Alte Lebensversicherung vs. ETF

  • Sehr geehrtes Finanztip Team,


    meine Eltern haben für mich im Jahr 2000 eine fondsgebundene Lebensversicherung mit einer Laufzeit bis 2044 bei Zurich abgeschlossen. Zusätzlich haben sie eine kombinierte kapitalgebundene Lebensversicherung/Berufsunfähigkeitsversicherung bei der Frankfurter Leben (Laufzeit bis 2050) abgeschlossen. Die fondsgebundene LVs sowie die kapitelgebundene Lebensversicherung/Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen eine Dynamik.


    Dank euer Website hat sich mein anfängliches finanzielles Desinteresse stark gedreht und seit 2018 habe ich angefangen langfristig in ETFs zu investieren.


    Jedoch bin ich mir unsicher was ich mit den beiden obigen Lebensversicherungen anfangen soll. So weit ich das sehe, wird empfohlen Lebensversicherungen auf beitragsfrei umzustellen und lieber direkt in den ETF zu investieren.
    Da jedoch beide Lebensversicherungen aufgrund ihres alters steuerfrei sind, bin ich mir unsicher ob dies in meinem Fall auch gilt.

    Vielen Dank nochmal für eure tolle Website und die Youtube Videos. Schade, dass ich euch nicht früher entdeckt habe.

    Viele Grüße,
    Ben89

  • ... was nützt die Steuerfreiheit, wenn die Rendite gegen Null tendiert?

    Warum soll eine fondsgebundene Rentenversicherung gegen 0 tendieren?


    Wenn Ben nicht gerade im Geldmarkt unterwegs ist und Aktienfonds bespart, wird schon ein Ertrag hängen bleiben.

    Dazu müsste man jetzt die Fonds kennen.

    Ob jetzt die Steuerfreiheit die höheren Kosten ggü. ETF rechtfertigt, mag ich aus der Ferne nicht beurteilen.

  • Wenn Ben nicht gerade im Geldmarkt unterwegs ist und Aktienfonds bespart, wird schon ein Ertrag hängen bleiben.

    Dazu müsste man jetzt die Fonds kennen.

    Ob jetzt die Steuerfreiheit die höheren Kosten ggü. ETF rechtfertigt, mag ich aus der Ferne nicht beurteilen.

    Ich kann es ohne Kenntnis der Details auch nicht.

    Daher ist meine kurze Frage dahingehend zu verstehen, anhand der Daten und Infos, die Ben89 sicherlich vorliegen, mit dem Rechnen zu beginnen!

  • Danke für eure Anmerkungen. Sorry, dass nicht ganz klar wird worauf ich herauswollte.


    Im Endeffekt fand ich es schwierig einen ETF der besteuert wird mit einer Lebensversicherung (die nicht versteuert wird) zu vergleichen.

    Aber in der Zwischenzeit habe ich gelesen, dass (über den Daumen gepeilt) ein Prozentpunkt Rendite für die Steuer draufgeht.

    Falls Ihr die Angabe mit dem einen Prozentpunkt so bestätigen könnt, fällt es mir somit leichter die Rentabilität der LVs und ETFs zu vergleichen und daraus meine Schlüsse zu ziehen.


    tom70794: Ich bin aktuell 31 Jahre alt.

  • Hi Ben,


    ohne jetzt genau die Hintergründe des Produkts zu kennen das du hast und ob es sich für dich noch lohnt, ich stand persönlich dieses Jahr vor einer ähnlichen Entscheidung und wollte kurz meine Erfahrungen mit dir teilen.


    Mir ging es letztendlich darum, dass Produkt in welches mein Geld fließt zu verstehen. Bei mir war es eine "Allianz PrivatRente" mit überschaubarer Rendite. Ich habe das Produkt nicht wirklich verstanden und "versicherungsmathematische" Hinweise auch nicht. Die PrivatRente hat mir 2004 ein Bekannter verkauft der bei der Versicherungsgesellschaft tätig war. Damals war das Verkaufsargument, dass ich unbedingt noch im Jahr 2004 abschließen muss damit die Rente steuerfrei bleibt. Ich war überzeugt. "Steuer" wird of als Argument im Verkaufsgespräch gebracht, dass Produkt bis zum Ende durchgerechnet wird dir aber eher selten. Einen Vergleich zu anderen Anlageformen legt dir der Versicherungsberater bestimmt auch nicht vor. Ger Kommer nennt das ja dann immer den Interessenkonflikt. Also wenn dann das Produkt immer durchrechnen und 100% davon überzeugt sein wenn weiter Geld darin investiert werden soll.


    Ich habe mich dann dieses Jahr, nach Recherche auf Finanztip, dazu entschieden das Produkt über die Finanztip Empfehlung Winniger zu verkaufen. Das Geld habe ich in meinen ETF (FTSE All World) gesteckt und lasse es jetzt dort bis zu einem potentiellen Rentenbeginn für mich arbeiten. Glücklicherweise war das im April 2020, d.h. die Rendite sieht jetzt natürlich bereits rosig aus. Hätte ja aber auch anderst kommen können. Ich habe eine langfristigen Anlagehorizont (> 10 Jahre) und rechne mit ca. 4% inflationsbereinigter Rendite nach Steuern für das ETF Portfolio basierende auf historischen Werten der letzten Jahrzehnte (vgl. auch Kommer, Souverän investieren). Der Garantiezins bei dem "Allianz PrivateRente" Produkt lag deutlich drunter. Gut die 4% garantiert dir auch keiner, aber das Produkt ist für mich deutlich nachvollziehbarer und ich zahle keine hohen Verwaltungskosten bei gleichzeitig schlechter Rendite.


    Gruß

    Fireproof

  • Hi Ben, hier ein Zitat von mir aus einem anderen Thema. Vielleicht hilft es dir ja auch.


    Grüße

    Tan


  • Danke Fireproof und Tan für eure Beispiele :)


    Ich tendiere aktuell auch dazu die Verträge von einem Honorarberater durchchecken zu lassen. Das kostet zwar kurzfristig etwas mehr, aber wenn ich mir anschaue was in LVs an Gebühren verbrannt wird ist das langfristig bestimmt sinnvoller.

  • Tan
    Kurze zwei Fragen noch, hast du den Honorarberater über die VDH Website ausgewählt?
    Was hat der Honorarberater so grob gekostet?


    Ich habe den Honorarberater über einen der Verbünde gefunden. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob es der VDH war oder ein anderer.


    Im Endeffekt bin ich dann hier gelandet: https://www.aktuaris.de/

    Hier wird pro Stunde abgerechnet. Auf der Homepage steht "eigentlich immer unter 500€ (inkl. MwSt)". Bei mir war es auch darunter.