ETF Sparplan Robo Advisor 2020/2021

  • Hallo liebe Finanztip-Community,


    es geht um Vermögensaufbau mittels ETF-Sparplan via Robo Advisor und ich hoffe ihr, als die Quelle zu Finanzen in DE, seid gewillt einem Fast-Neueinsteiger zu helfen. :saint:


    In letzter Zeit habe ich mich viel belesen, was Sparpläne, zukunftsorientierte Anlagestrategien und Möglichkeiten zur Alterssicherung / zum Vermögensaufbau anbelangt. So hatte ich für mich entschieden, dass ich zunächst mit einem Robo Advisor starte, schaue wie das läuft, mich währenddessen weiterhin schlau mache und die Finanzen möglicherweise perspektivisch dann selber verwalte. Das Geld lag bis dato nur auf einem quasi zinslosen Sparkonto, weswegen ich im ersten Schritt erstmal so aktiv werden wollte.


    Ich hatte mich für einen aktiven Robo Advisor mit 10 ETFs entschieden. Die Gebühren hierfür betragen dafür bis 10k insgesamt 1,14% p.a. und ab 10k 0,94% p.a. Während weiterer Recherche stieß ich auf die Anbieter quirion, growney und evergreen, die allesamt von den Gebühren wohl etwas günstiger erscheinen.


    Irgendwie erschien mir der aktive Robo Advisor sinnvoller, als die passiven. Ich weiß aber nicht, ob das vom Preis-Leistungs-Verhältnis passt. Wie würdet ihr in meiner Situation vorgehen? Soll ich ein zweites Depot eröffnen bei einem der anderen Anbieter und erstmal (zum Test) zweigleisig fahren? Ab einem bestimmten Betrag das Depot auflösen und woanders neu starten? Oder einfach erstmal abwarten und die Füße stillhalten? :/


    Auch Finanztip schrieb unter ein Video über ETF-Sparpläne über diesen Anbieter:

    Zitat

    "Kann man machen. Kosten mit 0,94% noch im Rahmen, ETFs, usw. Aber Gold ETC's sehen wir kritisch, auch wenn der Anteil nur gering ist".

    Danke für euren Input und eure Geduld mit einem Einigermaßen-Neuling. :thumbsup:


    Viele Grüße,

    start.exe

  • winter Nein, es geht nur darum, dass die passiven nur das Rebalancing machen, die aktiven schichten bei Bedarf um etc. Beispiel Scalable. Ob dann mit ETF, Indexfonds oder aktiven Fonds ist erst mal zweitrangig.


    Hallo start.exe , willkommen im Finanztip-Forum.


    Finanztip steht den aktiven Robos kritisch gegenüber. s. https://www.finanztip.de/robo-advisor/ Das kann ich sehr gut nachvollziehen, insbesondere wenn ich die mMn schlechten Ergebnisse von Scalable sehe.


    Um welchen Robo handelt es sich denn? Das habe ich Deinem Text nicht entnehmen können.


    Quirion und Groney sind passiv und auf der Empfehlungsliste von Finanztip. Evergreen ist relativ neu. Hatte ich mir vor ein paar Tagen angesehen und hier auch geschrieben mit dem Fazit - das ist schwierig aufgrund der kurzen Existenz -, dass die Risikoabsicherung wohl klappt, man beim Anstieg aber eben nicht voll dabei ist. s. "Evergreen" ??

  • Hallo Kater.Ka


    Vielen Dank für die nette Begrüßung.


    Den Artikel habe ich mittlerweile auch schon gelesen, was mich natürlich noch mehr verunsichert, was dann letztlich der große Benefit sein soll. Auch in den Videos auf YT werden stets nur passive Robos verglichen.


    Ich weiß auch nicht wie aussagekräftig die "Zukunftsrechner" auf den Seiten der jeweiligen Anbieter sind, da das zum Teil ja auch keine echten Werte sind (wenn es den Anbieter z.B. noch nicht so lange gibt). Das Depot habe ich aktuell bei OSKAR, wohinter ja auch Scalable steht.

  • Habe gerade noch mal nachgeschaut: Oskar ist passiv. Du zahlst im Prinzip die 0,8 / 1 % für das Rebalancing, zumindest habe ich sonst auf die Schnelle keine weiteren echten Produktvorteile gesehen. Die von Oskar dargestellten Vorteile sind aus meiner Sicht grenzwertig und zu pauschal, z.B. hinsichtlich Kosten für Anlage und Rebalancing. Die Nachteile wir z.B. Kosten auf den Sicherheitsbaustein, der im Finanztip-Ansatz kostenlos ist, werden natürlich nicht genannt.


    Wie können wir Dir jetzt helfen?

  • Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass OSKAR aktiv ist, da sie das Vermögen zwischen den Fonds je nach Risikoeinstufung aktiv umsortieren? So hatte ich es auch in diversen Artikeln über diesen Anbieter verstanden. Also, dass OSKAR zum Teil die Verteilung einhält und zum anderen die persönliche Risikobereitschaft berücksichtigt, was die tagesaktuelle Rendite (Manager's Performance) angeht. :/:/


    Ich stehe aktuell vor der Frage, inwieweit das Preis-Leistungs-Verhältnis passt; auch im Vergleich zu anderen Robos. Soll ich erstmal mit diesem Anbieter (vielleicht bis zu einer bestimmten Summe) weitermachen, weil der Unterschied dann doch letztlich nicht groß genug ist, was die Gebühren p.a. angeht? Oder woanders ein weiteres Depot eröffnen und zweigleisig fahren? Oder jetzt alles neu?


    (Einige mögen sich hier jetzt vielleicht an den Kopf langen und sich fragen "Warum nicht einfach selber machen?", aber als Zwischenschritt von alles allein und angespartes Geld verliert an Wert auf zinslosem Konto fühle ich mich mit einem Robo per se momentan gut abgeholt.)

  • Ich bin jetzt davon ausgegangen, dass OSKAR aktiv ist, da sie das Vermögen zwischen den Fonds je nach Risikoeinstufung aktiv umsortieren? So hatte ich es auch in diversen Artikeln über diesen Anbieter verstanden. Also, dass OSKAR zum Teil die Verteilung einhält und zum anderen die persönliche Risikobereitschaft berücksichtigt, was die tagesaktuelle Rendite (Manager's Performance) angeht. :/:/

    Da müsstest Du mir die Quelle als Link nennen. Ich habe es so verstanden, dass einmalig die Risikoneigung abgefragt wird und daraus ein Portfolio definiert wird. Das wird dann überwacht und rebalanciert. s. S.12 von https://www.oskar.de/wp-conten…0303-Oskar-Whitepaper.pdf Da lese ich nichts von irgendwelchen Managemententscheidungen.

    Soll ich erstmal mit diesem Anbieter (vielleicht bis zu einer bestimmten Summe) weitermachen

    Das ist Deine Entscheidung. Ich finde es von allen finanziellen Gesichtspunkten - auf denen argumentiere ich nachfolgend - abgesehen musst Du Dich mit Deiner Anlage wohlfühlen. Wenn das im Moment mit Oskar so ist ist das für mich im ersten Schritt mal OK.


    Jetzt zu meinen Argumenten:

    Kosten von Oskar

    Wenn Du monatlich 200 € anlegst bist Du in 4 Jahren bei 10 T€ und in 8 Jahren bei 25 T€. Am ersten Punkt zahlst Du mehr als 100 € p.a., am zweiten mehr als 200 € p.a. Das finde ich viel Geld.


    Kosten anderer Robos nach Finanztip-Empfehlung

    Die Robos sind ähnlich im Preis wie Oskar.Insofern lohnt sich kein Wechsel.
    Raisin macht es ungefähr für die Hälfte, ist wahrscheinlich aber unkomfortabler als Oskar.


    Selber machen

    Die Alternative wäre den Sicherheitsanteil aufs Tagesgeld zu legen (kostenlos) und ein Depot zu eröffnen mit einem kostenlosen Sparplan z.B. bei Smartbroker. Wenn Du zweimal im Jahr aktiv rebalancierst würde das pro Jahr maximal 2*4 = 8€, wenn Du es geschickt machst auch kostenlos.


    Wie vorgehen;

    Leg Dir ein Musterdepot an, Excel-Tabelle auf dem Rechner / Handy reicht. Schreib jeweils am ersten Tag des Monats den Kurs des IE00BJ0KDQ92 auf Quelle hier https://etf.dws.com/de-de/IE00…-msci-world-ucits-etf-1c/. Teile den Risikoanteil Deiner Sparrate (also bei OSKAR70 70%) durch den Kurs des ETF und notiere das Ergebnis, das sind die potenziell gekauften Anteile. Nach einem Jahr addierst Du die Anteile, multiplizierst mit dem dann gültigen Kurs und addierst die Summe der Sicherheitsanteile der Sparrate (also im Beispiel 12 * 30% * Sparrate) . Das vergleichst Du mit der Entwicklung Deiner Einzahlungen in Oskar. Wenn Oskar besser ist kein Handlungsbedarf. Wenn die Simulation besser ist wirst Du über kurz oder lang motiviiert sein es selbst zu lernen :-)


    Falls die Excelei unverständlich war mach ich Dir ein Muster.

  • Als ich angefangen habe, war Oskar noch nicht gebohren. Also habe ich es selbst gemacht. Bin bei ebase. Meine aktiven Fonds kaufe ich über einen Fondsvermittler. Der übernimmt ab 25000 € bei aktiven Fonds, die bei ebase anfallenden Depotgebühren. Vorteil ist, man kauft fast alle Fonds ohne Ausgabeaufschlag. In sofern ist die Sache bei mir gebührenfrei.

    Gruß


    Altsachse

  • Erstmal vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Da müsstest Du mir die Quelle als Link nennen. Ich habe es so verstanden, dass einmalig die Risikoneigung abgefragt wird und daraus ein Portfolio definiert wird. Das wird dann überwacht und rebalanciert.

