Aktienverlust (Stop-Loss) nach 100% Gewinn?

  • Hallo,

    ich stelle mir gerade die Frage ob es Sinn macht meine Aktien mit einem Stop-Loss Abzusichern. Und wenn Ja wie?

    Angenommen ich habe mit einer Aktie nach einigen Jahren einen gewinn von über 100% gemacht Ich möchte die Aktie aber eigentlich nicht Verkaufen sondern allenfalls das Risiko eines verlustets minimieren. Angenommen ich würde ein Stop-loss bei 50% setzten hätte ich ja dann immer noch Gewinn gemacht sehe ich das richtig?


    Wie macht ihr das denn so?

    Sicher ihr ab oder haltet ihr?


    Ich hab mit halten leider schonmal sehr schlechte Erfahrung gemacht und bin teilweise immer noch mit 70% in den miesen, das möchte ich aber für die Zukunft vermeiden.

    Würde mich also interessieren welche Strategien hier so verfolgt werden.

  • Angenommen ich würde ein Stop-loss bei 50% setzten hätte ich ja dann immer noch Gewinn gemacht sehe ich das richtig?

    Ja. Allerdings hast Du bis dorthin 50% Verlust von Deinem Buchgewinn gemacht.


    Drei technische Infos:

    Schau dir mal Stop Loss Limit statt reinen Stop Loss, da Du damit den Verkaufskurs steuern kannst.

    Ggf. könnte ein Split der Gesamtanlage mit mehreren Stop Loss Leveln sinnvoll sein bzw. nur ein SL auf einen Teil des Investment.

    Auch mal einen Trailing Stop Loss ins Auge fassen.


    Ganz grob meine Sichten:

    Man sollte für ein Investment wissen, ob es eine "ewige" Position sein soll oder nicht.

    Wenn es eine ewige Position sein soll würde ich einen Kursalarm o.ä. setzten wenn z.B. 20% Rückgang erfolgt ist und mir dann überlegen, ob die Kriterien für ein Dauer-Investment noch vorliegen oder nicht. Es könnte dann sowohl ein Nachkauf oder ein Verkauf in Frage kommen.

    Bei einer Trading-Position sollte immer ein Zielkurs und ein Stop Loss bekannt sein. Da könnten Unterstützungen, alte Allzeithochs etc. zur Defiinition hilfreich sein.


    Eine weitere Idee für einen 100%-Anstieg wäre ein hälftiger Verkauf, da - Steuer beiseite - damit das Risiko aus der Position raus ist, man kann nur noch gewinnen.

  • Wie macht ihr das denn so?

    aaaalso... ich habe es in den vergangenen 32 Jahren immer so gehalten, dass ich Stopps börsentäglich manuell und abhängig von der Vola gesetzt habe, also vergleichbar mit dem automatischen Trailing SL. Dies meistens bei um die 80%. Lief der Kurs in Richtung des alten Allzeithochs oder hatte ihn schon überschritten, lagen die SL auch bei 90% und knapp darüber.

    Gewinnmitnahmen habe ich immer manuell gesteuert und mit „begrenzter Gier“ und mangels Glaskugel fast immer etwas zu früh verkauft.

    Dennoch bin ich mit dem Ergebnis meiner Investitionen aus 32 Jahren recht zufrieden.

  • Grundsätzlich bin ich ja auch eher ein für Buy and Hold Typ, aber wenn man schon mal 150% im Plus war und dann Schritt für Schritt bei 70% minus landet und sich daran dann auch über 10 Jahre nichts ändert möchte man so etwas natürlich vermeiden.

    Ich hätte da auch eher an ein Trailing Stop Loss gedacht. Soll ja wie gesagt eher ein Rettungsanker sein.


    Wie würdet ihr das denn bei Investments mit höherer Volatilität machen? Oder in Phasen mit allgemein Hohen Schwankungen wenn man da nahe an den 50% ist und ein schlechter Tag kommt verkauft man mitunter vielleicht zu einer negativ Spitze. das möchte ich eigentlich ja auch nicht.

  • aber wenn man schon mal 150% im Plus war und dann Schritt für Schritt bei 70% minus landet

    ... dann hat man nicht „rechtzeitig“ verkauft. Vielleicht hat auch der Onkel oder die Tante bei der Bank gesagt: „Nur keine Panik... das wird schon wieder!“

    Entweder besteht berechtigte Hoffnung, dass sich der Wert erholt... wenn es sich denn um ein prosperierendes Unternehmen handelt... oder der „Schrott“ gehört verkauft, damit die Patte sich anderweitig vermehren kann.

    Und generell... ab und an gibt’s auch einen Griff ins Klo. Bei entsprechender Streuung tut es dann nicht ganz so weh.

  • Wie würdet ihr das denn bei Investments mit höherer Volatilität machen

    Na ja... ersten nur „Spielgeld “ investieren und zweitens jeden Tag für eine angemessene Zeit auf den A... setzten, beobachten was sich am Markt tut, und beherzt reagieren.

    Wer dies nur nach Feierabend tun kann, dem empfehle ich eine Anbindung an einen Broker, der nach „unserem Feierabend“ noch ne Weile aktiv ist (an der NYSE zum Beispiel)


    Meine Definition von Spielgeld: Geld, das du heute, morgen und übermorgen nicht zwingend benötigst und auf das du im schlimmsten Fall ganz verzichten kannst.


    Wenn du - auch mit Spielgeld - auf Nummer sicher gehen willst, musst du es erst einmal verdoppeln, die Hälfte wiederum den weniger riskanten Anlagen zuführen und mit der übrigen Hälfte fröhlich zocken 😉

  • Oder in Phasen mit allgemein Hohen Schwankungen wenn man da nahe an den 50% ist und ein schlechter Tag kommt verkauft man mitunter vielleicht zu einer negativ Spitze

    Kater.Ka hat es bei den „ewigen“ Investitionen wonderbra beschrieben!


    Mit ist jetzt kein Titel bekannt, der mal so eben und völlig überraschend von jetzt auf gleich um 50% abgerauscht ist. Sollte so etwas passieren, nutzt dir dein SL auch nicht viel... denn irgendwer muss deine Aktien ja auch kaufen wollen.

    Imho musst du bei den riskanten Investitionen tagesaktuell auf dem Laufenden bleiben. Ob sich das „lohnt“, die nötige Zeit dafür zu investieren, hängt auch davon ab, um welche Beträge es sich handelt, mit denen du spekulieren willst.

  • Man hat mir geraten von der ING zu Onvista zu wechseln, weil bei der ING kein stop loss trailing möglich ist.

    Wie sind Eure Erfahrungen?

    Und welchen Broker würdet Ihr empfehlen?

    Bin erst aus Zeitgründen, nach der Rente zum Investieren in Aktien gekommen, eben weil beobachten das a und o ist.

    Habe auch gerade einen 70% Anstieg. Sollte eigentlich für längerfristig sein, aber eine Gewinnmitnahme wäre natürlich auch nicht schlecht

    Danke für Eure Antworten