man den Tilgungsanteil irgendwo als Sparrate sehen kann

    (also ich mach es genauso ;))


    Wenn du es noch genauer möchtest, kannst du pro qm² eine Instandhaltungsrücklage mit berücksichtigen.


    Spannendes Thema mit unterschiedlichen Meinungen

  • Das mit der Selbstnutzung ist von mir interpretiert. Bei einer vermieteten Wohnung sollte die Frage aber nicht aufkommen, da die Thematik Finanzierungskosten, Instandhaltung und Abschreibung bei der Steuererklärung transparent ist. Daraus kann man dann nach Abzug der Steuer eine Rendite rechnen. Wenn man diese dann nicht entnimmt und in die Tilgung steckt hat man dann so was wie einen Sparbeitrag. Über die erzielte Miete ist dann sogar eine Abbildung der Wertveränderung enthalten.

    Ich würde auf keinen Fall von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen wollen (was die Preise betrifft), aber mit fallenden Immobilienpreisen würde ich jetzt nicht unbedingt rechnen. (persönliche Meinung)

    Es kommt wie immer drauf an. Ich wohne am Rande eines Ballungsraums, der vor rund 15 Jahren aufgrund Strukturveränderung nicht mehr so angesagt war. Entsprechend gab es Leerstand und wir konnten günstig kaufen. Das hat sich gedreht und in der Nachbarschaft werden Häuser zum Dreifachen und mehr unseres Kaufpreises gehandelt (nur Illustration, Äpfel und Birnen wegen Baujahr). Wir haben wahrscheinlich gut investiert, ob die neuen Häuser dauerhaft eine große Wertsteigerung haben werden, muss man sehen


    Drei Autobahnausfahrten weiter wohnen die Schwiegereltern in einem sterbenden Dorf, wo man Häuser im fünfstelligen Bereich kaufen kann. Wer dort gekauft hat hat keinen Gewinn und ggf. einen Totalverlust, wenn es keine Käufer gibt.


    Es gibt von Beck eine Untersuchung, dass dir Nachfragpeak bereits überschritten gewesen wäre sofern es nicht die starke Zuwanderung gegeben hätte. Man sollte die Möglichkeit einer Stagnation zumindest im Hinterkopf haben, auch wenn aufgrund der momentanen Zinssituation die Übertreibung sicher noch eine Zeit lang anhalten wird.


    Saidi hat am 13.11.20 ein schönes Video zu Risiken bei der Immobilie eingestellt.

    Ich finde schon, dass man den Tilgungsanteil irgendwo als Sparrate sehen kann

    (also ich mach es genauso ;))

    Ich hatte oben ausgeführt, dass die erste Aussage eine Provokation war, um den Denkprozess anzustoßen, den Du dann ausgeführt hast und hatte dann selbst ein Modell für Selbstnutzung skizziert. Also:

    Grundstücksanteil rausrechnen, Tilgung darauf OK

    Wohnungswert Tilgung abzgl. Instandhaltungssatz als Investition ansetzen. Instandhaltungssatz 2% des Wohnungswertes gemäß AfA oder andere Quellen z.B. 2, BerechnungsVO, die ist allerdings mehr als 10 Jahre nicht geändert worden. Wenn man die Werte nimmt kommt man so auf rund 20 € / qm, bei der 2.BO und 2.000 €/qm Wohnungspreis ohne Grundstück auf 40 €/qm.

    Spannendes Thema mit unterschiedlichen Meinungen

    So unterschiedlich sind wir nicht unterwegs, Knackpunkt ist die erwartete Wertsteigerung.