    Hmh, ich glaube du hast recht. Ich habe nochmal nachgesehen und dieser Eindruck ist bei mir wohl aus zweierlei Gründen entstanden:


    1. OSKAR spricht selbst von schwellenwertbasierter (u.U. täglicher) Umschichtung und Optimierung.


    2. Hinter OSKAR steht ja Scalable Capital, die das Vermögen verwaltet und das wiederum ist ja ein aktiver Robo Advisor. ?(


    Bei der Recherche nach aktiven/passiven Robos bin ich auch darauf gekommen, dass quirion aktiv und growney passiv ist. Ist dies korrekt?


    Und ist dieses aktiv/passiv wirklich so wichtig, wenn es um den Erfolg und mehr Rendite geht? Über aktive Robos heißt es oft sowas wie z.B. "Diese Anbieter sind jederzeit in der Lage, Kundenportfolios umzuschichten und auf aktuelle Entwicklungen an de Aktienmärkten zu reagieren. Somit besteht auch die Chance, die Marktrendite zu schlagen. (Quelle: https://www.robo-advisor.de/). Und so klang für mich eben OSKAR auch (s. oben). Als Neuling ist das gar nicht so easy einzuordnen. Ein Manko bei OSKAR ist ja auch, dass man nicht sieht, wie viel man bereits eingezahlt hat (das notiere ich mir parallel). Ich sehe immer nur den aktuellen Wert meines Portfolios inkl. der tagesaktuellen Rendite (wird 1x täglich aktualisiert).


    Zu deiner Einschätzung Kater.Ka :


    Das würde bedeuten, die Robos schenken sich nicht viel, dann anstatt von einem Robo zum anderen, eher direkt dann den Schritt Richtung Selbermachen, richtig? Ich glaube jetzt verstehe ich das auch mit dem "Sicherheitsanteil". Statt in Gold o.ä. dann einfach direkt auf meinem Geldmarktkonto (Tagesgeldkonto) belassen als sichere Reserve.


    Das mit dem Musterdepot ist ja eine super Herangehensweise und ich seh' schon... hier sind die Profis! ^^ Deine Erklärung klingt schlüssig, aber für mich aktuell auch noch etwas komplex. Ich soll mittels Musterdepot dann anhand des MSCI World testen, ob ich besser haushalte, als OSKAR, richtig? Hättest du mir vielleicht wirklich ein Muster zur Hand oder vielleicht gibt es ja hier auf finanztip.de auch Infos dazu?


    Vielen vielen Dank für die ganzen Antworten!

  • Weil ich mich gerade ein bisschen durch die Website von smartbroker klicke... könnte ich eigentlich mein Depot von OSKAR ( Baader Bank) zu smartbroker umziehen, wenn es soweit wäre? Ist sowas üblich?

  • dass quirion aktiv

    MMn ist quirion passiv s.S.21 von https://www.quirion.de/fileadm…s/quirion_White_Paper.pdf


    Auf der Seite von quirion ist eine historische Entwicklung dargestellt. So über den dicken Daumen bleibt quirion um die Kosten hinter der Entwicklung des Marktes zurück.

    Und ist dieses aktiv/passiv wirklich so wichtig, wenn es um den Erfolg und mehr Rendite geht?

    Das ist jetzt die zentrale Glaubensfrage. Der Ansatz von Finanztip und Finanztest und anderen ist darauf zu vertrauen, dass starke Einbrüche über Zeit immer wieder aufgeholt worden sind. Deswegen wird auch eine Anlagedauer > 7-10 Jahre empfohlen, weil es in der Zeit bisher immer geklappt hat. Man kann Statistiken finden, dass es auch noch länger gedauert haben könnte, konkret werden die Erholung nach der Weltwirtschaftskrise 1929 in USA und Japan in den letzten 30 Jahren genannt. Unabhängig davon gibt es ein Restrisiko, dass es eines Tages tatsächlich mal länger dauern könnte. Da setzen die aktiven Fonds ein, die sagen wenn es ruppig wird sichern wir ab. Die Kehrseite ist, dass diese Absicherung etwas kostet, die Kosten der eingesetzten Derivate und / oder die entgangene Rendite weil man auch dann ggf. nicht dabei ist, wenn es wieder aufwärts geht.


    Aus statistischer Sicht wäre also passiv zu bevorzugen. Da jetzt aber nicht der Statistiker anlegt sondern Du musst Du für Dich entscheiden, was für Dich richtig ist. Auch hier geht es wieder darum, mit was Du Dich wohlfühlst. Vielleicht überdenkst Du noch mal, wie viel Geld Du verlieren möchtest, daraus kann man dann rückrechnen wie groß Dein Aktienanteil sein kann. Unverfängliches Beispiel: Bei einer starken Weltwirtschaftskrise gehen die Kurse um 70% zurück und bleiben dort lange Zeit. Wenn Du mit 70% Aktienanteil angelegt hast, hast Du dann noch 70*(100-70) + 30 = 51 Prozent Deines angelegten Vermögens. Hast Du 50% in Aktien sind es noch 50 * (10-70) + 50 = 65%.


    Das würde bedeuten, die Robos schenken sich nicht viel, dann anstatt von einem Robo zum anderen, eher direkt dann den Schritt Richtung Selbermachen, richtig?

    Ja.


    Excel hängt an